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Folgeseite-Rettungstag
Wenn der Wald fiktiv in Flammen steht…
Hilfsorganisationen probten im Rahmen der „Hohenlohe-Übung 2008“ das Zusammenspiel im Katastrophenfall
Waldenburg/Kupferzell ■ Zwei Tage lang ging es rund um den kleinen Ort Goldbach bei Waldenburg: Feuerwehren, Bundeswehr, Rotes Kreuz und THW probten den Ernstfall. Auf der Gemarkungsgrenzen zwischen der Städten Waldenburg und Schwäbisch Hall sowie den Gemeinden Kupferzell und Untermünkheim wurde ein großer Waldbrand angenommen. Fiktiv flammte das Feuer bereits am Freitag auf.
Es ist kurz nach 14 Uhr am Freitag. Martinshörner heulen, die Waldenburger Feuerwehr rückt aus. Im Gewann „Eselsklinge“ wütet das Feuer. Kommandant Alexander Denkscherz wird schnell klar: Alleine bewältigt seine Mannschaft das nicht. Die Öhringer Stützpunktwehr wird alarmiert – auch Kreisbrandmeister Günther Uhlmann. Am Goldbachsee stehen schon mehrere Uniformierte. Sie warten auf die beiden Hubschrauber, die sich kurz darauf am Himmel abzeichnen. „Die machen einen ganz schönen Wind“, meint ein Feuerwehrmann und setzt sich seine Schutzbrille auf. Zusammen mit einem Kameraden ist er dafür zuständig, dass die Tanks, die unter den Helikoptern an einem Seil befestigt sind, mit 600 Liter Wasser aus dem See befüllt werden – während der Hubschrauber fast bewegungslos in der Luft steht.
Die beiden Hubschrauber sind mehrfach unterwegs. Unten kämpfen sich die Feuerwehrleute durch den Wald. Bis die Funkgeräte knarren: „Einsatzende.“ Doch das gilt nur für diesen Freitag.
Denn am Samstag entzündet sich das Feuer erneut – diesmal in noch größerem Umfang. Da reichen selbst die Kräfte aus Öhringen und Waldenburg nicht mehr. Die Feuerwehren aus Künzelsau, Kupferzell und Schwäbisch Hall werden noch zu Hilfe gerufen. Von allen Seiten versuchen sie, der fiktiven Flammen im schwer zugänglichen Gewann „Eselsklinge“ Herr zu werden. Pyrotechniker Karlheinz Fiedler sorgt für realistische Effekte. Doch das Wasser reicht nicht – im Wald gibt es eben keine Hydranten. „Alarmiert die Landwirte mit den Pumpfässern“, gibt Kreisbrandmeister Günther Uhlmann den Befehl im Führungsstab, der sich im Waldenburger Feuerwehrgerätehaus gebildet hat. Gleichzeitig probt der Verwaltungsstab im Landratsamt mit.
Da erreicht ihn eine Eilmeldung: Im Brandgebiet wird eine 20-köpfige Schülergruppe vermisst. Die Rettungshundestaffeln aus Hall und Bad Mergentheim kommen zum Einsatz. Sie durchforsten den Wald. Derweil holt die Feuerwehrleute aus Hall die Realität ein: Sie müssen schnell die Übung verlassen, weil ihre Hilfe bei einem echten schweren Unfall auf der Autobahn benötigt wird.
Mitten im Wald sitzen mehrere Feuerwehrleute. „Wir würden gerne weiter machen, aber wir haben kein Wasser“, klagen sie. Das lässt nicht lange auf sich warten. Ein Landwirt fährt mit Schlepper und einem riesigen Pumpfass daher.
Wenig später ist Abschlussbesprechung im Waldenburger Gerätehaus. Rund 250 Einsatzkräfte, Helfer und Statisten lauschen den Worten von Kreisbrandmeister Günther Uhlmann: „Wir haben daraus viel gelernt. Wenn wir schon alles könnten, müssten wir keine Übung mehr machen.“ Doch er ist – genauso wie der Waldenburger Kommandant Alexander Denkscherz und Hans-Günter Lang vom Landratsamt – zufrieden mit dem Zusammenspiel.
Weitere Informationen und Bilder:
Text: KFV Hohenlohekreis
Bilder: KFV Hohenlohekreis












