Pressearchiv 2010
Backofenfest im Hohenloher Freilandmuseum
Ein Krämermarkt der besonderen Art, Handwerker und ihre Produkte, Jungviehprämierung, Musik, Gaukler, Trachtentanzgruppen, jede Menge zu Essen und zu Trinken und hier vor allem frischer Blooz aus den historischen Holzbacköfen, all dies zeichnet das traditionelle Backofenfest im Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall-Wackershofen aus. In diesem Jahr findet es am 25. und 26. September jeweils von 10 bis 18 Uhr statt.
Im Mittelpunkt steht dabei natürlich der frische Blooz aus den Holzbacköfen. Wenn der Rauch aus den Kaminen über dem Museum schwebt und es an allen Ecken nach Blooz duftet, erahnt jeder Besucher, warum dieses Fest seinen Namen trägt. Die vielen Holzbachöfen produzieren auf Hochtouren die unterschiedlichsten Variationen dieser regionalen Spezialität, um die Wünsche der Museumsgäste zu befriedigen.
Aber es gibt nicht nur salzigen und süßen Brotkuchen. Als weitere einfache kulinarische Genüsse stehen auf dem Speiseplan Rosenküchle, Ochs am Spieß, Kutteln und Grünkernküchle, um nur einiges zu nennen. Dazu gibt es von Kaffee bis Wein und vom Bier bis zum Most alles, was das Herz begehrt. Die Preise sind so gestaltet, dass vor allem für die Kinder nicht zu tief in die Tasche gegriffen werden muss.
Seit Jahrzehnten ist der Krämermarkt ein fester Bestandteil des Backofenfestes. In der historischen Atmosphäre des Museumsdorfes lädt er zum Bummeln ein. Hier warten Lebensmittel heimischer Erzeuger wie Kartoffeln und Mehl, Käse, Bauernhofeis, Honig, Schafprodukte und Kräutergelées, Obstschaum- und Dessertweine und natürlich Holzofenbrot auf ihren Käufer. Im Angebot sind zudem handwerklich hergestellter Senf, Speiseöle, Naturkosmetika, Heilkräuter und Meerrettichprodukte sowie Süßigkeiten aller Art, Schmuck, Fliegengläser, Bürsten und Ledergürtel Holz- und Blechspielzeug, Gefilztes, Handarbeitsbedarf, Patchworkartikel, Trockenblumen, Kräuterpflanzen für den Garten und vieles mehr. Auf einem kleinen Flohmarkt kann der Besucher vielleicht auch noch etwas Passendes finden.
Weiterhin stehen wieder Handwerker in der Marktzeile, die ihre Produkte nicht nur verkaufen, sondern sich bei ihrer Arbeit zuschauen lassen. Hier kann beobachtet werden, wie Glasperlen entstehen, wie Goldschmied, Korbstuhlflechterin, Drechsler, Töpferin, Korbmacher, Schmied und Schuhmacher arbeiten. Damit erwartet den Besucher also ein Markt, der sich vollkommen harmonisch in die historische Atmosphäre des Museumsdorfes einfügt.
Am Samstag stehen traditionsgemäß die Tiere im Mittelpunkt. Ab 12 Uhr lassen Landwirte der Region Fleckvieh und ab 14.15 Uhr Tiere der seltenen Limpurger Rasse prämieren. Aufgelockert wird diese Jungviehprämierung durch gekonnt dargebotenes Peitschenknallen der „Goislschnalzer“.
Wer das Fest bereits kennt, der weiß, dass viel Musik und Tanz in der Luft liegen. Als besonderen Leckerbissen für die Freunde der Mundart präsentiert das Hohenloher Freilandmuseum traditionsgemäß von 11 bis 14 Uhr wieder die Gruppe „Annâweech“. Ebenso findet sich wieder eine Vielzahl schwäbischer und fränkischer Volkstanzgruppen ein. Am Samstagnachmittag spielt das Stadtorchester Schwäbisch Hall, und am Sonntag spielen die Musikkapelle Dahenfeld sowie der Musikverein Bühlertann. Für die besondere Stimmung am Sonntag sorgen zusätzliche die Gruppe „Volk Almanach“ sowie die Halheimer Bauernkapelle mit einem unterschiedlichen, breit gefächerten Repertoire.
Neben der Musik ist am Sonntag wieder allerlei „Fahrendes Volk“ auf dem Fest mit dabei. Wer möchte, kann sich sein Profil im Scherenschnitt erstellen lassen oder sich bei einer „Wahrsagerin“ Rat holen. Ein Taschenspieler wird mit seiner Fingerfertigkeit ebenso verblüffen wie vor allem die Schlangenfrau Alina, die kein Rückgrat zu haben scheint. Außerdem werden ein Puppenspieler und der Kinderzirkus Compostelli im Museumsdorf gastieren, der alle jungen Besucher zum Mitmachen animieren wird. Für den Nachwuchs stehen Schiffschaukel und Karussell bereit.
Wer es etwas ruhiger haben möchte, kann am Sonntag hinauf zum Sommerkeller gehen, um hier untermalt von Musik und bei einem herrlichen Blick in die Landschaft seinen Blooz und sein Bier zu genießen. Allerdings muss dieses Angebot bei schlechtem Wetter ausfallen.
In dem ganzen Trubel wird den Besucherinnen und Besuchern aber auch die Möglichkeit geboten, ein wenig innezuhalten, wenn die Kirchengemeinde und das Museum am Sonntag um 14.30 Uhr bei einem Gottesdienst zum Ausruhen, zum Nachdenken und Besinnen einladen.
Möglichkeiten, an diesem Wochenende nach Wackershofen zu gelangen, gibt es zahlreiche. Für PKW sind zwar ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden, aufgrund des großen Andrangs ist es jedoch ratsam, auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Neben dem Linienbus empfiehlt es sich, mit der Bahn nach Wackershofen zu kommen. Jeder Besucher, der mit einem Ticket des „Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehrs“, mit einem „Baden-Württemberg-Ticket“, dem „Schönes-Wochenende-Ticket“, dem „DB-Single-Ticket“ oder einem Fahrschein des KreisVerkehrs ins Museum kommt, erhält einen ermäßigten Eintritt.
In seiner Vielfältigkeit, zugleich aber in seiner Ruhe trotz der großen Menschenmenge liegt das einzigartige Flair des Backofenfestes. Auch am Sonntag kann jeder einen Platz finden, wo er die besondere Atmosphäre des Museums und des Festes genießen kann. Welchen Weg Sie auch wählen, ein Besuch des Hohenloher Freilandmuseums ist am letzten Septemberwochenende immer lohnenswert.
Informationen: Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen e.V.
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