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Folgeseite-Rettungstag

11.06.08

Auto kaputt, Fahrer lebt - Rettungstag 2008 wurde ein voller Erfolg

Ein Mädchen hält sich die Hände vor die Augen, dann kracht ein Auto aus 15 Metern Höhe auf einen Baumstamm. Gäste erleben beim Haller Rettungstag simulierte Unfälle und Probeeinsätze der Retter.


Ich habe keine Angst und brauche die Ohren nicht zuzuhalten", sagt Luca (9). Kein Wunder, der kleine Zuschauer ist bei den Haller Siedern und laute Geräusche in Form von Kanonenschüssen gewohnt. Alle anderen Kinder, die neben ihm stehen, halten sich die Ohren zu. Ein rotes Auto wird von einem Kran hochgehoben. In der Höhe von rund 15 Metern ausgeklinkt. Es kracht mit rund 50 Kilometern pro Stunde auf einen Baumstamm. Zum Glück sitzt beim Rettungstag am Samstag auf den Kocherwiesen bei Steinbach nur eine Puppe darin, ein Dummy. Martin Setzer, der ein leuchtendes Schild mit "Rettungsdienst" auf dem Rücken trägt, runzelt die Stirn. Das Auto liegt auf dem Dach, die Puppe klemmt mit dem Kopf nach unten zwischen Scheibe und Tür fest. "Erst das Auto stabilisieren, davor möchte ich unter dem Auto keinen sehen", sagt Setzer. Rettungskräfte und Feuerwehrleute legen los. Hydraulische Zangen werden eingesetzt, eine Trage herangeschafft und eine Plattform zwischen zwei Leitern aufgebaut. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, Menschen aus einem Auto zu retten. Die sanfte Art wird angewendet, wenn der Patient erreichbar ist und während der ganzen Rettung von einem Notarzt betreut werden kann. Wenn es schnell gehen muss und die Lage schwierig ist, gibt es die "Crash-Rettung". Hauptsache aus dem Gefahrenbereich heraus, heißt es dann. Welche Methode für den Patienten die bessere sein könnte, entscheidet der Notarzt zusammen mit den Feuerwehrleuten. Setzer hat sich bei dem Mann in dem roten Auto für die sanfte Art entschieden. Zum ersten Mal werden beim Haller Rettungstag Besucher über den Platz geführt. "Beim vergangenen Mal wurden wir ein wenig von dem Interesse der Gäste überrascht", sagt Matthias Rieger von der Haller Feuerwehr. "Jetzt haben wir uns darauf eingestellt." So wurden Bereiche abgesperrt, in denen sich Gäste frei bewegen können. An acht Stationen steht jeweils ein Ausbilder, der den Einsatzgruppen die Situation erläutert. Knapp 100 Einsatzkräfte aus zehn Gemeinden im Kreis Hall und eine aus Luxemburg sind angereist. "Solche Veranstaltungen gibt es nicht viele in Deutschland", lobt Jörg Heck, der eigens aus Mainz kam. Der Ingenieur ist Experte bei der Rettung von Menschen aus Fahrzeugen neueren Typs. "Die Autos werden zwar immer sicherer", hat er festgestellt, "aber dadurch wird die Rettung der Personen immer schwieriger." So könne man die Streben bei neuen nicht mehr ganz so schnell durchschneiden wie bei alten Modellen. Auch die Airbags stellten eine Gefahr dar. Schneidet man aus Versehen in einen nicht ausgelösten Airbag hinein, kann sich dieser aufblasen und zur Gefahr für den Feuerwehrmann oder die eingeklemmte Personen werden. Für die Einsatzkräfte aus Hall und Umgebung findet er großes Lob: "Sie machen die Sache super." Mehrere hundert Gäste schlendern über das Gelände. Sie werden nicht enttäuscht, es gibt was zu erleben: Eine Baggerschaufel drückt das Dach eines Autos ein, schiebt den Wagen unter einen Traktoranhänger. In einer anderen Ecke schmeißt ein Radlader einen Wagen um. Alle halbe Stunde fliegt ein Auto durch die Luft und knallt auf einen Baumstamm. Etwas wehmütig blickt Matthias Rieger auf einen Renault Clio. "Diesmal ist mein altes Auto mit dabei", sagt er. Es blieb vor kurzem stehen, wurde ausrangiert und beim Rettungstag - wie 40 weitere - in ein Häufchen Schrott verwandelt.

 

Text: Haller Tagblatt

Bilder: Feuerwehr Schwäbisch Hall

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