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Die Geschichte von Hessental

Hessental auf einer Flurkarte von 1776

Auf der Gemarkung sind mehrere Siedlungen der Jungsteinzeit nachgewiesen. Hessental gehörte wohl ursprünglich den Grafen von Comburg-Rothenburg und wurde von diesen dem Kloster Comburg gestiftet. Erstmals erwähnt ist der Ort um 1100, als dort ansässige Ministerialen dem Kloster weitere Stiftungen gaben. Neben Comburg hatten Schwäbisch Haller Bürgerfamilien Besitzungen, im 16. Jahrhundert brachte die Reichsstadt Hall die hohe Obrigkeit an sich. Die hällische Erbschenke, die heutige "Krone", lässt sich bereits 1558 nachweisen. 1573 wurde der Ort durch einen Großbrand verwüstet.

Die Kirche St. Matthäus ist erstmals 1345 erwähnt und war eine Filiale von Steinbach, später von Tüngental. Eine eigenständige evangelische Kirchengemeinde besteht erst seit 1939. Aufgrund der konfessionellen Spaltung zwischen den katholischen Comburger Untertanen und den evangelischen Haller Untertanen gab es bis 1839 zwei Schulen. Ab 1867 hatte der Ort einen Bahnhof, In dessen Nähe entstand mit der Karl Kurz KG ("Faßfabrik") ab 1909 ein zeitweilig bedeutender und weltweit agierender Industriebetrieb (Konkurs 1998). 1936 wurde Hessental nach Schwäbisch Hall eingemeindet.

1936 nahm auch der Fliegerhorst der Luftwaffe seinen Betrieb auf. Hier waren anfangs vor allem Bomber stationiert, während des II. Weltkriegs auch Nachtjäger und der erste serienmäßig hergestellte Düsenjäger der Welt, die Me 262. Auf dem "Hasenbühl" bei Hessental bestand eine geheime Produktionsstätte für diese Flugzeuge. Im Oktober 1944 richtete die SS am Bahnhof ein Konzentrationslager ein. Durch mehrere alliierte Luftangriffe auf den Fliegerhorst in den Jahren 1944 und 1945 sowie die Kämpfe bei Kriegsende im April 1945 entstanden auch im Ort erhebliche Schäden. Bis 1993 war der ehemalige Fliegerhorst als "Dolan Barracks" Standort der US-Armee. Durch die Anlage mehrerer Siedlungen (Grundwiesen, Solpark) sowie Gewerbe- und Industriegebiete ist Hessental stark gewachsen.