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Haller Häuserlexikon – Primärkataster-Nr.

Unterlimpurger Straße 64 - vorderer Teil der ehem. "Schauenburg", heute überbaut durch Unterlimpurger Straße 62

Südostansicht, August 2007. Das 2006 fertig gestellte neue Wohnhaus Nr. 62 überdeckt die Hausflächen der alten Nrn. 62 und 64. Foto: Dietmar Hencke  (StadtA SHA Server Häuserlexikon). Ansicht vergößern
Adresse: Unterlimpurger Straße 64
Primärkatasternummer: 130
Besitzer 1827
Bohn, Johann Georg; Herrmann, Johann Michael; Stefan, Johann Georg; Stephan, David


Besitzerliste

1827: Bohn, Johann Georg, zu 1/3; Herrmann, Johann Michael, Zimmergeselle, zu 1/3; Stefan, Johann Georg, zu 1/3; Stephan, David, Scheune am Weg (abgebrochen); Hofraum vor dem Haus: Stephan, Johann Georg, mit 2,2 Ruten;  Vogel, Jacob Michael, mit 1 Rute, Bauernknecht und Bohn, Johann Georg, 0,8 Ruten

1886: Besitzer nicht genannt, wahrscheinlich Johann Bohn, Schlosser (Anschrift: "Unterlimburgerstr. 130"), und Michael Schuhmacher, Lumpensammler
Mieter/Mitbewohner: Ignaz Balber, Handelsmann; Sophie Balbier, Hausiererin; Christoph Knörzer, Schäfer

1890: als Besitzer genannt: Johann Bohn, Schlosser (wohnhaft "Blockgasse 444" = Blockgasse 12), und Michael Schuhmacher, Lumpensammler
Mieter/Mitbewohner: Jakob Frey, Taglöhner; Christoph Glaser, Fr. Hambele, Schlosser

1894: als Besitzer genannt: Johann Bohn, Schlosser (wohnhaft "Blockgasse 444" = Blockgasse 12)
Mieter/Mitbewohner: Friedrich Brözel, Müller; Jakob Frey, Taglöhner; Michael Geiger, Taglöhner; Fr. Hambele, Schlosser

1901: als Besitzer genannt: Johann Bohn, Schlosser (wohnhaft Blockgasse 12)
Mieter/Mitbewohner: Friedrich Brözel, Müller; Friedrich Oestreicher, Taglöhner; Jakob Frey, Steinbrecher; Johann Frey, Steinbrecher; Katharine Hambele, Schlossers Witwe

1906: als Besitzer genannt: Johann Bohn, Schlosser (wohnhaft Blockgasse 12)
Mieter/Mitbewohner: Jakob Frey, Taglöhner; Katharine Hambele, Schlossers Witwe; Johann Bernlöhr, Taglöhner; FriedrichBrötzel, Müller

1910: als Besitzer genannt: Johann Bohn, Schlosser (wohnhaft Blockgasse 12)
Mieter/Mitbewohner: Jakob Frey, Taglöhner; Katharine Hambele, Witwe; Friedrich Brözel, Müller; Johann Bernlehr, Taglöhner; Karl Brözel, Schlosser; Frida Hambele, Fabrikarbeiterin; Johann Bernlehr, Spinner; Lina Frey, Fabrikarbeiterin

1920: als Besitzer genannt: Otto Dreschner, Händler
Mieter/Mitbewohner: Leonhard Otterbach, Fabrikarbeiter; Magdalene Dreschner, Bürstenmachers-Witwe; Leonhard Schoch, Heizer; Rosine Bernlöhr, Taglöhners-Witwe; Friedrch Brözel, Fabrikarbeiter

1928: als Besitzer genannt: Hospitalstiftung Hall
Mieter/Mitbewohner: Xaver Veile, Bierführer; Johann Wahl, Taglöhner; August Dreschner, Händler; Josef Gerold, Schmied

1932: als Besitzer genannt: Hospitalstiftung Hall
Mieter/Mitbewohner: Xaver Veile, Bierführer; Hermann Schürch, Zimmermann; August Dreschner, Händler und Bürstenmacher; Josef Gerold, Schmied

1938: als Besitzer genannt: Hospitalstiftung Hall
Mieter/Mitbewohner: Friedrich Bernhardt, Hilfsarbeiter; Marie Egerter, Witwe; Josef Gerold, Schmied

Befunde aus Bauforschung

Ursprungsbau (Steinsockel EG) laut E. Krüger um 1250-1300, Portal in Südwand dat. 1582, zwei Fachwerkstockwerke aufgesetzt um 1700, Verlängerung nach Osten um 1750, im EG bemalte Holzdecke, in den beiden OG Bretterdecken mit profilierten Holzstäben (Artikel E. Krüger HT 25.01.1955, s.u.)

Befunde aus Bauakten

(keine älteren Bauakten auffindbar)

1938: Das Haus wird wegen Wanzenbefall neu geweißelt und und grundlegend gereinigt.

1952: Der Gemeinderat berät über einen Antrag der Fa. Elektrizitätswerk W. Heller, die auf dem Gelände der abzubrechenden Schauenburg ein Achtfamilienhaus für Werksangehörige erstellen will. Man beschließt, das Gebäude nur dann abzutreten, wenn mit dem Verkaufserlös das ehemalige Sternbrauereigelände als alternativer Standort für einen Kinderngarten erworben werden kann und die Fa. Heller nicht nur das Grundstück selbst, sondern auch den Abbruch übernimmt. Dies kommt jedoch nicht zu stande. (GRP v. 29.9.1953).

1955: Im Januar 1955 bis auf zwei Mauerreste im Erdgeschoss abgerissen.

spätere Bebauung des Geländes s. unter Unterlimpurger Straße 64.

Beschreibungen

1827: Wohnhaus mit 11,9 Ruten, Backhofen im Gemüsegarten 0,5 Ruten, Scheune am Weg mit 4,7 Ruten (abgebrochen); Hofraum vor dem Haus: 2,2 Ruten, 1 und 0,8 Ruten, alles insgesamt 21,1 Ruten Fläche

1954: "Die Schauenburg (Unterlimpurgerstr. 64) ist nach dem Beschluss der Bauabteilung vom 25.9.53 und des Gemeinderats vom 2.10.53, ebenso wie das Haus Unterlimpurgerstr. 62 (fr. Stephan) zum Abbruch bestimmt. Nun hat das Amt für öffentliche Ordnung beide Häuser im Benehmen mit dem Stadtbaumeister wiederholt besichtigt, ob darin nicht obdachlos werdende Personen untergebracht werden können. Die Besichtigung ergab nach dem Bericht des Städt. Hochbauamts vom 24.5.54, daß die Schauenburg sofort abgebrochen werden sollte und daß das Haus Unterlimpurgerstr. 62 noch so lange stehen bleiben kann, bis über die endgültige Verwendung des Platzes Beschluß gefaßt ist. Das Städt. Hochbauamt schlägt, um den sofortigen Abbruch der Schauenburg zu ermöglichen, vor, die beiden noch in diesem Haus wohnenden Familien sofort in das Haus Unterlimpurgerstr. 62 zu verlegen und im Dachstock dieses Hauses behelfsmäßig noch ein Zimmer einzubauen. "

1955: "Regierungsbaumeister Dr. Küger hat im Rahmen eines öffentlichen Artikels angeregt, das Untergeschoß der Schauenburg stehen zu lassen bzw. es bei der erforderlich werdenden Neubebauung des Platzes wieder zu verwenden. Die Besichtigung ergab, daß der Zustand des Erdgeschosses es nicht ermöglicht, diesen Gebäuderest allein stehen zu lassen. Dieser Anregung kann deshalb nicht stattgegeben werden. Da jedoch das anschließende Gebäude ohne besondere Wand im Erdgeschoß angebaut war, empfielt es sich, aus baulichen Gründen als Widerlage die unmittelbar anschließenden beiden alten Tore der Schauenburg stehen zu lasssen. Nachdem diese Gebäudeteile sehr alt sind und auch die entsprechende Bezeichung tragen, kann der Anregung von Dr. Krüger wenigstens zum Teil Rechnung getragen werden (Bauausschuss des GR v. 26.01.1955)

Besonderheiten

Bei dem hier bis 1955 stehenden Haus Nr. 64 handeltes es sich um einen Teil der "Schauenburg". Siehe zur Geschichte des Gebäudes bei Unterlimpurger Straße 62.

Bilder

Südostansicht, August 2007. Das 2006 fertig gestellte neue Wohnhaus Nr. 62 überdeckt die Hausflächen der alten Nrn. 62 und 64. Foto: Dietmar Hencke  (StadtA SHA Server Häuserlexikon). Ansicht vergößern

Südostansicht, August 2007. Das 2006 fertig gestellte neue Wohnhaus Nr. 62 überdeckt die Hausflächen der alten Nrn. 62 und 64. Foto: Dietmar Hencke (StadtA SHA Server Häuserlexikon).

Ausschnitt aus der Flurkarte von Unterlimpurg, 1703. Das Ensemble der Schauenburg liegt oben rechts. Hier ist das spätere Haus Nr. 64 erstmals eindeutig zu erkennen. (StadtA SHA 16/0021) Ansicht vergößern

Ausschnitt aus der Flurkarte von Unterlimpurg, 1703. Das Ensemble der Schauenburg liegt oben rechts. Hier ist das spätere Haus Nr. 64 erstmals eindeutig zu erkennen. (StadtA SHA 16/0021)

Lageplan zum Neubau einer Scheune hinter dem Wohnhaus Nr. 62 aus dem Jahr 1872, mit Eintragung der Hausnummern ab 1900. Die oben anstoßende, spätere Nr. 64 ist hier als ''Wohnhaus des Michael Weber'' bezeichnet. Sichtbar ist hier noch der später verdolte Badersklingenbach.  (StadtA SHA 27/0316) Ansicht vergößern

Lageplan zum Neubau einer Scheune hinter dem Wohnhaus Nr. 62 aus dem Jahr 1872, mit Eintragung der Hausnummern ab 1900. Die oben anstoßende, spätere Nr. 64 ist hier als ''Wohnhaus des Michael Weber'' bezeichnet. Sichtbar ist hier noch der später verdolte Badersklingenbach. (StadtA SHA 27/0316)

Foto von 1933 (StadtA SHA FS 04496) Ansicht vergößern

Foto von 1933 (StadtA SHA FS 04496)

Das Gesamtensemble der Schauenburg vor dem Abbruch des Hauses Nr. 64 (1955). Foto: Hans Kubach (StadtA SHA FS 01024) Ansicht vergößern

Das Gesamtensemble der Schauenburg vor dem Abbruch des Hauses Nr. 64 (1955). Foto: Hans Kubach (StadtA SHA FS 01024)

Ansicht des Gesamtensembles der Schauenburg von Norden kurz vor dem Abbruch des Hauses Nr. 64 (1955) (StadtA SHA 27/0344) Ansicht vergößern

Ansicht des Gesamtensembles der Schauenburg von Norden kurz vor dem Abbruch des Hauses Nr. 64 (1955) (StadtA SHA 27/0344)

Südseite des Hauses Nr. 64 kurz vor dem Abbruch 1955 (StadtA SHA 27/0344) Ansicht vergößern

Südseite des Hauses Nr. 64 kurz vor dem Abbruch 1955 (StadtA SHA 27/0344)

Südwand des Hauses Nr. 64 mit auf 1582 datiertem Rundbogenportal kurz vor dem Abbruch 1955. Das Wandstück mit dem Portal wurde 1955 verschont, aber 1964 mit dem Haus Nr. 64 zusammen abgerissen (StadtA SHA 27/0344) Ansicht vergößern

Südwand des Hauses Nr. 64 mit auf 1582 datiertem Rundbogenportal kurz vor dem Abbruch 1955. Das Wandstück mit dem Portal wurde 1955 verschont, aber 1964 mit dem Haus Nr. 64 zusammen abgerissen (StadtA SHA 27/0344)

Ansicht von Südwesten vor dem Abbruch des Hauses 1955. Foto: Hans Kubach (StadtA SHA FS 01024) Ansicht vergößern

Ansicht von Südwesten vor dem Abbruch des Hauses 1955. Foto: Hans Kubach (StadtA SHA FS 01024)

Abrucharbeiten, 1955 (StadtA SHA FS 01011) Ansicht vergößern

Abrucharbeiten, 1955 (StadtA SHA FS 01011)


Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 27/344 (Bauakten); 55/24 (Gemeinderatsprotokoll 1953), S. 724f;

Literatur:

  • E. Krüger: Ein altes Bauwerk wird abgebrochen, in: Haller Tagblatt v. 25.01.1955

Pläne und Ansichten vor 1827:

  • StadtA SHA 16/0021 (Flurkarte Unterlimpurg 1703, Ausschnitt)