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Klimaschutzkonzept

Die Klimaschutz-und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA) hat für die Stadt Schwäbisch Hall ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt. Der Bericht wurde im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderates (VWA) am 14. Oktober 2013 vorgestellt. Er gliedert sich in zwei Teile: den Berichtsteil und die Maßnahmenvorschläge. Der gesamte Bericht umfasst 157 Seiten im Berichtsteil und weitere 175 Seiten im Maßnahmenkatalog (s. Downloads). Das gesamte Dokument kann beim Energiebeauftragten der Stadt kostenlos bestellt werden.

Berichtsteil:

Im ersten Abschnitt des Berichtsteil wird eine Energie- und CO2-Bilanz für alle Sektoren (Verkehr, Industrie, öffentliche Liegenschaften, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Privathaushalte) und für alle Energieträger aufgestellt. Die Bilanzierung zeigt die Entwicklung seit dem Jahr 1990 und zwei unterschiedliche Szenarien bis zum Jahr 2050.

Die wesentlichen Ergebnisse sind:

  • Ohne besondere Anstrengungen der Stadt im Bereich Klimaschutz (Referenzszenario) wird der Endenergieverbrauch auf städtischem Gebiet bis zum Jahr 2050 um lediglich ca. 20% sinken. Werden die Maßnahmenvorschläge des Konzeptes umgesetzt (Zielszenario), liegt das Potenzial bei 44% Einsparung und damit mehr als doppelt so hoch.
  • Auch wenn das Einsparpotenzial bis zum Jahr 2050 erreicht wird, wird die verbleibende Energie nicht zu 100% auf dem Stadtgebiet erneuerbar erzeugt werden können. Es wird ein Import aus der Raumschaft notwendig sein. Entsprechend liegt das CO2-Reduktionspotenzial bis 2050 in der Stadt nur bei ca. zwei Dritteln. Das mit den Nachbargemeinden erklärte Ziel 100% erneuerbare Energien ist gemeinsam sehr wohl erreichbar.
  • Das langfristig größte Einsparpotenzial liegt bei den Privathaushalten, während im Bereich Verkehr die geringsten Einsparungen zu erwarten sind.

Der zweite Abschnitt analysiert den gegenwärtigen Stand der Klimaschutzbemühungen in der Stadt für alle Sektoren und zeigt die sich daraus ergebenden Handlungsoptionen auf.

Als wesentliche Ergebnisse können hier folgende genannt werden:

  • Bei der klimafreundlichen Energieerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung und bei der Nutzung erneuerbarer Energien nimmt die Stadt mit ihren Stadtwerken eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Um dem Ziel der Klimaneutralität nahezukommen, müssen dennoch die Anstrengungen, insbesondere bei der Nutzung erneuerbarer Energien, wie z.B. der Windkraft, verstärkt werden.
  • Der Endenergieverbrauch in den Sektoren Privathaushalte, Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen unterscheidet sich nicht signifikant vom landesweiten Durchschnitt. Da die Stadtverwaltung hier keine direkte Handlungsoption hat, müssen gemeinsam mit anderen Akteuren, wie Stadtwerke, Energiezentrum oder Handwerk, geeignete Informations- und Fördermodule geschaffen werden, um die Bevölkerung für das Thema Klimaschutz verstärkt zu sensibilisieren und zu eigenem Handeln zu bewegen.
  • Im Verkehrsbereich ist die Grundlage für zukünftige Verbesserungen mit dem vorhandenen Radwegekonzept, dem Nahverkehrsplan des Landkreises und dem Verkehrskonzept Innenstadt geschaffen. Hier gilt es, die Anregungen umzusetzen, um den Anteil der klimafreundlichen Verkehrsmittel am Modalsplit zu erhöhen. Darüber hinaus sollte auch bei der Stadtplanung der Aspekt der Verkehrsvermeidung verstärkt berücksichtigt werden.
  • Das Energiemanagement in den eigenen Liegenschaften wird von der KEA als sehr gut bezeichnet, nichtsdestotrotz sind auch hier noch große Einsparpotenziale für die Zukunft vorhanden.

Im Maßnahmenkatalog werden insgesamt 73 einzelne Maßnahmen vorgeschlagen und detailliert auf jeweils zwei Seiten beschrieben. Diese reichen von schnell umzusetzenden Maßnahmen, wie die Erstellung einer internen Beschaffungsrichtlinie für die Stadtverwaltung, bis hin zu sehr langfristig angelegten Projekten, wie den verstärkten Ausbau des städtischen Fernwärmenetzes.

Direkt im Anschluss an die Vorstellung des Klimaschutzkonzepts hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss die Teilnahme der Stadtverwaltung am European Energy Award eea beschlossen und damit den erste Maßnahmenvorschlag umgesetzt.

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss von 65% der Kosten gefördert.

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