Schrift verkleinern Schrift vergrößern
Schwäbischhall Shop

Aktuell

03.07.2017

Gefahrgut LKW kommt von A6 ab - 14 Stunden im Einsatz

Ein Gefahrgut transportierender LKW kam am Montag gegen 17:20 Uhr zwischen der Anschlussstelle Schwäbisch Hall und der Kochertalbrücke, Fahrtrichtung Nürnberg von der Autobahn ab. 

Der LKW überfuhr den Standstreifen und geriet von der Fahrbahn ab. Aufgrund der abfallenden Böschung kippte das LKW-Gespann zur rechten Seite um und kam auf einem, parallel zur Autobahn verlaufenden Feldweg zum erliegen. 

Sofort nach dem ein Notruf eingegangen war, um 17:25 Uhr, alarmierte die Leitstelle Schwäbisch Hall den Umweltschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall mit dem Stichwort; 

´´GFG3-BAB6 - VU eingeklemmt mit Gefahrstoff`` auf die Autobahn 6. 

Bereits auf der Anfahrt gab die Leitstelle Schwäbisch Hall den anfahrenden Kräften die Meldung durch, dass keine Personen im Fahrzeug eingeklemmt seien.

Der LKW-Fahrer wurde bei dem Unfall nur leicht verletzt und im LKW eingeschloßen. Er konnte durch den bereits eingetroffenen Rettungsdienst aus dem Führerhaus seines LKW befreit werden. 

Nichtsdestotrotz trat der geladenen Gefahrstoff aus dem Tank-LKW aus, weshalb weiterhin höchste Eile geboten war. 

 

An der Einsatzstelle eingetroffen: 

Als erste Maßnahme ging ein Trupp unter schwerem Chemikalienschutzanzug (CSA) zu dem verunglückten LKW vor. 

Die Aufgaben dieses CSA-Trupps bestanden darin den austretenden Gefahrstoff auf zu fangen und wenn möglich das weitere Austreten zu unterbinden, sowie die Informationsbeschaffung um heraus zu finden um was für einen Stoff es sich exakt handle.

Um den austretenden Gefahrstoff aufzufangen breitete der Spezialtrupp eine chemikalienbeständige Plane unter der Austrittsstelle aus. Im Anschluss gelang es ihnen den, durch den Unfall undichten Domdeckel wieder ab zu dichten. So dass kein weiter Gefahrstoff austreten konnte.  

Zur selben Zeit wurde durch die Dekoneinheit des Umweltschutzzuges der sogenannte Grobreinigungsplatz, 

dessen Zweck darin besteht die mit dem Gefahrstoff in Kontakt gekommen CSA-Träger bestmöglich zu reinigen, um eine Verschleppung des Gefahrgutes an der Einsatzstelle und darüberhinaus zu verhindern, aufgebaut. 

Ebenfalls zeitgleich verschloss die Freiwillige Feuerwehr Untermünkheim den Zulauf eines Regenaufangbeckens, damit der Gefahrstoff hier keinen Schaden anrichten konnte. 

Bald wurde bekannt dass es sich bei dem geladnen Gefahrstoff um 23.000 Liter Isobutylmethacrylat,
ein Lösungsmittel das zur Herstellung von Klebstoffen verwendet wird, handelte.
Isobutylmethacrylat ist in dieser Form, geringer Konzentration und über die Luft nicht bedrohlich für den menschlichen Organismus.
So dass sich die Einsatzkräfte, welche sich nur kurze Zeit am LKW aufhielten nun zumindest ohne schwere Schutzanzüge dem LKW nähern.

Eine sichere Lage war geschaffen, nun war die leichte Entzündlichkeit des Gefahrgutes die einzigste Gefahr. 
Darum wurde, die bereit zu Beginn des Einsatzes aufgestellten Brandschutzmaßnahmen aufrecht gehalten. 
 

Spezialkräfte angefordert: 

Gegen 20:45 Uhr traf die Berufsfeuerwehr Heilbronn mit einem Einsatzleitwagen (ELW 1) und einem Abrollbehälter (AB) Tank/Gefahrgut an der Einsatzstelle ein. 

Bei den Heilbronner Kameraden wurde durch die Führungsgruppe der Feuerwehr Schwäbisch Hall der Abtransport des Gefahrstoffes angefragt, weshalb die Kameraden zur genaueren Prüfung des Transportes zur Einsatzstelle anrückten.

Allerdings wurde nun klar dass kein Transport durch die Feuerwehr Heilbronn möglich war. 
Weshalb man nun Unterstützung beim Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) anforderte. 
Dessen nächster Standort der Chemikonzern BASF in Ludwigshafen ist. 

Um 23:00 Uhr wurden Teile des Umweltschutzzuges Schwäbisch Hall auf Grund der sicheren und stabilen Lage von dem Einsatz abgezogen.
Die nun noch an der Einsatzstelle verblieben Einsatzkräfte stellten weiterhin den Brandschutz und die Verkehrsabsicherung sicher.
Unterdessen war das Abschleppunternehmen Walter mit schwerem Gerät angerückt und bereitete die Bergung des verunfallten LKW, unter Zuhilfenahme eines Autokran’s vor.

 Gegen 00:30 Uhr traf die Werkfeuerwehr der BSAF mit insgesamt vier Fahrzeugen an der Einsatzstelle ein. 
Die Gefahrgutspezialisten begannen den leicht entzündlichen Gefahrstoff mit einer speziellen Druckluftpumpe vom verunfallten LKW in einen mitgebrachten Tanklastzug der BASF um zu pumpen. 
Das Lösunugsmittel Isobutylmethacrylat kann sich ab einer Temperatur von zirka 60º entzünden. Weshalb es auch nicht zu schnell, oder gar mit mechanischen Pumpen gefördert werden kann.

 

Gegen 03:30 Uhr waren rund 11.000 Liter, also gut die Hälfte, des Gefahrgutes aus dem verunfallten LKW abgepumpt.
So dass dieser nun durch das Abschleppunternehmen Walter wieder aufgestellt werden konnte. 
Dies war zuvor nicht möglich, da der Gefahrguttank durch den Unfall so strakt verformt und beschädigt wurde, dass er wohl bei einem Anheben des Gespannes einfach auseinander gerissen wäre.
Nötig war das Aufrichten an dieser Stelle, da sich der Stützen zur Befüllung und Entleerung solcher Tankwägen im unteren Bereich befindet. 

Gegen 04:30 Uhr stand das LKW-Gespann dann wieder aufrecht und sicher auf den Reifen.
So dass die Abpumpmaßnahmen vorgesetzt werden konnten. 
 
Um kurz vor 06:00 Uhr war der Gefahrstofftank des verunfallten LKW dann leer.
Nun galt es aufzuräumen. Das Abschleppunternehemn Walter begann den Unfall-LKW abzuschleppen und die Feuerwehrleute der Werkfeuerwehr der BASF und der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall packten zusammen.
Das endgültige Ende des Einsatzes viel dann auf 07:23 Uhr. 
 

Im Einsatz waren: 

  • Die Freiwillige Feuerwehr Schwäbisch Hall mit: 

           - 65 Kameradinen und Kameraden 
         - einem KdoW
         - einem ELW 1 
         - zwei MTW
         - einem TLF 16
         - einem GW-G
         - einem GW-AS
         - einem Dekon P 
         - einem RW 2
         - einem LF KatS
         - einem HLF 10/10
         - einem GW-T
         - einem CBRN Erkunder 

  • Die Freiwillige Feuerwehr Untermünkheim