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Atemschutzübungsstrecke

In der zentralen Atemschutzübungsstrecke (AÜS) absolvieren jedes Jahr ca. 1.200 Feuerwehrangehörige von Feuerwehren der Landkreise Schwäbisch Hall, Rems-Murr und Heilbronn die jährlich vorgeschriebene Atemschutz-Belastungsübung.

Ziel dieser Belastungsübung ist es, die körperliche Leistungsfähigkeit und den Umgang mit dem Atemschutzgerät zu überprüfen. Das AÜS-Team umfasst zehn Feuerwehrangehörige, die zusätzlich zum regulären Feuerwehrdienst für die Betreuung der Übungsanlage und Durchführung der Belastungsübungen zuständig sind.

An jedem der rund 90 Termine im Jahr sind jeweils zwei Teammitglieder anwesend.

In den Räumen finden auch die Ausbildungslehrgänge zum Atemschutzgeräteträger auf Landkreisebene statt. Die Atemschutzübungsstrecke hat eine Gesamtfläche von rund 300 qm und ist unterteilt in Umkleidebereich und Vorbereitungsraum sowie Leitstand, Geräteraum, Schleuse, Übungsraum und Zielraum. Sie ist nach den neuesten Standards auf die physischen und psychischen Anforderungen im Atemschutzeinsatz zugeschnitten. Die Belastungsübungen werden zentral im Leitstand über zwei Touchpad-Bildschirme überwacht und gesteuert. Von hier aus sind alle Beleuchtungseinrichtungen, Effekte und Überwachungseinrichtungen steuerbar. In der zentralen Datenbank sind alle Atemschutzgeräteträger/innen erfasst und individuell dem jeweiligen Übungstermin zugeordnet. Dadurch sind Übungen mit Teilnehmern aus verschiedenen Feuerwehren möglich. Dies gestaltet die Belastungsübungen für die Betreuer und Bettreuerinnen sehr bedienerfreundlich und für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch zügige Zuteilung und entsprechend kurze Wartezeiten effektiv. 

Die offene Bauweise ermöglicht dem AÜS-Team einen ständigen Kontakt und eine gezielte Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Um die Belastungen im Atemschutzeinsatz möglichst realitätsnah darzustellen, können über den Leitstand Geräusch- und Lichteffekte, künstlicher Rauch sowie Wärmesimulation eingespielt werden. 

Die körperlichen Belastungen werden mit Hilfe unterschiedlicher Fitnessgeräte dargestellt. An Endlosleiter, Laufband sowie Fahrrad- und Oberkörperergometer müssen die vorgeschriebenen Arbeitsleistungen erbracht werden. Um den Orientierungssinn und die Fortbewegung unter Atemschutz zu trainieren, müssen eine 50 m lange Lauf- und Kriechstrecke und ein Zielraum, der das Absuchen eines verrauchten Raumes darstellt, absolviert werden. Verschiedenartige Einbauten wie Türen, Rohre, Engstellen und Durchstiege gestalten die Lauf- und Kriechstrecke gleichermaßen abwechslungsreich und anspruchsvoll. Dieser Übungsbereich ist verdunkelt, zusätzlich kann die durch eine Rauchentwicklung eines Brandes entstehende Nullsicht mit der leistungsstarken Nebelmaschine simuliert werden. Um die Übungsbedingungen auch langfristig abwechslungsreich zu gestalten, lässt sich das modulare Käfiggittersystem ohne großen Aufwand individuell umbauen. Der Zielraum ist zusätzlich durch eine Tür von außerhalb des Gebäudes zugänglich und kann somit auch unabhängig für Brandeinsatz-Übungen genutzt werden. Mittels Einrichtungsgegenständen wie Schrank, Sofa, Tisch, Stühle, Stromverteilerkasten etc. lässt sich ein verrauchter Raum zur Personensuche und Brandbekämpfung unter Atemschutz darstellen. Im Übungsbereich ist zudem eine Tankkonstruktion mit Rohrleitungen aufgebaut, an der Übungen für den Gefahrguteinsatz durchgeführt werden können. Zwei fest installierte Wärmebildkameras im vernebelbaren Übungsbereich, eine Kamera im Schleusenbereich sowie ständige Funkverbindung zu den übenden Atemschutztrupps und steuerbare Lautsprecher gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard. Zusätzlich wird die Herzfrequenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der gesamten Übung mit Brustgurten, auch aus dem Fitnessbereich bekannt, gemessen und im Leitstand angezeigt. Sollte ein sofortiger Übungsabbruch, z. B. wegen gesundheitlichen Problemen einer Teilnehmerin oder eines Teilnehmers, erforderlich werden, kann die Übung durch den Notaustaster sofort abgebrochen werden. In diesem Fall wird der Übungsbereich durch die Notentlüftung binnen kürzester Zeit entraucht. Für den Notfall wird Material zur Ersten Hilfe und ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator) vorgehalten. Die entsprechende Fortbildung absolvieren alle AÜS-Teammitglieder regelmäßig.