Pressearchiv 2010
Leistungsspange der Jugendfeuerwehren in Schwäbisch Hall
“Klasse Ambiente, mal was ganz anderes“, so der Kommentar des Stadtjugendfeuerwehrwartes Erwin Schweizer aus Filderstadt zum Austragungsort der Leistungsspange für Jugendfeuerwehren in Schwäbisch Hall.
Elf Mannschaften aus Baden-Württemberg stellten sich auf dem Haller Unterwöhrd den Aufgaben zum Erwerb der Leistungsspange. Bereits um 8.30 Uhr begrüßte Stadtjugendfeuerwehrwart Stefan Ebert die Abnahmeberechtigten Norbert Wanner und Wolfgang Crestanie von der Landesjugendfeuerwehr Baden-Württemberg, die 16 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter aus dem Landkreis Schwäbisch Hall, sowie die Teams der teilnehmenden Jugendfeuerwehren.
„Wir machen zuerst den Staffellauf, noch ist es nicht so heiß“, rief Franzi Steiner von der Jugendfeuerwehr Schwäbisch Hall. Hall I war dann auch die erste Gruppe, die sich auf den 1,5 km langen Rundkurs durch die Ackeranlagen machte. Die neun Jugendlichen konnten sich die Länge der einzelnen Teilstücke selbst einteilen. Je nach Kondition liefen die Jugendlichen zwischen 100 m und 350 m. Keine der Gruppen hatte mit dem ungewohnten Streckenverlauf Schwierigkeiten, alle blieben unter der Maximalzeit von 4:10 min.
Kugelstoßen war die zweite Disziplin im sportlichen Teil. Jede Gruppe musste in der Addition der Stöße mindestens 55 m erreichen. Nürtingen II war die beste Gruppe, sie erreichte eine Weite von fast 68 m.
Die größten Probleme hatten die Gruppen mit der so genannten Schnelligkeitsübung. Acht Schläuche mussten in 75 Sekunden ohne Dreher und Knoten ausgerollt und gekuppelt werden. Die Strecke in der Mauerstraße hatte so ihre Tücken. Durch eine leichte Biegung und das Gefälle rollten die Schläuche und verdrehten sich. Für vier der ersten fünf Gruppen hieß es zunächst: „Disziplin nicht bestanden“. Ratlosigkeit machte sich breit. Die Abnahmeberechtigten stimmten dem Vorschlag der Feuerwehr Schwäbisch Hall zu, die Schnelligkeitsübung in den Lindach zu verlegen und alle Gruppen nochmals wiederholen zu lassen. Hier zeigte sich dann deutlich, dass es an der Strecke lag. Fast alle Gruppen meisterten die Aufgabe problemlos. Der Umzug in den Lindach verzögerte die Durchführung der Wettbewerbe kaum. „So etwas geht nur wenn alle an einem Strang ziehen“, lobte Stadtbrandmeister Volker Damm die Frauen und Männer der Feuerwehr Schwäbisch Hall, die an diesem Tag die Durchführung der Leistungsspange tatkräftig unterstützten. Fast 60 Helferinnen und Helfer organisierten vom Aufbau bis zur Bewirtung alles rund um den Unterwöhrd.
Der Löschangriff nach der Feuerwehrdienstvorschrift wurde auf dem Grasbödele von insgesamt 5 Schiedsrichtern abgenommen. Jeder Handgriff musste sitzen. Neben der Genauigkeit wurde auch, wie übrigens bei allen Disziplinen, das Auftreten und der Gesamteindruck der Gruppe bewertet. „Du musst den Saugschlauch auf deinem Stiefelrand auflegen“, schimpfte ein Mädchen mit ihrem Vordermann, „sonst geht’s nicht“. Und schon klappte es. Nach dem Kuppeln der Saugschläuche rief der Wassertruppführer: „Saugleitung hoch und Saugleitung zur Pumpe“. Der Maschinist kuppelte die Leitung an seine Pumpe und befestigte unter den Blicken eines Schiedsrichters die Leinen an einem Pfosten neben der Pumpe. Die restlichen Mitglieder waren bereits unterwegs die Schläuche unter dem Steinernen Steg hindurch zu verlegen. „1. Rohr Wasser marsch“, hallte es immer wieder über das Grasbödele. Allen Gruppen bescheinigten die Schiedsrichter eine gute Leistung. „Man merkt, dass die Gruppen im Vorfeld mit ihren Betreuern viel geübt haben“, sagt Schiedsrichter Wolfgang Peikert.
Immer wieder blieben Touristen und Passanten interessiert stehen und schauten dem Wettbewerb zu. Das Ziel der Feuerwehr Schwäbisch Hall war erreicht. Die Leistungsspange sollte auch der Werbung für die Jugendfeuerwehren dienen. Sind sie doch der Nachwuchs für die aktiven Wehren im Lande. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schwäbisch Hall verteilten an den Zugängen zum Unterwöhrd Flyer und Lineale und beantworteten fachmännisch die Fragen der Besucherinnen und Besucher. Die letzte Prüfung fand im Haalamt statt: Theoretische Fragen rund um die Feuerwehr wie auch im Allgemeinwissen mussten beantwortet werden. „Wie heißt der neue Bundespräsident?“ fragt Marc Möbus in die Runde. Fast gleichzeitig rufen die Jungen und Mädchen: Christian Wulff. Auch hier punkteten alle Gruppen mit ihrem Wissen.
Bei der anschließenden Verleihung der Leistungsspange konnten neben der Kreisjugendfeuerwehrwartin Nadine Engelhardt auch der neue stellvertretende Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Alfred Fetzer, Kreisbrandmeister Jürgen Mors und für die Stadt Schwäbisch Hall der ehrenamtliche OB-Vertreter Hans Reber begrüßt werden. Zum Abschluss bedankte sich Stadtjugendfeuerwehrwart Stefan Ebert noch einmal bei allen Helferinnen und Helfern. Die Ausrichtung der Leistungsspange war die Auftaktveranstaltung zum 40 jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Schwäbisch Hall. Das Festwochenende findet vom 10 – 12. September statt. Neben den benachbarten Jugendfeuerwehren wird eine Delegation der Jugendfeuerwehr Epinal an diesem Wochenende mitfeiern. Pünktlich vor dem Beginn des Jugendtheaters im Globe-Theater konnten die Gruppen offiziell verabschiedet werden.
Die Leistungsspange erhielten:
Blaufelden I und II
Crailsheim
Filderstadt
Nürtingen I und II
Mittleres Jagsttal I und II
Schwäbisch Hall I und II
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