Tüngental
Abteilung Tüngental
Die Geschichte der Abteilung Tüngental
Es begann vor fast 200 Jahren, als der König von Württemberg die Feuerlöschordnung erließ. Diese besagte, dass in jedem Dorf wenigstens eine fahrbare Feuerspritze mit Schläuchen, mehrere Handspritzen, Fässer, Butten und Leitern angeschafft werden sollten. Jeder neu aufgenommene Bürger oder Bewohner, der heiratete, musste einen Feuerwehreimer aus Leder, Stroh und Leinen anschaffen. Im Jahr 1831 wurde die Bezirkslöschordnung für das Oberamt Hall erlassen. Diese verpflichtete alle männlichen Bewohner zwischen 18 und 50 Jahren zum Dienst in der Feuerwehr. Wer keinen Dienst leistete, musste einen Betrag zwischen 2 und 10 Mark an die Feuerlöschkasse bezahlen.
Die Pflichtfeuerwehr Tüngental wurde im Kreisarchiv im Juni 1886 zum ersten Mal erwähnt. Zu dieser Zeit hatten sämtliche männlichen Bewohner unter dem 50. Lebensjahr Dienst zu leisten. Die Pflichtfeuerwehr hatte seinerseits eine Mannschaftsstärke von 170 Mann. Diese schwankte während der nächsten Jahre kaum.
Ab 1905 mussten der Kommandant, die Hauptleute und Zugführer ein Rapportbuch führen. Wer bei einem Dienst oder Brand unentschuldigt fehlte, wurde von der Gemeindeverwaltung bestraft. Im Jahr 1912 wurde vom Tüngentaler Gemeinderat und Bürgerausschuss beschlossen, eine Feuerspritze für die Teilgemeinde Wolpertsdorf anzuschaffen.
Im 1. Weltkrieg wurde die Feuerwehr von Zivilisten, Gefangenen und Frauen unterstützt, da fast alle Männer im Krieg waren.
Im Jahr 1937 wurde dann eine Neueinteilung der Feuerwehr vorgenommen. So entstand aus der Pflichtfeuerwehr die Freiwillige Feuerwehr Tüngental e.V. mit den Abteilungen in Otterbach, Veinau und Wolpertsdorf. Die Mannschaftsstärke betrug 55 – 60 Mann.
Am 11. Dezember 1968 bekam die Freiwillige Feuerwehr Tüngental ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug.
Mit der Eingemeindung Tüngentals nach Schwäbisch Hall am 01. Januar 1972 endete die Selbstständigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Tüngental. Von nun an gehörte man der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall als Abteilung Tüngental an. Dazu kamen nun noch die Gruppen Ramsbach und Altenhausen.
Am 01. Juni 1986, dem 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr in Tüngental wurde der Abteilung das noch heute im Betrieb befindliche Löschfahrzeug LF 8 übergeben.
Die Abteilung Tüngental ist heute in 3 Gruppen unterteil | |
Gruppe 1 | Tüngental |
Gruppe 2 | Altenhausen und Veinau |
Gruppe 3 | Ramsbach, Wolpertsdorf und Otterbach |
Die aktuelle Mannschaftsstärke beträgt 43 Mann.
Einsatzgebiet / Teilorte
Das Zuständigkeitsgebiet der Abteilung umfasst Tüngental, Altenhausen, Veinau, Ramsbach, Wolpertsdorf und Otterbach. Insgesamt steht die Abteilung für 1.390 Einwohner und 1.566 ha Fläche rund um die Uhr zur Verfügung. Kleinere Schadenslagen wie Kleinbrände, Sturmschäden und Hochwasser erledigt die Abteilung selbst. Bei größeren Schadenslagen wird die Abteilung von den Kameraden der Abteilung Schwäbisch Hall unterstützt.
Dienst / Übung / Ausbildung
Dienste werden einmal im Monat abgehalten. Zusätzlich werden auch Fahrer- und Zusatzdienste abgehalten. Ein- bis zweimal im Jahr findet zudem eine Großübung mit der Hauptabteilung Schwäbisch Hall statt. Die Kameraden werden regelmäßig aus- und weitergebildet. Jeder Atemschutzgeräteträger muss mindestens einmal im Jahr einen Streckendurchgang in der Feuerwache Schwäbisch Hall absolvieren. Zusätzlich werden die Kameraden auch an der Feuerwehrschule in Bruchsal weitergebildet.
Kommandanten / Abteilungskommandanten
1886 - 1919 | Georg Gramm |
1919 - 1923 | Georg Köhler |
1923 - ? | Georg Schweizer |
? - 1947 | Franz Walter |
1947 - 1956 | Ernst Hartmann |
1956 - 1983 | Walter Stutz - Ehrankommandant |
1983 - 1993 | Erich Hanselmann |
1993 - heute | Ernst Dambach |
Veranstaltungen / Aktivitäten
Die Abteilung Tüngental richtet jedes Jahr das Maifest in Tüngental aus. Dieses findet von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch und ist mittlerweile fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft in Tüngental. Somit pflegt die Abteilung in Tüngental das harmonische Zusammenleben zwischen Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft.
Die Abteilung engagiert sich ebenso beim zweimal jährlich stattfindenden Kindergartenbasar in Form des Parkplatzdienstes. Dieser erhält in Tüngental einen regen Zulauf. Der Kindergarten kann sich aber hier auf die Mithilfe der Kameraden der Abteilung jederzeit verlassen.
Wichtiger Bestandteil der Abteilung ist die Familienwanderung. Jeden September richtet eine Gruppe diese Wanderung für die Kameraden und ihre Familien aus. So werden die Familien in die Kameradschaft der Feuerwehr eingliedert.
Für die Kameraden werden alle zwei Jahre eine Ausfahrt und in unregelmäßig Abständen Ausflüge organisiert. Der letzte Ausflug führte uns mit unseren Familien zusammen nach Rothenburg ob der Tauber.
Ein regelmäßiger Besuch der Feuerwehrfeste in der Region ist fest im Veranstaltungsleben verankert.
Seit 2004 besteht in Tüngental, zusammen mit den Abteilungen Eltershofen und Sulzdorf eine Jugendfeuerwehr. Diese führt ebenfalls regelmäßige Dienste durch.
Einige Kameraden der Abteilung sind gleichzeitig im Katastrophenschutz und bei der Flugplatz-Feuerwehr des Adolf-Würth-Airports tätig.
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