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Folgeseite-Rettungstag
Daheim in Europa - Epinaler Jugenfeuerwehr zu Gast in Schwäbisch Hall
Die Jugendfeuerwehr Schwäbisch Hall empfängt ihre Partnerjugendfeuerwehr aus Épinal zum Sommernachtsfest 2009.
Schwäbisch Hall ■ Ein freudiges Wiedersehen durften die Jugendfeuerwehr
Schwäbisch Hall und ihre Freunde aus der Haller Partnerstadt Épinal (F), die Jeunes sapeurs pompiers d’Épinal vom 28. bis zum 30. August feiern. Das Sommernachtsfest in Schwäbisch Hall war der gelungene Anlass für ein Wiedersehen.
Viel zu früh, dafür umso besser gelaunt kamen die Jugendlichen und Betreuer der Jugendfeuerwehr Épinal am Freitag, den 28. August an der Feuerwache in Schwäbisch Hall an. Die Jugendfeuerwehrlerinnen und Jugendfeuerwehrler aus Schwäbisch Hall, die sie dort erwarteten, waren genau so gespannt auf das lange herbeigesehnte Wiedersehen mit ihren Freunden aus Frankreich. Nach einer herzlichen Begrüßung konnten sich die Jeunes SapeursPompiers d’Épinal erst einmal mit echt hällischen Brezeln stärken. Danach hatten sie die Möglichkeit, die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Schwäbisch Hall zu inspizieren. Selbstverständlich stieß dieses Angebot auf großes Interesse. David Bardot, der als leitender Betreuer der épinaler Jugendfeuerwehr dabei war, erläuterte das Nötigste und legte profunde Kenntnisse über die deutsche Feuerwehrtechnik offen.
„Schön zu sehen, dass die Jugendlichen auch ohne Worte auskommen, wenn sie ein gemeinsames Hobby haben“ meinte Stefan Ebert, Stadtjugendfeuerwehrwart a. D. und Organisator des Freundschaftswochenendes. „Wir brauchen eigentlich gar nichts erklären, das meiste versteht sich von alleine. Und Falls nicht, erklären unsere Jugendlichen eben mit Händen und Füßen“. Tatsächlich war von einer Sprachbarriere wieder einmal von Anfang an nichts zu spüren. Mit einer kreativen Mischung aus französisch, deutsch, englisch und anderen Sprachen fand sich bereits im vergangenen Jahr ein gemeinsamer Schnittpunkt der Kommunikation der auch dieses Jahr ungeniert angewandt wurde. 2008 war die JugendfeuerwehrSchwäbisch Hall in Épinal zu gast, was auch schon ein echtes Freundschaftswochenende für alle Beteiligten war. Seitdem die Jeunes Sapeurs Pompiers 2007 beim Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren des Landkreises Schwäbisch Hall als Gäste teilnahmen, existiert ein reger Austausch zwischen den beiden Jugendfeuerwehren. Nach der Unterbringung der französischen Jugendlichen in der Jugendherberge in Schwäbisch Hall, konnte man sich bei einem deftigen Grillabend auf dem Gelände des Albvereins Schwäbische Alb in Schwäbisch Hall – Gailenkirchen, über die Erlebnisse des vergangenen Jahres austauschen. Nicht nur die Jugendlichen, auch die Betreuer freuten sich, ihre Kollegen aus Frankreich einmal wider zu treffen. Kevin Depuis, Sohn des leitenden Jugendfeuerwehrwartes in Épinal, entschuldigte seinen Vater, der an dem Wochenende leider nicht teil nehmen konnte. Der Samstagmorgen begann für manche etwas zu früh, bot dafür aber im Gegenzug eine Menge Programm. Nach gemütlichem Frühstück in der Jugendherberge führte eine kleine Wanderung direkt zum Adolf Würth Airport in Schwäbisch Hall – Hessental. Die Begeisterung war allen Jugendlichen anzusehen, als der dortige Rundgang durch die verschienen Hangars führte, in denen die unterschiedlichsten Fluggeräte untergebracht sind. Der Runway und der Tower waren weitere Höhepunkte an diesem Vormittag. Das Mittagessen wurde im direkten Anschluss in der Feuerwache Schwäbisch Hall serviert: Maultaschen und Käs’spätzle. Zugegeben, dem einen oder anderen lag die ungewohnt fettige Kost etwas im Magen, doch geschmeckt hatte es allen. Am Nachmittag führte die in Frankreich geborene Hallerin Françoise Eisfeld durch die Haller Altstadt und zeigte den französischen Jugendlichen den Marktplatz und die Michaelskirche mit allen Sehenswürdigkeiten. Das darauf folgende Eis sorgte für die nötige Abkühlung, den auch an diesem Wochenende stieg das Thermometer merklich an. Das absolute Highlight an diesem Samstag aber war der Besuch auf dem Sommernachtsfest. Zuvor hatten die Jugendlichen die seltene Gelegenheit gemeinsam mit dem Großen Siedershof, der hällischen Trachtengruppe und Bürgerwehr, ein Gruppenbild zu machen. Tanz, Musik und Feierlaune zogen sich vom Festplatz Unterwörth dann auf Grund sinkender Temperaturen in eine nahe gelegene Bar, in der ein gemütlicher Kreis auch noch das letzte Eis brach. Jugendliche beider Gruppen unterheilten sich, spielten Spiele oder zeigten sich gegenseitig die neuesten Downloads auf ihren Handys. Die Jugendlichen waren so vereint, dass es den Betreuern nicht mehr gelang, zu unterscheiden, wer nun zu welcher Gruppe gehörte. In diesem Moment fühlten sich die Gäste der Jugendfeuerwehr wie zuhause. Kein Zwang übertünchte die ehrliche und aufrichtige Bereitschaft zur Freundschaft, die in diesem Augeblick spürbar wurde. „Nächstes Jahr kommen wir wieder zu euch!“ Meinte eine Jugendfeuerwehrlerin mitten in die Runde hinein. „Ja, dann nehm’ ich Dich mit heim“ entgegnete ein französischer Jugendlicher, der die sowieso schon heitere Stimmung noch auflockern wollte. „Warum? Ich bin in ganz Europa daheim!“ Dieser Satz war der gegebene Anlass um gemeinsam auf die Freundschaft anzustoßen. Der Sonntag begann für den ein oder anderen nach noch früher als der Samstag, auch wenn um die selbe Uhrzeit aufgestanden wurde. Drei haller Jugendliche und vier haller Betreuer übernachteten gemeinsam mit ihren épinaler Freunden beide Nächte mit in der Jugendherberge, so dass sie direkt nach Frühstück und Packen mit ihren Gästen zum „Tag der Feuerwehr“ im Freilandmuseum nach Schwäbisch Hall – Wackershofen losgehen konnten. Dort genossen die Jeunes Sapeurs Pompiers noch einige Stunden in gemütlicher Feuerwehratmsphäre, bevor sich alle Teilnehmer zur offiziellen Verabschiedung einfanden. Stadtbrandmeister Volker Damm bedanket sich für den Besuch und für die lang anhaltende Bereitschaft zur europäischen Kommunikation. Stefan Ebert bedankte sich bei allen Betreuern, besonders aber bei Frank Szeidler und Klaus Walter, beide Betreuer der Jugendfeuerwehr Schwäbisch Hall, Abteilung Stadt, die das ganze Wochenende mit den französischen Gästen am Stück begleiteten. Nach der Übergabe gegenseitiger Presente unter den Jugendlichen machten sich die Jeunes Sapeurs Pompiers d’Épinal wieder auf ihren über 400 Kilometer langen Heimweg. „Wir fahren über die Weinsberg...“ meinte David Bardot noch zum Abschluss, was ein schallendes „Bloß nicht!“ Aus Richtung der deutschen Betreuer bewirkte. Nach letzten Routentipps fuhren die französischen Feuerwehrautos danach in gewohnter Verabschiedungsmanier vom Parkplatz und winkten noch eifrig zurück. An diesem Wochenende kristalsierte sich deutlich heraus, dass Europa kein Staatenbündnis und auch keine Union ist. Europa ist die Bereitschaft zur gemeinsamen Freundschaft. Europa findet im Kopf statt, nicht auf dem Papier. „Nächstes Mal gehen wir mit ihnen Boot fahren, oder in die Alpen, zum Wandern.“ schlug Frank Szeidler direkt vor. Doch ganz egal, was die Jeunes Sapeurs Pompiers d’Épinal und die Jugendfeuerwehr Schwäbisch Hall zukünftig noch alles gemeinsam unternehmen werden, sie werden dabei immer ein Ideal vertreten, dass an diesem Freundschaftswochenende beschlossen wurde: Wir sind daheim in Europa!








