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Gedenkorte in der Innenstadt

Gedenkstern Reichspogromnacht

Gedenkstern auf dem Marktplatz, Juli 2009

Standort: auf dem Marktplatz, vor dem Widmanhaus, Am Markt 5

Im Zuge der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 verwüsteten nationalsozialistische Schlägertrupps den jüdischen Betsaal in der Oberen Herrngasse 8, demolierten jüdische Privatwohnungen und Geschäfte, misshandelten teilweise deren Bewohner und steckten die Synagoge in Steinbach in Brand. Inventar aus dem Betsaal sowie aus Privatwohnungen - darunter u.a. die Bibliothek des  Haller Rabbiners Dr. Jakob Berlinger - wurde in einem Feuer auf dem Markplatz verbrannt. Ein Teil der Beteiligten wurde im Zuge des sogenannten "Synagogenbrandprozesses" 1948 zu meist milden Strafen verurteilt. Der "Gedenkstern" wurde am 2. Juni 1989 eingeweiht und ersetzte ein ähnliches Denkmal, das 1988 von der Schwäbisch Haller SPD zur Erinnerung an den 50. Jahrestag des Pogroms angebracht worden war.

Stolpersteine für Berta Reiß, Karoline Pfeiffer und Meier Pfeiffer

Stolpersteine für Berta Reiß, Karoline Pfeiffer und Maie Pfeiffer, November 2009

Standort: vor dem Haus Klosterstraße 8 ("Löchnerhaus")

Berta Reiß (*1869), eine Tochter des Kronenwirts Jakob Reiß, wohnte seit ihrer Kindheit im Haus Klosterstraße 8, seit dem Verlust des ererbten elterlichen Vermögens in ärmlichen Verhältnissen. Am 17. Februar 1942 kam sie in das "jüdische Altersheim" Eschenau (bei Neckarsulm), von dort am 22. August 1942 in das KZ Theresienstadt, wo sie am 17. Dezember 1942 starb.
Karoline Pfeiffer (*1891) und ihr Bruder Meier Pfeiffer (*1888) waren Kinder einer Schwester von Berta Reiß. Maier Pfeiffer betrieb einen Lederhandel im "Löchnerhaus". Seine Wohnung wurde im Zuge der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 von NS-Schlägern verwüstet. Maier und Karoline Pfeiffer wurden am 1. November 1941 über Stuttgart in das KZ Riga-Jungfernhof deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Sie starben entweder an den unmenschlichen Lebensverhältnissen im Lager oder wurden von der SS ermordet.
Die drei "Stolpersteine" wurden am 13. Oktober 2005 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Stolperstein für Helene Roberg

Stolperstein für Helene Robert vor dem Haus Obere Herrngasse 1, Dezember 2009

Standort: vor dem Haus Obere Herrngasse 1

Die 1908 in Berlichingen geborene Helene Roberg kam 1925 als Haushaltshilfe in den Haushalt des Rabbiners Dr. Jakob Berlinger und seiner Frau Rifka in der Oberen Herrngasse 1. Sie wurde durch das kinderlose Paar wie eine Tochter behandelt. Nachdem Berlingers über die Schweiz nach Palästina ausgewandert waren, floh Helene Roberg im November 1939 in die Niederlande, wo sie bei der Familie von Shefa Levie geb. Berlinger Unterkunft fand. Durch die Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht geriet sie wieder in die Reichtweite des NS-Staats. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde sie in das Vernichtungslager Sobibor verschleppt, wo sie ums Leben kam.
Der "Stolperstein" wurde am 26. April 2006 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Gedenktafel jüdischer Betsaal

Gedenkstein am ehemaligen jüdischen Betsaal, November 2009

Standort: am Haus Obere Herrngasse 8

Der Betsaal der jüdischen Gemeinde Schwäbisch Hall wurde am 22. September 1893 im 3. Stock des Hauses Untere Herrngasse 7 eingeweiht. Der Zugang erfolgte vom Haus Obere Herrngasse 8 aus. Hintergrund für die Einrichtung dieses Raums war die Verlagerung des Schwerpunkts der jüdischen Gemeinde aus Steinbach nach Schwäbisch Hall. Für die täglichen Gottesdienste war es zu mühsam, jedesmal die Synagoge in Steinbach aufzusuchen. Im Zuge der reichsweiten Pogrome vom 9./10. November 1938 wurde der Betsaal durch einen NS-Schlägertrupp verwüstet, das Inventar auf den Marktplatz geschleppt und dort verbrannt.
Die Gedenktafel wurde auf Anregung der SPD und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft angebracht.

Stolpersteine für Familie Lewkowitz

Stolpersteine für Familie Lewkowitz, November 2009

Standort: vor dem Haus Haalstraße 4

Der aus Polen stammende Salomon Lewkowitz (*1898) kam 1923 nach Schwäbisch Hall und arbeitete als Synagogendiener, Hilfsvorbeter und Schächter in den jüdischen Metzgereien Pfeiffer und Rothschild. 1924 heiratete er Gusta Rosenberg (*1899). Das Paar hatte  zwei Kinder, den als dreijährigen gestorbenen Heinrich und den Sohn Moses (*1932). Die Familie lebte bis 1938 in der Haalstraße 4, dann neben dem jüdischen Betsaal in der Oberen Herrngasse 8. Salomon Lewkowitz wurde am 28. Oktober 1938 aufgrund seiner polnischen Staatsbürgerschaft aus Deutschland zwangsausgewiesen und über die polnische Grenze abgeschoben. Er starb am 6. August 1942 im Arbeitslager Brieskow-Finkenheerd (Brandenburg). Das Schicksal seiner Frau und seines Sohnes ist nicht bekannt. Sie begleiteten ihn vermutlich bei der Zwangsausweisung und gelten als verschollen.
Die drei "Stolpersteine" wurden am 26. April 2006 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Moses-Herz-Weg

Gedenkstein am Moses-Herz-Weg, November 2009

Standort: am Moses-Herz-Weg, in den Ackeranlagen

Moses Herz (*1878) war Inhaber eines Textil- und Kurzwarengeschäfts am Haalplatz und bis 1933 als erfolgreicher Geschäftsmann und großzügiger Spender für karitativer Zwecke einer der angesehensten Bürger Schwäbisch Halls. Der Patriot und orthodoxe Jude war seit 1919 Vorsteher der israelitischen Gemeinde und gehörte ab 1924 dem israelitischen Oberrat für Württemberg an. Seine 1904 mit Kathinka geb. Stein geschlossene Ehe blieb kinderlos, das  Paar nahm aber die beiden Kinder einer Schwester von Kathinka Herz an Kindes statt an. Kathinka Herz starb 1931. Moses Herz musste sein Geschäft am Haalplatz 1937 aufgeben und führte einen kleinen Laden in der Haalstraße 1 weiter. In der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 wurden Laden und Wohnung von NS-Randalierern verwüstet. Nachdem er Glaubensgenossen bei der Vorbereitung der Auswanderung geholfen hatte, floh Moses Herz im August 1939 nach Großbritannien, wo er unmittelbar vor der britischen Kriegserlärung ankam. Hier wurde er bis 1941 in einem Internierungslager auf der Isle of Man festgehalten, später erwarb er die britische Staatsbürgerschaft, arbeitete für eine jüdische Wohlfahrtsorganisation und lebte unter ärmlichen Bedingungen in London. Er starb am 30. März 1953, sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof von Enfield.
Die Benennung des Wegs nach Moses Herz erfolgte auf Grund eines Gemeinderatsbeschlusses vom 15. Dezember 1982.

Stolperstein für die Geschwister Wolff und Jacob Stern

Stolperstein für die Geschwister Wolff und Jacob Stern, November 2009

Standort: vor dem Haus Schulgasse 12

Die Geschwister Mathilde (*1872), Hedwig (*1876) und Karoline Wolff (*1878) führten im Haus Schulgasse 12 einen Spezerei- und Kolonialwarenladen. Ihr Bruder Berthold (*1879), der als Soldat im Ersten Weltkrieg gedient und danach als Kaufmann in Nürnberg gelebt hatte, kehrte 1938 nach Schwäbisch Hall zurück. Der Laden wurde während der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 durch NS-Schläger verwüstet. Mathilde und Hedwig Wolff kamen am 3. Juni 1942 in das "jüdische Altersheim" Eschenau, von dort über das KZ Theresienstadt am 26. September in das Vernichtungslager Treblinka. Karoline und Berthold Wolff brachte die SS am 26. April 1942 in das KZ Izbica (Polen). Das weitere Schicksal der Geschwister ist nicht bekannt, sie gelten als verschollen.
Der aus Braunsbach stammende Hilfsarbeiter Jacob Stern (*1894) lebte ab 1939 in Schwäbisch Hall im Haus der Geschwister Wolff. Er wurde am 1. Dezember 1941 zusammen mit seiner in Braunsbach wohnenden Schwester Ernestine in das KZ Riga-Jungfernhof deportiert. Er gilt als verschollen.
Die fünf "Stolpersteine" wurden am 26. April 2006 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Stolpersteine für Familie Vogelhut

Stolpersteine für Familie Vogelhut, November 2009

Standort: vor dem Haus Neue Straße 21

Der aus Galizien stammende Kaufmann David Vogelhut (*1887) zog mit seiner Ehefrau Anna geb. Grünberg (*1896) und seinen beiden Kindern Martha (*1924) und Josef (*1928) 1929 nach Schwäbisch Hall. 1932 eröffnete er in der Neuen Straße 21 ein Geschäft für Kurz- und Schuhwaren, das er aber 1936 wieder schließen musste. 1938 übersiedelte die Familie nach Berlin. Während Martha 1939 nach Großbritannien entkommen konnte, wurden ihre Eltern und ihr Bruder am 3. Februar 1943 von Berlin aus nach Auschwitz deportiert, wo sich ihre Spur verliert. Sie gelten als verschollen.
Die drei "Stolpersteine" wurden am 26. April 2006 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Stolperstein für Klara und Abraham Schlachter

Stolperstein für Klara und Abraham Schlachter, November 2009

Standort: vor dem Haus Neue Straße 6

Der aus Braunsbach stammende Viehhändler Abraham Schlachter (*1875) lebte seit 1912 in Schwäbisch Hall. 1910 heiratete er Klara geb. Sturm aus Burghaslach. 1938 musste Abraham Schlachter sein Gewerbe einstellen. Während die beiden Kinder Salo und Flora aus Deutschland entkommen konnten, blieben ihre Eltern hier und lebten zuletzt in Braunsbach. Von dort wurden sie am 22. August 1942 in das KZ Theresienstadt gebracht, wo Abraham Schlachter am 4. August 1943 starb. Klara Schlachter kam am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz, wo die SS sie ermordete.
Die beiden "Stolpersteine" wurden am 26. April 2006 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Stolpersteine für Hanna Niegho und Jenny Zamory

Stolpersteine für Hanna Niegho und Jenny Zamory, November 2009

Standort: Vor dem Haus Gelbinger Gasse 25

Hanna Zamory wurde 1921 in Pommern geboren und wuchs nach der Scheidung ihrer Eltern Hugo und Jenny Zamory geb. Markus in der Familie ihrer Tante Paula Öttinger in Schwäbisch Hall auf. Ihr Onkel Hugo war Eigentümer des Textilgeschäfts Maute in der Marktstraße 1. 1935 ging Hanna Zamory nach Berlin, um dort ein Vorbereitungslager für die Auswanderung nach Palästina zu besuchen. Sie verließ Deutschland jedoch nicht, sondern heiratete 1938 Josef Niegho, mit dem sie in Berlin lebte. Das Ehepaar mit seinen beiden Kindern Elvira (*1939) und Gisela (*1942) wurde am 4. August 1943 nach Auschwitz deportiert, wo Hanna Niegho und ihre Töchter ermordet wurden. Josef Niegho starb am 9. Februar 1945 im KZ Buchenwald.
Jenny Zamory geb. Markus (*1896), die Mutter von Hanna Zamory, wohnte zeitweilig bei ihrer Schwester Paula Öttinger, in deren Familie ihre Tochter aufwuchs. Sie wurde am 1. Dezember 1941 in das KZ Riga-Jungfernhof deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren. 
Die beiden "Stolpersteine" wurden am 26. April 2006 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Stolpersteine für Lina und Emil Obenheimer

Stolpersteine für Lina und Emil Obenheimer, November 2009

Standort: vor dem Haus Gelbinger Gasse 42

Lina Obenheimer geb. Würzburger (*1870) stammte aus Bieringen und lebte mit ihrem Ehemann Max Obenheimer seit 1904 in Schwäbisch Hall. Nach dem Tod ihres Mannes 1908 zog sie die beiden Kinder Rosa (*1895) und Emil (*1897) mit Hilfe einer kleinen Rente alleine auf. Während ihre Tochter mit ihrem Ehemann Samuel Stern in die USA emigrieren konnte, blieb sie in Deutschland bei ihrem Sohn. Ab 1942 wohnte sie bei diesem in Heilbronn und zuletzt im jüdischen Altersheim Sontheim.
Ihr Sohn Emil Obenheimer  (*1897) war Kaufmann und 1912 einer der Gründer des Fußballvereins "Sportfreunde Schwäbisch Hall". Im Ersten Weltkrieg erhielt er das "Eiserne Kreuz", wurde schwer verwundet und verlor ein Bein. Vermutlich wegen seiner Invalidität verweigerten ihm die US-Behörden ein Einreisevisum. Ab 1939 wohnte er in Heilbronn, besuchte jedoch oft seine Mutter in Hall.
Am 22. August 1942 wurden Lina und Emil Obenheimer nach Theresienstadt und von dort aus am 16. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert.
Die beiden "Stolpersteine" wurden am 13. Oktober 2005 im Rahmen einer durch den Kunstverein angeregten und aus Spenden finanzierten Initiative durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt.

Dietrich-Bonhoeffer-Denkmal

Denkmal für Dietrich Bonhoeffer von Alfred Hrdlicka, April 2011

Standort: Dietrich-Bonhoeffer-Platz im Kocherquartier, vor der VR-Bank

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), bedeutender protestantischer Theologe und Gegner des Nationalsozialismus, wurde 1943 aufgrund seiner Kontakte zu Widerstandskreisen verhaftet und am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg von der SS ermordet. Die väterlichen Vorfahren Dietrich Bonhoeffers stammten aus Schwäbisch Hall. Die seit dem frühen 16. Jahrhundert hier nachweisbare, aus den Niederlanden stammende Familie gehörte im 17./18. Jahrhundert zur akademisch gebildeten Oberschicht der Reichsstadt. Der letzte hier geborene Vorfahr war der Pfarrer Sophonias Franz Bonhöffer, dessen Elternhaus die "Keckenburg" war (heute Teil des Hällisch-Fränkischen Museums). Die Bronzebüste des österreichischen Künstlers Alfred Hrdlicka von 2005 ist ein Nachguss einer 1977 für den Deutschen Kirchentag in Berlin geschaffenen Plastik und zeigt Bonhoeffer im Moment seiner Hinrichtung mit der Schlinge um den Hals. Sie wurde am 4. Januar 2006 aus Anlass des 100. Geburtstages von Dietrich Bonhoeffer in Anwesenheit des Künstlers neben der Michaelskirche aufgestellt und war eine Leihgabe des Galeristen Dr. Freerk C. Valentien, Stuttgart.
2010 erwarben die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG und die Bausparkasse Schwäbisch Hall die Skulptur. Der zukünftige Standort im neu entstehenden Kocherquartier auf dem Areal der alten Justizvollzugsanstalt erhielt durch Gemeinderatsbeschluss vom 19. Mai 2010 den Namen "Dietrich-Bonhoeffer-Platz". Das Denkmal wurde im Zuge der Eröffnung des Kocherquartiers am 31. März 2011 der Öffentlichkeit übergeben.

Denkmal für die polnischen Opfer des Nationalsozialismus

Denkmal für die polnischen Zwangsarbeiter, November 2009

Standort: Unterer Nikolaifriedhof

Das Denkmal erinnert an die polnischen Opfer des nationalsozialistischen Terrors und an die Präsenz zahlreicher polnischer Staatsbürger in Schwäbisch Hall vor und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Etwa 60% der in Schwäbisch Hall eingesetzten, mindestens 2.100 Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter waren sog. "Ostarbeiter" aus Polen und der ehemaligen UdSSR. Da sie aus Sicht des NS-Regimes als "rassisch minderwertig" galten, war eine besonders schlechte und entwürdigende Behandlung von Staats wegen vorgeschrieben. Nach der Befreiung durch die US-Armee wurden in Schwäbisch Hall drei Lager für sogenannte "Displaced Persons" eingerichtet, in denen von Oktober 1945 bis Oktober 1946 bis zu 2.900 befreite polnische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene lebten.
Das durch die Bewohner dieser Lager errichtete Denkmal wurde am 6. Oktober 1946 eingeweiht. Es trägt in polnischer Sprache die Inschrift "Den unbekannten Gefangenen der Konzentrationslager 1939 -1945. Die Landsleute." Das "P" erinnert an die Kennzeichnung polnischer KZ-Häftlinge. In der Nähe des Denkmals befinden sich drei Gräber von in Schwäbisch Hall verstorbenen Polen.

Denkmal für die Opfer der Euthanasiemorde

Gedenkstein für die Opfer Euthanasiemorde vor dem Gottlob-Weißer-Haus im Evangelischen Diakoniewerk Schwäbisch Hall, April 2010

Standort: vor dem Gottlob-Weißer-Haus, Diakoniestraße 14 (Evang. Diakoniewerk)

Der Gedenkstein vor dem Gottlob-Weißer-Haus erinnert an die Ermordung von Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch das nationalsozialistische Regime. Seit 1900 hatte man sich in der damaligen Diakonissenanstalt insbesondere um lernunfähige Geistigbehinderte gekümmert. 1912 war das "Schwachsinnigenheim" (seit 1935: Gottlob-Weißer-Haus) eingeweiht worden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs lief die bereits seit Jahren vorbereitete "Aktion T4" zur systematischen Ermordung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen an. Nachdem die Leitung der Diakonissenanstalt passiven Widerstand gegen diese Maßnahmen geleistet hatte, beschlagnahmte der NS-Staat das Gottlob-Weißer-Haus am 14. November 1940. Daraufhin mussten 270 Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht anderweitig untergebracht werden konnten, darunter 51 Kinder, an die Heilanstalten Weinsberg und Göppinen überstellt werden. Mindestens 181 von ihnen, darunter alle Kinder, wurden im Winter 1940/41 in den Tötungsanstalten Grafeneck und Hadamar ermordet.
Der durch den Schwäbisch Haller Bildhauer Thomas Schury gestaltete Gedenkstein wurde im Rahmen eines Gottesdiensts am 7. Mai 2000 enthüllt. Er trägt als Inschrift ein Bibelzitat aus Jesaja 49,16: "Ich habe dich unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet, spricht der Herr". Das Motiv des Gedenksteins, der Menschen in einem Händepaar zeigt, greift dieses Zitat auf.