Pressearchiv 2010
Wo wachsen eigentlich Tomaten?
Dieser und ähnlichen Fragen gehen derzeit einige Mädchen und Jungen aus der Tageseinrichtung für Kinder Pfiffikus in Hessental unter dem Aspekt der belebten Natur im Bildungsbereich Naturwissenschaften auf den Grund.
In Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der Stiftung ,,Kinderland Baden-Württemberg“ wurde in der Tageseinrichtung für Kinder Pfiffikus im Frühling das Projekt ,,Gartenland in Kinderhand'“ gestartet. Über 40 Kinder haben sich für das Projekt interessiert und sind inzwischen „mittendrin“ täglich neue Erfahrungen zu machen.
Ziel dieses langfristigen Projekts ist es, die Kinder bei der „Entdeckung ihrer Welt“ zu unterstützen und über praktische Erlebnisse und Erkenntnisse ein Gefühl für unsere Natur und Umwelt zu schaffen.
Zunächst wurden mit Hilfe des Werkhofes der Stadt Schwäbisch Hall zwei Hochbeete für Gemüse gebaut und ein Blumen- und ein Kräuterbeet angelegt.
Im Naturwissenschaftlichen Bereich im Haus wurden Samen gesät, das Wachstum bis zum Aussetzen ins Freie beobachtet und die Pflanzen gepflegt. Auch Andenbeeren wurden erfolgreich zu kleinen „Pflänzchen“ angezogen. Bei der Auswahl, was in die Hochbeete gesetzt wird, entschieden sich die Kinder für ein Erdbeeren-Beet und ein Beet mit Tomaten, Paprika, Bohnen und Mais.
Um sich auch guten Rat von Experten einzuholen, stand eine Exkursion zur Gärtnerei ,,Krummrein-Brüder“ in Hessental an, wo in den Gewächshäusern schon richtig große Gemüsepflanzen wuchsen. Das „Säen“ wurde hier unter fachlicher Anleitung erprobt und viele Fragen beantwortet.
In der Tageseinrichtung führten die Kinder einen Wetterkalender. Täglich wurden die Beobachtungen eingetragen und durch unterschiedliche, teils extreme Wetterbedingungen erlebten sie, wie sich Kälte, Regen, Trockenheit und Hitze auf das Wachstum und „Wohlbefinden“ von Pflanzen auswirken.
Die Übernahme von Verantwortung bei der Pflege der Pflanzen wurde von den Kindern von Anfang an gerne wahrgenommen. Viele Kinder kommen schon früh am Morgen, um zu gießen und nach dem Garten zu schauen, Schnecken zu suchen und aus den Beeten „raus zuwerfen“. Viele Kinder schauen im Laufe des Tages beim Hochbeet vorbei, um die verschiedenen Pflanzen genau zu betrachten. Sie staunen über das Wachstum und entdecken täglich Neues: „Da wächst die erste kleine Paprika“ oder „dort blüht eine Physalis“. Oft sind nun alle Lupen im Einsatz, denn auch die vielen kleinen Tiere müssen genau beobachtet und bestimmt werden.
Da sich die Hochbeete im Freien direkt neben dem Raum des Bildungsbereiches Naturwissenschaften befinden, sind auch die Sach- und Bestimmungsbücher schnell erreichbar, wenn hier etwas nachgeschaut werden muss.
Das Interesse an der Tier- und Pflanzenwelt ist groß. Besonders wenn die erste Ernte ansteht: Das Geschmackserlebnis bei der ersten Erdbeerernte war sehr intensiv und der Tee aus der selbst angebauten und geernteten Zitronenmelisse schmeckt sehr lecker. Die Kräuter werden beim gemeinsamen Kochen verwertet. Demnächst ist es Zeit für eine „Petersiliengroßernte“. Dann erfahren und erleben die Kinder, wie man durch Trocknen oder auch Einfrieren Vorräte anlegt, auf die man dann auch im Winter zurück greifen kann.
Alle freuen sich auf die bevorstehende Ernte des ersten, selbst angebauten Gemüses. Eine verdiente Belohnung für die ausdauernde Pflege der letzten Wochen.
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