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Das Konzentrationslager Hessental

Luftbild des KZ Hessental 1945. Das Lager ist als annähernd dreieckige Struktur oberhalb der Straßenkreuzung in der Bildmitte erkennbar. Das Bild entstand während eines amerikanischen Luftangriffs auf den Fliegerhorst Hessental. Foto: US National Archi

Das Lager Hessental, eine Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof (Elsass), wurde im Oktober 1944 eingerichtet. Unter unmenschlichen Bedingungen lebten dort etwa 800 Häftlinge, meist polnische Juden, die vor allem zu Instandhaltungsarbeiten auf dem Luftwaffen-Fliegerhorst, aber auch bei Gleisarbeiten, im Wald, bei Gewerbebetrieben, Landwirten und bei der Stadt Schwäbisch Hall eingesetzt wurden.

Es kam zu zahlreichen brutalen Misshandlungen und Morden an Häftlingen, die sich teilweise in aller Öffentlichkeit abspielten. Aufgrund der systematischen Unterernährung und der hygienischen Missstände waren Krankheiten und Seuchen alltäglich. In Hessental starben mindestens 182 Häftlinge. Angesichts des Vormarschs der US-Truppen räumte die SS das Lager am 5. April 1945 und trieb die Insassen im "Hessentaler Todesmarsch" in Richtung der Außenstelle Allach des KZ Dachau.

Entlang der Marschroute spielten sich schreckliche Szenen ab, da viele Häftlinge an Entkräftung starben oder von den SS-Wachen ermordet wurden. Insgesamt fielen den Todesmarsch etwa 150-200 Häftlinge zum Opfer. Heute erinnert eine Gedenkstätte an das Konzentrationslager.