Schrift verkleinern Schrift vergrößern
Schwäbischhall Shop

Presse Folgeseite

18.06.2018

Neue HFM-Sonderausstellung: Burgen, Zoos und Puppenstuben

Über mehr als ein halbes Jahrhundert sammelte der Haller Kaufmann Eugen Heckmann historisches und neuzeitliches Spielzeug, insbesondere aus dem Besitz von Familien aus Schwäbisch Hall und der Umgebung. So entstand eine umfangreiche, außerordentlich wertvolle und kulturgeschichtlich aussagekräftige Sammlung, denn Heckmann interessierte sich nicht nur für die Spielsachen, sondern er hielt auch die von den einstigen Besitzerinnen und Besitzern dazu überlieferten Informationen und Geschichten fest. Die in der Ausstellung gezeigten Objekte geben einen Einblick in die Entwicklung des Spielzeugs vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, darüber hinaus dokumentieren die zugehörigen Texte neben den Spielgewohnheiten unserer Vorfahren auch Begebenheiten aus dem Zeitgeschehen.

Der Schwerpunkt der Sonderausstellung liegt auf größeren Ensembles wie Puppenstuben, Kaufläden, Ritterburgen, Zoos und Bauernhöfen. Daneben sind auch viele Einzelstücke ausgestellt, wie zum Beispiel ein tolles rotes Tretauto aus den 1940er Jahren. Diesen flotten Flitzer hat der Kindergarten bei der Haller Friedensbergschule im Rahmen einer „Care“-Aktion als Geschenk aus den Vereinigten Staaten von Amerika erhalten. Doch trotz der Faszination, die von dem Gefährt ausgegangen und heute noch spürbar ist, wurde es von den Kindern nur wenig benutzt, weil der Tretantrieb und die Lenkung sehr schwer zu bedienen waren.

Ein anderes Objekt ist ein großer gelber Teddybär, dessen Schnauze vom Liebhabern ganz abgenutzt ist. Den Teddy gewann der Vater der Besitzerin 1941 beim Stuttgarter Volksfest als Preis an einem Schießstand. Willi, wie der Bär genannt wurde, war in den folgenden Kriegsjahren bei Fliegeralaram der treue Begleiter der Familie im Luftschutzkeller. Oder die Puppe Irmie, die nach Jahren nun wieder in das Museum zurückgekehrt ist. Die Tochter des im einstigen Keckenburgmuseum wohnenden Kustodenehepaares bekam sie in den 1950er Jahren von Bekannten geschenkt. Damit die „wertvolle“ Puppe nicht beim Spielen kaputt gehen konnte, wurde sie von der Mutter sofort in das Wohnzimmerbuffet weggeschlossen. Der Erhaltungszustand der Puppe und deren Kleidung zeigen, dass mit Irmie nie gespielt worden ist.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm (Führungen, Workshops) sowohl für Erwachsene als auch für Kinder begleitet.