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Gebäudeverzeichnis

Am Säumarkt 11 - Säumarktturm

Blick von der Marktstraße aus, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern
Adresse: Am Säumarkt 11
Primärkatasternummer: 243
Besitzer 1827
Das Königl. Cameralamt


Besitzerliste

1827: Das Königl. Cameralamt

Beschreibungen

1827: Amtsdienerwohnung samt Staffel mit 11,7 Ruten Grundfläche

Säumarktturm, Stadtmauerturm des 12. Jh., Fachwerk-Aufsatz mit Mansarddach um 1600. Eingetragen ins Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08.10.1925. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, S.  83)

Der Säumarktturm

Den Untersuchungen von Eduard Krüger wurde der "Säumarktturm" (Namensgebung durch E. Krüger) um 1250 vor die im 12. Jahrhundert errichtete Stadtmauer gebaut und sprang in den etwa 5 m tiefen "Kurzen Graben" vor, dessen Verlauf die heutige Gymnasiumstraße und der Säumarkt folgen. Es handelt sich  eine nachträgliche Verstärkung, die entstand, bevor die Gelbinger Gasse befestigt wurde. Der Turm misst 8 x 9 m, die Wände sind 1,50 m dick, abgesehen von der lediglich 0,90 m dicken Rückwand zur Stadt hin. Zur Marktstraße hin beträgt die Höhe des Steinsockels noch etwa 8 m. Durch die Auffüllung des "Kurzen Grabens" ist ein erheblicher Teil des Turms unter dem heutigen Straßenniveau verschwunden. Der untere Stock des Fachwerkaufsatzes stammte nach Vermutungen Eduard Krüger aus dem 18. Jahrhundert, der zweite  Fachwerkstock kam 1935 hinzu. An der Rückseite des Turms hat sich ein Teil des hier steil abfallenden und deshalb mit Stufen versehenen Wehrgangs erhalten, das Rundbogenportal zur Marktstraße hin (die linke der beiden nebeneinander liegenden Türen) führte in den Zwinger, den mit einer niedrigeren Mauer abgesicherten Bereich zwischen der eigentlichen Stadtmauer und dem "Kurzen Graben".  Im 19. Jahrhundert diente der Turm als Wohnung für Bedienstete der Justizverwaltung (direkt daneben befindet sich das ehemalige Kriminalgefängnis) und fiel deshalb nicht der Spitzhacke zum Opfer. Während der Zeit des Nationalsozialismus saß im Säumarktturm die NSDAP-Kreisleitung mit dem Kreisleiter Otto Bosch an der Spitze, weshalb das Gebäude als lokales Herrschaftszentrum des NS-Regimes gelten kann.

Bilder

Blick von der Marktstraße aus, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Blick von der Marktstraße aus, 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Blick von oberhalb (Säumarkt), Juli 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Blick von oberhalb (Säumarkt), Juli 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Nordostseite der Stadtbefestigungen mit Klingenturm (6), Stätt-Tor (7), Säumarktturm (8) und Malefizturm (9). Plan aus: Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 16. Ansicht vergößern

Nordostseite der Stadtbefestigungen mit Klingenturm (6), Stätt-Tor (7), Säumarktturm (8) und Malefizturm (9). Plan aus: Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 16.

Frontalansicht der Nordostseite der Stadtbefestigungen mit Klingenturm (6), Stätt-Tor (7), Säumarktturm (8) und Malefizturm (9). Rekonstruktionszeichnung aus: Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 16. Ansicht vergößern

Frontalansicht der Nordostseite der Stadtbefestigungen mit Klingenturm (6), Stätt-Tor (7), Säumarktturm (8) und Malefizturm (9). Rekonstruktionszeichnung aus: Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 16.

Vogelperspektive der Nordostseite der Stadtbefestigungen nach 1324 mit Klingenturm (6), Stätt-Tor (7), Säumarktturm (8) und Malefizturm (9). Rekonstruktionszeichnung aus: Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 50. Ansicht vergößern

Vogelperspektive der Nordostseite der Stadtbefestigungen nach 1324 mit Klingenturm (6), Stätt-Tor (7), Säumarktturm (8) und Malefizturm (9). Rekonstruktionszeichnung aus: Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 50.

Rekonstruktonsvorschlag von Eduard Krüger für den Schöntaler Hof um 1600 (2-3) mit dem Stätt-Tor (4), der Schöntaler Kapelle (1), dem Säumarktturm (6) und dem Malefizturm (7). (StadtA SHA S22/0020) Ansicht vergößern

Rekonstruktonsvorschlag von Eduard Krüger für den Schöntaler Hof um 1600 (2-3) mit dem Stätt-Tor (4), der Schöntaler Kapelle (1), dem Säumarktturm (6) und dem Malefizturm (7). (StadtA SHA S22/0020)

Blick von Nordwesten. Zeichnung von Friedrich Reik aus dem späten 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 00239) Ansicht vergößern

Blick von Nordwesten. Zeichnung von Friedrich Reik aus dem späten 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 00239)

Bild um 1900 (StadtA SHA 03271) Ansicht vergößern

Bild um 1900 (StadtA SHA 03271)

Bild zwischen 1911 und 1924 (StadtA SHA 46333) Ansicht vergößern

Bild zwischen 1911 und 1924 (StadtA SHA 46333)

Bild nach 1933. Auf dem als Sitz der Kreisleitung der NSDAP dienenden Turm ist eine überdimensionale Hakenkreuzfahne erkennbar (StadtA SHA FS 46328) Ansicht vergößern

Bild nach 1933. Auf dem als Sitz der Kreisleitung der NSDAP dienenden Turm ist eine überdimensionale Hakenkreuzfahne erkennbar (StadtA SHA FS 46328)

Bild aus den 1930er oder 1940er Jahren (StadtA SHA FS 05942) Ansicht vergößern

Bild aus den 1930er oder 1940er Jahren (StadtA SHA FS 05942)

Bild aus den 1950er Jahren (StadtA SHA 46332) Ansicht vergößern

Bild aus den 1950er Jahren (StadtA SHA 46332)


Quellen

Literatur:

  • Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 51f