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01.02.2019

Lichtkunst an der Galerie am Markt

Zeitgenössische Kunst hat in Schwäbisch Hall auch im öffentlichen Raum ihren festen Platz. Einige Skulpturen gehören schon länger zum Stadtbild, wie etwa Wolfgang Biers „Helm“ beim Rathaus. Nun findet erstmals ein Neonkunstwerk Platz in der Altstadt. An drei Seiten des historischen Gebäudekomplexes Am Markt 7 und 8 leuchtet nachts der Schriftzug „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“.

Die Stadt Schwäbisch Hall beauftragte den Pforzheimer Künstler Harald Kröner mit der Ausführung seiner Idee. Kröner stellte 2009 auf Einladung von Klaus Heller im Kunstverein in der Galerie am Markt aus, die sich in dem Barockbau von 1728 befindet. Bereits seit 1976 wird dort moderne Kunst vermittelt. Zunächst als Städtische Galerie, seit 2002 unter der Regie des Kunstvereins, der das Programm rein ehrenamtlich fortführt. Marcus Neufanger engagierte sich jahrelang als Beirat, Vorstand und Kurator im Verein. Er hatte die Idee zu der Lichtinstallation an die Stadt herangetragen.

Der Dramatiker und Philosoph Friedrich Schiller (1759 in Marbach geboren, 1805 in Weimar gestorben) verbrachte seine Jugend in der Nähe von Schwäbisch Hall in der Region Stuttgart. Das berühmte Zitat „Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ aus den „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ von 1795 ist nach wie vor aktuell. Vielerorts auf der Welt wird auch heute die Kunstfreiheit eingeschränkt, Künstler werden gegängelt oder gar bedroht. Kunstfreiheit ist ein wichtiger Gradmesser einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft – und keineswegs selbstverständlich.

Gerade in den Abend- und Nachtstunden unterstreicht das Lichtkunstwerk auch das kulturelle Geschehen im Umfeld des Marktplatzes. Die Aufwertung des Hafenmarkts wird fortgesetzt, die durch die Ansiedlung der Tourist Information direkt gegenüber der Galerie am Markt angestoßen wurde. Damit rückt auch die engagierte, überregional beachtete Ausstellungstätigkeit des Kunstvereins in Schwäbisch Hall mehr in den Blick. Schiller gehört auch zu den regelmäßig auf der Großen Treppe gespielten Klassikern. Somit gibt das Kunstwerk auch einen Verweis auf die Freilichtspiele.

Harald Kröner: „Durch die Fragmentierung des Textauszugs in vier Abschnitte („Kunst“ „ist eine“ „Tochter“ „der Freiheit“) verteilt auf zwei Schmalseiten und eine Längsseite des Gebäudes, wird man neugierig gemacht, den zunächst rätselhaften Schriftzug zu erkunden. Dieser Rätselcharakter ist insofern wesentlich, als es um „ästhetische Erziehung“ geht, und man den Zusammenhang selbst entdecken kann und soll. Sprachlich ein Glücksfall: Nähert man sich dem Haus von der Ostseite funktioniert das Fragment „der Freiheit“ wie eine Widmung.“

Kröner ist bekannt für vielfältige Formen von Zeichnungen, aber auch für etliche Werke im Bereich „Kunst am Bau“, wobei er häufig mit Text und Licht arbeitet. In den letzten Jahren realisierte er etwa eine Neonarbeit am Haus der Begegnung St. Martin am Universitätsplatz in Heidelberg sowie einen Leuchter für die Evangelische Kirche Hockenheim oder eine Lichtinstallation in einer Tiefgarage in Pforzheim.

Biografie HARALD KRÖNER

Geboren 1962 in Pforzheim, wo er auch lebt und arbeitet.
1984 - 90 Studium an der Kunstakademie Stuttgart bei Rudolf Schoofs.
Stipendien der Kunststiftung Baden-Württemberg, Atelierstipendium Stiftung Bartels Basel
Paris-Stipendium des Landes Baden-Württemberg. Preisträger Bildhauer-Symposion Werk 07 Heidenheim und forumkunst Karlsruhe 2014.

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. 2009 Einzelausstellung im Kunstverein Schwäbisch Hall (Kurator Klaus Heller).

Arbeiten im öffentlichen Raum / Kunst am Bau
2019 wasserstand / water level, TankTurm, Heidelberg
2018 Leuchter, Evangelische Kirche Hockenheim
Prinzipalstücke, Lutherkirche Karlsruhe
wasserstand / water level, TankTurm, Heidelberg
2017 Sonnenkreuz Ev. Gemeinde St. Ilgen
2016 Text-Lichtinstallation am Haus der Begegnung St. Martin , Heidelberg
2014 Alice, Text-Lichtinstallation in einer Tiefgarage, Pforzheim
2012 Stufenanlage & Prinzipalien Friedenskirche Heidelberg-Handschuhsheim
Gestaltung Ortsmitte Niefern Niefern-Öschelbronn
2009 Lichtobjekte in Tagesstätte und Hort Weiherhof, Karlsruhe
2008 Abschiedsraum Diakoniekrankenhaus, Mannheim
2007 Lichtinstallation in zwei Passagen Heidenheim i. R. d. Bildhauersymposions Werk 07

Weitere Informationen zur Harald Kröner:
www.haraldkroener.de