Pressearchiv 2010
Neue Sonderausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum Schwäbisch Hall
Es war einmal ...
DDR-Alltägliches aus der Sammlung Kraiss/Reuter
24. September bis 21. November 2010
Eröffnung: Donnerstag, 23. September 2010, 18 Uhr
Am 9. November 1989 fielen der „Eiserne Vorhang“, die kaum überwindbare Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland, und die Berliner Mauer, die 28 Jahre lang den Osten und den Westen der Stadt hermetisch voneinander trennte. Ein knappes Jahr nach der Grenzöffnung, am 3. Oktober 1990, löste sich die DDR durch den Beitritt zur BRD auf. Damit war der sozialistische Arbeiter- und Bauernstaat in Deutschlands Osten plötzlich Vergangenheit!
Den 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung würdigt das Hällisch-Fränkische Museum mit der Sonderausstellung „Es war einmal ... DDR-Alltägliches aus der Sammlung Kraiss/Reuter“.
Mit den politischen Institutionen verschwanden 1990 auch deren Symbole, Gruppierungen etc. aus dem Alltagsleben der Menschen im östlichen Deutschland. Untergegangen ist damals aber auch die DDR-typische Alltagskultur. Die heiß begehrten Konsumgüter aus dem Westen verdrängten in kürzester Zeit die von einer zentralen Wirtschaftsförderung und sozialistischen Ideologie geprägte Warenwelt des Ostens.
Kurz nach der Wende begannen die geschichtsbewussten Schwäbisch Hallerinnen Eva Maria Kraiss und Marion Reuter in der ehemaligen DDR die Lebenssituation der Menschen fotografisch zu dokumentieren und unterschiedlichste Konsumgüter zu sammeln: von Tempolinsen, Dederon-Tragetaschen, Plasteeierbechern in Hühnerform, Parteiabzeichen bis zum Amtsstubenporträt Erich Honeckers. Gerade an den Dingen des täglichen Gebrauchs werden die Lebensbedingungen, die Utopien und Ideologien des vergangenen Staates sowie die Lebensumstände in einer Diktatur sichtbar. Die Ausstellung zeigt eine breit gefächerte Auswahl von Objekten, die den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in ein Staatswesen ermöglicht, das es seit 20 Jahren nicht mehr gibt. Ergänzt werden die Dingwelten durch Fotografien aus der Wendezeit, die die beiden Dokumentarinnen unter anderem in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) aufgenommen haben, mit dem Schwäbisch Hall seit 1988 partnerschaftliche Verbindungen pflegt.
Bei der Eröffnung am Donnerstag, dem 23. September 2010, 18 Uhr, sprechen Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall, Andreas Grund, Bürgermeister der Stadt Neustrelitz, und Dr. Armin Panter, Leiter des Hällisch-Fränkischen Museums. In die Ausstellung führt Kuratorin Marianne Schneider M.A. ein.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Informationen bei: Dr. Armin Panter, Museumsleiter
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