Pressearchiv 2010
Roland Bauer – Fotografien aus Rajasthan
Neue Ausstellung im „Wintergarten“ des Hällisch-Fränkischen Museums Schwäbisch Hall
13. Oktober bis 28. November 2010
Eröffnung: Dienstag, 12. Oktober 2010, 18 Uhr
Roland Bauer ist ein weit über die Hohenloher Region hinaus bekannter Fotograf. Er lebt in dem abgeschiedenen Weiler Winterberg bei Braunsbach, im idyllischen Tierberger Tal. Bauers 60. Geburtstag veranlasste das Hällisch-Fränkische Museum, dem renommierten Lichtbildner eine Ausstellung im „Wintergarten“ zu widmen. Gezeigt werden rund 30, zum Teil großformatige Arbeiten, die im Jahr 2007 während einer Reise des Künstlers durch den Nordwesten Indiens entstanden sind.
Bauer studierte 1974 bis 1980 an der Gesamthochschule Dortmund Fotodesign und Bildjournalismus. Seit 1980 arbeitet er als freischaffender Fotograf. Die Schwerpunkte seines Werkes bilden das Porträt und die dokumentarische Fotografie.
Die ausgestellten Reisebilder aus Rajasthan sind Zeugnisse der Dokumentarfotografie. Roland Bauer, gebürtig aus Stuttgart, hat sich dieser Sparte der Lichtbildnerei verschrieben, nachdem er ins Hohenlohische kam. Er traf hier auf eine Landschaft und auf eine Bevölkerung, deren Strukturen im Umbruch begriffen waren. Hohenlohe, eine bis in die 1950er Jahre hinein fast ausschließlich von der Landwirtschaft geprägte Region, erreichte in den vergangenen 50 Jahren auch der industrielle Aufschwung. Dieser verdrängte vor allem die kleinbäuerlichen Betriebe, die die landwirtschaftlichen Flächen der tief eingeschnittenen Täler bewirtschafteten. Mit dem Höfesterben gingen auch die alten Handwerke unter, die von den Bauern meistens im Nebenerwerb ausgeübt wurden wie zum Beispiel Wagner, Korbflechter etc. Roland Bauer erkannte die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen und versuchte mit seinen Mitteln, dem einfühlsamen Blick, der Kamera und dem Film, die Arbeit und das Leben der betagten Handwerker und Bauersleute der Nachwelt zu überliefern. Die Bilder, die er von den „Letzten ihrer Zunft“ schuf, sind inhaltlich wie optisch beeindruckende Dokumente. In Rajasthan war Roland Bauer im Auftrag eines Verlages unterwegs, um für ein Buchprojekt Luxushotels zur fotografieren. Dabei lernte er einige der alten Maharajapaläste kennen, die zu solchen Herbergen umgestaltet worden sind. Aber die Hotels allein machen das Land nicht aus! Der aufmerksame Blick des Fotografen erfasst die Realität und lenkt die Kamera auch auf die Landschaft, auf die Menschen und deren Alltagsleben. Roland Bauer versucht nicht nur Motive, sondern auch die sie umgebende Atmosphäre einzufangen.
Die gezeigten Bilder entführen den Betrachter in eine faszinierende fremde Welt, die gegensätzlicher nicht sein kann. Ihm begegnen sentimentale Stille und pulsierendes Leben, prachtvolle Paläste, Nobelhotels und Nobelkarossen, mit Fahrrädern verstopfte Einkaufsgassen, fantastisch beleuchtete Großstädte, kleine Weiler, barfüßig herumtollende Kinder, Händlerinnen an ihren Marktständen sowie Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Herstellung von Büttenpapier.
Die Ausstellung eröffnet die Erste Bürgermeisterin der Stadt Schwäbisch Hall, Bettina Wilhelm. Anschließend interviewt Dr. Beate Elsen, Kunsthalle Würth, den Künstler.
Parallel zu der Ausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum zeigt Roland Bauer Fotografien aus Kerala im Indian Forum (Schwäbisch Hall, Gelbinger Gasse 111).
Zu den Präsentationen gibt die Haller Druckerei Mahl einen Kalender für 2011 mit Bildern von Roland Bauer heraus.
Informationen bei: Dr. Armin Panter, Museumsleiter
Öffnungszeiten Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt 2.50 Euro / erm. 2.- Euro Kinder bis zu sechs Jahren haben freien Eintritt. Gruppenführungen auf Anfrage Hällisch-Fränkisches Museum | Museum für Kunst- und Kulturgeschichte
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