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Presse Folgeseite

14.07.2017

Zamość: Haller von Gastfreundschaft begeistert

30 Schwäbisch Haller besuchten Ende Juni eine Woche lang Zamość. Die Stadt Schwäbisch Hall hatte zu einer Bürgerreise in die polnische Partnerstadt eingeladen. Während einige der Mitreisenden schon zu den „alten Hasen“ gehörten, waren auch einige neue Gesichter dabei, die zum ersten Mal die mehrstündige Reise antraten.

Der Weg führte über einen Zwischenstopp in Bautzen nach Breslau mit einer abendlichen Führung. Am nächsten Morgen ging die Fahrt über Schlesien nach Krakau und durch die polnischen Provinz, bis die Reisegruppe am Abend in Zamość direkt am Marktplatz einfuhr. Dieser beeindruckt durch seine Größe und die bunten Bürgerhäuser. Besonders die reich geschmückten Häuser der Armenier, die mit ihren Arkadengängen den Markt begrenzen, kamen bei den Besuchern gut an. Armenier gibt es zwar keine mehr, aber das Restaurant „Muzealna“ bietet armenische Speisen und Getränke an. Gewöhnungsbedürftig waren die riesigen Kohlrouladen, gefüllt mit Buchweizengrütze, aber der Apfelkuchen mit Vanilleeis schmeckte wunderbar und entschädigte für den „Schrecken“ des Hauptganges.

Im feinen Zwirn ging es am nächsten Morgen zur offiziellen Begrüßung ins Rathaus. Der Empfang beim Stadtpräsidenten Andrzej Wnuk war überaus herzlich. Er beantworte Fragen zum Schul- und Hochschulstandort Zamość und zur wirtschaftlichen Lage der Stadt. Die Wirtschaft in Polen boome, die Arbeitslosenquote in Zamość sei auf acht Prozent gesunken, versicherte der Stadtpräsident.

Wnuk hob hervor, dass die Zahl der Touristen in den letzten Jahren ständig gestiegen sei. Besonders beliebt sei Zamość bei chinesischen Touristen, die am liebsten mit sehr großen Gruppen kommen würden. Zwar seien einige neue Hotels in Zamość entstanden, die Bettenzahl reiche aber bei weitem nicht aus. Daher solle der ehemalige Palast der Familie Zamoyski, in dem jetzt noch das Gericht tage, als Hotel ausgebaut werden. Dafür würden Investoren gesucht, gerne auch aus Schwäbisch Hall.

Die Frauen der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“, besuchten anschließend ihre polnische Partnergruppe, die „Amazonki“, mit denen sie schon seit 17 Jahren in intensivem Kontakt und Austausch sind.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus, der Rotunde, ging es in den Roztocze Nationalpark und nach Zwierzyniec zum Wandern. Beim Abendessen in Zamość nahmen sich der Stadtpräsident Andrzej Wnuk, seine Vizepräsidentin Magda Dolgan und der Leiter des Amtes für Touristik und Städtepartnerschaften, Damian Miechowic, viel Zeit für ihre Gäste aus Schwäbisch Hall.

Weitere Programmpunkte waren ein Besuch in Lublin und der Besuch des KZ Majdanek. In guter Erinnerung bleibt der Begegnungsabend mit Bürgerinnen und Bürgern aus Zamość Interessante Themen waren schnell gefunden. Man tauschte sich über ehrenamtliche Arbeit, die verschiedenen Schulsysteme, Selbsthilfegruppen und vieles mehr aus. Die Idee eines Austausches für Jägerinnen und Jägern wurde geboren.

Am letzten Tag besuchten die Haller den Zoo von Zamość, einen der ältesten zoologischen Gärten Polens. Der Zoo wurde vor einigen Jahren mit Zuschüssen der EU ausgebaut. Unter anderem entstand eine Schutz- und Quarantänestation für illegal in die Schengen-Zone eingeführte Tiere. Auf der langen Heimreise legte die Gruppe einen Stopp in Bunzlau, kurz vor der deutschen Grenze, ein. Dort wurden die letzten Zlotys in das bekannte Bunzlauer Geschirr, polnische Würste, typische polnische Süßigkeiten und das eine und andere Fläschchen „Wodka“ investiert.

Ein Reiseteilnehmer meinte am Ende der Reise: „Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust mit nach Polen zu fahren. Ich bin von meiner Frau überredet worden und nur ihr zuliebe mitgekommen. Aber nun bin ich so begeistert vom Land und den netten gastfreundlichen Menschen und werde allen erzählen, wie schön es in Polen ist.“