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Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Gelbinger Gasse 7

Bild von 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern
Adresse: Gelbinger Gasse 7
Primärkatasternummer: 384
Besitzer 1827
Maier, Georg Lorenz, Konditor, Witwe; Maier, Benignus, Stadtrat, und Maier, Charlotte Susanne, gemeinschaftlich


Besitzerliste

1717 gehörte das Haus Herrn David Niclas Textor, Spitalverwalter, von dem es an seinen Sohn Herrn Johann Lorenz Textor, Mitglied des Inneren Rates, überging.

1747 wurde Johann Adam Strobel, Handelsmann, für 1492 Gulden der Besitzer (s.a. 4/682, fol. 54), auf den schon 1749 Johann Heinrich Müller, Buchdrucker, für 1900 Gulden folgte (s.a. 4/682, fol. 127)

1756 ging das Haus an Johann Michael Seitz, Mitglied des äußeren Rates, für 1400 Gulden (s.a. 4/684, fol. 39R)

1767 befand es sich noch im Besitz von Herrn Johann Michael Seitz, Mitglied des äußeren Rates. 1778 übernahm es sein Tochtermann Herr Georg Michael Lorenz Mayer von der Erbschaft um 1.400 Gulden übernommen.

1782 gehörte das Haus zunächst noch ganz Herrn Georg Michael Lorenz Mayer, Katechet, dann hatte er nur noch ein Drittel behalten, zwei Drittel aber an seinen Sohn Georg Lorenz Mayer, Konditor, übergeben. Diese zwei Drittel übernahm anschließend die Witwe des Sohnes.

1803 gehörten Georg Lorenz Mayer, Konditor, die untere und mittlere Etage, Stadtrat Mayer aber die obere Etage (Kaufvertrag v. 23.11.1803 für 2500 Gulden).

1819 erbten die Tochter Charlotta Susanna und der Sohn Benignus Friedrich Mayer, Oberamtsgerichtsaktuar, von Stadtrat Mayer das obere Drittel des Hauses, das völlig bezahlt und ererbt am 7. September 1820, dem Tag der Sonnenfinsternis, war.

1827 gehörten zwei Drittel der Witwe des Georg Lorenz Maier, Konditor, ein Drittel gehörten Stadtrat Benignus Maier und Charlotte Susanna Maier gemeinschaftlich.

1844 hatte Stadtrat Benignus Mayer sein Drittel allein übernommen, das an seine Witwe fiel und schließlich an 1863 an Sattler Haag verkauft wurde.

Das Hausdrittel besteht in einem besonders abgeteilten Drittel des Kellers, der ersten Holzlege an der Kellerstaffel und 1/3 an der Waschküche, dem ganzen oberen Stock und die besonders abgeteilten Anteile am Dachboden gegen die Straße. Der Besitzer dieses Hausdrittels hat das Durchgangsrecht durch die Küche des unteren Teils, um in den Keller und die Holzlege zu gelangen.

1843 besaß die übrigen zwei Drittel des Hauses Adolf Sommer, Sattlermeister, der sie 1840 von Lorenz Mayers Witwe erkauft hatte. Die Hälfte war Beibringen der Ehefrau, die andere Hälfte des Ehemanns.

1848 verkaufte Sommer an Sattler Friedrich Mauz.

1851: Sattler Friedrich Mauz verkauft seine zwei Drittel an Sattler Friedrich Haag, der 1863 das restliche Drittel von Stadtrat Mayers Witwe erwirbt. 1879 geht das ganze Haus an den Sohn Paul Haag, Sattler. (Realteilung v. 28.10.1879)

Zu den zwei Dritteln gehören 1843: vom Keller die ganze rechte Seite nach seiner ganzen Länge und in der Breite, wie sie von einem unparteiischen Sachverständigen noch abgeteilt werden wird. Der ganze untere und mittlere Stock, die zweite Holzlege an der Kellerstaffel, 2/3 am Waschhaus, in dem kein Holz, sondern nur das Wasch- und Kübelgeschirr von den beiden Hausbesitzern aufbewahrt werden darf. Auf dem unteren Dachboden ein Kämmerlein und weiterer leerer Platz auf der rechten Seite wie er bereits mit Latten verschlagen ist, dann der Platz zwischen dem rechten Kämmerle und dem Kamin. Auf dem oberen Dachboden der Platz zur rechten Hand von der Steige aus. Der Mithausbesitzer darf zu allen Zeiten durch die Küche des unteren Hausteils gehen.

Auf Paul Haag 1900 ins Grundbuch übertragen.

Friedrich Haag verkaufte 1879 schon Möbel: 18/4658.

Beschreibungen

1827: Wohnhaus mit 13,6 Ruten Grundfläche in der Heilbronner Straße

Das in städtebaulich wichtige, die Gelbinger Gasse beherrschende dreigeschossige Fachwerk-Wohnhaus entstand nach 1680, nach dem Brand in der Gelbinger Vorstadt. Der Bau stellt einen aufwendig gestalteten, wenig veränderten Zeugen Haller bürgerlicher Wohnbaukunst um 1700 dar. Vier leichte Vorstöße ohne Knaggen, Andreaskreuze in den Brüstungsfeldern, reiche ornamentale Rautenmotive im Dachgeschoss, alles um 1700. Dies ergibt ein gutes Bild von der Bebauung der Gelbinger Vorstadt und baukunsthandwerklichen Intentionen der Zeit. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 144)

Gelbinger Gasse 7 (Flst.Nr. 0-71/1). Dreigeschossiges Fachwerk-Wohnhaus, nach 1680. Aufwändig gestaltet. Andreaskreuze in den Brüstungsfeldern, reiche ornamentale Rautenmotive im Dachgeschoss, alles um 1700. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Bilder

Bild von 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon) Ansicht vergößern

Bild von 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon)

Auf einer Postkarte von 1909 (StadtA SHA PK 04210) Ansicht vergößern

Auf einer Postkarte von 1909 (StadtA SHA PK 04210)

Bild aus den 1930er Jahren (StadtA SHA AL/0040) Ansicht vergößern

Bild aus den 1930er Jahren (StadtA SHA AL/0040)

Bild um 1950. Foto: Adolf Schumacher (StadtA SHA FS 49779) Ansicht vergößern

Bild um 1950. Foto: Adolf Schumacher (StadtA SHA FS 49779)

Bild von 1978. Noch ist die Gelbinger Gasse keine Fußgängerzone. Foto: Haller Tagblatt (StadtA SHA FS 09388) Ansicht vergößern

Bild von 1978. Noch ist die Gelbinger Gasse keine Fußgängerzone. Foto: Haller Tagblatt (StadtA SHA FS 09388)