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Folgeseite-Rettungstag

15.03.09

35 Feuerwehrangehörige drückten freiwillig die Schulbank

Im Rahmen eines Übungsdienstes des Gefahrgutzuges der Feuerwehr Schwäbisch Hall drückten 35 Feuerwehrmänner und -frauen die Schulbank im Chemielabor des Erasmus-Widmann-Gymnasiums. Dort hatten die beiden Chemielehrer Herr Debre und Herr Paret sechs Versuche vorbereitet, die die Feuerwehrangehörigen selber durchführen durften.

Dabei handelte es sich um Versuche, die einen Bezug zum tatsächlichen Aufgabengebiet des Gefahrgutzuges herstellten. So konnten die Feuerwehleute beispielsweise die zerstörerische Kraft von konzentrierter Schwefelsäure auf handelsübliche Zucker kennenlernen. In einer exothermen Reaktion wurde dabei der  Zucker durch die konz. Schwefelsäure unter Bildung von Kohle und Wasserdampf dehydratisiert. Zurück blieb von dem Zucker ein schwarzer Kohlepilz. Eine ähnliche Reaktion wäre zu erwarten gewesen, wenn ein Feuerwehrangerhöriger im Einsatz aufgrund von fehlender Schutzkleidung direkt mit dieser konzentrierten Schwefelsäure in Berührung gekommen wäre. Unter Bildung von Wasserdampf wäre die kontaminierte Körperstelle verkohlt.

Ebenfalls eindrucksvoll waren die Versuche, bei denen die Neutralisation von Säuren oder Basen demonstriert wurde. Dabei ergab eine hypothetische Rechnung, dass man für 10 ml konz. Schwefelsäure mit einem PH-Wert kleiner als 1 mehr als 600.000 Liter Wasser benötigt, um diese Säure annähernd auf einen neutralen PH-Wert von 7 zu verdünnen. Dies entspräche der mitgeführten Löschwassermenge von ungefähr 300 Löschfahrzeugen.

Die 35 Feuerwehrangehörigen waren  mit Begeisterung und hochmotiviert bei der Sache. „Missglückte“ Versuche wurden aus eigenem Antrieb kurzerhand wiederholt.

Herrn Debre und Herrn Paret  möchte die FF Schwäbisch Hall nochmals für ihre Gelassenheit bei etwaigen „Überdosierungen“ der einen oder anderen Chemikalie sowie für den gesamten, sehr informativen und lehrreichen Abend danken.