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Gebäudeverzeichnis

Obere Herrngasse 1 - ehem. Rabbinat: Feuer ermöglicht Neubau

Das Haus nach der Sanierung, Februar 2018 (StadtA Schwäb. Hall DIG 10598) Ansicht vergößern
Adresse: Obere Herrngasse 1
Primärkatasternummer: 52
Besitzer 1827
Henle, Hayum, Witwe


Besitzerliste

Spätestens 1566 gehörte das Haus Obere Herrngasse 1 Michael Rüelin und seiner Frau Katharina (StadtA Schwäb. Hall 17/958). In den 1580er Jahren scheint das Ehepaar in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen zu sein, u.a. nahmen sie 1583 auch einen Kredit auf ihr Haus (gelegen zwischen Michael Bechstein und Ludwig Virnhabers Witwe) auf (StadtA Schwäb. Hall 4/784, fol. 64R).

Schon 1591 erscheint an Stelle Michael Rüelins Hans Busch, Gastwirt zum Löwen, in den Beetrechnungen (StadtA Schwäb. Hall 4/1885, fol. 1V). Der Kaufvertrag datiert aber erst von 1594.

12. Juli 1594     Gottfried Krauß und Joseph Wetzel als Curatores über Michael Rüelins selig Hab und Güter verkaufen an Hans Busch das Haus und die Hofraithe samt dem Höflein dahinter in der Oberen Keckengasse zwischen Michel Bechstein und Frau Barbara Mareisin, Witwe des Ludwig Virnhaber, Stättmeister, Häusern gelegen. Frau Virnhaber und der Käufer müssen die zwischen ihren Häusern liegende Rinne auf gleiche Kosten unterhalten. Die Rinne im Hof aber muss Frau Virnhaber allein unterhalten. Auch Hans Koch und die Inhaber seines Hauses haben nichts in das Höflein zu schütten oder zu werfen. Der Kaufpreis beträgt 725 fl. Im Kauf inbegriffen ist auch die Scheune gegenüber zwischen Ezechiel Beyschlag und Johann Bockh, Stadtschreiber, gelegen (StadtA Schwäb. Hall 4/653, fol. 132R).

Auch die offzielle Ausfertigung des Kaufvertrags durch den Stadtschultheißen ist erhalten:

12. Juli 1594    Wilhelm Thomas Sanwald, Schultheiß zu Schwäbisch Hall, beurkundet, dass Gottfrid Kraiß, Apotheker, David Hennenberger, David Schweicker und Joseph Wetzel, alle drei Bürger zu Schwäbisch Hall und Pfleger der Güter des seligen Michel Ruelin, Mitglied des Rates zu Schwäbisch Hall, verkauft haben an Hans Busch, Bürger zu Schwäbisch Hall, ein Haus mit Hofreite und dem Höflein dahinter in der Oberen Keckengasse [Herrngasse] zwischen Michel Bechstein und Barbara Mohreisin, Witwe des Ludwig Firnhaber, Stättmeister, desgleichen die gegenüber gelegene Scheuer zwischen Ezechiel Beyschlag und Johann Bockh, Stadtschreiber. Bedingt wird, dass Busch und die Witwe Firnhaber die Rinnen zwischen ihren Häusern gemeinsam, die im Hof aber allein von der Frau Firnhaber unterhalten werden soll. Außerdem soll Hans Koch, Glaser, nicht das Recht haben, irgendetwas in den Hof des Käufers zu schütten. Der Kaufpreis beträgt 725 Gulden rheinisch. Siegler: Wilhelm Thomas Sanwald, Johann Bockh, Stadtschreiber (StadtA Schwäb. Hall 17/1778).

Gleichzeitig traf der Käufer Hans Busch eine Verabredung mit seinem Nachbarn Hans Koch in der Pfarrgasse:

12. Juli 1594    Hans Busch bekennt, dass er sich mit seinem Nachbarn Hans Koch dergestalt verglichen hat, dass Koch ihm – Busch und seiner Hausfrau Margaretha – so lange sie beide leben, aber nicht länger, den Brunnen in ihr beider Eheleute Hof mit Teuchern durchführen zu lassen, verwilligt hat, wobei die beiden Eheleute die Teucher ohne seinen (Kochs) Schaden baulich zu unterhalten haben. Dafür haben Buschs an Hans Koch 18 fl gezahlt (StadtA Schwäb. Hall 4/798, fol 91V).

Der Vergleich von 1594 hielt nicht lange. Schon 1595 klagte Hans Koch, Glaser, gegen Hans Busch. Er habe letzterem zwar bewilligt, die Teucher zu einem Brunnen durch sein Anwesen zu legen, aber nur so, dass der Aufbau des Brunnens ihm nicht das Licht wegnehme. Nun aber habe Busch einen neuen Bau über seinen Brunnen gestellt, der ihm das Licht völlig entziehe, wodurch sein Haus dramatisch an Wert verliere. Früher habe allerdings der Nachbar Michael Bechstein auch schon so einen Bau aufgerichtet, der aber auf Einwendungen Kochs hin wieder habe entfernt werden müssen. Koch forderte, Busch solle sein Bauwesen einstellen und die Teucher wieder entfernen, dafür wolle er ihm die erhaltenen 18 fl wieder zurück zahlen. Das Urteil lautete dahin, dass Busch weiter bauen durfte, allerdings nur so hoch, wie die Stockwerksmauern Kochs. Das „Bäulein“ sollte einen Giebel und einen Dachstuhl erhalten. Die Legung der Rinne und die Abführung des Wassers aber durfte Koch und seiner Mauer nicht schaden (StadtA Schwäb. Hall 10/121)

1605 erwarb Hans Busch auch das Haus Hans Kochs in der Pfarrgasse:

12. Dezember 1605    Egidius Isenmann, Schultheiß zu Schwäbisch Hall, beurkundet, dass Peter Koch, Michel Unverdorben im Namen Hans Kreppers, Reutschmied zu Ansbach, und dessen Hausfrau Agatha Koch, Michel Kochs zu Obersontheim, Hans Heydings zu Sugerhein, dessen Hausfrau Appolonia Koch, Hans Jörg Beyschlag und Wolff Friedrich als Vormünder der Agnes Rentzin, Tochterkind der seligen Katharina Koch, allesamt Erben des Hans Koch, Bürger und Glaser, an Hans Busch, Mitglied des Rats zu Schwäbisch Hall, ihr Haus und Hofreite in der Pfaffengasse [Pfarrgasse], vorne an der Gasse, zwischen Johann Weidner, Prediger, und Jörg Gentners Witwe gelegen, hinten am Höflein des Herrn Predigers, an Sebastian Thumas, des Rats, und Hans Busch stoßend, verkauft haben. Als Bedingung wird vereinbart, dass der Prediger in seinem Höflein nicht bauen darf und dass nichts aus den Häusern Buschs oder Thumans in das Höflein geworfen oder gegossen werden darf. Die Rinne soll gemeinschaftlich unterhalten werden. Der Kaufpreis betrug 166 Gulden rheinisch. Siegler: Egidius Isenmann, Johann Bockh, Stadtschreiber (beide vorhanden) (StadtA Schwäb. Hall 17/1779)

Hans Busch starb Ende 1606 oder Anfang 1607. Das Verzeichnis über seinen Nachlass datiert vom 23. Januar 1607:

23. Januar 1607    Inventur des Hans Busch. Erbin: seine Mutter Margaretha Busch zu Sommerhausen. Im Nachlassverzeichnis werden seine zwei Behausungen aneinander samt der Scheune eingeschätzt auf 1.200 fl. Die Verwandten seiner Frau (die „Feyerabendischen“) wurden mit 1.100 fl für all ihre Ansprüche abgefunden. Das Vermögen Buschs wurde insgesamt auf 5.692 fl geschätzt, wovon die Schulden mit 3.050 fl abgingen. Legate gingen an David Bühl, Sybilla Bühl, Caspar Glock und Ursula Feyerabend (StadtA Schwäb. Hall 14/262)

1607 verkauften seine Erben an David Wetzel, damals Spitalschreiber:

Die Erben des Hans Busch, nämlich Margaretha Busch, Georg Hütt, Hans Leypart, beide ihre Tochtermänner als bevollmächtigte Gewalthaber ihrer Schwiger, und dann Hans Brandt als ein dazu erbetener Beistand, alle zu Sommerhausen, verkaufen an Herrn David Wetzel, Spitalschreiber und Bürger allhier, ihrer Schwiger von Hans Busch ererbte Behausung und Hofraithe samt dem Höflein dahinter in der Oberen Keckengasse zwischen Herrn Sebastian Thumass und Wolff Virnhaber, desgleichen die Scheune gegenüber zwischen Herrn Michael Löchner und Hans Caspar Weinlin gelegen. Das Haus und die Scheune hatte Hans Busch in Besitz mit allen Zugehörden und Rechten. Besonders bedingt ist, dass der Käufer und Wolff Virnhaber die zwischen ihnen liegende Rinne auf gleiche Kosten, die Rinne im Hof aber Wolff Virnhaber allein im Bau zu erhalten haben. Item das Oberhaus und Hofraithe zwischen Herrn Johann Weidners Erben und Georg Gentners Witwe gelegen, vorne die Pfarrgasse und hinten an den Käufer und Herrn Johann Weidners Erben und Herrn Sebastian Thumass Höflein stoßend, mit allen diesem Haus zugehörenden Rechten und Gerechtigkeiten. Besonders bedingt wird, dass Johann Weidners, Predigers, Erben nicht das Recht haben in ihr Höflein zu bauen oder solches zu bezimmern. Sie sollen auch nichts in das Höflein des Käufers (Wetzel) oder das Höflein des Herrn Thumass werfen, gießen oder schütten. Die Inhaber des verkauften Hauses und die des Weidnerschen Hauses solle eine Rinne auf gemeinsame Kosten erhalten. Der Herr Käufer hat das Recht den Trauf von seinem vorderen Haus in diese Rinne zu führen, während der Trauf vom hinteren Haus in Herrn Predigers Weidner Hof fallen soll. Der Kaufpreis beträgt 1.200 fl. Das hintere Haus in der Pfarrgasse zahlte früher an Herrn Philipp Widman einen halben Gulden ewige jährliche Gült. Diese wurde aber durch Herrn Busch abgelöst und gehört damit jetzt Herrn Wetzel (StadtA Schwäb. Hall 4/656, fol. 22R-23R).

[Im gleichen Jahr 1607 (am 21. April) verkauft David Wetzel, Spitalschreiber, sein Haus am Milchmarkt an Caspar Botz, Bürger. Das verkaufte Anwesen bestand aus Haus, Hofraithe, Höflein und Stallung dahinter auch dem Keller unter der Stallung und Jacob Stadtmanns Haus. Es lag zwischen Peter Gräter und Abraham Eniß. Der Verkaufspreis betrug 1.100 fl. Damit war der Kauf des Hauses in der Oberen Herrngasse finanziert (StadtA Schwäb. Hall 4/811, fol. 75R)].

Von 1607 an befand sich das Gebäude für drei Generationen im Besitz der Familie Wetzel: Auf den Käufer David Wetzel, der es bis zum Stättmeister brachte, folgte sein gleichnamiger Sohn, der im Inneren Rat saß, dann seine Witwe Maria Barbara und seine Tochter Maria Sybilla.

1672 wurde das Erbe der Maria Barbara Wetzel, geb. Stadtmann, verteilt:

1672        Inventur der Maria Barbara Wetzel, Witwe des David Wetzel, Mitglied des Inneren Rates, geb. Stadtmann. Erben: 1) Maria Sybilla Romig, Ehefrau des Johann Balthasar Romig, Mitglied des Inneren Rates, und 2) Catharina Magdalena Wetzel, ledig. Haus in der Oberen Keckengasse zwischen den Häusern des Dr. Closter und der Witwe des Johann Christoph Hezel, Mitglied des Inneren Rates, gelegen. Mit einem Höflein dahinter und einem Scheuerlein gegenüber (neben Johann David Stellwag, Mitglied des äußeren Rates, des Spitalgerichts und Apotheker, und dem Löchnerschen Scheuerlein. Angeschlagen um 900 fl. Das Haus wird jeder Tochter zur Hälfte zugeschrieben – nach Abzug von 200 fl Heiratsgut für die noch ledige Tochter (StadtA Schwäb. Hall 15/1080).

1679        Heirat von Maria Sybilla Romig, Witwe des Johann Balthasar Romig, geb. Wetzel, mit Johann Hieronymus Lackorn. Maria Sybilla Lackorn stirbt 1714.

1717 erscheint Johann Hieronymus Lackorn als Hausbesitzer (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 13V).

1719 – nach seinem Tod – ging das Haus an seinen Sohn Johann Peter Lackorn (geb. 11. November 1683, gest. 25. Juni 1743). Dieser war seit 1715 mit Maria Juliana Barbara Ludwig verheiratet.

1719        Inventur des Johann Hieronymus Laccorn, Mitglied des Inneren und Geheimen Rates, Consistorialis und Scholarch: Verkauf des Hauses in der Oberen Herrngasse (gelegen zwischen Martha Catharina Hetzel, Witwe des N. Hetzel, Stättmeister, und Johann Lorenz vom Jemgumer Closter, Mitglied des Inneren und Geheimen Rate, Amtmann im Rosengarten) an den Sohn Johann Peter Laccorn, Konsulent, Consistorialis und Scholarch. Zum verkauften Anwesen gehören: Behausung, Hofraithe, ein geringes Höflein dahinter (lt. Stadtgerichtsprotokoll v. 4. Februar 1607) sowie eine Scheune in der Oberen Herrngasse gegenüber dem Haus zwischen Georg Friedrich Stellwag, Mitglied des äußeren Rates und Apotheker, und der Witwe des Christoph Mayer, Mitglied des äußeren Rates, Häusern gelegen (ebenfalls lt. Stadtgerichtsprotokoll v. 4. Februar 1607). Der Kaufpreis beträgt 1.500 fl (StadtA Schwäb. Hall 14/1903).

1748        Inventur der Maria Juliana Barbara Laccorn, Witwe des Johann Peter Laccorn, Mitglied des Inneren und Geheimen Rates, Consistorialis und Scholarch, geb. Ludwig: Haus in der Oberen Herrngasse zwischen Stättmeister Closters und Amtmann Bölzs Häusern gelegen samt aller Zugehörde, auch einer Scheune gegenüber. Beetanschlag: 1.300 fl (StadtA Schwäb. Hall 14/2575).

Maria Juliana Barbara Laccorn war eine Tochter des Peter Ludwig und der Maria Rosina Engelhardt. Sie wurde am 8. Mai 1677 geboren, heiratete am 8. Juni 1707 den Haalmeister Georg David Reitz, am 6. November 1715 in zweiter Ehe Johann Peter Laccorn. Sie starb am 27. September 1748. Zu ihren Brüdern zählten Johann Peter Ludwig, Kanzler der Universität Halle an der Saale, und Johann Friedrich Ludwig, Baumeister der Könige von Portugal in Lissabon.

Das Haus erbten offenbar ihr Neffe Johann Georg Ludwig und ihre Nichte Maria Margaretha Hetzel, Ehefrau des Georg Friedrich Hetzel, Sohn bzw. Tochter des Johann Philipp Ludwig und der Sophie Magdalena Wölfing. Zu den Töchtern Johann Georg Ludwigs zählten Catharina Magdalena Ludwig, verheiratet seit 1760 mit Friedrich Emmanuel Böltz, und Maria Juliana Ludwig, verheiratet seit 1750 mit Friedrich Heinrich Seiferheld, zwei der nachfolgenden Hausbesitzerinnen.

1767     H. Johann Georg Ludwig, Senator und Hospitalpfleger
Frau Pfleger Hetzlin
H. Friedrich Emmanuel Böltz, Stadtleutnant
H. Friedrich Heinrich Seiferhelds, Konsulent, Witwe (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 13V)

3. Juni 1785    Frau Konsulent Seiferheld erkauft das Haus samt dem gegenüberliegenden Scheuerlen für 1.400 fl (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 13V).

14. Februar 1787    Frau Maria Juliana Seiferheld, Witwe des Konsulenten Seiferheld, geb. Ludwig, verkauft an Johann Jacob Braz, Ratskonsulent, ihre Scheune in der Oberen Herrngasse (zwischen den Häusern des Käufers und des Buchführers Rohnfelder gelegen) für 160 fl. Die Verkäuferin widersetzt sich weder der Einrichtung eines Feuerrechts noch der Erhöhung des Gebäudes. 14. Februar 1787 (StadtA Schwäb. Hall 4/690, fol. 106V-107V).

14. Februar 1791    Die Erben der Witwe des Johann Heinrich Friedrich Seiferheld, Ratskonsulent, geb. Ludwig, namens Friedrich Seiferheld, kaiserlich-königlicher Oberleutnant unter dem Waldeckischen Dragonerregiment, Jungfer Rosina Margaretha Seiferheld und Frau Maria Magdalena Arnold, Handelsmännin zu Nördlingen, verkaufen an Susanna Mara , Witwe des Valentin Wibel, Forstmeister, geb. Weber, ihre Behausung in der Oberen Herrn- oder Keckengasse (zwischen Michaelispfleger Bölz und Präsenzpfleger Churr gelegen) samt dem Höflein, Brunnengerechtigkeit, Keller, besonders aber mit der Servitut des Durchgangs in dem dahinter gelegenen von Alters auch hierher gehörig gewesenen hinteren, nunc Schneider Schustischen Haus, sowie die Brunnenteicher durch den selbigen Tennen in der Frau Käuferin Höflein führen zu dürfen, desgleichen dem Auslosungsrecht auf dasselbige Haus und der auf eben demselben Haus haftenden Gültgerechtigkeit von jährlich 6 x, zugleich auch mit den übrigen Rechten, Gerechtigkeiten und Zugehörden, wie solche bisher besessen und benutzt worden, auch die vorigen Kaufbriefe besagen. Der Kauf ist geschehen um 1.300 fl. 14. Februar 1791 (StadtA Schwäb. Hall 4/691, fol. 263V-264R).

2. Juli 1817        Hoffkator Hayum Hänle erkauft das Haus für 3350 fl (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 13V).

1827: Hayum Henle, Hoffactors Witwe in Braunsbach

1833: von Hayum Henles Witwe an Henle Reiß verkauft

1836: brennt das Haus des Henle Reiß völlig ab. Brandversicherungsentschädigung 2.300 fl.

1837: von Sandel, Friedrich Eberhard neu erbaut, der den Bauplatz von Henle Reiß erkauft hat.

1842: Brunnen im Hof gemeinschaftlichvon Sandel, Friedrich Eberhard und Ratskonsulent Bausch (PKN 46)

1854: von Sandel, Friedrich Eberhard  an Sandel, Carl August verkauft.

1870: von Sandel, Karl (August) an Kahn, Jakob, Kaufmann verkauft.

1886: tritt Jette, geborene Steiner, Witwe des Kahn, Jakob in den Besitz des Hauses ein.

1900: nach Ableben der Witwe Kahn, Jette, der Tochter Lea, verheiratete Herz, erblich zugefallen.

Adressbücher:

1928 und 1938: Berlinger, Rifka, Rabbiner Ehefrau, Dr. Jakob Berlinger, Rabbiner

1950: Franz, Magdalene, Witwe

1956: Brand, Kurt, Oberbauinspektor und Brand, Martha, Hausfrau

Haustafel

Im dicht bebauten Quartier der Herrngassen zerstörte 1837 ein Feuer zum Glück nur zwei Häuser. Der anschließende Neubau aus der Biedermeierzeit beherbergte die Wohnung des Rabbiners. Der jüdische Betsaal befand sich schräg gegenüber. Die Jahreszahl 1838 ist schon damals in das Muschelkalkpflaster vor dem Eingang eingelegt worden.

Befunde aus Bauforschung

Holzteile aus dem 19. Jahrhundert, dendrochronologisch datiert auf 1836/1837. (StadtA Schwäb. Hall BF 74)

Dach dendrochronologisch datiert auf 1836/37. (BF Lohrum/Bleyer)

Beschreibungen

1827: Wohnhaus mit 19,5 Ruten, Holzremise 4,4 und Hof mit 7 Ruten, insgesamt 30,9 Ruten

Der zweigeschossige Putzbau mit symmetrischer Fassadengliederung (mittig Rundbogenportal, Zwerchgiebel) entstand 1838 als Wohnhaus des bedeutenden Rabbiners Dr. J. Berlinger und ist damit ein Zeuge der Geschichte der jüdischen Gemeinde Halls. Zugleich stellt der Bau ein Beispiel klassizistischer Architektur in Schwäb. Hall dar. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 335)

Obere Herrngasse 1 (Flst.Nr. 0-23/11). Ehem. Wohnhaus des Rabbiners Dr. J. Berlinger. Zweigeschossiges, verputztes Gebäude mit symmetrischer Fassadengliederung, Rundbogenportal und Zwerchgiebel. 1838. § 2 ( aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Bilder

Das Haus nach der Sanierung, Februar 2018 (StadtA Schwäb. Hall DIG 10598) Ansicht vergößern

Das Haus nach der Sanierung, Februar 2018 (StadtA Schwäb. Hall DIG 10598)

Bild von 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 04134)) Ansicht vergößern

Bild von 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 04134))

Laube vor dem Haus, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04149) Ansicht vergößern

Laube vor dem Haus, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04149)

Die Mesusah am rechten Eingang weist darauf hin, dass in diesem Haus früher Menschen jüdischen Glaubens gelebt haben. Die Aushöhlung im Türpfosten enthält bzw. enthielt einen Pergamentstreifen mit dem Gebet „Schma Jisrael“. Bild von 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04150) Ansicht vergößern

Die Mesusah am rechten Eingang weist darauf hin, dass in diesem Haus früher Menschen jüdischen Glaubens gelebt haben. Die Aushöhlung im Türpfosten enthält bzw. enthielt einen Pergamentstreifen mit dem Gebet „Schma Jisrael“. Bild von 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04150)

Weitere Mesusah im mittleren Torbogen, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04152) Ansicht vergößern

Weitere Mesusah im mittleren Torbogen, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04152)

Jahreszahl 1838 im Pflaster vor dem Haus. Sie verweist auf das Datum des Neubaus. Bild von 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04135) Ansicht vergößern

Jahreszahl 1838 im Pflaster vor dem Haus. Sie verweist auf das Datum des Neubaus. Bild von 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04135)

Kellertreppe, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04148) Ansicht vergößern

Kellertreppe, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04148)

Nordseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04136) Ansicht vergößern

Nordseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04136)

Südseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04137) Ansicht vergößern

Südseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04137)

Tropfsteine in der nicht überbauten Nordseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04143) Ansicht vergößern

Tropfsteine in der nicht überbauten Nordseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04143)

Tropfsteine in der nicht überbauten Nordseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04141) Ansicht vergößern

Tropfsteine in der nicht überbauten Nordseite des Kellers, Mai 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 04141)

Durch den Künstler Gunter Demnig gesetzter „Stolperstein“ für die im Vernichtungslager Sobibor ermordete Hausbewohnerin Helene Roberg, Dezember 2009. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 00583) Ansicht vergößern

Durch den Künstler Gunter Demnig gesetzter „Stolperstein“ für die im Vernichtungslager Sobibor ermordete Hausbewohnerin Helene Roberg, Dezember 2009. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 00583)