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Am Säumarkt 9 - Malefizturm: Junge Namen für alte Türme

Vom Säumarkt aus. Bild von 2007 (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern
Adresse: Am Säumarkt 9
Primärkatasternummer: 245
Besitzer 1827
Das Königl. Cameralamt


Besitzerliste

1827: Das Königl. Cameralamt

Haustafel

Entlang eines tiefen Grabens zog sich oben vom Langenfelder Tor bis hinunter zum Kocher die staufische Stadtmauer um die Altstadt. Kurz nach deren Bau entstand der wehrhafte „Malefiz-Turm“ direkt hinter der Mauer. Die jüngeren Türme stehen dagegen davor, im Zwinger, wie der östlich erhaltene Rest des „Hezennest-Turms“ belegt. Die romantisch klingenden Turmnamen stammen erst aus dem letzten Jahrhundert.

Beschreibungen

1827: Stadtturm mit 7,4 Ruten Grundfläche

Malefizturm, Stadtmauerturm des 12. Jh. Eingetragen ins Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08.10.1925. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S.  81)

Am Säumarkt 9 (Flst.Nr. 0-90/10). Malefizturm, Stadtmauerturm, 12. Jahrhundert. Teil der Sachgesamtheit "Stadtbefestigung" - siehe Am Markt 14. § 28(aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Der Malefizturm

Der Malefizturm wurde vermutlich um 1200 nachträglich an die kurz zuvor errichtete Stadtmauer angebaut. Der schmal-rechteckige Grundriss, die rechteckigen Fenster und der nicht über die Stadtmauer hervortretende Baukörper weisen auf ein Entstehen in der romanischen Zeit hin. Der vor dem Turm verlaufende, etwa 5 m tiefe Graben trennte die Altstadt von der mit einer separaten Befestigung umgebenen Gelbinger Vorstadt. Er wurde im 19. Jahrhundert zugeschüttet. Der Grundriss des Malefizturms misst 6,90 x 10,35 m, die Mauern sind im Erdgeschoss zwischen 1,20 m und 1,50 m dick. Die heutige Höhe bis zum Ansatz des Dachs beträgt 20 m, letzteres ersetzte vermutlich eine offene Plattform. Das heute unzugängliche Untergeschoss enthält einen verliesartigen, nur von oben durch ein sog. "Angstloch" zugänglichen Raum mit zwei Luftlöchern nach Nordost und Südwest. Der als Gefängnis genutzte Turm brannte 1728 aus und erhielt danach ein für diese Zeit typisches gekurvtes Zeltdach. (nach Krüger, Stadtbefestigung, S. 52f)

Bilder

Vom Säumarkt aus. Bild von 2007 (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Vom Säumarkt aus. Bild von 2007 (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Ostansicht, Januar 2017. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 09438) Ansicht vergößern

Ostansicht, Januar 2017. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 09438)

Rekonstruktion des ursprünglichen Bauzustands um 1200. Aus Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 53 Ansicht vergößern

Rekonstruktion des ursprünglichen Bauzustands um 1200. Aus Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 53

Rekonstruktion des Bereichs zwischen Malefizturm (links, Nr. 9), ''Wetzelturm'' (Mitte, Nr. 28) und dem heute verschwundenen Kelkertor (Nr. 29) um 1532. Hier stießen die Befestigungen der Altstadt (Kurzer Graben) und der Gelbinger Vorstadt (Langer Graben) zusammen. Die Gymnasiumstraße folgt dem Verlauf des zugeschütteten Kurzen Grabens. Aus Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 96 Ansicht vergößern

Rekonstruktion des Bereichs zwischen Malefizturm (links, Nr. 9), ''Wetzelturm'' (Mitte, Nr. 28) und dem heute verschwundenen Kelkertor (Nr. 29) um 1532. Hier stießen die Befestigungen der Altstadt (Kurzer Graben) und der Gelbinger Vorstadt (Langer Graben) zusammen. Die Gymnasiumstraße folgt dem Verlauf des zugeschütteten Kurzen Grabens. Aus Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 96

Stadtmodell im Hällisch-Fränkischen Museum, der Malefizturm ist links in der Bildmitte erkennbar. Foto: Daniel Stihler, 2011 (StadtA SHA DIG 01150) Ansicht vergößern

Stadtmodell im Hällisch-Fränkischen Museum, der Malefizturm ist links in der Bildmitte erkennbar. Foto: Daniel Stihler, 2011 (StadtA SHA DIG 01150)

Nach dem Stadtbrand von 1728, bei dem der Turm ausbrannte und danach sein heutiges Dach erhielt. Ausschnitt aus dem Kupferstich von A. Nunzer nach J. P. Meyer (StadtA SHA FS 36334) Ansicht vergößern

Nach dem Stadtbrand von 1728, bei dem der Turm ausbrannte und danach sein heutiges Dach erhielt. Ausschnitt aus dem Kupferstich von A. Nunzer nach J. P. Meyer (StadtA SHA FS 36334)

Blick von Südosten. Ausschnit aus einer Zeichnung von Friedrich Reik aus dem späten 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 00240) Ansicht vergößern

Blick von Südosten. Ausschnit aus einer Zeichnung von Friedrich Reik aus dem späten 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 00240)

Blick von Nordwesten. Ausschnit aus einer weiteren Zeichnung von Friedrich Reik aus dem späten 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 00239) Ansicht vergößern

Blick von Nordwesten. Ausschnit aus einer weiteren Zeichnung von Friedrich Reik aus dem späten 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 00239)

Foto Ende 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 03271) Ansicht vergößern

Foto Ende 19. Jahrhundert (StadtA SHA FS 03271)

Druck nach Zeichnung von O. Elsässer in: Theodor Groh, Christian Kolb: Die frühere Reichsstadt Schwäbisch Hall. Ein Rundgang durch die Stadt, Schwäbisch Hall o.J., um 1900, S. 18 Ansicht vergößern

Druck nach Zeichnung von O. Elsässer in: Theodor Groh, Christian Kolb: Die frühere Reichsstadt Schwäbisch Hall. Ein Rundgang durch die Stadt, Schwäbisch Hall o.J., um 1900, S. 18

Bild um 1950. Foto: Adolf Schumacher (StadtA SHA FS 49777) Ansicht vergößern

Bild um 1950. Foto: Adolf Schumacher (StadtA SHA FS 49777)

Aus dem Malefizturm stammende, eiserne Gefängnistür (vermutlich 17. Jahrhundert), heute im Hällisch-Fränkischen Museum. Bild von 2013. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA DIG 05166) Ansicht vergößern

Aus dem Malefizturm stammende, eiserne Gefängnistür (vermutlich 17. Jahrhundert), heute im Hällisch-Fränkischen Museum. Bild von 2013. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA DIG 05166)


Quellen

Literatur:

  • Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 53