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Gebäudeverzeichnis

Zollhüttengasse 6 - Seiferheld-Haus, heute Kino "Lichtspielhaus"

Ostansicht, Januar 2008. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern
Adresse: Zollhüttengasse 6
Primärkatasternummer: 619
Besitzer 1827
Henle, Isaac


Besitzerliste

1602: Erbaut durch Georg Seiferheld (1563-1616), Verwalter des Schöntaler Hofs, und seine Ehefrau Maria Müller (1572-1636) (laut Wappenstein über dem Eingang).

1686: Aus dem Nachlass des Sohns des Erbauers, des Stättmeisters Georg Friedrich Seiferheld (1613-1686) für 575 Gulden an dessen Sohn, den Kriegskommissar Georg Friedrich Seiferheld jun., verkauft.

1717: Als Besitzer genannt: Johann Heinrich Döllin, Scribent (Schreiber). Er hat das Haus "ererbt und erkauft".

1759: Verkauft am 2. Oktober 1759 für 970 Gulden an Johann Christoph Schloßstein, Rotgerber.

1767: Verkauft am an Johann Christoph Messerer, privilegierter Buchdrucker,

dann Johann Heinrich Messerer um 900 fl. Nach diesem Kauf Standort der Druckerei

1767: H. Johann Christoph Messerer, Mitglied des äußeren Rates und Buchdrucker, auch Standort der Druckerei

1782: H. Johann Christoph Messerer, Mitglied des äußeren Rates und Buchdrucker (auch Standort der Druckerei)

Christoph Friedrich Schloßstein, Rotgerber, für 1.800 fl

Georg Michael Schloßstein

1824: Isaac Henle

1833: Isaac Henle an seinen Schwiegersohn Adolf Mirabeau (verheiratet mit Henriette, Tochter des Isaak Henle), für 2.200 fl verkauft (StadtA Schwäb. Hall 19/1015, fol. 2R-5R).

1846: Nach dem Bankrott des Adolf Mirabeau aus der Gantmasse an Josef Groß, gewesener Gastwirt zum Ochsen, um 3.305 fl verkauft. (StadtA Schwäb. Hall 71/575) (dort mit falscher PKN 621 (! = Zollenhüttengasse 8 = Bärenwirtschaft)

1875: Gebr. Falk und Wolf Oppenheimer, Viehhändler, für 4.215 fl.

1886: Als Besitzer genannt: Wolf Oppenheimer, Handelsmann; Falk Oppenheimer, Handelsmann
Mieter/Mitbewohner: -

1890: Als Besitzer genannt: Wolf Oppenheimer, Handelsmann; Falk Oppenheimer, Handelsmann
Mieter/Mitbewohner: -

1894: Als Besitzer genannt: Wolf Oppenheimer, Handelsmann; Falk Oppenheimer, Handelsmann
Mieter/Mitbewohner: Sidonie Sommer, Fräulein

1898: Stadtgemeinde Schwäbisch Hall im Zuge des Zwangswohlfahrtsverlaufes

1901: Als Besitzer genannt: Städtisches Gebäude
Mieter/Mitbewohner: Wilhelm Dötschmann, Agent; Heinrich Fischer, Schlosser; Heinrich Besserer, Braumeister; Johann König, Schuhmacher; Eugen Ortwein, Bauunternehmer; Martin Riekert, Sattlermeister; Gottlieb Weber, Fuhrmann; Rosine Hofmann, Taglöhners Witwe

1906: Als Besitzer genannt: Städtisches Gebäude
Mieter/Mitbewohner: Eugen Ortwein, Baugeschäft; Leonhard Keilbach, Schneider; Albert Wüstner, Metzger und Viehhändler

1910: Als Besitzer genannt: Wilhelm Bayerdörfer, Kaufmann
Mieter/Mitbewohner: Leonhard Keilbach, Schneider; Georg Hauber, Ofenbauer

1920: Als Besitzer genannt: Friedrich Köngetter, Monteur; Karl Sommer, Monteur
Mieter/Mitbewohner: Leonhard Keilbach, Schneidermeister

1928: Als Besitzer genannt: Friedrich Köngetter jun., Monteur und Lichtspielhausbesitzer; Rösle Sommer, Monteurswitwe
Mieter/Mitbewohner: Friedrich Köngetter sen., Postschaffner a.D.

1932: Als Besitzer genannt: Friedrich Köngetter, Elektromonteur und Lichtspielhausbesitzer; Rösle Sommer, Monteurswitwe
Mieter/Mitbewohner: -

1938: Als Besitzer genannt: Friedrich Köngetter, Elektromonteur und Lichtspielhausbesitzer; Rösle Sommer, Monteurswitwe
Mieter/Mitbewohner: -

1956: Als Bewohner genannt: Berta Köhnlein, Hausfrau; Ernst Köhnlein, Omnibusunternehmer; Fritz Köhnlein, Kinobesitzer; Waltraud Köhnlein, Hausfrau; Elisabeth Sommer, Hausfrau; Emil Sommer, Filmvorführer; Karl Sommer, Filmvorführer; Maria Sommer, Hausfrau; Rösle Sommer, Witwe

Befunde aus Bauforschung

Keller keine Daten. (StadtA Schwäb. Hall BF 42)

Holzteile aus dem 16. Jahrhundert, dendrochronologisch datiert auf 1545/1546. (StadtA Schwäb. Hall BF 72)

Dach dendrochronologisch datiert auf 1545/46. (BF Lohrum/Bleyer)

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1717/18: "Ein Wohnhauß sambt einem Gartten angeschlagen pro 1.000 fl ... Vorgeld nach S. Cath[arina] 4 ß"

1827: Wohnhaus mit 27,7 Ruten, Anbau 1,1, Hof 10,8, insgesamt 39,6 Ruten Grundfläche

Das Anwesen hat 1896 einen Wert von 20.000,--Mark.

Einträge in den Denkmallisten

Das dreigeschossige, giebelständige Fachwerkwohnhaus mit steinernem Erd- und erstem Obergeschoss, rundbogigen Hauseingang (mit Inschrift, Wappen und Jahreszahl 1602), freigelegtem Fachwerk im zweiten Obergeschoss und Giebelfeld (Schmuckfachwerk, drei profilierte Vorstöße, Aufzugstür mit Aufzugsbalken) ist das ehemalige Seiferheld'sche Wohnhaus. Erbaut 1602, wie die Inschrift im Keilstein über dem Hauseingang belegt: "Georg Seiferheld bin ich genandt, im Schöntler Hof gar weit bekandt, Jesus Christus ist mein Heilandt, Maria Müllerin sein ehliche Hausfraw"; darunter die Familien-Wappen. Georg Seiferheld (1563 - 1616) ist Verwalter des Schönthaler Pflegehofes und seiner Güter im Reichsstadtgebiet gewesen, seine Familie wurde 1577 in den Adelsstand erhoben. Seine Frau, Maria Müller (1572 - 1636) ist Tochter des Geheimen Rats Georg Müller gewesen. Damit stellt das Gebäude einen bedeutenden ehemaligen Pfleghof dar und einen anschaulichen Zeugen dieses Bautyps. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 422)

Zollhüttengasse 6 (Flst.Nr. 0-308). Seiferheld-Haus. Dreigeschossiges, giebelständiges Fachwerk-Wohnhaus, mit steinernem Erd- und erstem Obergeschoss. Freigelegtes Fachwerk, Schmuckfachwerk, profilierte Vorstöße, Aufzugstür mit Aufzugsbalken. 1546 (d). Rundbogiger Hauseingang mit Inschrift im Keilstein: „Georg Seiferheld bin ich genandt, im Schöntler Hof gar weit bekandt; Jesus Christus ist mein Heilandt, Maria Müllerin sein ehliche Hausfraw”; Familien-Wappen, bez. 1602. § 2 (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)


Besonderheiten

Im 18. Jahrhundert zeitweise Standort der Druckerei

1875 von den Gebrüdern Oppenheimer, Viehhändler, genutzt.

Der Keller und der Hofraum bis zum Keller gehören zu dem nebenliegenden Gasthof zum Bären.

Bilder

Ostansicht, Januar 2008. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Ostansicht, Januar 2008. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Westansicht, Januar 2008. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Westansicht, Januar 2008. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Auf 1602 datierter Wappenstein mit den Wappen von Georg Seifferheld und seiner Ehefrau Maria geb. Müller (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Auf 1602 datierter Wappenstein mit den Wappen von Georg Seifferheld und seiner Ehefrau Maria geb. Müller (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Retuschiertes Foto um 1900, evtl. früher (StadtA SHA HV HS 016) Ansicht vergößern

Retuschiertes Foto um 1900, evtl. früher (StadtA SHA HV HS 016)

Auf einer Ansicht der Katharinenvorstadt um 1900 (StadtA SHA FS 05975) Ansicht vergößern

Auf einer Ansicht der Katharinenvorstadt um 1900 (StadtA SHA FS 05975)

Bild aus den 1920er Jahren (Privatbesitz) Ansicht vergößern

Bild aus den 1920er Jahren (Privatbesitz)


Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 4/1544 (Unterpfandsbuch Vorstädte 1717/18), Bl. 512; 4/1545; 4/1547; 4/1547a; 14/1339 (Inventur des Georg Friedrich Seiferheld, 1686); 18/8204; 19/831; 19/834; 19/937

 Literatur:

  • Adressbücher 1886-1956