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Der Schwäbisch Haller Reformator Johannes Brenz

Kupferstich-Porträt des Reformators Johannes Brenz

Der am 24. Juni 1499 in Weil der Stadt geborene Johannes Brenz studierte in Heidelberg und schloss sich nach einer Begegnung mit Martin Luther 1518 der Reformation an. 1522 berief ihn der Haller Rat zum Prediger von St. Michael. In dieser Position begann er schrittweise, die Reformation in Schwäbisch Hall durchzusetzen. Neben theologischen und kirchlichen Fragen befasste er sich auch mit Zivil-, Straf- und Staatsrecht und gestaltete das Schulwesen neu.

Seine Wirksamkeit ging weit über Hall hinaus, da er als Gutachter und Ratgeber im Reich und im Ausland gefragt war. Als "Luthers Mann in Süddeutschland" entwickelte sich zu einem der wichtigsten reformatorischen Theologen und nahm auch an Reichstagen teil. Daneben war er einer der produktivsten theologischen Schriftsteller seiner Zeit. Da er die Rekatholisierungsversuche Kaiser Karls V. entschieden bekämpfte, musste er 1548 aus Schwäbisch Hall fliehen, um der Verhaftung zu entgehen. Nach einer Zeit im Verborgenen wirkte er ab 1550/51 am Hof Herzog Christophs von Württemberg, 1553 erhielt er das Amt des Stiftspropsts von Stuttgart, wo er am 11. September 1570 verstorben ist. Die evangelische Landeskirche Württembergs ist bis heute maßgeblich durch ihn geprägt.