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Gebäudeverzeichnis

Am Markt 8 - Wibelhaus und ehem. Oberamt

Bild aus dem März 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern
Adresse: Am Markt 8
Primärkatasternummer: 222 [787]
Besitzer 1827
Braz, Johann Peter, Kaufmann


Besitzerliste

1558: Hans und Gedeon Wetzel sind an einem Kaufvertrag beteiligt, der das Haus betrifft. Der Inhalt des Vertrags ist unbekannt, da der Text nicht überliefert ist (Verkauf?).

1573: Der Kantengießer Hans Hoffmann aus Coburg kann anhand der Bürgersteuerlisten ab 1573 als Besitzer des Hauses am "Rindmarkt" nachgewiesen werden. Er stirbt 1611, seine Witwe Anna geb. Köberer, die "hüpsche Kantengießerin", 1614. 

1614/1625: Die Erben des Kantengießers Hans Hoffmann (Jacob Hoffmann, Hans Adam Hoffmann, Hans Wolf Hoffmann für sich selbst und als Vertreter seiner Geschwister, der Kinder des Hans Jörg Hoffmann zu Amberg) verkaufen in einem am 2. Juni 1625 eingetragenen Vertrag das ererbte väterliche bzw. großväterliche Haus am Markt für 900 Gulden an ihren Miterben Hans Adam Hoffmann. Vermutlich ist das Haus bereits 1614 an Hans Adam Hoffmann gegangen und erst 1625 eingetragen worden, da es bereits in der Inventur der Mutter als "verkauft" bezeichnet wird.

1634: Hans Adam Hoffmann und seine zweite Ehefrau Ursula geb. Völker sterben innerhalb kurzer Zeit im November 1634, vermutlich an der Pest. Das Haus kommt zu einem unbekannten Zeitpunkt an die Tochter Maria Hoffmann, seit 1635 Ehefrau des Johann Josef Henn.

1643: Der Sporer Hans Joseph Henn verkauft das Haus am Markt im Namen seiner Hausfrau Maria geb. Hoffmann, einer Tochter des Hans Adam Hoffmann, am 4. April 1643 für 1.200 Gulden an den Krämer Melchior Mayer. In diesem Zusammenhang wird auf einen Hauskaufbrief von 1558 verwiesen, den Schultheiß Wolff Sanwald für die Brüder Hans Wetzel, jun., und Gedeon Wetzel ausgestellt hat.

1647: Der Krämer Melchior Mayer verkauft am 31. Dezember 1647 einen Anteil am Haus für 900 Gulden an den Apotheker Valentin Barth. Der verkaufte Anteil umfasst u.a. das untere Stockwerk mit dem vorderen Laden und der Tenne, den Gang, das ganze zweite Stockwerk, das obere Stüblein mit den Zugehörden, im vierten Stockwerk die dreieckige Kammer, Anteile an den Böden sowie den ganzen Keller. Barth bezahlt 150 und dann weitere 50 Gulden in bar, die restliche Summer bleibt gegen landläufige Verzinsung bei verschiedenen Schuldnern in Schwäbisch Hall, Ulm und Nürnberg stehen.

1653: Valentin Barth, derzeit Apotheker in der Reichsstadt Wimpfen, verkauft seinen Anteil am Haus (u.a. im unteren Stockwerk der Laden und weitere Räume, der ganze andere Stock) am 14. Oktober 1653 für 650 Gulden an Martin Rechenberger, Bürger und Handelsmann in Schwäbisch Hall. Rechenberger bezahlt den Kaufpreis, in dem er in die sich noch auf 650 Gulden belaufenden Verbindlichkeiten Barths aus dem Hausanteilskauf von 1647 eintritt.

1692: Nach dem Tod des Handelsmanns Martin Rechenberger am 14. Januar 1692 wird seine Witwe Anna Maria Rechenberger geb. Mayer Besitzerin des Hauses.

1695: Nach dem Tod der Anna Maria Rechenberger geb. Mayer, Witwe des Martin Rechenberger, am 15. November 1695 fällt deren umfangreiches Vermögen - darunter das Haus - weitestgehend an die Tochter Anna Maria Hufnagel, Ehefrau des Georg Hufnagel aus Ansbach, Krämer, Handelsmann und später Mitglied des Äußeren Rats.

1716: Georg Hufnagel wird nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Anna Maria geb. Rechenberger am 28. September 1716 alleiniger Besitzer des Hauses, da von den fünf Kindern des Ehepaares keines die Mutter überlebt hat. 

1717: Durch ihre Eheschließung mit Georg Hufnagel am 7. September 1717 wird Katharina Elisabetha Seiferheld (1694-1762), Tochter des Pfarrers Johann Ludwig Seiferheld, Miteigentümerin des Hauses.

1723: Nach den Tod Georg Hufnagels am 6. Januar 1723 geht das Haus offenbar auf seine Witwe Katharina Elisabetha geb. Seiferheld über. 

1724: Katharina Elisabetha Hufnagel geb. Seiferheld heiratet in zweiter Ehe am 22. August 1724 den Ratsherren Johann Balthasar Wibel (1693-1737), der damit Miteigentümer des Hauses wird. Das Ehepaar lässt das Haus nach dem Großen Stadtbrand von 1728 wieder aufbauen und an der Nordseite ein Portal mit den Familienwappen Wibel und Seiferheld anbringen.

1762: Spätestens nach dem Tod der Katharina Elisabetha Wibel geb. Seiferheld geht das Haus an ihren Sohn aus erster Ehe, den Ratsherren Johann David Hufnagel (1721-1791).

1791: Der Ratssekretär Johann Lorenz Sophonias Hufnagel (1732-1813) erwirbt das Haus am 16. Juni 1791 für 4.000 Gulden aus der Erbteilung seines Vaters Johann David Hufnagel.

1798: Der Kaufmann und Handelsmann Johann Peter Braz erwirbt das Haus am 25. Mai 1798 für 8.000 Gulden.

1841: Nach dem Tod des Johann Peter Braz fällt das Haus an seine Witwe Maria Sibylla Braz geb. Schiller.

1854: Nach dem Tod der Maria Sibylla Braz fällt das Haus in Folge der Realteilung vom 31. Mai 1854 an ihr einziges überlebendes Kind, den Kaufmann Friedrich Heinrich Theodor Braz. . 

1863: Nach dem Tod des Friedrich Heinrich Theodor Braz am 2. August 1863 kommt das Haus an die Witwe Emma geb. Gmelin und ihre fünf Kinder.

1877: Laut Gesellschaftsvertrag vom 20. September 1877 übernehmen Theodor Braz, Sohn des Friedrich Theodor Braz, und dessen Schwager Thomas Langhammer je zur Hälfte die bisher von der Witwe weiter geführte offene Handelsgesellschaft J. P. Braz. Emma Braz bleibt jedoch alleinige Besitzerin des Hauses.

1887: Die Tochter Emma Langhammer geb. Braz und ihr Mann Thomas Langhammer erwerben das Haus nach dem Tod ihrer am 14. Februar 1887 verstorbenen Mutter Emma Braz für 30.000 Mark aus der Nachlassmasse. 7.887 Mark werden als Erbanteil am Kaufpreis abgezogen.

1891: Emma Langhammer geb. Braz, die Witwe des Kaufmanns Thomas Langhammer, verkauft das Haus mit zugehögrigem Magazin und der Holzremise am 7. April 1891 für 34.000 Mark an den ledigen Kaufmann Paul Bauer aus Schwäbisch Hall.

1907: Das Anwesen wird durch den württembergischen Staat erworben und dient der Erweiterung des seit 1802/03 im Nebengebäude Am Markt 7 ansässigen Oberamts (ab 1938: Landratsamt).

1977: Das Land Baden-Württemberg verkauft die beiden zusammengebauten Häuser Am Markt 7und 8  an die Stadt Schwäbisch Hall. Der Kaufvertrag mit gleichzeitiger Auflassung wird am 13.12.1977 notariell beurkundet. Die Unterzeichnung des Vertrags hat bereits am 23.11.1977 bzw. 05.12.1977 statt gefunden.Der Kaufpreis beläuft sich auf insgesamt 600.000 DM.

In den Adressbüchern genannte Besitzer und Bewohner

1886: keine Besitzer genannt; Anschrift "Neue Straße 222"
Mieter/Mitbewohner: Fr. Theod. Braz, Kaufmanns Witwe; Hermann Längst, Professor; Th. Thomas Langhammer, Kaufmann

1890: als Besitzer genannt: Th. Thomas Langhammer, Kaufmann; Anschrift: "Neue Straße 222"
Mieter/Mitbewohner: Luise Kozel, Oberinspektors-Witwe

1894: als Besitzer genannt: Paul Bauer, Kaufmann; Anschrift: "Neue Straße 222"
Mieter/Mitbewohner: Conrad Schmid, Verwaltungs-Aktuar

1901: als Besitzer genannt: Paul Bauer, Drogen-, Farbwaren- und Eisenhandlung; Anschrift: "Marktplatz 8"
Mieter/Mitbewohner: Conrad Schmid, Verwaltungsaktuar

1906: als Besitzer genannt: Wilhelm Bayerdörfer, Kaufmann; Anschrift "Marktplatz 8"
Mieter/Mitbewohner: -

1910: als Besitzer genannt: Königliches Oberamt; Anschrift: "Marktplatz 7/8"
Mieter/Mitbewohner: Otto Vogt, Regierungsrat

1920: als Besitzer genannt: Oberamt; Anschrift: "Marktplatz 7/8"
Mieter/Mitbewohner: Otto Vogt, Regierungsrat

1928: als Besitzer genannt: Oberamt (Staatsfiskus); Anschrift: "Marktplatz 7 und 8"
Mieter/Mitbewohner: Erwin Wagner, Oberamtmann

1932: als Besitzer genannt: Oberamt (Staatsfiskus); Anschrift: "Marktplatz 7 und 8"
Mieter/Mitbewohner: Kanzleien; Erwin Wagner, Landrat, Vorstand des Oberamts

1938: als Besitzer genannt: Oberamt; Anschrift: "Am Markt 7/8"
Mieter/Mitbewohner: Dr. Arthur Schicker, Landrat; Frida Dürr, Hausgehilfin

1956: als Besitzer genannt: Oberamtsgebäude, Amt für Verteidigungslasten; Anschrift: "Am Markt 8"

Befunde aus Bauakten

(Anm.: Angaben stammen, soweit nicht anders vermerkt, aus den Bauakten, Baurechtsamt SHA)

1732: Nach Zerstörung des Vorgängergebäudes während des Großen Stadtbrands 1728 nach Plänen von Johann Ulrich Heim neu erbaut (Jeutter).

1873: Die Witwe Braz will in ihrem "Verkaufslocal" im Erdgeschoss zur Neuen Straße hin die drei vorhandenen Fenster zu "Schaufenstern" vergrößern lassen. Es ist unklar, ob diese Veränderungen tatsächlich durchgeführt werden.

1893: Paul Bauer, Eisenhändler, lässt eine Abortanlage mit einer Abtrittgrube auf der Ebene der Waschküche einrichten.

1905: Der Kaufmann Wilhelm Bayerdörffer lässt sich den Einbau neuer Schaufenster für seine Ladenräume im Erdgeschoss des Hauses genehmigen. Auch diese Pläne scheinen trotz Genehmigung nur teilweise umgesetzt worden zu sein (Schaufenster zur Neuen Straße hin).

1909: Nach dem Erwerb des Hauses durch den württembergischen Staat zur Erweiterung des Oberamts (Vorläufer des Landratsamts) im Nachbarhaus Nr. 7 finden Baumaßnahmen zur Verbindung der beiden Häuser statt. Unter anderem soll auf dem Dach eine Plattform von ca. 6 x 4 m entstehen, um die beiden Dachböden zu verbinden. In diesem Zusammenhang kommt es zu baulichen Veränderungen am Dachboden. In allen Stockwerken werden Durchgänge zwischen den beiden Häusern geschaffen, neue Türen angelegt und Zwischenwände teilweise entfernt.

1912: Im Zusammenhang mit der neuen Nutzung der beiden Gebäude Am Markt 7 und 8 als Sitz des Oberamts  finden weitere Umbauarbeiten statt. Im Untergeschoss/Erdgeschoss wird ein Durchgang hergestellt, im Ergeschoss lässt das Bezirksbauamt einen Sitzungssaal mit Besprechungszimmer und Wartezimmer einbauen. In diesem Zusammenhang werden die Schaufenster zur Neuen Straße wieder zu normalgroßen Fenstern verkleinert.

1939: Der Anschluss an die städtische Kanalisation erfolgt, wofür ein Beitrag von 356,85 RM bezahlt werden muss.

1943: Planungen für den Bau von Luftschutzstollen zwischen den Kellern des Rathauses, und dem Gebäude Am Markt 7-8 und von dort in den Keller des damaligen Polizeigebäudes Am Markt 9 (heute: Egenhaus) oder Marktstraße 2 (ehem. Engel-Apotheke). Ob und in welcher Form diese Pläne umgesetzt worden sind, ist nicht genau bekannt.

1957: Einbau einer Passage vom Marktplatz zur Neuen Straße hinter der EG-Fassade zur Marktstraße hin. Hierfür werden auf der Hausrückseite und der Seite zum Marktplatz hin neue Portale eingebrochen. In den EG/UG-Räumen hinter der Passage werden das Verkehrsamt und die Intendantur der Freilichtspiele untergebracht.

2004: Umfangreiche Umbauten im Erdgeschoss und Dachgeschoss im Zusammenhang mit der Nutzung als Büros.

Beschreibungen

1625 (Verkauf an H.A. Hoffmann): "....ihres Vatters und Altvatters seeligen Behausung an Marckht und[er] eines E. Rhats Trinckhstuben, zwischen Heinrich Michel Wolff und Petter den Württen gelegen, mit dem Geding, daß ernanter ihr Bruder und Vetter gedachten Württen od[er] ihres Haus Innhaber ihnen den Gang hinein passiren und solchen uff seinen Costen imm Bau zu erhalten schuldig sein soll, sonsten frei aigen..."

1643 (Verkauf an M. Mayer): "...Ihre Erbbehaußung am Marckt, neben E. E. Rahts Drinckstuben, und Weyl. Felix Eisenmengers S. hinterlaßene Erbbehaußung gelegen, mit allen seinen Zugehörden und Rechten, auch andern sonderbaren Gedingen, allermaßen der darüber besagende vorhandene Haußkauffbrieff |: welcher  alßo anfahet, Ich Wollf Sanwoll an der Zeitt Schulthaiß zu Schwäbischen Halle, bekenn  offentlich und thue kunth allermenglich mit diesem Briefe, das uf heut seiner dato für mich und das Gericht zu Hall kommen seyn die ersamen und wol gelertten Hannß jung und Gedeon, die Wetzel Geprüeder pp. und sich beschleußt; pp. Geben Freytags nach Assumptionis Mariae, als man zahlt nach Cristi unnseres lieben Herrn Gepurt fünffzehen hundert fünffzig und acht Jahre :| mit mehrerem außweisen thut..." 

1647 (Hausanteil des V. Barth): "...so verkaufft er Mayer neben seiner Haußfr[au] Maria, an ihrer Behaußung uffm Marckt neben der Trinckstuben und Joseph Großen, teutschen Schulmeistern, gelegen, nachfolgende Stück, als erstlich das undere Stockwerckh sampt dem vordern Laden und Tennen, und von der underen Haußthür den völligen Gang sampt der Steeg hinauf biß an jettzige gegütterte Tür und eußern obern Gang |: welche er Valentin nach seinem Belieben verschloßen machen und mit den seinigen dardurch den Ein- und Außgang uff den Marckt, obbemelter Verkauffere aber und die ihrige durchauß nicht mehr einigen Zuspruch und Durchgang von oben herab durch jetz gemelten kaufflich begebenen Gang u. erwehnte Steeg off oder ab nimmermehr u. in Ewigkeit nicht weiter haben od[er] suchen sollen,sondern deß samptlich mit aller gehabten Gerechtigkeit die verkauffende Eheleuth sich gänzlich verziehen, und dieße nun fortan außerhalb des Haußes uff der Gaß hinab zu ihrem underen außgedingten cleinen am Eck gegen Andreae Funcken, Krämern, über sich eraignenden Kramladen ihren Zu- und Abgang nemmen mögen :| So dann daß andere Stockwerck gantz, in welchem die Wohnstube, Cammer, Küche, das obere Stüblin sampt der Zugehör, doch ohne die Standt Cammer, begriffen; Inn dem vierten Stockwerck die dreyeckichte Cammer; den obersten Boden gantz; den mittlern aber uff der lincken Seyten durchauß den halben Theil; und den gantzen Keller völliglich nach sein Käufers Nutzen, zunießen und zugebrauch, alles außer nachgesetzten Schuldposten für frey, ledig und aygen, ohne Gültt oder andere Beschwerden."

1653 (Hausanteil des M. Rechenberger): "...seine uff dem Marckh neben Eines Ehrsamen Rhats Trinckstuben und Joseph Grossen auch Bürgern und Teütschen Schulmeister gelegene Behaußung, nemblichen das undere Stockwerckh sampt dem vordern Laden und dennen Benebens mit und vor der andern Hauß-Thür den völligen Gang, sampt der Steegen hinauff, biß ahn jezige gegitterte Thür und eißern Obergang, so dann das andere Stockhwerckh gantz, in welchem die Wohnstube, Cammer, Küchen, das obere Stüblin, sampt der Zugehör und aller anderer Gerechtsame, wie solche der Hauß Brieff, ferners clärlich außführen thut..."

1695 (Inventur Anna Maria Rechenberger): "Eine Behaußung ohnfern dem Marckt, zwischen der gemeinen Gaßen daß meiste und der Teutschenschul, welche anietzo Gottfriedt Conraden Rathsdiener undt denen Sanderischen 3 ledigen Töchtern gehörig, gelegen, sonsten gülltfrey und aigen, angeschlagen ad 1200 fl."

1717/18: "Auf dem Marck. Eine Behaußung angeschlagen a 1400 fl Erheyrathet. Gültfrey."

1827: Wohnhaus mit 22,3 Ruten Fläche

1842 (Güterbuch 3): "Gebäude 22,3 Rthn VIII 222 & 223. Ein dreistokigtes ganz steinernes Wohnhaus am Markt neben dem Oberamtei-Gebäude, mit großem gewölbtem Keller. B.V.A. 5000 fl
Ein zu diesem Wohnhaus gehöriges Magazin sowie eine Holzremise befindet sich unter dem Oberamtsgebäude."

Ehem. Bürgertrinkstube, dann Oberamt (s. auch unter Am Markt 7); barocker Putzbau mit Sandsteingliederung, 1728. Eingetragen ins Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08.10.1925 (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale der Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 68)

Am Markt 7, 8 (Flst.Nr. 0-49, 0-49/1). Ehem. Bürgertrinkstube, später Oberamt. Barocker Putzbau, Sandsteingliederung, nach 1728. § 28 (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Besonderheiten

Der Neubau nach 1728 und die barocke Stuckdecke im Obergeschoss

Das Haus wurde nach seiner Zerstörung durch den Großen Stadtbrand vom 30. August 1728 wahrscheinlich 1732 nach leicht abgeänderten Plänen des württembergischen Baumeisters Johann Ulrich Heim unter der Bauleitung von Eberhard Friedrich Heim neu errichtet. Dieses Duo zeichnete auch für den Wiederaufbau des Rathauses verantwortlich. Besitzer waren zu diesem Zeitpunkt der  vermögende Ratsherr Johann Balthasar Wibel (1693-1737) und seine Ehefrau Catharina Elisabetha geb. Seiferheld (1694-1762). Das Ehepaar ließ in einem wohl als Salon genutzten, großen Raum im Obergeschoss eine aufwendige, farbig gefasste Stuckdecke anbringen; sie wurde wahrscheinlich durch den aus Deggingen stammenden Stukkateur Johann Jakob Schweizer gefertigt, der sich zwischen 1731 und etwa 1734 in Schwäbisch Hall aufhielt. Im Mittelfeld der Decke ist eine "Pastorella" (Hirtin) mit Hirtenstab und Schafen auf einer blumenbestandenen Weide zu sehen, vier muschelgekrönte Zweipässe in den Ecken enthalten Putten als Verkörperungen der Jahreszeiten Frühling (mit Blumenstrauß), Sommer (Ernteszene), Herbst (Weinlese) und Winter (am wärmenden Feuer). Die Übergänge von den Wänden in die Decke zeigen plastisch herausmodellierte Jagdszenen von "superber Qualität" (E. Jeutter); der an der Ostwand dargestellte, schießende Jäger ist möglicherweise der Hausherr. Gezeigt werden Hetzjagden mit Hunden auf Hirsche und Wildschweine, an der Südwand ist ein Putto  zu sehen, der die Familienwappen des Hausherrn (links) und seiner Ehefrau (rechts) hält. Interessant ist, dass der Auftraggeber sich mit pietistischer und orthodox-lutherischer Theologie befasste, aber offenbar keinen Widerspruch zwischen diesen Neigungen und der luxuriösen und teuren Ausstattung seines Hauses sah. 

Vorfahren von Dietrich Bonhoeffer

Im Haus Am Markt 8 haben mehrere Generationen Vorfahren des  bedeutenden protestantischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) gelebt. Einziges Kind aus der Ehe des Hausbesitzers Georg Hufnagel (1649-1723) und seiner zweiten Ehefrau Catharina Elisabetha geb. Seiferheld (1694-1762) war der Stättmeister Johann David Hufnagel (1721-1791), ebenfalls ein Besitzer des Hauses. Seine Tochter Anna Maria Rosina (1756-1837) heiratete 1780 den Arzt Dr. Johann Friedrich Bonhöffer (1756-1809) und ist eine Ururgroßmutter Dietrich Bonhoeffers. Aus der zweiten Ehe der Catharina Elisabetha geb. Seiferheld mit dem Juristen und Ratsherrn Dr. Johann Balthasar Wibel (1693-1737) stammte die Tochter Katharine Magdalene (1735-1769), deren Enkelin Luise Haspel (1800-1863) den Pfarrer Sophonias Franz Bonhöffer (1797-1872) heiratete. Sie ist eine Urgroßmutter Dietrich Bonhoeffers. 

Biografien von Hausbesitzern und -bewohnern

Hans Hoffmann (†1611) und Anna geb. Köberer (†1614)

Über den nach derzeitigem Stand frühesten bekannten Besitzer des Hauses ist relativ wenig bekannt. Hans Hoffmann stammte aus Coburg, sein Vater hieß Gabriel Hoffmann, ein Geburtsdatum ist nicht bekannt. Er übte das Handwerk eines Kantengießers (Zinngießers) aus und erwarb 1560 das Haller Bürgerrecht. Am 30. Juni 1567 heiratete er Anna Köberer, eine Tochter des Michel Köberer. Anna Hoffmann muss eine auffallende Schönheit gewesen sein, denn noch 1611 erwähnte der Pfarrer, man habe sie "sonsten die hüpsche Kantengießerin genannt". 1599 versteuerte er ein Vermögen von 1.000 Gulden. Hans Hoffmann starb am 1. Februar 1611, ein daraufhin aufgenommenes Inventar nach Räumen nennt vor allem den Hausrat des Ehepaares, aber auch eine Schuldforderung über 160 Gulden sowie Schulden von ingesamt 430 Gulden. Der Tod seiner Witwe Anna folgte am 20. Januar 1614. Die nach diesem Todesfall angelegte Inventur nennt die vier Kinder Jacob (*1561), Hans Adam (*1569), Anna Maria (*1577 oder 1589) und Hans Jörg (*1578) als Erben.

Hans Adam Hoffmann (1569-1634), Apollonia geb. Beyschlag (um 1589-1607) und Ursula geb. Völker (†1634)

Über Hans Adam Hoffmann ist ebenfalls wenig bekannt. Er wurde am 5. Juni 1569 als Sohn des Kantengießers Hans Hoffmann und der Anna geb. Köberer geboren und erlernte das Handwerk seines Vaters. Am 8. Juni 1603 heiratete er Apollonia Beyschlag, eine Tochter des Salzsieders Thomas Beyschlag. Seine erste Frau starb am 22. Februar 1607. Im Totenbuch heißt es, sie sei "ob der Geburt mitt dem Kindt verschieden." Hoffmann heiratete daraufhin am 12. April 1608 Ursula Völker, eine um 1589 geborene Tochter des Peter Völker. im Herbst 1634, als in Schwäbisch Hall die Pest grassierte und mindestens 1.126 Todesopfer forderte, starben zuerst die beiden Kinder Josef (*1613) und Barbara (*1620), dann am 11. November Ursula Hoffmann (45 Jahre alt) und schließlich am 20. November Hans Adam Hoffmann selbst im Alter von 63 Jahren. Von den acht nachweisbaren Kindern des Paares haben maximal drei das Erwachsenenalter erreicht.

Johann Josef Henn (1614-1671) und Marie geb. Hoffmann (1617-1655)

Johann Josef Henn wurde am 16. April 1614 in Schwäbisch Hall als Sohn des Sporers Johann Henn geboren. Der Vorname seiner Mutter ist im Nekrolog nicht genannt, sie stammte aus Geislingen in der Nähe von Ulm. Nach dem Besuch der Schule lernte er bei seinem Vater das Sporershandwerk, und ist "ein zeitlang gewandert". Nach seiner Rückkehr nach Schwäbisch Hall heiratete er am 28. Juli 1635 im Alter von 21 Jahren Marie Hoffmann (*1. Mai 1617) , die 19 Jahre alte Tochter des Kantengießers Hans Adam Hoffmann und dessen zweiter Frau Ursula geb. Völker. Marie Hoffmann hatte die Schule besucht, "da sie neben dem Catechismo, vielen Sprüchen & Gebethlein wol Leßen & Schreiben erlernet, folgends da sie ... etwas erwachsen, zur Haußhaltung angehalten worden." Durch den Tod ihrer Eltern, die im Herbst 1634 kurz hintereinander vermutlich der Pest zum Opfer fielen, wurde sie Waise. Das Elternhaus am Markt hat sie vermutlich in die Ehe mit Henn eingebracht. 1643 verkaufte das Ehepaar das Anwesen an Melchior Mayer. Bereits 1637 hatte es ein weiteres Haus beim Spital erworben. Johann Josef und Maria Henn hatten neun Kinder, fünf Töchter und vier Söhne, von denen aber nur der Sohn Johann Georg (*1650) und die Tochter Anna Catharina (*1639) das Erwachsenenalter erreichten. Die anderen starben als Kinder oder Jugendliche. Marie Henn hat, so der Nekrolog, "ihr Christenthumb ... wol beobachtet, die Kirchen fleißig besuchet, die Predigten andächtig angehört, Gottes Wort geliebet & gern geleßen & eyfferig betrachtet, ...  ihre Kinder sorgfältig erzogen, der Haußhaltung embsig abgewartet." Sie begann 1653, unter "Baufälligkeit" zu leiden, war ab 1654 bettlägerig und starb am Neujahrstag 1655 im Alter von 37 Jahren, ohne dass eine genauere Todesursache angegeben wurde.
Ihr Witwer ging vier Monate später, am 8. Mai 1655, eine zweite Ehe mit der deutlich jüngeren Barbara Holderbusch (*13.  Dezember 1633) ein, ohne weitere Kinder zu bekommen. Im Juli 1671 begann er, unter "Frost und Hitz" (Wechselfieber, vielleicht Malaria) zu leiden und starb nach acht Tagen am 26. Juli 1671 im Alter von 57 Jahren. In der Inventur berechnete man das Vermögen (inkusive des Hauses bei der Spitalschmiede und eines Krautgartens an der Riedener Steige) auf 705 Gulden und 23 Schilling; dem standen allerdings Passiva von 696 Gulden und 23 Schilling gegenüber, von denen Ansprüche der Tochter (160 Gulden), des Sohns (320 Gulden) und der Witwe (95 Gulden) die größten Posten ausmachten. An zusätzlichem Erbe blieben deshalb jedem der drei Berechtigten jeweils drei Gulden. Dieses enttäuschende Ergebnis hing mit einem offenbar dramatischen Vermögensverlust in den letzten Lebensjahren Henns zusammen, vielleicht aufgrund von Krankheiten. Die Teilungsdeputierten hielten fest, dass "dißes Hennische Vermögen allso verschwunden und in Abgang geraten [sei], daß die Wittibin für dero eingebrachte 95 fl Heüathsguet nit mehr allß 10 fl zu empfangen hette." Allerdings habe die Tochter "uff innstendiges Klagen und seüffzendes Bitten ... zu Erhaltung deß Vatters seel. redtlichen Namens" zugunsten ihrer Stiefmutter auf einen Teil ihrer Erbansprüche verzichtet. Barbara Henn starb zehn Jahre nach ihrem Ehemann am 1. Oktober 1681.

Melchior Mayer (1599-1676) und Marie verw. Heller geb. Stöcklin (1591-1657)

Melchior Mayer wurde am 15. Juni 1599 im zum Herzogtum Württemberg gehörenden Gemmrigheim als Sohn des Leinenwebers Melchior Mayer und dessen Ehefrau Elisabetha geb. Mößner geboren. Während der üblichen Handwerkerwanderung geriet er offenbar in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs und "hat sich in das Soldaten Wesen begeben", erhielt aber bald seinen Abschied und ließ sich in Schwäbisch Hall nieder. Hier heiratete er am 12. August 1623 im Alter von 24 Jahren Maria Haller, eine 31 Jahre alte Witwe.
Die am 27. Juni 1591 in Hall geborene Maria Stöcklin war eine Tochter des Schusters Elias Stöcklin und der Walburg geb. Dürr. Sie besuchte die Schule und wurde auch "zum Nehen, Würcken & der Haußhaltung" angehalten. Sie hatte am 3. März 1612 im Alter von 22 Jahren den aus Böhringen stammenden Schuhmacher, Witwer und angehenden Haller Bürger Leonhard Heller geheiratet . Dieser hatte sie jedoch nach drei Jahren verlassen und ist nach sieben Jahren um 1620 "in der Frembte gestorben". Die beiden Kinder aus ihrer ersten Ehe starben vor ihrer Mutter, die Tochter Gertrud (*1613) als 28jährige, der Verbleib des Sohns Georg Melchior (*1614) ist unbekannt.
Mit ihrem zweiten Ehemann Melchior Mayer hatte sie weitere fünf Kinder, von denen nur die älteste Tochter Anna Maria (*1624) das Erwachsenenalter erreichte. Die anderen starben als Säuglinge oder Kinder. Das  Haus am Markt erwarb  Mayer 1643. Der Verkauf der Waren war zumindest teilweise Aufgabe der Frau, denn sie hat dem Nekrolog zufolge "die Nahrung mit vieler Beschwerdt auf den Märckten hin & wieder emsig gesuchet". An solch einem Markttag hat Marie Mayer auch "ein starcker Frost angestoßen, darauf ein große Hitz erfolget." An dieser offenbar mit starkem Fieber verbundenen Erkrankung starb sie am 8. März 1657 im Alter von 65 Jahren. Ihr Ehemann lebte 19 Jahre lang als Witwer, bis sein Leben im Alter von 76 Jahren am 5. Februar 1676  durch einen "Schlagfluß" (vermutlich einen Schlaganfall) "schnell und unversehends" beendet wurde.

Martin Rechenberger (1615-1692) und Anna Maria geb. Maier (1624-1695)

Martin Rechenberger stammte aus "Zilcha in Wasserpolen", womit vermutlich das Dorf Züllchow in Pommern (heute polnisch: Żelechowa, Stadtteil von Szczecin/Stettin) oder die Stadt Züllichau an der Oder (damals Brandenburg, heute Sulechów, Woiwodschaft Lebus, Polen) gemeint ist. Sein Vater Christoph Rechenberger war Verwalter eines ortsansässigen Adeligen, seine Mutter hieß Barbara geb. Regler. Im Alter von 13 Jahren wurde er vom Quartiermeister eines schwedischen Reiterregiments mit Gewalt aus seiner Heimat verschleppt und "4 Jahr elendiglich tractirt". 1632 begab er sich in kursächsische Kriegsdienste und gehörte für drei Jahre zum Reiterregiment Vizthum, trat 1635 in das kaiserliche Reiterregiment Kraz ein und kam darauf für zwei Jahre in die Dienste des spanischen Gouverneurs in Frankenthal. Schließlich war  er neun Jahre lang Soldat im kurbayerischen Reiterregiment des Grafen Johann von Sporck. In seiner Zeit als Soldat erlebte und überlebte er etliche der großen Feldschlachten des Dreißigjährigen Kriegs, so die bei Lützen (1632), Nördlingen (1634), Tuttlingen (1643), Freiburg (1644) Herbsthausen (1645) und Jankau (1645). Während die Sporck'schen Truppen in Schwäbisch Hall im Quartier lagen  - hierbei führten sie am 8. März und 19. Mai 1644 das "Haller Hexenbad" durch, in dessen Verlauf sieben Frauen aus dem Tross wegen angeblicher Hexerei hingerichtet wurden -  heiratete Rechenberger im Alter von 28 Jahren am 19. März 1644 Anna Maria Maier (*5. Juli 1624), die 19 Jahre alte Tochter des Handelsmanns Melchior Maier und der Marie geb. Stöckler. Trotz seiner Eheschließung diente Rechenberger weiter als Soldat und erhielt erst 1648 oder 1649 seinen Abschied. Danach ließ er sich in Schwäbisch Hall nieder, wo er vermutlich das Geschäft seines Schwiegervaters übernahm und das Gewerbe eines Leinwandhändlers betrieb. Um 1650 muss er auch den Hausanteil seines Schwiegervaters erworben haben, den Teil des Apothekers Valentin Barth kaufte er 1653. Das Paar hatte vier Kinder. Maria Agatha (*1658) starb als Säugling, über die andere Tochter Anna Maria (*1654) kam ihr Elternhaus an deren zweiten Ehemann Georg Hufnagel. Die Söhne Johann Peter (*um 1644) und Andreas Valentin (*1651) sind beide "in die Frembde verschollen", ersterer unter Hinterlassung einer Frau und zweier Kinder. Im Sommer 1691 erkrankte Martin Rechenberger an einem "gefährlichen Geschwulst", das sich in seinem Körper immer mehr ausbreitete. Er starb am 14. Januar 1692 im Alter von 76 Jahren. Bereits im Jahr zuvor hatte seine Frau Anna Maria einen Schlaganfall erlitten, "daß nicht allein die rechte Seite gelähmet, sondern auch die Zunge gehemmt wurde, daß sie mit der Sprach nicht mehr fortkommen und bey 2 Jahren nicht aufgehen kundte." Gepflegt wurde sie in dieser Zeit vermutlich von ihrer Tochter Anna Maria und dem Schwiegersohn Georg Hufnagel. Sie starb am 15. November 1695 im Alter von 71 Jahren an einem "Steckfluß", vermutlich einem Lungenödem in Folge Herzversagens. 
Das Ehepaar Rechenberger hinterließ ein umfangreiches Vermögen, das zeigt, dass der ehemalige Soldat offenbar auch ein geschickter Kaufmann war. Hierzu gehörten unter anderem das für 1200 Gulden angeschlagene Haus am Markt, eine Scheuer hinter der Waag (200 Gulden), allerlei "Silberwerck" (darunter ein "Tamboursschild", wohl ein Erinnerungsstück an Rechenbergers Kriegsdienste), ein großes Bargeldvermögen im Wert von 1.137 Gulden, Wein für 712 Gulden, Schuldforderungen von 761 Gulden sowie ein umfangreiches Warenlager mit Textilien und Stoffen aller Art, dessen Wert sich auf nicht weniger als 2.820 Gulden belief. Hierzu gehörten z.B. offensichtlich sehr hochwertige Spitzen, Borten und Bänder, u.a. aus Seide. Das gesamte, beetpflichtige Vermögen der Witwe Rechenberger belief sich auf 6.917 Gulden, womit sie zweifellos zur Gruppe der 30 reichsten Haller ihrer Zeit gehört haben dürfte. In den Genuss dieses Vermögens kam vor allem die Tochter Anna Maria und der Schwiegersohn Georg Hufnagel. Für den verschollenen Sohn Valentin setzte man zwar einen Pfleger ein, doch fiel das Vermögen offenbar schließlich der Schwester zu. Den "in der Frembde sich aufhaltenden ungehorsamen Sohn Johann Peter", der seine Frau und zwei Kinder in Schwäbisch Hall zurückgelassen hatte, könnte man - so das Testament von 1691 - "nach Ordnung der Rechten wohl und billich gäntzlich enterben und aus der elterlichen Lieb schliessen." Aus "Vätterlicher Affection" wies das Ehepaar ihm bzw. seinem in Augsburg als Barbier arbeitenden Sohn aber immerhin einen Betrag von 1.000 Gulden zu. Von dieser Summe waren allerdings die "auff ihn und seinen Sohn Johann Georg verbrauchten großen Uncosten" zu begleichen. Ferner legten die Eltern fest, dass Sohn nicht das verbleibende Vermögen selbst, sondern nur die Zinsen bekommen sollte, während man dem Enkel immerhin eine Gabe von 150 Gulden zur Hochzeit versprach. Ansonsten solle das Geld nicht der verlassenen Schwiegertochter, sondern der Tochter Anna Maria zufallen.

Georg Hufnagel (1649-1723), Anna Marie verw. Frank geb. Rechenberger (1654-1716) und Catharina Elisabetha geb. Seiferheld (1694-1762)

Georg Hufnagel wurde am 19. Dezember 1649 in Ansbach als Sohn des Bortenmachers, Ratsherrn und Handelsmanns Leonhard Hufnagel und seiner Frau Cordula Rosina geb. Schmid geboren. Er wurde dort bald in die deutsche Schule geschickt, "allwo er Leßen, Schreiben, den Catechismus u. die schönsten Gebetter erlernte." Da er sich als begabter Schüler erwies, besuchte er auch das Ansbacher Gymnasium bis zur Tertia. Offenbar sollte er auch studieren, "weilen er aber selbst keine Lust bezeigte, ließ  man ihm den freyen Willen, seines Hrn. Vatters Profession u. Handelschaft zu ergreiffen." Nach einer Lehre bei seinem Vater entwickelte er "ein großes Belieben zu Sprachen u. fremden Ländern" und begab sich im Alter von 20 Jahren auf Wanderschaft. Er reiste zunächst durch Schwaben, Bayern, das Elsaß und den Sundgau, besuchte dann die Schweiz, Frankreich, Savoyen, Piemont, und Italien, "allwo er nebst Besichtigung vieler Seltenheiten die franzöische und ital. Sprache wohl erlernet." Daraufhin begab sich Hufnagel über Mailand nach Österreich, Kärnten, Steiermark und Ungarn und reiste durch Mähren, Böhmen und die Pfalz nach Hause zurück, wo er "nach 6 Jahren u. ausgestandener vieler Gefahr" wieder ankam.
Spätestens 1675 ließ er sich in Schwäbisch Hall nieder. Er erwarb am 4. Oktober 1675 für 40 bar bezahlte Gulden das Haller Bürgerrecht und heiratete am 25. Oktober im Alter von 25 Jahren die 21 Jahre alte Anna Maria Franck geb. Rechenberger (*18. März 1654). Sie war eine Tochter des wohlhabenden Handelsmanns Martin Rechenberger und der Anna Maria geb. Meyer und hatte am 15. April 1673 mit 19 Jahren den 12 Jahre älteren, verwitweten Nadler und Handelsmann Hans Franck (*1641) geheiratet. Die Ehe hatte jedoch keine zwei Jahre gedauert, da Franck am 21. Februar 1675 an einer fiebrigen Erkrankung gestorben war. Das einzige Kind, der Sohn Johann Georg (*1674) fiel im Folgejahr der Ruhr zum Opfer. Es ist anzunehmen, dass Georg Hufnagel das Geschäft des ersten Mannes seiner Frau übernahm und weiter führte. Das Paar dürfte auch im Haus des Schwiegervaters am Markt gewohnt haben, da Georg Hufnagel in den Beetlisten (= Bürgersteuerlisten) bis 1692 in der Rubrik "Rott" aufgeführt wird, also kein eigenes Haus besaß. In 41 Ehejahren hatte das Paar fünf Kinder, von denen aber nur die Tochter Maria Magdalena (*1676) das Erwachsenenalter erreichte. Sie war in erster Ehe mit Georg David Spänkuch, in zweiter Ehe mit dem Arzt Dr. Johann Georg Glock verheiratet und starb bereits 1713, ihr einziges Kind im folgenden Jahr. Die anderen Kinder von Georg und Anna Maria Hufnagel, Johann David (*1678), Magdalena Barbara (*1682), Anna Maria (*1690) und Johanna Magdalena (*1693) waren als Säuglinge oder Kleinkinder verstorben. Am 28. September 1716 folgte der Tod von Anna Maria Hufnagel im Alter von 62 Jahren. Sie hatte an der "Wind- und Wassersucht" gelitten und war diesem Leiden trotz der vom Schwiegersohn verabreichten "kostbarste[n] Mittel" erlegen.
Der nunmehr 67 Jahre alte Georg Hufnagel ging im folgenden Jahr, am 7. September 1717, eine zweite Ehe mit der fast 45 Jahre jüngeren Catharina Elisabetha Seiferheld ein, einer Tochter des Pfarrers Johann Ludwig Seiferheld und der Marie Blandine geb. Spänkuch. Der Autor des Nekrologs schrieb über das ungleiche Paar: "Wie vergnügt u. glückl[ich] diese Ehe geweßen, ist aus ihrer aufrichtig, getreu[en] u. beständig[en], jedermann bekannten Liebe zu schließen, so daß sich der seel[ige] selbst glückl[ich] geschätzet, sein Alter in solcher Vergnügung zubring[en] zu kön[nen]." Das Paar hatte ein Kind, den 1721 geborenen Johann David (s. unten). Der Nekrolog schildert Hufnagel als "aufrichtigen, getreuen Bürger", weshalb ihn der Rat 1702 in den Äußeren Rat berief und ihm 1711 den Rang eines Kapitäns (Hauptmanns) der Bürgerkompanie in der Oberen Stadt verlieh. Er wird als fleißiger Kirchgänger geschildert, der "auch zu Hauße sich an d. Bibel u. geistreich[en] Büchern ergötzet." Recht eindeutig geht aus den Beetlisten der wirtschaftliche Erfolg Georg Hufnagels hervor. 1676 hatte er ein Vermögen von 800 Gulden versteuert, 1692 war es auf 3.200 Gulden angewachsen, 1722 auf 16.000 Gulden. Ein wesentlicher Faktor hierbei dürfte gewesen sein, dass Hufnagels erste Frau Anna Maria geb. Rechenberger nach dem Tod ihrer Mutter 1695 de facto Alleinerbin des umfangreichen elterlichen Vermögens war. So dürfte Hufnagel zu den zehn reichsten Bürgern der Reichsstadt gehört haben. Ab Mitte 1722 begann er unter Mattigkeit zu leiden, ab Ende November unter häufigem Erbrechen. Obwohl man keinen Aufwand an "kostbaren Medicamenten" scheute, kamen noch sich verstärkende Brustschmerzen hinzu, so dass Georg Hufnagel am 5. Januar 1723 im Alter von 73 Jahren starb. Seine Witwe heiratete 1724 den Ratsherrn Johann Balthasar Wibel und lebte bis 1762 (s. unten).

Katharina Elisabetha Wibel verw. Hufnagel geb. Seiferheld (1694-1762) und Johann Balthasar Wibel (1693-1737)

Katharina Elisabetha Seiferheld wurde am 4. November 1694 als Sohn des Pfarrers Johann Ludwig Seiferheld und der Maria Blandina geb. Spänkuch in Hall geboren. Ihr Vater war zur Zeit ihrer Geburt Präzeptor (= Lehrer) am Gymnasium und rückte später zu Prediger an St. Michael und Dekan auf.  Sie wurde "in Kirchen, Schulen und und zu Haus zum Grund des Evangel. Glaubens angewiesen und in oeconomisch[en] Geschäften unterrichtet."  Ihre erste Ehe ging sie am 7. September 1717 im Alter von 22 Jahren mit dem 67 Jahre alten Handelsmann und Witwer Georg Hufnagel ein (s. oben). Dass Johann Ludwig Seiferheld einen Schwiegersohn wählte, der älter als er selbst war, mag mit dessen beträchtlichem Vermögen zusammenhängen, das mangels anderer Erben komplett an seine Tochter fallen würde. Katharina Elisabetha gebar 1721 den Sohn Johann David (s. unten), verlor ihren Ehemann aber bereits am 5. Januar 1723.
Ein Jahr später, am 22. August 1724, schloss sie ihre zweite Ehe mit dem Ratsadvokaten Johann Balthasar Wibel. Dieser war am 18. Januar 1693 in Hall als Sohn des Pfarrers Josef Bernhard Wibel und der Euphrosina geb. Driller geboren worden. Johann Balthasar besuchte zunächst die Deutsche Schule, dann - ab April 1701 - das Gymnasium, wo er "dermaßen glücklich proficirte, daß er vom löbl. Scholarchat mit 3 praemiis diligentiae [= Prämien für Fleiß] beehrt wurde". Der frühe Tod seines Vaters scheint den Abschluss des Gymnasiums gefährdet zu haben, doch gelang ihm dies dank der Förderung des damaligen Rektors des Gymnasiums, Johann Ludwig Seiferheld (sein späterer Schwiegervater). 1712 hielt er im Gymnasium seine "oratione valedictoria" und konnte "die lectiones gymnasii mit höheren academicis verwechseln".Daraufhin studierte er in Tübingen Recht und Philosophie, promovierte dort und wurde als Advokat an das württembergische Hofgericht berufen. In der Folge begab er sich ein Jahr nach Wetzlar an das Reichskammergericht, von dort nach Wien zum Reichshofrat "und acquirirte an beeden Orten durch seinen Fleiß eine stattliche Erfahrung."  Er hatte "auch Lust, Ungarn zu besehen", und nahm mit seinem älteren Bruder, dem kaiserlichen Husaren-Rittmeister Andreas Bernhard Wibel, am (recht ereignislosen) Feldzug von 1718 gegen die Türken teil. 1719 berief ihn der Haller Rat zum außerordentlichen Ratsadvokat, er kehrte aber noch einmal nach Ungarn zurück, um die Familie seines Bruders nach Hall zu bringen. Wibel nutzte die Gelegenheit zu einer weiteren Bildungsreise, "machte deßwegen die Tour über die sächsische[n] Universitäten Jena, Leipzig, Wittemberg, und betrachtete auch, was in Dreßden und Berlin remarquables war." Hier gelang es ihm auch, König Friedrich Wilhelm I. von Preußen "seine  allerunterthänigste Reverence zu machen". Eine weitere Station der Rückreise war Prag. 1723, kurz vor seiner Eheschließung, erfolgte die Bestellung zum ordentlichen Ratsadvokaten. Das Ehepaar Wibel hatte sechs Kinder, Marie Rosine (*1725), Maria Elisabetha (*1726), Susanne Marie (*1728), Friedrich Bernhard (*1730), Johann Karl (*1732) und Katharine Magdalene (*1735), von denen bis auf die zweite, als Kleinkind gestorbene Tochter alle das Erwachsenenalter erreichten.  Nach der  Eheschließung setzte Johann Baltasar Wibel seine Karriere in der reichsstädtischen Verwaltung fort, die ihm u.a. 1727 einen Sitz im Rat, 1732 den Posten eines Amtmanns im Kocheneck oder 1736 das Amt des Rechnungs-Justificators (Rechnungsprüfers) einbrachte. Der Nekrolog rühmt seinen Charakter nach Kräften. Demzufolge erwarb er sich "durch seinen Fleiß, Klugheit, Liebe zur Gerechtigkeit, und andere schöne Regenten Tugenden so wohl bey Einem Hochedlen Magistrat eine besondere Hochachtung, als auch bei der gesambten Bürgerschaft und Ambts-Unterthanen eine große Liebe." Der "fatale Brand" der Stadt im Jahr 1728 brachte dem Ehepaar großen Schaden, da das gemeinsame Wohnhaus am Markt dem Feuer zum Opfer fiel. Der prachtvolle Neuaufbau weist die großen finanziellen Mittel und das Repräsentationsbedürfnis der beiden hin, insbesondere der "Jagdsaal" im Ersten Stock mit seinen aufwändigen Stukkaturen. In einem gewissen Kontrast hierzu stehen die theologischen Interessen Wibels, der dem Nekrolog zufolge pietistische Autoren wie Philipp Jacob Spener, Christian Scriver und Johann Arndt las. Im Januar 1737 begann Johann Balthasar Wibel an einem "febri maligna" (bösartigen Fieber) und großen Schmerzen am rechten Ohr zu leiden; es folgten offenbar Hautausschlag ("Friesel"), Fieber und "Beklemmung des Herzens", so dass er am 31. Januar 1737 im Alter von 44 Jahren verstarb. 
Die zum zweiten Mal zur Witwe gewordene Katharina Elisabetha Wibel zog die Kinder allein auf und zeigte dabei aus Sicht des Nekrologschreibers, "daß sie auch die christl. Pflicht einer treuen Mutter beobachtet" habe. Sie wurde bereits einige Zeit durch "öfftere kränklichte und mehrentheils schmerzhaffte Anfälle" geplagt, später kamen Asthma und rheumatische Beschwerden hinzu. Es folgten schlimmere Asthmaanfälle, Krämpfe, Erbrechen und Herzschmerzen und schließlich - unter geistlicher Begleitung des Sohns und Pfarrers Johann Carl Wibel - der Tod am 21. November 1762 im Alter von 68 Jahren. 

Johann David Hufnagel (1721-1791) und Elisabeth Charlotte geb. Drechsler verw. Häberer (1722-1790)

Johann David Hufnagel wurde am 7. Juli 1721 in Hall als Sohn des bereits 71 Jahre alten Handelsmanns und äußeren Rats Georg Hufnagel und seiner 26 Jahre alten, zweiten Ehefrau Katharina Elisabetha geb. Seiferheld geboren. Die schnelle Taufe deutet darauf hin, dass man das Überleben des Säuglings für zweifelhaft hielt. Johann David überlebte die gefährliche Kinderzeit, wurde aber 1723 durch den Tod seines für damalige Verhältnisse hochbetagten Vaters zum Halbwaisen. Seine Mutter heiratete ein Jahr später den wohlhabenden Ratsadvokaten und Ratsherrn Johann Balthasar Wibel, mit dem sie vier weitere Kinder hatte. Zusammen mit seinen Halbgeschwistern wuchs Johann David im nach dem Stadtbrand von 1728 von der Mutter und dem Stiefvater neu erbauten Haus am Markt auf. Er besuchte zunächst eine deutsche Schule, ab 1730 das "Gymnasium Illustre" (Gymnasium bei St. Michael). Hierbei zeigte er offenbar "vielversprechende Talente" für eine akademische Bildung. 1741 nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften in Jena auf und wechselte nach zwei Jahren an die Universität Halle. Nach weiteren drei Jahren Studium dort kehrte er nach Schwäbisch Hall zurück, wo er die Stelle eines außerordentlichen Ratsadvokaten bekam. Neben den eigenen Talenten dürften sicher auch das Geld und die Position der Eltern bzw. des Stiefvaters die Karriere befördert haben.
Auch seine Ehe dürfte beim weiteren Aufstieg hilfreich gewesen sein. Am 19. März 1751 schloss er im Alter von 29 Jahren die Ehe mit der knapp ein Jahr jüngeren Elisabetha Charlotta Heberer geb. Drechsler (*10. März 1722). Die Tochter des Haller Stättmeisters Johann Lorenz Drechsler aus seiner dritten Ehe mit der aus Ansbach stammenden Susanna Elisabetha Pachelbl von Gehag war  ebenfalls früh zur Halbwaisen geworden, da ihr Vater 1725 im Alter von 60 Jahren starb. Nach dem großen Stadtbrand von 1728 zog die Mutter mit ihr nach Ansbach, konfirmiert wurde sie jedoch in Schwäbisch Hall. Sie "legte sich sattsame Käntnisse in allen ihrem Geschlecht nöthigen Wissenschaften bey" und heiratete am 13. April 1746 in Ansbach den fürstlich brandenburgischen Rat Carl Friedrich Heberer. Nach anderthalb Ehejahren starb ihr Mann jedoch plötzlich am 3. Oktober 1747, während er wegen Geschäften außer Haus war. Drei Wochen zuvor hatte sie einen toten Jungen zur Welt gebracht. Zu ihrer zweiten Eheschließung kehrte sie dann nach Schwäbisch Hall zurück.
Johann David und Elisabetha Charlotta Hufnagel hatten sieben Kinder, die alle das Erwachsenenalter erreichten. Über die Tochter Anna Maria Rosina (1756-1837), die 1780 den Arzt Dr. Johann Friedrich Bonhöffer (1756-1809) heiratete, gehört das Paar zu den Vorfahren des bedeutenden evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Der Sohn Wilhelm Friedrich Hufnagel (1754-1830) schlug die geistliche Laufbahn ein, wurde Professor der Theologie in Erlangen, amtierte später in Frankfurt und galt seinerzeit als bedeutender Wissenschaftler.
1752 rückte Hufnagel in den Inneren Rat auf, wo er laut Nekrolog "durch seine Rechtschaffenheit von einer Stufe der Ehre zur anderen" aufstieg. Im Jahr 1783 erreichte er die Spitze der reichsstädtischen Verwaltung und amtierte in den Folgejahren im Wechsel mit Nikolaus Friedrich Haspel als regierender Stättmeister (Hall hatte zwei Stättmeister, von denen jeweils einer als regierender Stättmeister an der Spitze der Reichsstadt stand). Der Autor des Nekrologs zeichnete Hufnagels Charakter als Idealbild eines Regenten: "Religion, Menschenliebe, Beförderung des Glücks seiner Zeitgenossen, Püncktlichkeit ... in Geschäften, unermüdete Arbeitsamkeit, strenge Übung der Gerechtigkeit, thätiger Eyfer für das Wohl der Stadt und des Landes, herablassende Güte gegen Jedermann, das waren die sichtbaren Züge in seinem vortrefflichen Charakter." Wie real dieses Bild ist, muss offen bleiben. Während sich Johann David Hufnagel offenbar bis zuletzt einer guten Gesundheit erfreute, scheint seine Frau immer wieder krank gewesen zu sein; der Nekrolog berichtet, sie sei durch "harte Niederkunften" (Geburten) geschwächt und immer wieder durch Krämpfe und andere körperliche Leiden geplagt worden, habe aber umso mehr ihren Trost im Glauben gesucht. Ein "heftiges Fieber mit anhaltend trokener Hize" führte am 27. Februar 1790 zu ihrem Tod im Alter von 68 Jahren. Der Witwer, "der Magnificus, wohlgeborene und hochgelehrte Herr ..., bey allhiesiger Stadt hochverdiente ältere, damals amtsregierender Städtmeister..." fiel am Morgen des 9. Februar 1791 am Mittagstisch im Alter von 69 Jahren einem "plötzlichen Steck- und Schlagfluß", also vermutlich einem Schlaganfall zum Opfer.

Johann Lorenz Sophonias Hufnagel (1752-1813) und Catharina Margaretha Elisabetha Hufnagel geb. Bölz (1760-1836)

Johann Lorenz Sophonias Hufnagel wurde am 8. März 1752 in Hall als ältester Sohn des Ratsherren und späteren Stättmeisters Johann David Hufnagel und der Elisabetha Charlotta geb. Drechsler geboren. Ab April 1759 besuchte  er das Gymnasium Illustre und dürfte anschließend Jura studiert haben. Nach seiner Rückkehr nach Schwäbisch Hall trat er mit dem Amt eines Ratssekretärs in die reichsstädtische Verwaltung ein. Am 7. September 1779 heiratete er im Alter von 27 Jahren die sieben Jahre jüngere Catharina Margaretha Elisabetha Bölz (*8.Februar 1760), eine Tochter des Ratsherrn Johann Friedrich Bölz und der Maria Sibylla geb. Bonhöffer. Beide Partner gehörten zu den dominierenden Familien der Reichsstadt Hall. Von den vier Kindern erreichten Maria Sophia Sibylle (*1782), Carl Wilhelm (*1783) und Elisabetha Wilhelmina (*1785) das Erwachsenenalter, während Lorenz Heinrich (*1787) als zwei Monate alter Säugling starb. 1791 übernahm er das Haus am Markt aus dem Nachlass seines Vaters. 1796 erfolgte die Berufung Hufnagels in den Rat. Das Ende der Reichsstadt Hall 1802 verhinderte weitere Karriereschritte. Der Sohn Carl Wilhelm diente in der württembergischen Armee und starb 1813 in Polen, gehört also zu den zahllosen Opfern des napoleonischen Russlandfeldzugs 1812-1813. Im selben Jahr endete auch das Leben des Vaters; Johann Lorenz Sophonias Hufnagel starb am 16. Juni 1813 im Alter von 61 Jahren an "Entkräftung". Die beiden Töchter heirateten nach Güglingen und Sulzfeld, Elisabetha Wilhelmina kehrte nach dem Tod ihres ersten Mannes in ihr Elternhaus nach Schwäbisch Hall zurück, um 1818 in zweiter Ehe den Pfarrer und Schulinspektor Friedrich Gottlob Franz Gräter zu ehelichen. Das Paar dürfte sich auch der Mutter angenommen haben, die 33 Jahre als Witwe lebte, das hohe Alter von 76 Jahren erreichte und am 14. Oktober 1836 an einem Schlaganfall mit Lungenlähmung verstarb. 

Johann Peter Braz (1772--1841) und Maria Sibylla geb. Schiller (1777-1854)

Johann Peter Braz wurde am 15. August 1772 in Schwäbisch Hall als Sohn des Handelsmanns bzw. Kaufmanns Wolfgang Friedrich Braz und der Anna Magdalena geb. Dürrwald geboren. Das Haus am Markt erwarb er 1798. Im folgenden Jahr heiratete er am 5. Dezember 1799 im Alter von 27 Jahren die fünf Jahre jüngere Maria Sibylla Schiller (*20. Januar 1777), eine Tochter des Pfarrers und Archidiakons Johann Ludwig Friedrich Schiller und seiner Frau Catharine Albertina geb. Hartmann. Im Jahr 1799 gründete er offenbar auch sein Geschäft am Markt, in dem er vor allem Eisen- und Metallwaren verkaufte. Das Ehepaar bekam drei Kinder. Georg Friedrich (*1800) starb 1810 kurz vor seinem 10. Geburtstag, die Tochter Amalia Carolina Friederika (*1807) wurde nur fünf Jahre alt. Als einziges Kind erreichte der 1814 geborene jüngste Sohn Friedrich Heinrich Theodor das Erwachsenenalter. Johann Peter Braz starb am 7. Februar 1841 im Alter vom 68 Jahren an "Brustwassersucht" (möglicherweise Brustfellentzündung). Seine Witwe erreichte ein Alter von 77 Jahren. Sie starb am 18. Februar 1854; für sie ist dieselbe Todesursache wie für Ihren Ehemann angegeben.

Friedrich Theodor Heinrich Braz (1814-1863) und Emma Justina geb. Gmelin (1819-1887)

Friedrich Theodor Braz war ein Sohn des Kaufmanns Johann Peter Braz und seiner Frau Maria Sybilla geb. Schiffer und wurde am 31. Januar 1814 im Schwäbisch Hall geboren. Am 21. März 1838 heiratete er in Schwäbisch Hall Emma Justine Gmelin (*28. November 1819), die in Stuttgart geborene Tochter des Salinekassiers Georg Christian Gmelin und der Katharina Justine geb. Sattler. Von den zwischen 1839 und 1854 geborenen sieben Kindern des Paares - vier Söhnen und drei Töchtern - starben der älteste Sohn und ein weiterer Sohn als Säuglinge an "Gichtern" (Krämpfen) bzw. einer "Hirnentzündung", die anderen erreichten das Erwachsenenalter. Friedrich Theodor Braz übernahm die Eisen- und Metallwarenhandlung seines Vaters im Haus am Markt .Er erreichte jedoch nur ein Alter von 49 Jahren und starb am 2. August 1863 in Schwäbisch Hall an einem Lungenleiden und "Nervenfieber" (möglicherweise Typhus). Seine Witwe Emma Braz zog nicht nur die Kinder auf, sondern führte auch das Geschäft weiter, bis sie es 1877 an ihren Sohn Theodor (*1846) und ihren Schwiegersohn Thomas Langhammer (s.u.), den Ehemann der zweitjüngsten Tochter Emma (*1852), abgab. Die Töchter Amalie (*1867) und Mathilde (*1854) heirateten auswärtige Partner in Zweibrücken bzw. Speyer, Alfred, Theodor und Emma blieben in Schwäbisch Hall. Theodor starb jedoch 1880 im Alter von 34 Jahren an einem Herzleiden, woraufhin das Geschäft komplett von seinem bisherigen Partner Langhammer übernommen wurde. Emma Braz starb am 14. Januar 1887 im Alter von 67 Jahren, laut Totenbucheintrag an einer Unterleibslähmung. Ihre Realteilung weist sie als wohlhabend aus. Einem Aktivvermögen von 97.762 Mark, zu dem die beiden Häuser Am Markt 5 (20.100 Mark) und Am Markt 8 (30.000 Mark), ein "Pflanz- und Ziergarten" mit Gewächs- und Gartenhaus in der Nähe des Solbads (10.000 Mark) sowie Wertpapiere über 17.300 Mark gehörten, standen Schulden von 1.113 Mark gegenüber, bei denen es sich aber um Geschäftsausgaben und einen kurzfristigen Kredit beim Schwiegersohn Eberhardt in Speyer handelte. Das Haus Am Markt 5 wurde verkauft, das Haus Am Markt 8 mit dem Geschäft übernahm der Schwiegersohn Thomas Langhammer.

Thomas Langhammer (1843-1891) und Emma Karoline geb. Braz (1854-1934)

Thomas Langhammer wurde am 28. September 1843 in Bamberg als Sohn des katholischen Porzellanmalers Johann Langhammer und der Anna geb. Melber geboren. Er erlernte den Beruf eines Kaufmanns und heiratete am 28. Mai 1872 in Schwäbisch Hall Emma Karoline Braz (*20. Mai 1852), die 20 Jahre alte Tochter des bereits 1863 verstorbenen Kaufmanns Friedrich Theodor Braz. Die seit ihrem 11. Lebensjahr als Halbwaise aufgewachsene Braut war offensichtlich das, was man eine "gute Partie" nennt: Sie brachte in die Ehe ein Vermögen von 10.800 Gulden ein, zu dem 8.000 Gulden Heiratsgut von der Mutter, eigene Besitzungen - darunter wertvoller Schmuck - im Wert von 426 Gulden und eine auf 2.377 Gulden veranschlagte Aussteuer gehörten. Diese umfasste eine komplette Haushaltseinrichtung mit Textilien, Möbeln - etwa einer "Plüsch-Garnitur" - und allem, was zum Haushalt einer wohlhabenden Bürgerfamilie gehörte, inklusive eines Aquariums und eines Vogelkäfigs. Demgegenüber steuerte Langhammer lediglich 1.542 Gulden bei. Neben 1.000 Gulden Heiratsgut von seinem Vater handelte es sich um etwas Schmuck, offensichtlich recht hochwertige Kleider, einige Bücher und diverse Kleinigkeiten wie ein "Opernglas" zu 6 Gulden. Das gemischtkonfessionellen Paar - Emma Braz war evangelisch - bekam drei Söhne, die 1873, 1876 und 1879 geboren wurden. 1877 übernahmen Langhammer und sein Schwager Theodor Braz das bis dahin von der Schwiegermutter bzw. Mutter weiter geführte, von Johann Peter Braz gegründete Geschäft. Nach dem Tod von Theodor Braz wurde er 1880 dessen alleiniger Eigentümer. Allerdings musste er die Miterben mit 14.000 Mark abfinden. Eine Anzeige aus dem Adressbuch von 1886 bezeichnet die von J. P. Braz 1799 gegründete Firma als "Eisen-, Stahl- und Messingwaren-, Material- und Farbwaren-Handlung", zu derem Angebot u.a. Heiz- und Kochöfen, Kochgeschirre, Haushaltsartikel, eiserne Garten- und Zimmermöbel, Farben, Firnisse und Öle aller Art sowie Zement gehörten. Die Geschäfte scheinen jedoch zuletzt nicht gut gegangen zu sein, wie sich nach dem frühen Tod Langhammers am 18. Februar 1891 im Alter von 47 Jahren zeigte. Einem "Restvermögen" von 19.136 Mark standen Forderungen der Witwe gegenüber, die sich auf nicht weniger als 46.531 Mark summierten - zu ihrem in die Ehe eingebrachten Vermögen war u.a. noch ihr Anteil am Erbe ihrer 1887 verstorbenen Mutter von  24.010 Mark gekommen. Emma Langhammer erklärte die dramatische Einbuße von fast 27.400 Mark in wenigen Jahren  mit "dem schlechten Geschäftsgang, welcher theilweise durch die Krankheit ihres verstorbenen Ehemannes herbeigeführt worden sei." Sie übernahm als Universalerbin den Nachlass ihres Mannes, verzichtete auf einen Konkursantrag und beglich sämtliche Schulden. Das Haus am Markt und das Geschäft hatte sie bereits vor Abschluss des Teilungsgeschäfts an den Kaufmann Paul Bauer verkauft.
Am 8. Dezember 1892 heiratete Emma Langhammer in Speyer ihren verwitweten Schwager Albert Haubs. Der 1843 in Mutterstadt geborene Kaufmann und Prokurist war in erster Ehe mit der 1890 in Bamberg gestorbenen Maria Barbara Langhammer verheiratet gewesen, einer Schwester von Thomas Langhammer. Das Ehepaar zog offenbar 1892 mit den drei Söhnen aus erster Ehe nach Bamberg. Albert Haubs starb dort bereits am 3. November 1907 im Alter von 64 Jahren. Emma Haubs überlebte auch zumindest zwei ihrer drei Söhne. Der   Kunstgärtner und Kunstmaler Friedrich (*1879) starb 1911 in Bamberg, der Tod des Kaufmanns Wilhelm (*1876) folgte 1912. Der Verbleib des ältesten Sohns Alfred (*1873) ist nicht bekannt. Er lebte bereits 1925 nicht mehr in Bamberg. Emma Haubs erwarb 1922 einen Pflegeplatz im Bamberger Antonistift und starb dort am 13. April 1934 im Alter von 81 Jahren.

Bilder

Bild aus dem März 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Bild aus dem März 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Das Wappen der Familie Bratz  erinnert an den Kaufmann Johann Peter Bratz, der das Haus 1798 erwarb. Bild aus dem Juni 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Das Wappen der Familie Bratz erinnert an den Kaufmann Johann Peter Bratz, der das Haus 1798 erwarb. Bild aus dem Juni 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Nordwestansicht. Bild aus dem August 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Nordwestansicht. Bild aus dem August 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Wappenportal an der Nordseite, März 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Wappenportal an der Nordseite, März 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Wappen des Johann Balthasar Wibel (links) und der  Katharina Elisabetha Seiferheld (rechts) über dem Portal an der Nordseite, März 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Wappen des Johann Balthasar Wibel (links) und der Katharina Elisabetha Seiferheld (rechts) über dem Portal an der Nordseite, März 2008. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Kellertür. Bild aus dem August 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Kellertür. Bild aus dem August 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal, Blick in Richtung Nordosten. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal, Blick in Richtung Nordosten. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal, Blick in Richtung Nordwesten. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal, Blick in Richtung Nordwesten. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal, Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal, Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Schäferin in der Mitte der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Schäferin in der Mitte der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Personifikation des Frühlings in der Nordwestecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Personifikation des Frühlings in der Nordwestecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Personifikation des Sommers in der Südwestecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Personifikation des Sommers in der Südwestecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Personifikation des Herbsts in der Südostecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Personifikation des Herbsts in der Südostecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Personifikation des Winters in der Nordostecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Personifikation des Winters in der Nordostecke der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Jäger mit Jagdhund an der Ostseite der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Jäger mit Jagdhund an der Ostseite der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Jagdhunde mit Hirsch an der Nordseite der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Jagdhunde mit Hirsch an der Nordseite der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Jagdhunde mit Wildschwein an der Westseite der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Jagdhunde mit Wildschwein an der Westseite der Decke. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Barocksaal. Putto mit den Familienwappen  von Johann Balthasar Wibel (links) und Katharina Elisabetha Seiferheld (rechts) an der Südwand. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Barocksaal. Putto mit den Familienwappen von Johann Balthasar Wibel (links) und Katharina Elisabetha Seiferheld (rechts) an der Südwand. Foto: Daniel Stihler (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Ausschnitt aus der Stadtansicht von Matthäus Merian nach Vorlage von Leonhard Kern, 1643. Der Vorgängerbau des heutigen Hauses ist nicht eindeutig identifizierbar, dürfte aber zur Häusergruppe in der Bildmitte gehört haben. Rechts ist die Jakobskirche zu erkennen, an deren Stelle heute das Rathaus steht (StadtA SHA S10/0506). Ansicht vergößern

Ausschnitt aus der Stadtansicht von Matthäus Merian nach Vorlage von Leonhard Kern, 1643. Der Vorgängerbau des heutigen Hauses ist nicht eindeutig identifizierbar, dürfte aber zur Häusergruppe in der Bildmitte gehört haben. Rechts ist die Jakobskirche zu erkennen, an deren Stelle heute das Rathaus steht (StadtA SHA S10/0506).

Ausschnitt aus einer Ansicht des Brandes in der Gelbinger Gasse von 1680; die Ansicht wurde offensichtlich von Merian übernommen (eingeb. in StadtA SHA HV HS 068) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Ansicht des Brandes in der Gelbinger Gasse von 1680; die Ansicht wurde offensichtlich von Merian übernommen (eingeb. in StadtA SHA HV HS 068)

Ausschnitt aus einer Planskizze der nordwestlichen Altstadt vor dem Brand von 1728. In der rechten oberen Ecke ist das ''Wibl[ische] Hauß'' eingetragen. Offensichtlich stand vor dem Haus auf dem Marktplatz ein weiteres Gebäude (StadtA SHA 5/1665) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Planskizze der nordwestlichen Altstadt vor dem Brand von 1728. In der rechten oberen Ecke ist das ''Wibl[ische] Hauß'' eingetragen. Offensichtlich stand vor dem Haus auf dem Marktplatz ein weiteres Gebäude (StadtA SHA 5/1665)

Ausschnitt aus einer Schnittzeichnung der nach dem Stadtbrand von 1728 neu angelegten Neuen Straße. ''Herren Senator Wibels Hauß'' ist das heutige Gebäude Am Markt 8 (StadtA SHA 5/2051 Nr. 10) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Schnittzeichnung der nach dem Stadtbrand von 1728 neu angelegten Neuen Straße. ''Herren Senator Wibels Hauß'' ist das heutige Gebäude Am Markt 8 (StadtA SHA 5/2051 Nr. 10)

Ausschnitt aus einer Skizze für den Wasserleitungsplan von 1740. Das Haus hatte keinen eigenen Brunnen (StadtA SHA 4/1136a) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Skizze für den Wasserleitungsplan von 1740. Das Haus hatte keinen eigenen Brunnen (StadtA SHA 4/1136a)

Ausschnitt aus der Stadtansicht von Johann Conrad Körner, 1755. Die beiden Häuser Am Markt 7 und 8 sind von ihrer Rückseite her, aus Richtung Westen, dargestellt (StadtA SHA S10/0791) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus der Stadtansicht von Johann Conrad Körner, 1755. Die beiden Häuser Am Markt 7 und 8 sind von ihrer Rückseite her, aus Richtung Westen, dargestellt (StadtA SHA S10/0791)

Ausschnitt aus dem Primärkataster von 1827 (Nr. 222) (StadtA SHA S13/0583). Ansicht vergößern

Ausschnitt aus dem Primärkataster von 1827 (Nr. 222) (StadtA SHA S13/0583).

Ausschnitt aus einer Stadtansicht um 1850. Lithografie von Wilhelm Haaf nach Aufnahme von F. Bonhöffer (StadtA SHA S10/0712) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Stadtansicht um 1850. Lithografie von Wilhelm Haaf nach Aufnahme von F. Bonhöffer (StadtA SHA S10/0712)

Ausschnitt aus einer Darstellung des Sängerfests von 1853. Lithografie von Wilhelm Haaf (StadtA SHA S10/0712) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Darstellung des Sängerfests von 1853. Lithografie von Wilhelm Haaf (StadtA SHA S10/0712)

Plan zum Einbau neuer Schaufenster zur Neuen Straße hin, 1873 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan zum Einbau neuer Schaufenster zur Neuen Straße hin, 1873 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Anzeige der Firma J. P. Braz, Eisenwarenhandlung, aus dem Schwäbisch Haller Adressbuch von 1886 (StadtA SHA HV Bibl. 1182-1, Inseratenteil S. 28) Ansicht vergößern

Anzeige der Firma J. P. Braz, Eisenwarenhandlung, aus dem Schwäbisch Haller Adressbuch von 1886 (StadtA SHA HV Bibl. 1182-1, Inseratenteil S. 28)

Plan zum Einbau einer Abortgrube, 1893 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan zum Einbau einer Abortgrube, 1893 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Ansicht der Fassade zum Marktplatz hin. Die Pläne wurden vermutlich nicht oder nur teilweise umgesetzt (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Ansicht der Fassade zum Marktplatz hin. Die Pläne wurden vermutlich nicht oder nur teilweise umgesetzt (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Ansicht der Fassade zur Neuen Straße hin (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Ansicht der Fassade zur Neuen Straße hin (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Grundriss des Erdgeschosses (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Grundriss des Erdgeschosses (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Schnitt durch das Haus (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan zum Einbau neuer Schaufenster und zu Umbauarbeiten im Erdgeschoss, 1905, Schnitt durch das Haus (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Kurz vor dem Verkauf an den württembergischen Staat erinnern die Beschriftungen an den Fassaden an die Vorbesitzer des Hauses („Paul Bauer vormals J. P. Braz“) und den (noch) aktuellen Eigentümer Wilhelm Bayerdörfer. Foto von etwa 1906 (StadtA Schwäb. Hall FS 14029) Ansicht vergößern

Kurz vor dem Verkauf an den württembergischen Staat erinnern die Beschriftungen an den Fassaden an die Vorbesitzer des Hauses („Paul Bauer vormals J. P. Braz“) und den (noch) aktuellen Eigentümer Wilhelm Bayerdörfer. Foto von etwa 1906 (StadtA Schwäb. Hall FS 14029)

Schnitt durch das Haus von 1907; gut erkennbar ist, dass der Gewölbekeller nicht komplett unter dem Hausgrundriss liegt. Dies könnte ein Hinweis auf die Zugehörigkeit des Kellers zu einer Vorgängerbebauung sein (Baurechtsamt SHA, Bauakten Am Markt 7) Ansicht vergößern

Schnitt durch das Haus von 1907; gut erkennbar ist, dass der Gewölbekeller nicht komplett unter dem Hausgrundriss liegt. Dies könnte ein Hinweis auf die Zugehörigkeit des Kellers zu einer Vorgängerbebauung sein (Baurechtsamt SHA, Bauakten Am Markt 7)

Zeichnung der nördlichen Fassade zur Marktstraße hin, 1907 (Baurechtsamt SHA, Bauakten Am Markt 7) Ansicht vergößern

Zeichnung der nördlichen Fassade zur Marktstraße hin, 1907 (Baurechtsamt SHA, Bauakten Am Markt 7)

Plan für einen (offenbar nicht verwirklichten) Dachaufbau, 1909 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Plan für einen (offenbar nicht verwirklichten) Dachaufbau, 1909 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Ausschnitt aus einer kolorierten Postkarte um 1910 (StadtA SHA Seyboth PK 0025) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer kolorierten Postkarte um 1910 (StadtA SHA Seyboth PK 0025)

Grundriss zu den Umbauarbeiten im Erdgeschoss nach dem Erwerb des Hauses durch das Oberamt, 1912. Hier befand sich unter anderem der Sitzungssaal, der wohl u.a. durch die Amtsversammlung (Vorläufer des Kreistags) genutzt wurde (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Grundriss zu den Umbauarbeiten im Erdgeschoss nach dem Erwerb des Hauses durch das Oberamt, 1912. Hier befand sich unter anderem der Sitzungssaal, der wohl u.a. durch die Amtsversammlung (Vorläufer des Kreistags) genutzt wurde (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Bild des barocken Salons aus den 1930er Jahren (StadtA SHA AL/0040) Ansicht vergößern

Bild des barocken Salons aus den 1930er Jahren (StadtA SHA AL/0040)

Ausschnitt aus einer Postkarte aus den 1930er Jahren (StadtA SHA PK 01998) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus einer Postkarte aus den 1930er Jahren (StadtA SHA PK 01998)

Bei einem Besuch des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm, vermutlich am 29. Juli 1934  (StadtA SHA FS 07927) Ansicht vergößern

Bei einem Besuch des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm, vermutlich am 29. Juli 1934 (StadtA SHA FS 07927)

Plan von 1943 zum Bau von Verbindungsgängen zwischen den Luftschutzkellern im Rathaus, den Häusern Am Markt 7 und 8 sowie dem späteren ''Egenhaus'' Am Markt 9, damals Sitz der Polizei. Dieses Vorhaben scheint nicht umgesetzt worden zu sein (Baurechtsamt SHA, Bauakten Am Markt 7) Ansicht vergößern

Plan von 1943 zum Bau von Verbindungsgängen zwischen den Luftschutzkellern im Rathaus, den Häusern Am Markt 7 und 8 sowie dem späteren ''Egenhaus'' Am Markt 9, damals Sitz der Polizei. Dieses Vorhaben scheint nicht umgesetzt worden zu sein (Baurechtsamt SHA, Bauakten Am Markt 7)

Ansicht von der Neuen Straße aus, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Ansicht von der Neuen Straße aus, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Ansicht vom Marktplatz aus, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957. Man beachte den Richtung Marktplatz abbiegenden Bus - der Marktplatz war damals noch keine Fußgängerzone (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Ansicht vom Marktplatz aus, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957. Man beachte den Richtung Marktplatz abbiegenden Bus - der Marktplatz war damals noch keine Fußgängerzone (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Ansicht aus der Marktstraße, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Ansicht aus der Marktstraße, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Weitere Ansicht vom Marktplatz aus, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Weitere Ansicht vom Marktplatz aus, vor dem Einbau der Passage, Februar 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Grundriss zum Einbau der Passage durch das Erd-/Untergeschoss des Hauses und den Büros für Verkehrsbüro und Freilichtspiele-Intendantur, 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten) Ansicht vergößern

Grundriss zum Einbau der Passage durch das Erd-/Untergeschoss des Hauses und den Büros für Verkehrsbüro und Freilichtspiele-Intendantur, 1957 (Baurechtsamt SHA, Bauakten)

Städtisches Verkehrsamt im Untergeschoss, um 1970. Foto: Eberhard Weller (StadtA SHA FS 00797d) Ansicht vergößern

Städtisches Verkehrsamt im Untergeschoss, um 1970. Foto: Eberhard Weller (StadtA SHA FS 00797d)


Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 2/69 (Totenbuch St. Michael 1606-1634), S. 13 (A. Hoffmann), 32 (H. Hoffmann), 58 (A. Hoffmann), 444 (U.Hoffmann), 455 (H. A. Hoffmann); 2/71 (Totenbuch St. Michael 1655-1677), S. 1 (Nekrolog M. Hoffmann), 70 (Nekrolog M. Mayer), S. 534 (Nekrolog J. J. Henn), S. 794 ( Nekrolog M. Mayer); 2/72 (Totenbuch St. Michael 1678-1697), S. 617 (Nekrolog M. Rechenberger), 831 (Nekrolog A. M. Rechenberger); 2/73 (Totenbuch St. Michael 1698-1717), S. 858f (Nekrolog A. M. Hufnagel); 2/74 (Totenbuch St. Michael 1718-1737), S. 265ff (Nekrolog G. Hufnagel), S. 1093ff (Nekrolog J. B. Wibel); 2/75 (Totenbuch St. Michael 1738-1762), S. 556ff (Nekrolog C. E. Wibel); 2/78 (Totenbuch St. Michael 1785-1807), S. 149ff (Nekrolog E. C. Hufnagel), 181ff (Nekrolog J. D. Hufnagel); 4/656 (Kaufbuch 1601-1663), Bl. 106a, 146a, 158a; 4/658 (Kaufbuch 1649-1659), Bl. 159b; 4/881 (Unterpfandsbuch Stadt), S. 26; 4/1545 (Häuserbuch 1712), S. 9; 4/1547 (Häuserbuch 1767), S. 100; 4/1547a (Häuserbuch 1782), S. 175; 4/1928ff (Beetlisten ab 1676); 4/2238 (Bürgeraufnahmebuch 1651-1679), S. 213 (Bürgeraufnahme G. Hufnagel); 6/313 (Testament M. und A. M. Rechenberger, 1691); 14/297 (Inventur H. Hoffmann, 1611)), 14/336 (Inventur A.Hoffmann, 1614); 14/1068 (Inventur J. J. Henn, 1671); 14/1544 (Inventur A. M. Rechenberger, 1695): 18/3238  (Beibringensinventar T. Langhammer u. E. Braz, 1872); 18/4902 (Realteilung T. Braz, 1881); 18/6375 (Realteilung E. Braz); 18/7195 (Realteilung T. Braz, 1891); 19/828 (Güterbuch, Bd. 3), S. 281; 19/844 (Güterbuch, Bd. 19), S. 95; 19/1055 (Kaufbuch, Bd. 38), S. 72; Genealogische Kartei S27; Mikrofilm KB 1390 (Totenbuch St. Michael 1808-1822), Nr. 72/1813; KB 1391 Bd. 54 (Totenbuch St. Michael 1835-1855), Nrn. 135/1836, 137/1839, 17/1841, 194/1842, 13/1854; Bd. 55 (Totenbuch St. Michael 1856-1874), Nr. 67/1863; Bd. 65 (Totenbuch St. Michael 1875-1889), Nrn. 110/1880, 9/1887;  KB 1392 Bd. 64 (Familienregister St. Michael), Buchst. B 102, H 105; KB 1393 Bd. 66; (Familienregister St. Michael), Buchst. G 51, H 130
  • Baurechtsamt Schwäbisch Hall, Bauakten Am Markt 7 und 8
  • Standesamt Schwäbisch Hall, Familienregister II/86 u. III/376
  • Stadtarchiv Bamberg C 2, Nr. 48030 (Verwaltungsakten); C 9 Nr. 58a (Meldeüberlieferung); D 1008, Nr. 124 (Kartei B. Röttinger)

Literatur:

  • Schwäbisch Haller Adressbücher 1886-1956
  • Grube, Walter: Barocke Amtshäuser in Baden-Württemberg. Hrsg. vom Landkreistag Baden-Württemberg, Stuttgart 1981, S. 48
  • Ewald Jeutter: Raumdekorationen aus dem zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts in Bürgerhäusern der ehemals "Freyen Reichsstadt" Hall. Ein Beitrag zu den Auftraggebern und den Dekorateuren, in: Württembergisch Franken 79 (1995), S. 243-312, hier S. 244-249
  • Gerd Wunder, Georg Lenckner: Die Bürgerschaft der Reichsstadt Hall von 1395-1600 (Württembergische Geschichtsquellen; Bd. 25), Stuttgart 1956, Nr. 3889 (Hans Hoffmann)
  • Gerd Wunder, Georg Lenckner (Bearbb.): Die Bürgerschaft der Reichsstadt Hall von 1395-1600 (Württembergische Geschichtsquellen 25),Stuttgart 1965, Nr. 3889 (Hans Hoffmann).
  • Gerd Wunder: Die Ratsherren der Reichsstadt Hall 1487-1803, in: Württembergisch Franken 46 (1962), S. 100-160, hier Nr. 444 (J. L. S. Hufnagel)
  • Andreas Zieger (Bearb.): Das Matrikelbuch des Haller Gymnasium Illustre 1673-1811 (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schwäbisch Hall, H. 13), Schwäbisch Hall 2000, Nr. 2071 (J. L. S. Hufnagel)