Rückblick 2009
Jahresrückblick von Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim
(Anm.: Der Jahresrückblick basiert auf dem vom Stadtarchiv zusammengestellten "Auslandshallerbrief" für das Jahr 2009)
Wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr seinem Ende entgegen, das im Großen und im Kleinen viele Änderungen mit sich gebracht hat. Wie jedes Jahr will ich Ihnen berichten, was sich in Schwäbisch Hall ereignet hat.
Das herausragende Ereignis des Jahres 2009 war in Schwäbisch Hall sicher der Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler, der sich zusammen mit seiner Frau am 23. November in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hat. Im Anschluss fand in Anwesenheit des Bundespräsidenten im Neubau die Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz statt.
Ein weiterer Höhepunkt war die Einweihung des „Campus Schwäbisch Hall“ der Staatlichen Hochschule Heilbronn am 9. Oktober. 161 Studentinnen und Studenten - deutlich mehr als geplant - haben mittlerweile ihr Studium im Hochschulgebäude an der Crailsheimer Straße gegenüber der Bauparkasse aufgenommen. Angeboten werden ab diesem Wintersemester die Studiengänge „Management und Vertrieb“ mit den Schwerpunkten „Finanzdienstleister“, „Handel“ und „Industrie“. In einigen Jahren könnten bis zu 1.500 Studierende hier lernen. Dieser Glücksfall für Schwäbisch Hall war nur möglich, weil alle Beteiligten in der Region - Stadt, Landkreis, Unternehmen und andere Institutionen - an einem Strang gezogen und erhebliche finanzielle Lasten übernommen haben. Allein in die Renovierung des von der Bauparkasse zur Verfügung gestellten Hochschulgebäudes hat die Stadt rund 5 Millionen Euro investiert. Eine weitere positive Nachricht in diesem Zusammenhang ist die Sicherung der Existenz der seit dem Jahr 2000 in Schwäbisch Hall ansässigen, privaten Fachhochschule für Gestaltung, die von der Steinbeis-Stiftung übernommen und weiter geführt wird.
Die Hochschul-Eröffnung war das wichtigste Ereignis einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die unter dem Motto „Bildung findet Stadt“ das Thema Bildung in allen seinen Facetten in den Mittelpunkt stellten. Nicht das Salz, sondern die Begabungen und Talente der Menschen sind heute unser größter Reichtum – entsprechend zentral ist das Thema Bildung für die weitere Entwicklung unserer Stadt. Nur eine von vielen Veranstaltungen war der große Kongress „Bildung gelingt“ im März mit über 1.000 Experten und Teilnehmerinnen Teilnehmern, einer landesweit bedeutenden Veranstaltung, bei der zentrale Fragen zum Thema Bildung erörtert wurden.
Solche „Highlights“ entschädigten ein wenig für die kommunalpolitischen „Mühen der Ebene“, was in diesem Jahr nicht zuletzt Finanzprobleme und die daraus resultierenden Diskussionen über die Verwendung der knapper werdenden Mittel bedeutete. Von der insgesamt schwierigen Situation der deutschen Kommunen ist auch Schwäbisch Hall nicht ausgenommen – das zeigt der kürzlich in den Gemeinderat eingebrachte Doppelhaushalt 2010/11 nur zu deutlich. Die Stadt steht in der schwierigsten Phase meiner bisherigen Amtszeit, vor unsicheren Zeiten mit erheblichen Risiken. Die Stadt leidet unter einem grundsätzlichen Problem: Während die Ausgaben der Stadt durch Personal-, Sach- und Unterhaltskosten kaum noch reduzierbar sind, schwinden die Einnahmen oder werden schwerer vorhersehbar.
Größter Risikofaktor ist die Entwicklung von Gewerbe-, Einkommen- und Umsatzsteuer sowie die Umlagen für Bund, Land und Kreis. Was hier beschlossen wird, liegt außerhalb der Einflussnahme der Stadt und kann jahrelange Konsolidierungsbemühungen quasi mit einem Federstrich entwerten. Bei der für die Stadt so wichtigen Gewerbesteuer sind zwar Zuflüsse von 23 Millionen Euro pro Jahr kalkuliert, diese Einnahmen können jedoch auch wegbrechen. Wir bräuchten dann einen Nachtragshaushalt, die geplanten Ausgaben wären nur noch über Schulden zu finanzieren - oder über Streichungen. Wenn es irgendwie geht, wollen wir das vermeiden. Wir wollen Wachstum ermöglichen, den Strukturwandel beschleunigen, die Konsolidierung verstetigen und Schulden vermeiden. Trotzdem kommen wir ganz ohne Einschnitte für die nächsten beiden Jahre nicht aus. Geplant ist unter anderem die Auflösung der Ortschaftsverwaltungen und die Verschiebung einer Reihe von Investitionen. Statt einer Multifunktions- und Sporthalle im Schulzentrum Ost soll es dort zunächst nur eine Mensa geben. Sämtliche Ausgaben für Sportstätten oder die Anlage von Kunstrasenplätze werden auf Eis gelegt - auch die Sanierung der Hagenbachhallen und der Bau einer Mensa für die Grundschule Kreuzäcker. Davon ausgenommen bleiben die Investitionen, von denen wir uns grundlegende Impulse für die weitere Entwicklung und das Wachstum der Stadt versprechen: das Kocherquartier, der Gewerbepark West sowie neue Baugebiete in Stadtnähe.
Ein langfristig schwerwiegendes Problem ergibt sich aus einer Umstellung der Bemessungsgrundlage bei der Umsatzsteuer. Bis zum Jahr 2018 werden die Einnahmen der Stadt dadurch schrittweise von derzeit 10 Millionen Euro auf nur noch 2 Millionen Euro sinken. Die fehlenden 8 Millionen entsprechen den gesamten Leistungen für Bildung, Kultur, Sport und Soziales außerhalb der Kernverwaltung.
Nicht einfacher wird die Lage durch die Neigung von Bund und Ländern, auf Kosten der Kommunen zu sparen bzw. Ausgaben zu beschließen. Typisch ist das Verhalten des „Kinderlandes“ Baden-Württemberg, das nur geringe Bereitschaft erkennen lässt, sich an den erheblichen Vorleistungen der Stadt im Bereich Kinderbetreuung zu beteiligen. Es kann nicht sein, dass den Kommunen von Bund und Land immer mehr gesamtgesellschaftliche Aufgaben übertragen werden, während man andererseits nicht nur eine adäquate Finanzierung verweigert, sondern die Kassen der Gemeinden noch zusätzlich plündert.
Einen Vorgeschmack auf die hier möglicherweise auf uns noch zukommenden Schwierigkeiten und Herausforderungen bekamen wir im Frühjahr, als ein Einbruch der Gewerbesteuer von 21 Millionen Euro auf 12 Millionen Euro die Verabschiedung eines Nachtragshaushalts erforderlich machte.
Für den Starkholzbacher See, dessen Sanierung aus finanziellen Gründen auf der Kippe stand, konnte dank der großen Bereitschaft in der Bürgerschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren und zu spenden, eine gute Lösung gefunden werden. Die Arbeiten laufen derzeit.
Der Arbeitsmarkt in der Region und in der Stadt ist trotz Finanz- und Wirtschaftskrise bislang recht stabil. In Baden-Württemberg hat nur Ravensburg weniger Arbeitslose als der Agenturbezirk Schwäbisch Hall - im Oktober lag die Arbeitslosenquote bei 4,3 Prozent.
Durch den dieses Jahr vollzogenen Zusammenschluss der VR-Bank Schwäbisch Hall mit der Volksbank Crailsheim ist die zweitgrößte genossenschaftliche Bank der Region entstanden. Die neue Zentrale der „VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG“ wird derzeit im Kocherquartier gebaut. Die Bauparkasse legte für 2008 ein Rekordergebnis vor und freute sich über das beste Bauspar-Neugeschäft (32 Milliarden Euro), den höchsten Marktanteil (30 Prozent) und eine Rekord-Zuteilung an Baugeldern (12,6 Milliarden Euro). Dass aufgrund der Gesetzeslage trotzdem keine Gewerbesteuern an die Stadt fließen, ist eine wesentliche Ursache für die Finanzprobleme Schwäbisch Halls. Ein Rekordergebnis erwirtschafteten auch die Stadtwerke - sie übertrafen mit einem Jahresüberschuss von 6,3 Millionen Euro ihre bisherigen Bestmarken.
Politisch stand das Jahr im Zeichen der Kommunalwahlen im Juni und der Bundestagswahl im September. Bei der Gemeinderatswahl gab es keine großen Veränderungen. Die CDU behauptete ihre Rolle als stärkste Fraktion mit 11 Mandaten, die SPD gewann ein Mandat hinzu und hat nun 10 Sitze. Unverändert blieben die Fraktionsstärken von Freien Wählern und FDP mit 7 bzw. 4 Stadträtinnen und Stadträten, während die Grünen 7 Sitze erreichten und damit einen hinzu gewannen.
Bei der Bundestagswahl ging der Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe an den bisherigen Abgeordneten Christian von Stetten (CDU), der die Region als einziger im neuen Bundestag vertritt. Bei den Zweitstimmen erreichten in Schwäbisch Hall die CDU 29,95% (bundesweit 33,8%), die SPD 20,85% (bundesweit 23,0%), die FDP 16,1% (bundesweit 14,6%), die Grünen 19,2% (bundesweit 10,7%) und die Linke 8,32% (bundesweit 11,9%). Die Wahlbeteiligung lag mit 69,06% knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 71%.
Große Fortschritte macht das „Jahrhundertbauprojekt“ Kocherquartier am Standort des alten Gefängnisses an der Salinenstraße. Die beeindruckende Baugrube, zwischenzeitlich eine Sehenswürdigkeit eigener Art, füllt sich wieder. Die neue Zentrale der VR-Bank nimmt bereits Gestalt an. Aufgrund von Problemen mit dem Grundwasser wird eines der drei geplanten Parkdecks der Tiefgarage wegfallen; die entsprechenden Flächen werden nun „überirdisch“ bereitgestellt. Ein Architektenwettbewerb für die Gestaltung des neuen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) ist vor kurzem entschieden worden. Kontrovers diskutiert wurde über die neue Nutzung des stehen gebliebenen Gefängnis-Altbaus. Einen Teil des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem 19. Jahrhunderts wird die Volkshochschule nutzen, in den anderen Flügel zieht die städtische Musikschule. Hier entsteht eines der modernsten Bildungshäuser der Region. Ich gehe davon aus, dass die noch teilweise anzutreffenden Vorbehalte gegen ein ehemaliges Gefängnis als „Lernort“ ausgeräumt werden können.
Nicht erfüllt haben sich leider unsere Hoffnungen auf einen baldigen Bau des Weilertunnels. Trotz positiver Signale im Vorfeld und erheblicher Vorleistungen der Stadt wurde das Projekt vom Bundesverkehrsministerium nicht in das „Konjunkturpaket II“ der Bundesregierung aufgenommen. Wann der angesichts der enormen Verkehrs- und Abgasbelastung am „Scharfen Eck“ dringend notwendige Tunnel kommt, ist derzeit offen. Leer ausgegangen ist die Stadt trotzdem nicht - aus dem „Konjunkturpaket II“ fließen rund 2,4 Millionen Euro in Baumaßnahmen in Schwäbisch Hall, größtenteils in die Sanierung der in die Jahre gekommenen Grundschulen Rollhof und Kreuzäcker.
Gebaut wurde auch im Schenkenseebad, in das die Stadtwerke rund 2,2 Millionen Euro investiert haben, unter anderem für einen neuen Kinderbereich und eine Reifenrutsche. Auch im Solbad fanden Renovierungsarbeiten für 1,5 Millionen Euro statt.
Die 84. Saison der Freilichtspiele zog mit rund 150 Veranstaltungen insgesamt 62.837 Zuschauerinnen und Zuschauer an. Insbesondere im Juni und Juli war das wechselhafte Wetter doch ein nicht unerheblicher Unsicherheitsfaktor. Eindeutiger Liebling des Publikums war das Musikstück über die amerikanische Swing-Legende Glenn Miller mit 18.100 Besucherinnen und Besuchern. Auf der großen Treppe waren außerdem Shakespeares „Sommernachtstraum“ und Schillers „Kabale und Liebe“ zu sehen. Im Globe-Theater spielte man „Peter Pan“, die „Geierwally“ und „Volpone oder Der schlaue Fuchs“. Im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen gab es einen erfolgreichen „Theaterspaziergang“ zum Thema „Western“. Ein Grund zur Freude war auch, dass die Freilichtspiele die Schulden vergangener Jahre abtragen konnten und eine „schwarze Null“ erwirtschafteten.
Die Georg Baselitz-Ausstellung in der Kunsthalle Würth besuchten fast 50.000 Besucherinnen und Besucher. Noch übertroffen wurde dieser Erfolg durch die Landschaftsbilder des britischen Künstlers David Hockney, die unter dem Motto „Nur Natur“ nicht weniger als 94.000 Menschen anzogen. Seit Oktober ist die Ausstellung „Albtraum und Befreiung - Max Ernst in der Sammlung Würth“ zu sehen.
Das Hohenloher Freilandmuseum zeigte im Frühjahr in einer Kooperation mit dem Deutschen Tagebucharchiv Emmendingen historische Tagebücher. Seit Mai dokumentiert eine als übergreifendes Gemeinschaftsprojekt der baden-württembergischen Freilandmuseen erarbeitete Ausstellung das Thema „Dorf unter Hakenkreuz - Mitläufer, Funktionäre, Verfolgte“. Allein der „Süddeutsche Käsemarkt“ zog rund 11.000 Besucherinnen und Besucher an. Der weiterlaufende Wiederaufbau der Mühle Laun aus Weipertshofen soll Pfingsten 2010 abgeschlossen werden, ein weiterer, im Aufbau befindlicher Neuzugang ist ein 1747 erbautes Fachwerkhaus aus Neckarsulm-Dahenfeld.
Im Hällisch-Fränkischen Museum stand in diesem Jahr Indien im Mittelpunkt; neben der Ausstellung „Wie der indische Pfeffer zum Haller Salz kam - Gewürzhandel einst und jetzt“ gab es zahlreiche weitere Veranstaltungen und Angebote zum Thema.
Das vom Stadtarchiv herausgegebene Buch „Ausmerzen. Eugenik, Zwangssterilisierung und Krankenmord in Schwäbisch Hall 1933-1945“ beleuchtete ein für Schwäbisch Hall bislang kaum bekanntes Kapitel in der Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Das Buch und eine Ausstellung im Hohenloher Freilandmuseum wurde von einer Projektgruppe des Archiv-Fördervereins „Geschichts-Werkstatt“ erarbeitet.
Anfang April stand Schwäbisch Hall auch in diesem Jahr wieder ganz im Zeichen des Jazz: Das „Jazz-Art-Festival“ bot in einer Woche 10 Konzerte internationaler Künstlerinnen und Künstler, darunter der bekannte Saxophonist Charles Lloyd. Im selben Monat brachte das Internationale Jugendtheaterfestival junge Schauspielerinnen und Schauspieler aus Schwäbisch Hall und den Partnerstädten Zamosc (Polen) und Balikesir (Türkei) zusammen.
Die Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz fand Ende November in Schwäbisch Hall statt. In diesem Rahmen verlieh Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler im Neubausaal den Deutschen Preis für Denkmalschutz an Preisträgerinnen und Preisträger.
Der in Schwäbisch Hall aufgewachsene Regisseur Oliver Storz, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, stellte in seiner Heimatstadt seinen neuen Film „Die Frau, die im Wald verschwand“ vor. Er ist teilweise in Schwäbisch Hall entstanden, Dreharbeiten fanden u.a. im Rathaus statt. An einem weiteren großen Kinoereignis des vergangenen Jahres waren Haller beteiligt. „Die Nefzers“ sorgten bei dem Film „Inglourious Basterds“ des US-Regisseurs Quentin Tarantino für die Spezialeffekte.
Auch im Bereich der Literatur war 2009 manches geboten, ein Höhepunkt war zweifellos der Aufenthalt von Ilija Trojanow, der als Preisträger des Comburg-Stipendiums 2009 den September im ehemaligen Reichsstift verbrachte. Im Oktober konnte im Rathaus der neue Schwäbisch Hall-Bildband vorgestellt werden, der in der Tradition der Bände von Paul Swiridoff die Schönheit unserer Stadt hervorhebt - vielleicht auch für Sie eine interessante Lektüre?
Wie immer war auch das Kuchen- und Brunnenfest der Salzsieder an Pfingsten ein Publikumsmagnet, der ca. 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer anzog. Die Trinksprüche befassten sich u.a. mit Müll und Graffiti in der Stadt oder dem Kocherquartier.
Auf ein ausgesprochen erfolgreiches Sportjahr können die „Unicorns“, die Footballer der TSG, zurückblicken. Die Herrenmannschaft wurde süddeutscher Meister der „German Football League“ und schied in den Playoffs um die deutsche Meisterschaft erst knapp im Halbfinale aus. Die Teams der A-Jugend, der Junior-Flagfootballer und der B-Jugend gewannen jeweils die baden-württembergischen Meisterschaften. Damit ist 2009 das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der TSG-Footballer, die ihren Ruf als sportliches Aushängeschild der Kocherstadt bestätigten. Herausragende sportliche Leistungen zeigte z.B. auch die Läuferin Astrid Beerlage. Unter anderem gewann sie bei den Süddeutschen Meisterschaften der Juniorinnen den Titel über 400 m-Hürden und die Deutsche Meisterschaft bei den Staffel-Titelkämpfen der A-Jugend.
Aus der Vielfalt der Jubiläen seien nur einige herausgegriffen. Das „Diak“ feierte das 120jährige Bestehen der Gemeindekrankenpflege, während die Landfrauen Bibersfeld auf 75 Jahre zurückblickten. 60jährige Jubiläen feierten der SV Gailenkirchen und das Stadtorchester, ein 30jähriges das Wohn- und Pflegestift Teurershof. Seit 25 ergänzt die Waldorfschule das Bildungsangebot in Schwäbisch Hall. Zamosc und Schwäbisch Hall blickten auf eine seit 20 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zurück.
Auch aus dem Bereich „Personalien“ gibt es neues zu vermelden. Am 1. April hat die Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist für Bildung, Kultur, Tourismus und Marketing sowie für die Teilorte zuständig. Die gebürtige Stuttgarterin war zuvor Leiterin des Geschäftskreises „Kultur und Soziales“ bei der Stadt Kirchheim/Teck.
Mit Roland Heckelmann verabschiedete der Gemeinderat ein politisches „Urgestein“ der Stadt. Der Geschäftsmann hatte 40 Jahre lang die Freie Wählervereinigung im Stadtrat vertreten und schied nun an seinem 81. Geburtstag aus. Im Ruhestand ist GWG-Geschäftsführer Hartmut Pawlitzki, eine prägende Persönlichkeit der Stadtverwaltung. Im Evangelischen Diakoniewerk wurden die Oberin Irmtraut Krumrey und Chefarzt Professor Dr. Hartmut Siebert verabschiedet und bei der Agentur für Arbeit deren Leiter Elmar Zeller.
Ihren 70. Geburtstag feierten u.a. CDU-Stadtrat Hans Reber, Alt-Landrat Ulrich Stückle, HEM-Chef Kurt Schaaf, Stadtrat Dieter Vogt sowie Uli Wenger, eine der prägenden Persönlichkeiten des Siedershofs. Auf 75 Lebensjahre zurückblicken konnten der Unternehmer Reiner Mahl und Georg Schima, der langjährige Leiter der Stadtkapelle. Regierungsbaudirektor a. D. Hans Werner Hönes, der wohl beste Kenner der mittelalterlichen Kirchen Schwäbisch Halls, feierte seinen 90. Geburtstag.
Völlig unerwartet ist der frühere Schuldekan Gerhard Kraft im Alter von 66 Jahren gestorben. Auch der Grafiker und Fotograf Hans Kubach, dessen Kalender und Bildbände mancher von Ihnen kennen wird, lebt nicht mehr, ebenso Erwin Müller, die treibende Kraft beim Aufbau des „Solpark-Museums“ über die Geschichte des Hessentaler Flugplatzes. Mit großem Respekt erinnern wir an Chaim und Schoschana Stobezki, die sich trotz der durch das NS-Terrorregime erzwungenen Flucht Chaims aus seiner Heimatstadt Schwäbisch Hall für die Versöhnung zwischen Israel und Deutschland einsetzten. Sie starben im Alter von 89 bzw. 92 Jahren in Tel Aviv. Ein Beispiel für gelebte Nächstenliebe hat Schwäbisch Hall mit Elisabeth Pfisterer verloren. Die frühere Pfarrfrau in Gelbingen und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes verstarb mit 91 Jahren.
Ich möchte an dieser Stelle allen danken, deren Grüße mich während des Jahres erreicht haben. Sehr gefreut habe ich mich auch über den Besuch von Ilse Stein aus Philadelphia, mittlerweile fast 95 Jahre alt, die ihren in Israel und den USA lebenden Enkeltöchtern die Wurzeln ihrer Herkunft zeigen wollte.
Soweit unser Streifzug durch das diesjährige Geschehen in Schwäbisch Hall. Während des Jahres informiert Sie unsere Internetseite www.schwaebischhall.de, die seit kurzem in neuem Design und mit aktualisierten Inhalten im weltweiten Netz steht, über die Haller Geschehnisse. Eine jährlich ergänzte Stadtchronik finden Sie hier auf den Seiten des Stadtarchivs. Das Aktuellste aus Ihrer Heimat erfahren Sie auch über das Online-Portal des Haller Tagblatts.
Ich wünsche Ihnen ein schönes und friedvolles Weihnachten 2009 und für das kommende Jahr Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, Glück, Gesundheit und Zufriedenheit.
Über alle Grenzen hinweg grüße ich Sie in freundschaftlicher Verbundenheit.
Hermann-Josef Pelgrim
Oberbürgermeister
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