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Der Haller Heller - "Euro des Mittelalters"

Heller der staufischen Reichsmünzstätte in Schwäbisch Hall

Die Gründung der königlichen Münzstätte in Schwäbisch Hall wird dem Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) zugeschrieben. Seinen Geldbedarf deckte der Kaiser durch die Prägung eigenen Geldes. Dieser "Heller" (= Haller Pfennig), eine kleine Münze aus dünnem Silberblech, erreichte rasch eine weite Verbreitung. Grund hierfür war die schlechtere Qualität, denn aus dem Einschmelzen und Umprägen älterer Münzen ließen sich gute Profite machen.

Die riesige Hellerproduktion brachte Schwäbisch Hall eine wirtschaftliche Hochblüte. Die Bedeutung der Münze für die Stadt zeigt sich darin, dass die Schultheißen schon auf den frühesten Siegeln drei Heller in ihrem Wappen führten, eine Darstellung, aus der sich das heutige Stadtwappen entwickelte.

Nach 1300 begann der Niedergang des Hellers, der nun auch andernorts geprägt wurde. Es kam zu einer immer rascheren Verschlechterung. Am Ende des 14. Jahrhunderts war die Münze zur kleinsten Einheit innerhalb eines komplizierten Währungssystems herabgesunken. In dieser Zeit endete auch die Prägung von Hellern in Schwäbisch Hall. Später hat die Stadt eigene Münzen hergestellt. Dieses aus der Eigenstaatlichkeit Schwäbisch Hall Halls als Reichsstand abgeleitete Münzrecht wurde bis zum Ende der Reichsstadtzeit ausgeübt. Hergestellt wurden diese Münzen jedoch seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr vor Ort, sondern meist in Nürnberg. 

Als Bezeichnung für eine Kleinmünze hat sich "Heller" teilweise bis in die 1920er Jahre gehalten. Seine weiteste Verbreitung hat er jedoch in literarischer Form erhalten, da Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung eine griechische Kleinmünze ("Kodrantes") als Heller bezeichnete.