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Presse Folgeseite

08.02.2019

Schulen besuchen Ausstellung für Nachhaltiges Design

Wie trägt die Stadt Schwäbisch Hall aktiv zum Klimaschutz bei? Stefano Rossi, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Schwäbisch Hall, führte an zwei Tagen sieben Schulklassen durch die Ausstellung "Sustainable Design" in der Hirtenscheuer. Er stellte den Recup vor, einen Becher für den schnellen Kaffee zum Mitnehmen, der vom Landkreis und der Stadt Schwäbisch Hall in Absprache mit vielen Bäckereien eingeführt wurde.

Die Menschen in unserer schnelllebigen Zeit genießen gerne einen "coffee to go". In Deutschland gehen über 320.000 Coffee-to-go-Becher pro Stunde über die Theken. Allein für deren Herstellung werden 29.000 Tonnen Papier (oder 43.000 Bäume), 22.000 Tonnen Öl und 1,5 Mrd. Liter Wasser (das entspricht dem Wasserjahresverbrauch von 32.000 Menschen) benötigt. Nach gerade mal 15 Minuten landet der Einwegbecher im Müll. Würde man alle gebrauchten Becher und die dazugehörigen Plastikdeckel aufeinanderstapeln, könnte man jedes Jahr einen 300.000 km hohen Turm damit bauen. Mit der Einführung dieses Pfand-Leih-Systems schafft die Stadt Schwäbisch Hall einen großen Beitrag Richtung Klima- und Umweltschutz.

Die Schüler und Schülerinnen hörten aufmerksam zu, zwei von ihnen arbeiten nebenher in einer Bäckerei und kennen das System, es bedarf aber noch etwas Zeit, bis man die Vorteile erkennt, meinten sie. Jedenfalls ist es eine intelligente Art unser Bedürfnis nach "coffee-to-go"zu befriedigen und ein guter Weg Richtung Umweltverträglichkeit. Ebenso die B2B Kugel- und Rollschreiber, die bei den Behörden der Stadt Hall auf dem Schreibtisch liegen und den üblichen Kugelschreiber ersetzen. Eine leere PET-Flasche ergibt drei Kugelschreiber-Gehäuse, die Minen sind ersetzbar. Früher hat man das bei den Füllern ja auch gemacht. Man hat Tintenpatronen eingesetzt und nicht den ganzen Kulli weggeworfen.

Die Schüler- und Schülerinnen rieten, wie viel PET-Flaschen wohl aufgeschüttet sind, die hier als Symbol für die Müllhalden gleich im Vorraum in der Hirtenscheuer verteilt sind. Dass der Müll heute ein Wertstoff ist, das ist uns ja alle durch die eingeführte Mülltrennung im Bewusstsein.

Aber nicht überall gibt es dieses Wertstoff-Recycling-System, da liegen die PET-Flaschen für Generationen später auf der Müllhalde, weil es etliche Jahrzehnte braucht, bis diese sich verkleinern, letztlich zu kleinen Plastikpartikeln verfallen, dann ins Grundwasser gehen, in die Meere gelangen, - letztlich in den Kreislauf Tier-Mensch. Nachweisbar haben wir beim Fisch- und Muschelessen Mikroplastik auf dem Mittagstisch. 

Das Ziel der Ausstellung war es, gute Beispiele zu zeigen, nach dem Motto: Wir können etwas tun, mit Freude und Intelligenz. Zum Beispiel eine kleine Box, die Frauen aus Südafrika in einer kleinen Firma herstellen. Diese Box, die man im Weltladen hier in Schwäbisch Hall kaufen kann, ist so ein spannendes Beispiel. Up-Cycling heißt das nun; etwas Neues aus benutzten Materialien machen. Vorgestellt und erklärt wurden auch ein transparenter Rucksack, früher das Fenster eines Partyzeltes und eine Taschenkollektion aus alten Drucktüchern / Druckunterlagen, mit Taschenhenkeln, die aus Schrottautos herausgeschnitten, gereinigt und hier wieder neu verwendet werden. Die Taschen und der Rucksack sind in einer Firma in Schwäbisch Hall entstanden. Frau Ritter hat die Firma "Offerte" vor einigen Jahren gegründet und führt, gerne durch ihre Produktion und erklärt ihr spannendes Firmenkonzept.

Durch diese und andere gezeigte Produktbeispiele gab es viele Gesprächsanlässe. Durch großes Interesse, aufmerksames Zuhören und viele Gespräche zeigte sich, dass unsere Schüler und Schülerinnen gut an diese Themen von den Schulen herangeführt werden und die Jugendlichen sich selbst sensibel, engagiert und aktiv für die Umwelt einsetzen.

Text und Foto: Gudrun Hölzer