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Atemschutz

Bei einer Vielzahl von Einsätzen entstehen schädliche Stoffe, so z.B. giftige Rauchgase bei Bränden und gesundheitsschädliche Dämpfe bei Unfällen mit Gefahrgut. Um sich davor zu schützen und somit einen effektiven Einsatz zu ermöglichen, rüsten sich Feuerwehrleute mit Atemschutz aus.

Um die Berechtigung und Kenntnis zum Tragen von Atemschutz zu erlangen, sind mehrere Schritte notwendig.
Am Anfang steht die arbeitsmedizinische Untersuchung nach  G 26.3. Ein speziell geschulter und anerkannter Arbeitsmediziner checkt den/die Feuerwehrmann/Frau nach definierten Vorgaben durch, zudem sind hierbei mehrere Tests wie Gehör- und Sehtest und ein Belastungs-EKG zu absolvieren.
Diese Untersuchung muss alle 36 Monate wiederholt werden, bei Feuerwehrangehörigen die älter als 50 Jahre sind dann alle 12 Monate.
Bei erfolgreicher Untersuchung folgt im Anschluss die Ausbildung zum/r Atemschutzgeräteträger/in. Nähere Infos hierzu findet sich im Menüpunkt „Ausbildung“.
Als ausgebildeter Atemschutzgeräteträger ist nun jährlich eine Belastungsübung in einer Atemschutzübungsstrecke (näheres hierzu unter „Atemschutzübungsstrecke“), eine theoretische Unterweisung und eine Übung unter Einsatzbedingungen bzw. ein Einsatz gefordert.

Im Anschluss daran darf ein/e Feuerwehrangehörige/r als Atemschutzgeräteträger/in eingesetzt werden.

Der Atemschutzeinsatz zählt zu den gefährlichsten Tätigkeiten im Feuerwehreinsatz. Körperliche Belastungen im Bereich des hochklassigen Leistungssports sind durchaus möglich. 

Dazu ein paar interessante Zahlen (Durchschnittswerte):

  • Eigengewicht: 80 kg
  • Gewicht Persönliche Schutzausrüstung (Helm, Einsatzjacke, Brandschutzhose, Stiefel, Handschuhe): 10 kg
  • Gewicht des Atemschutzgerätes (je nach Ausführung): 15 kg

Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers

Gewicht der zusätzlichen Ausrüstung wie Brechwerkzeug, Funkgerät, Handscheinwerfer, Strahlrohr, Schlauchtragekorb/ Schlauchpaket, Wärmebildkamera, Fluchthaube, Rettungstuch, Leinenbeutel: 15 kg

Evtl. zu rettende Person: 80 kg

Weitere erschwerende Faktoren:

  • hohe Temperaturen, z. B. bei einem Zimmerbrand: bis zu 800 - 1000 °C im Deckenbereich
  • Sichtbehinderung durch Brandrauch bis hin zur Nullsicht
  • Psychischer Stress bei der Suche vermisster Personen in unbekannter Umgebung