Pressearchiv 2010
"Die 4. Revolution"
Energietag Baden-Württemberg in Schwäbisch Hall
Mehr als 150 Menschen waren am Samstagabend in das Kino im Schafstall gekommen, um die von Carl-A. Fechner verfilmte Vision von einer Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien zu sehen. Der Film "Die 4.Revolution", der auf einem Buch des energiepolitischen Vordenkers Hermann Scheer fußt, zeigt weltweit Beispiele, wo dies bereits Wirklichkeit geworden ist. Im Anschluss an den Film stand Mirja Martens, Executive Producer des Films für Rückfragen zur Verfügung.
Vor Aufführungsbeginn begrüßte Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim die anwesenden Gäste. Dabei erläuterte er, dass sich die Stadt Schwäbisch Hall schon lange für erneuerbare Energien einsetze, und dass er gerade deshalb auf den Film sehr gespannt sei.
Eine Kampfansage sei der Film, so stellte anschließend Frau Martens in ihren einleitenden Worten ihren eigenen Film vor – eine Kampfansage an die etablierten Energieversorger und ihre Lobbyisten in Politik und Gesellschaft. Und diese Charakterisierung ist sicherlich zutreffend, wenngleich der Film eigentlich nur weltweit Beispiele aufzeigt, was auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien möglich ist und was bereits heute umgesetzt wird. Die CO2-neutrale Region in Dänemark, das Passivbürogebäude in Deutschland oder die Produktion von Sportwagen mit Elektromotor in Kalifornien, allen diesen Beispielen gemein ist, dass sie klein angefangen haben, aus der Initiative Einzelner entstanden sind und dass sie unabhängig von den Großkonzernen machen.
Sehr nahe geht den Besucherinnen und Besuchern des Films der Bericht einer Hebamme aus einer Geburtsstation in Mali, wie sie früher mit der Taschenlampe als einziger Lichtquelle, eingeklemmt zwischen Kopf und Schulter, bei den Geburten helfen musste. Die Photovoltaikanlage, die nun installiert sei und elektrisches Licht spende, sei für das ganze Krankenhaus, für Mitarbeiter und Patienten ein Segen.
Breites zustimmendes Gelächter (insbesondere bei den Zuschauerinnen) erntet der Film, als eine Mitarbeiterin einer Photovoltaik-Initiative in Bangladesh erläutert, warum sie nur Frauen zu PV-Technikerinnen ausbilden. Wenn die Frauen etwas machen, dann käme es immer der ganzen Familie zugute, bei den Männern sei dies nicht garantiert, so die Ausbildungsleiterin.
Immer wieder werden Ausschnitte aus einem Interview mit dem technischen Direktor der Internationalen Energieagentur in Paris eingeblendet. Amüsiert nimmt das Publikum seine Aussagen zur Kenntnis, in denen er bestreitet, dass erneuerbare Energien jemals einen wesentlichen Teil an der weltweiten Energieversorgung übernehmen können. Allerdings bleibt den meisten Zuschauerinnen und Zuschauern das Lachen im Halse stecken, als er die Gefahren des Atommülls als nicht gegeben sieht, ja dass sogar seiner Meinung nach Kohlekraftwerke eine weitaus größere Gefahr darstellen würden.
Im Anschluss an den Film wurde Frau Martens vom Moderator, Herrn Grimm vom SWR interviewt. Dabei erhielten die Anwesenden noch weitere Einblicke in die Produktion und die Intension des Dokumentarfilmes. Die Fragen aus dem Publikum konnte Frau Martens, trotz ihres noch jungen Alters sehr kompetent beantworten. Eine Kampfansage ist der Film sicherlich. Er ist aber auch eine Ermutigung an alle Zuschauenden, die Vision der CO2-neutralen Energieversorgung in die Gesellschaft hinein zu tragen. Es ist ein Film, der sich lohnt, angesehen zu werden.
Informationen bei: Energiebeauftragter, Heiner Schwarz-Leuser
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