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Bilder zur Stadtgeschichte

NOCH IM AUFBAU!

Das Stadtarchiv verfügt über umfangreiche Sammlungen von Fotos, Postkarten, Grafiken, Gemälden, Plänen und anderen Abbildungen zur Geschichte Schwäbisch Halls. Die hier veröffentlichte Fotogalerie zeigt eine Auswahl aus dieser Bildsammlung.

Die eingestellten Bilddateien sind für private, nichtgewerbliche Zwecke zur kostenlosen Benutzung freigegeben, sofern das Stadtarchiv als Inhaber des Urheberrechts gekennzeichnet wird. Das Stadtarchiv behält sich ausdrücklich das Urheberrecht vor und behält sich ebenfalls das Recht vor, gegen eine missbrächliche Verwendung juristisch vorzugehen.

Bandkeramische TonscherbenDie ersten menschlichen Siedlungsspuren, hier Tonscherben vom "Wolfsbühl" (Kreuzäcker), stammen aus der Zeit der jungsteinzeitlichen Bandkeramikerkultur (ab 5.000 v. Chr.)
Ausgrabung der keltischen Saline 1939Die etwa zwischen 500 v. Chr. und der Zeitenwende bestehende keltische Saline wurde 1939 beim Bau der Kreissparkasse ausgegraben. Grund für ihr Ende könnte ein Erdrutsch gewesen sein, vielleicht war es auch die übermächtige Konkurrenz durch römisches Meersalz.
Romantische Darstellung der Wiederentdeckung der Haller SalzquelleEiner allerdings nicht zu belegenden Legende zufolge wurde die Salzquelle wiederentdeckt, als ein jagender Graf von Westheim leckendes Wild beobachtete. Postkarte des 19. Jahrhunderts.
Die Comburg in einer Federzeichnung um 1600Um 1078 stiften die Grafen Burkhard, Rugger und Heinrich von Comburg das Benediktinerkloster Comburg an der Stelle ihrer bisherigen Burg. Das Kloster erlebte im 12. Jahrhundert eine Blütezeit, wurde 1488 in ein Adeliges Chorherrenstift umgewandelt und 1802 durch Württemberg aufgehoben (Federzeichnung aus einer Haller Chronik von 1600).
Heller aus der mittelalterlichen ReichsmünzstätteWahrscheinlich unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa (reg. 1152-1190) wurde in Schwäbisch Hall eine Reichsmünzstätte eingerichtet, in der man den nach der Stadt benannten "Heller" prägte.
Weiler mit Henkersbrücke, St. Johann und ehemaliger KommendeUm 1190 entstand die Niederlassung des Johanniterordens im Weiler. Nach der Abschaffung der Messe in St. Johann 1534 diente die Kirche bis zu ihrer Profanierung 1812 dem evangelischen Gottesdienst. Die Johanniter verlagerten ihren Sitz während der Reformationszeit nach Affaltrach. Die Bauten der Kommende (links neben der Kirche) aus dem 13. Jahrhundert sind in dem 1810 entstandenen Gebäude des Kaufhauses "Woha" weitgehend erhalten.
Burg Limpurg mit Unterlimpurg, Federzeichnung aus einer Chronik um 1600Etwa im Jahr 1230 errichteten die Schenken von Limpurg ihre Burg oberhalb von Unterlimpurg. Ihre Bemühungen, sich die Stadtherrschaft über Hall zu sichern, führten zu einem langen Konflikt, der 1280 zugunsten der Stadt entschieden wurde, die sich nun unangefochten zur Reichsstadt entwickeln konnte (kolorierte Federzeichnung aus einer Haller Chronik um 1600).
Landheg bei Neunkirchen um 1750Im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts entstand die "Landheg", ein das Haller Landgebiet umgebendes System aus Wällen und Gräben. Sie dienten der Verteidigung, lenkten den Verkehr auf die Zollstraßen um und symbolisierten auch den Bereich, in dem die Reichsstadt Hall die Oberherrschaft beanspruchte. Allerdings lebten innerhalb der Heg zahlreiche Untertanen fremder Herrschaften, mit deren Herren es immer wieder zu Konflikten kam. Der um 1750 entstandene Plan der Landheg bei Neunkirchen entstand wegen einer solchen Auseinandersetzung mit Hohenlohe und zeigt den Aufbau mit einer dichten Hecke und sogenannten "Fallen" als Durchgängen.
Eroberung von Honhardt 1444Charakteristisch für das Spätmittelalter sind die zahlreichen Fehden der Reichsstadt Schwäbisch Hall. Häufig stand die Bestreitung bzw. Durchsetzung der Unabhängigkeit der Haller Gerichtsbarkeit im Hintergrund. Große Ausmaße nahm die "Bebenburger Fehde" (1435-1446) an, neben dem "Städte-" oder "Markgräflerkrieg" (1449-1453) der weitreichendste Konflikt dieser Art. Im Zuge dieser Fehde eroberten die Haller 1444 unter Einsatz von Kanonen Honhardt (kolorierte Federzeichnung aus einer Haller Chronik um 1600).
Henkersbrücke und Brückentor 16431502 entstand der steinerne Neubau der wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts errichteten Henkersbrücke. Die Brücke besaß auf beiden Seiten einen umlaufenden Wehrgang, auf dem mittleren Pfeiler saß das Brückenwächterhaus. Zur Stadtseite hin wurde sie durch das Brückentor abgeschlossen, dass hier auf dem Gemälde von Hans Schreyer von 1643 weit über die anderen Häuser hinausragt.
Johannes Brenz (1499-1570)Der 1522 zum Prediger bei St. Michael berufene Johannes Brenz (1499-1570), ein Gefolgsmann Martin Luthers, begann im folgenden Jahr die Einführung der Reformation, die mit der Kirchenordnung von 1543 als abgeschlossen betrachtet werden kann. Brenz entwickelte bis zu seiner Flucht vor der drohenden Verhaftung und Auslieferung an Kaiser Karl V. eine weit über Schwäbisch Hall hinausgehende Wirksamkeit als theologischer Autor, Ratgeber und Gutachter (Kolorierter Einblattdruck aus dem 18. Jahrhundert).
Schlacht bei Gottwollshausen, 4. April 1525Bauernkrieg 1525: In der Schlacht bei Gottwollshausen am 4. April 1525 besiegt ein Aufgebot der Bürgerschaft die hällischen Bauern (kolorierte Federzeichnung aus einer Haller Chronik um 1600).
Haller Cicero-Ausgabe von 1536Im Jahr 1536 eröffnete der aus Hessen stammende Peter Braubach die erste Buchdruckerei in Schwäbisch Hall. Der abgebildete Druck von Werken des römischen Philosophen und Rhetorikers Cicero ist eines der ersten hier entstandenen Bücher.
Der armlose Kunstschreiber Thomas Schweicker (1540-1602)Der am 21. Dezember 1540 geborene Thomas Schweicker (+ 7.10.1602), ein armloser, mit den Füßen schreibender Kunstschreiber, wurde zu einer viel bestaunten Berühmtheit und führt seine Kunst u.a. vor Kaiser Maximilian II. vor.
Haller Silberbatzen von 1545Die Prägungen des Jahres 1545 - hier ein Batzen - waren die letzten inSchwäbisch Hall hergestellten Münzen. Zwar verzichtete der Rat nicht auf sein Münzrecht, ließ das Geld jedoch auswärts, v.a. in Nürnberg herstellen.
Die 1575 gegründete RatsbibliothekIn der 1575 formell gegründeten Ratsbibliothek sammelte man vor allem juristische Fachliteratur für die höheren Beamten der Reichsstadt. Sie enthält zahlreiche Werke des 15.-18. Jahrhunderts. Sie überstand Kriege, Brände und die Mediatisierung weitgehend unbeschadet und ist heute in Baden-Württemberg eine der bedeutendsten historischen Bibliotheken in kommunalem Besitz.
Stadtansicht von Braun/Hogenberg um 1580Die erste genaue Ansicht der Stadt Schwäbisch Hall von Georg Braun undFranz Hogenberg, um 1580. Der Reichsadler symbolisiert den Status der Reichsstadt, oberhalb der Stadt sind Rad und Galgen als Zeichen der Blutgerichtsbarkeit zu erkennen, auf dem Kocher bringen Flößer Holz zur Saline.
Stadtansicht von Matthäus Merian nach Leonhard Kern, 1643Die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs überstand Schwäbisch Hall äußerlich weitgehend unbeschadet, litt aber schwer unter wechselnden Besatzungen durch kaiserliche, französische und schwedische Truppen. Zwischen 1634 und 1638 wurde jeder fünfte Einwohner ein Opfer von Seuchen und Hunger (Kupferstich von Matthäus Merian nach einer Vorlage des Schwäbisch Haller Künstlers Leonhard Kern, 1643).
Brand der Gelbinger Gasse 1680Bei einem der größten Stadtbrände wurde 1680 der größte Teil der Gelbinger Gasse zerstört. Auslöser war ein Blitzeinschlag. Kolorierte Nachzeichnung eines zeitgenössischen Kupferstichs.
Großer Stadtbrand von 1728Der große Stadtbrand vom 31. August 1728 zerstörte den überwiegenden Teil der Altstadt. Das kleine Bild auf diesem Kupferstich zeigt das Schöpfwerk über dem Haalbrunnen (zeitgenössischer Kupferstich).
Rathaus von St. Michael aus gesehenAm Standort der durch den Stadtbrand von 1728 zerstörten Kirche St. Jakob am Marktplatz errichtete man bis 1735 das neue, barocke Rathaus.
Liste der Siederskuchenholer, 1769Der 1501 erstmals erwähnte "Hof" (= Fest) der Salzsiederburschen wurde im 18. Jahrhundert durch Ordnungen geregelt. Sie bildeten die Grundlage für die Wiederbelebung des Salzsiederbrauchtums am Ende des 19. Jahrhunderts und bilden eine Grundlage des heutigen Kuchen- und Brunnenfests an Pfingsten. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus einer Liste der Kuchenholer von 1769.
Friedrich David Gräter (1768-1830)Friedrich David Gräter (*22.04.1768 Schwäbisch Hall; ? 02.08.1830 Schorndorf) war einer der bedeutendsten Söhne der Stadt; der letzte Rektor des 1811 zur Lateinschule degradierten Gymnasiums gilt als Begründer der deutschen Nordistik und Pionier der Volkskunde.
Wappenstein vom Unterwöhrdtor mit abgemeißeltem ReichsstadtwappenDer abgemeißelte und mit dem württembergischen Wappen übermalte Reichsadler auf diesem Wappenstein vom Unterwöhrdtor (eine Arbeit des bedeutenden Bildhauers Hans Beuscher von etwa 1509-1512, heute im Hällisch-Fränkischen Museum) symbolisiert einen der tiefsten Einschnitte der Haller Geschichte. 1802 ließ Herzog Friedrich II. von Württemberg die Stadt und ihr Territorium besetzen, da sie ihm von Napoleon als Entschädigung für an Frankreich abgetretene Gebiete links des Rheins zugesprochen worden war. Mit der formellen Besitzergreifung vom 25. November 1802 endete die Geschichte Halls als selbstständiges Staatswesen.
Das alte Solbad von 1827Die Einweihung des "Solbads" im ehemaligen Schützenhaus auf dem Unterwöhrd am 1. Juni 1827 steht für den Beginn der Entwicklung Schwäbisch Halls zur Kurstadt und zum Fremdenverkehrsort (Foto von ca. 1920).
Königliche Saline von 1835Die Inbetriebnahme der neuen königlichen Saline nördlich der Stadt im Jahr 1835 beendete die Salzgewinnung auf dem Haalplatz. Bereits zuvor (1804, endgültig 1827) war das Eigentum an der Saline aus dem kollektiven Besitz der Salzsieder an die Krone übergegangen. Mit der Aufhebung der Saline 1924 endete die Salzgewinnung in Schwäbisch Hall. Foto Ende 19. Jahrhundert.
Gefängnis um 1862Das seit 1839 bestehende Kreisgefängnis mit einer für das ganze Land zuständigen Jugendstrafanstalt erhielt 1846 einen Neubau unterhalb der Gelbinger Gasse, der als vorbildlicher Musterbau galt. Das spätere Landesgefängnis wurde mehrfach erweitert und 1998 in einen Neubau in der "Stadtheide" verlegt. Aussicht aus einer Stadtansicht von G. Herdtle, um 1862.
Straßenszene 1848Schwäbisch Hall war eines der württembergischen Zentren der Revolution von 1848 und eine Hochburg der Radikaldemokraten. Es kam nicht zu offener Gewalt wie in Baden, aber zu Tumulten und Unruhen. Im Oktober 1848 wurde die Stadt deshalb von württembergischen Truppen besetzt. Die kolorierte Zeichnung zeigt eine Marktszene von 1848. Bei den Uniformträgern handelt es sich um Angehörige der Haller Bürgerwehr, der bärtige Mann links wird durch Kokarde und "Heckerhut" als Anhänger der Demokraten ausgewiesen.
New York um 1860In den 1850er Jahren erreichte die Auswanderung nach Übersee, vor allem in die USA, ihren Höhepunkt. Allein für 1854 sind 100 Auswanderer bekannt. Die Ansicht New Yorks, das für viele Haller die erste Station in der "Neuen Welt" war, stammt aus dem Brief eines Haller Auswanderers von 1861.
Gaskessel des Gaswerks von 1861Der Bau des Gaswerks unterhalb der Gelbinger Gasse am Standort des heutigen Zentralen Omnibusbahnhofs markiert 1861 der Bau einer modernen Versorgungsinfrastruktur in Schwäbisch Hall (Foto aus den 1920er Jahren).
Haller Bahnhof kurz nach der EinweihungMit der Einweihung des Schwäbisch Haller Bahnhofs und der Eisenbahnlinie nach Heilbronn verbanden sich große Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, die sich jedoch nur teilweise erfüllten. Einen deutlichen Aufschwung nahm Hall als Fremdenverkehrsziel und Kurstadt. Ausschnitt aus einer Stadtansicht von H. Kraneck, kurz nach 1862.
Königliche Saline von 1835Nach einer Phase des Niedergangs am Anfang des 19. Jahrhunderts konnte Hall wieder an seine traditionelle Rolle als Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit einem großen Einzugsgebiet anknüpfen. Die Wochen- und Jahrmärkte fanden starken Anklang. Im Zusammenhang damit stand die Entwicklung von landwirtschaftliche Produkte verarbeitenden Firmen wie der Nudelfabrik Renner und wohl auch das Entstehen mehrerer Produzenten von Abfüll- und Verpackungsmaschinen. (Postkarte: Wochenmarkt 1915).  
Kleiner Siedershof Ende des 19. Jahrhunderts (Postkarte)Die Gründung des "Kleinen Siedershofs" im Jahr 1878 zeigte das wachsende Interesse an der Stadtgeschichte und war der Startschuss für die dauerhafte Wiederbelebung der Salzsiedertradition. Einen ersten Auftritt der Salzsieder hatte es bereits 1862 zur Einweihung der Eisenbahnlinie Heilbronn - Schwäbisch Hall gegeben. Postkarte vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Das neue Solbad von 1880Auf den steigenden Zustrom auswärtiger Besucher für das Solbad nach dem Bau der Eisenbahnlinie reagierte die Stadt mit dem Bau eines aufwendigen neuen Solbads auf dem Unterwöhrd, das am 30. Mai 1880 eingeweiht wurde. Es wurde 1967 endgültig geschlossen und 1968 abgerissen (Postkarte um die Jahrhundertwende).
Abmarsch in den I. WeltkriegDas III. Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121, dem viele Schwäbisch Haller angehören, rückt am 11. August 1914 nach einem Feldgottesdienst auf dem Marktplatz in den Ersten Weltkrieg ab. Bis 1918 fallen 303 Bürger der Stadt, 13 bleiben vermisst.
Plünderung 1919Der Mangel an Konsumgütern in der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg und der Zorn über "Wucher" führte am 12./13. Juni 1919 zur Plünderung eines Geschäftshauses am Milchmarkt.
Die galoppierende Geldentwertung der Inflationszeit bewegte die Stadt Schwäbisch Hall im Jahr 1923 dazu, eigenes "Notgeld" herauszugeben. Die hier abgebildeten Scheine reichten im November 1923 nicht einmal für einen Liter Milch, der 360 Mio. Mark kostete.
Bürgerheim von 1923, heute JugendherbergeEine Antwort auf die soziale Not der 1920er Jahre war der Bau des "Bürgerheims", eines Altersheims, das am 11. Juli 1924 eröffnet wurde und heute als Jugendherberge genutzt wird,
Programm der ersten Mit der erstmaligen Aufführung des "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal auf der großen Treppe vor St. Michael am 16. August 1925 beginnt die Geschichte der Freilichtspiele. Initiiert wurde sie von Robert Braun, dem Leiter des Kurtheaters (Titelblatt des Programmhefts).
Nationalsozialistische Maifeier 1933Inszenierte "Volksgemeinschaft" im Zeichen des Nationalsozialismus am 1. Mai 1933. Ausgeschlossen war jedoch, wer aus ideologischen oder rassischen Gründen als Feind galt - etwa eine Gruppe von Sozialdemokraten und Gewerkschaftlern, die am Rande dieses Festes von einem SS-Trupp brutal zuammengeschlagen wurden.
Durchbruch der Johanniterstraße durch die WeilervorstadtBeim bislang massivsten Eingriff in die gewachsene Struktur der Altstadt wurde 1933/34 für die damals "Adolf-Hitler-Straße" genannte Johanniterstraße eine Schneise durch die Weilervorstadt geschlagen.
Parade der Fliegerhorstgarnison 1936Mit dem feierlichen Empfang der Besatzung des Fliegerhorsts Hessental auf dem Schwäbisch Haller Marktplatz am 17. März 1936 wird Schwäbisch Hall Garnisonsstadt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Hessental zahlreiche Luftwaffeneinheiten stationiert, darunter Bomber, Nachtjäger und der erste serienmäßig hergestellte Düsenjäger der Welt Messerschmitt Me 262.
Neunhundertjahrfeier 1937Eine aufwendige, nationalsozialistisch eingefärbte Inszenierung glanzvoller Vergangenheit bot die Neunhundertjahrfeier der Stadt 1937 - sie beruhte allerdings auf einer gefälschten Urkunde, dem "Öhringer Stiftungsbrief" von 1037.
Bau der Kriegsopfersiedlung Den bereits nach dem Ersten Weltkrieg begonnenen Siedlungsbau setzte die Stadt nach 1933 verstärkt fort. Ein nationalsozialistisches Vorzeigeprojekt war die ab 1939 entstehende "Kriegsopfersiedlung" (heute Kreuzäckersiedlung), bei der auch die "Hitlerjugend" zum Einsatz kam.
Bau des Schenkenseebads, 1941/421942, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde das mit Spendengeldern des Schwäbisch Haller Ehrenbürgers Max Kade gebaute Schenkensee-Freibad fertiggestellt.
Zwangsarbeiterlager der Mehr als 2.1000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden während des Zweiten Weltkriegs nach Schwäbisch Hall verschleppt, wo sie überall - von Privathaushalten bis hin zu den Rüstungsbetrieben - zum Einsatz kamen. Allein im Barackenlager der "Fassfabrik" lebten 350 Menschen. Deren Inhaber Karl Kurz wurde von einem Denunzianten bei der Gestapo angezeigt, weil er "seine" Zwangsarbeiter zu human behandelte.
Amerikanisches Luftbild des KZ HessentalIm Oktober 1944 richtet der NS-Staat beim Bahnhof Hessental ein Konzentrationslager ein (dreieckige Struktur in der Bildmitte). Die rund 600 Häftlinge werden v.a. als Arbeitssklaven auf dem Fliegerhorst Hessental eingesetzt. Mindestens 182 Häftlinge werden ermordet oder sterben an den menschenunwürdigen Haftbedingungen (Luftbild, US National Archives and Records Administration).
US-Luftangriff auf Hessental, 1945Amerikanische B 24 "Liberator"-Bomber greifen am 25. Februar 1945 den Fliegerhorst Hessental an, der bis zum Kriegsende im April 1945 durch drei schwere und weitere kleinere Angriffe in eine Kraterlandschaft verwandelt wird. Unter den Flugzeugen sind die eben abgeworfenen Bomben zu erkennen, die auffälligen Rauchstreifen stammen von Zielmarkierern (Luftbild, US National Archives and Records Administration).
Bahnhofstraße nach dem Luftangriff vom 23. Februar 1945Trümmerhaufen in der Bahnhofstraße nach dem auf den Bahnhof gezielten amerikanischen Luftangriff vom 23. Februar 1945, der zwischen 48 und 53 Menschenleben forderte.
Ein US-Jeep auf der Hindenburgbrücke17.April 1945: Amerikanische Truppen besetzen die Stadt nach einem kurzen Gefecht im Bereich des Teurershofs. Hier ein Jeep auf der teilweise gesprengten Hindenburgbrücke (heute Friedensbrücke), an den von der Sprengung beschädigten Häusern hängen weiße Fahnen (Foto: US National Archives and Records Administration)
Rathausruine nach dem 17. April 1945Die Ruine des am 17. April 1945 nach Brandbombentreffern ausgebrannten Rathauses. Eine rechtzeitige Löschung wurde durch einen bewaffneten SA-Mann verhindert.
US-Soldaten in ehemaligen Fliegerhorst-Räumen, 1949 Der ehemalige deutsche Fliegerhorst wurde nach 1945 von der US Army genutzt und 1947 formell beschlagnahmt. Die "Dolan Barracks" wurden bis 1993 von den amerikanischen Streitkräften genutzt, deren Soldaten bald nicht mehr als Besatzer, sondern als Freunde wahrgenommen werden 566 deutsch-amerikanische Ehen zwischen 1947 und 1993 sind dafür ein Beispiel. Die Aufnahme von 1949 zeigt US-Soldaten in Räumen des ehemaligen Fliegerhorsts.
Wiederaufbau der HenkersbrückeDer Wiederaufbauf der 1945 von deutschen Soldaten gesprengten Henkersbrücke war 1949 abgeschlossen.
Freilichtspiele 1952 mit dem Seit ihrer Neubegründung 1949 haben sich die Freilichtspiele - hier cter den langjährigen Intendanten Wilhelm Speidel (1949-1968) und Achim Plato (1968-2003) zu einer bedeutenden kulturellen Institution mit einer Ausstrahlung weit über die Stadt hinaus entwickelt (Foto: Paul Swiridoff):
Feierliche Rathauseinweihung 1956Feierliche Einweihung des nach der Kriegszerstörung wieder aufgebauten Rathauses am 30. April 1955.
Bausparkassengebäude 1956Die 1944 von Berlin nach Schwäbisch Hall verlegte Bausparkasse der deutschen Volksbanken entwickelte sich seitdem zum größten Arbeitgeber der Stadt. Im Zuge der Expansion im Zeichen des Wiederaufbaubooms entstand 1956 das inzwischen mehrfach erweiterte Verwaltungsgebäude; im selben Jahr nahm das Unternehmen den Namen "Bausparkasse Schwäbisch Hall" an (Foto: Ruth Balluff).
Königin Elisabeth II. in Schwäbisch HallKönigin Elisabeth II. von England und Prinzgemahl Philip besuchen am 24. Mai 1965 Schwäbisch Hall und tragen sich in das "Goldene Buch" des Stadt ein (Foto: Hans Kubach).
Helmut Palmer beim OB-Wahlkampf 1974Landesweites Aufsehen erregte 1974 der Wahlkampf um die Nachfolge des in den Ruhestand tretenden Oberbürgermeister Theodor Hartmann, der die Stadt in bisher nicht dagewesener Weise polarisierte und mobilisierte. Der als "Remstalrebell" bekannte Obstbauer und Dauerkandidat Helmut Palmer (Foto) aus Geradstatten gewann den ersten Wahlgang, unterlag aber im zweiten knapp dem Nellinger Bürgermeister Karl Friedrich Binder (Foto: Hans Kubach).
Kunsthalle Würth, 2005Mit der 2001 eingeweihten Kunsthalle Würth in der Katharinenvorstadt hat die Stadt Schwäbisch Hall einen neuen kulturellen Publikumsmagnet mit überregionaler Ausstrahlung erhalten; hochkarätige Ausstellungen mit moderner Kunst haben seitdem zahlreiche Besucher angezogen.