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Einsatz_10.01.2013

THL - Flugunfall mit Hubschrauber

Einsatzstichwort: 

THL - Flugunfall mit Hubschrauber

Datum / Uhrzeit:

10.01.2013 / 16:42 Uhr

Ort:

Bundesautobahn 6 - Gemarkung Braunsbach
Im Einsatz waren:

Abt. Schwäbisch Hall

1 x KdoW, 1 x ELW, 2 x LF16/12, 1 x DLA(K)-23/12,

1 x VRW, 1 x RW2, 1 x MTW, 1 x GW-T

Hubschrauber stürzt auf A6

Pilot stirbt am Donnerstag nahe Herdtlingshagen - Maschine streift Stromleitung

Ein Hubschrauber ist am gestrigen Donnerstagabend auf der Autobahn 6 bei Herdtlingshagen abgestürzt, nachdem er eine Hochspannungsleitung gestreift hat. Der Pilot kam beim Unfall ums Leben.

Thumilan Selvakumaran Trümmerteile liegen hunderte Meter verteilt zwischen der Anschlussstelle Hall und der Kochertalbrücke. Nur schwer sind die Einzelteile einem Hubschrauber zuzuordnen: geschmolzen, zerbrochen, verbogen. Es riecht nach verbranntem Plastik. Dichter Nebel minimiert die Sicht auf der Autobahn 6, dazu kommen frostige Temperaturen - kein angenehmer Ort, keine angenehme Zeit.

 Die Haller Feuerwehr kann dem Piloten des privaten Hubschraubers nicht mehr helfen - die Einsatzkräfte leuchten die Unfallstelle aus, damit die Polizei Spuren sichern kann - aber auch dies Aufgabe scheint unmöglich: Das Wrack des Helikopters und die Leiche des Piloten sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Rettungskräfte stehen fassungslos daneben - teils voller Ekel, teils fasziniert blicken sie auf die grausige Szenerie.  Jochen Ekert, stellvertretender Kommandant der Crailsheimer Feuerwehr, ist Augenzeuge: "Ich fuhr mit dem Auto auf der A6 kurz nach Kupferzell. Da sah ich einen grellen Blitz. Beim Näherkommen dachte ich, dass es eventuell ein Spannungsüberschlag war."  Nach Recherchen dieser Zeitung will der Pilot die gelbe Robinson R44, ein viersitziger, einmotoriger Helikopter amerikanischer Bauart, von Augsburg aus überführen. Offenbar geht er aufgrund des dichten Nebels auf Tiefflug - obwohl für solche Maschinen, die auf Sicht fliegen, eine Mindesthöhe von 150 Metern vorgeschrieben sind.  Auf Höhe der Ortschaft Herdtlingshagen streift die Maschine offenbar eine Hochspannungsleitung, fängt Feuer, stürzt in die Tiefe und rammt dabei noch einen Laster.  Der Notruf geht um 16.41 ein. Rettungskräfte können durch die Flammen zunächst nicht zum Wrack vordringen. Ohnehin kommt für den Piloten jede Hilfe zu spät. Weitere Personen sind wohl nicht an Bord. Bei dem Verunglückten handelt es sich laut Rolf Kircher von der Haller Polizei vermutlich um einen 44-Jährigen aus dem Öhringer Raum. "Die Leiche ist allerdings kaum zu identifizieren."  Wohin der Helikopter unterwegs war, ist nicht geklärt, so Axel Raab von der Deutschen Flugsicherung. "Der Pilot hat sich bei unserem Wachleiter auf der Kontrollstelle Langen auch nicht gemeldet." Der Tower in Hall meldet, dass die Maschine auf dem Radar nicht zu sehen war. Das deute darauf hin, dass der Pilot sehr niedrig geflogen ist.  Bei der beschädigten Leitung handelt es sich laut Transnet-BW-Sprecherin Regina König um eine Höchstspannungsleitung mit 380 Kilovolt. Ein Seil wurde in der Mitte durchtrennt und hängt an beiden Masten herunter. Die EnBW hat die Leitung vom Netz genommen. Verbraucher in der Region hätten vermutlich nur ein kurzes Lichtflackern bemerkt. Um die Versorgungs-Sicherheit zu gewährleisten, wird der Strom über andere Leitungen zu den Kunden geleitet.  Auf einer Brücke über die Autobahn zwischen Herdtlingshagen und Gaisdorf sammeln sich Schaulustige. Einer hat ein Fernglas mitgebracht, andere zücken ihr Handy, um Fotos zu schießen.  Erst im Juni war eine Maschine des gleichen Typs, ebenfalls in Augsburg gestartet, kurz vor dem Ziel bei Salzburg abgestürzt. Damals meldete der 26-jährige Pilot über Funk, dass er notlanden müsse. Wenig später verschwand die Maschine vom Radar. Beim Aufprall im Wald hatten die vier Personen im Alter von 22 bis 29 Jahren keine Chance.  Info Die Haller Polizei bittet Augenzeugen, sich unter der Telefonnummer (0791) 400252 zu melden.

Text: Haller Tagblatt

Bilder: Haller Tagblatt