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Häufige Fragen zur Stadtgeschichte

Das Luftschiff "ZR III" überfliegt am 6. September 1924 Schwäbisch Hall (Postkarte).

Warum heißt Schwäbisch Hall "Schwäbisch", obwohl es im fränkischen Siedlungsgebiet liegt?

Die Benennung der Stadt resultiert aus intensiven Konflikten der Reichsstadt mit dem Landgericht Würzburg im 14. und 15. Jahrhundert, das die Zuständigkeit für die Stadt trotz des "Privilegium de non evocando" (Befreiung von fremden Gerichten) von 1276 beanspruchte. Um die Ansprüche des Landgerichts abzuwehren, betonte man seitens des Haller Rates, die Stadt heiße Schwäbisch Hall und liege auf schwäbischem Erdreich (so 1442). Ein formeller Beschluss, in offizellen Schreiben stets den Namen "Schwäbisch Hall" zu verwenden, datiert von 1489. Ab 1500 kann der Name auch mit der Zugehörigkeit der Stadt zum Schwäbischen Reichskreis erklärt werden. Nach dem Ende der Reichsstadtzeit 1802 und der Eingliederung in das Königreich Württemberg hieß die Stadt offiziell nur "Hall", während "Schwäbisch Hall" umgangssprachlich weiterhin gebräuchlich war. Amtlich festgelegt wurde dieser Name aber erst 1934. Trotz dieser historisch bedingten Bezeichnung als "Schwäbisch" Hall liegt die Stadt im fränkischen Siedlungs- und Sprachgebiet. Die "Sprachgrenze" zum Schwäbischen verläuft etwas südlich im Raum Gaildorf - Ellwangen.

Was bedeutet der Name "Hall"?

Der Name "Hall" leitet sich wahrscheinlich von einer westgermanischen Wortfamilie mit der Bedeutung "unter Hitzeeinwirkung austrocknen" ab. In Ortsnamen weist er auf eine frühere Salzgewinnung hin. In Schwäbisch Hall ist Salzgewinnung durch die Kelten (etwa bis zur Zeitenwende) sowie ab dem frühen 13. Jahrhundert nachweisbar und endete erst 1924. Vor dem Beginn des bergmännischen Abbaus von Steinsalz im 19. Jahrhundert wurde Salz durch das Verdampfen salzhaltigen Grundwassers gewonnen, so auch in Schwäbisch Hall. Nicht belegbar ist übrigens die häufig anzutreffende Vermutung, das Wort Hall sei keltischen Ursprungs.

Wie alt ist Schwäbisch Hall?

Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit (ab 5000 v. Chr.); archäologisch nachgewiesen werden konnte auch eine keltische Saline (500 v. Chr - 0). Eine kontinuierliche Besiedlung ist allerdings nicht zu belegen. Die erste sichere urkundliche Nennung Schwäbisch Halls stammt aus dem Jahre 1156. Die gelegentlich in der Literatur anzutreffende Erstnennung von 1037 beruht auf dem sogenannten "Öhringer Stiftungsbrief", der eine Fälschung vom Ende des 11. Jahrhunderts ist und somit keinen sicheren Anhaltspunkt für eine Datierung bietet.

Was zeigt das Stadtwappen?

Das Stadtwappen zeigt ein geteiltes Schild, das in seiner oberen Hälfte auf goldenem Grund ein goldenes Kreuz auf rotem Kreis, in  seiner unteren Hälfte auf rotem Grund eine silberne Hand in blauem Kreis mit Silberrand zeigt. Das Wappen gibt die beiden Seiten des Hellers wider, einer berühmten mittelalterlichen Münze, die ab Ende des 12. Jahrhunderts in Schwäbisch Hall geprägt und nach der Stadt benannt wurde (Heller = Häller). In verschiedenen Varianten wird dieses Wappen seit dem 13. Jahrhundert verwendet. Das Münzzeichen des Kreuzes wird als Symbol der Verbindung von göttlichem und weltlichem Recht interpretiert, während die Hand als Handschuh verstanden wird. Dieser ist ebenfalls ein Rechtszeichen, z.B. ein Symbol für den königlichen Schutz für das Marktrecht und dem Marktfrieden.

Neben dem noch heute genutzten Wappen verwendete die Reichsstadt Hall ein Wappenschild mit Reichsadler sowie ein zweifarbiges, gold-rotes Schild. Häufig - z.B. über den Stadttoren oder auf Münzen - sind Darstellungen eines zweifachen (Reichsadler und Farbenschild oder Hellerwappen) oder dreifachen Wappenschilds (Reichsadler, Farbenschild, Hellerwappen).

Was ist eine "Reichsstadt"?

Als Reichsstadt unterstand Schwäbisch Hall direkt dem Kaiser, der jedoch keinen direkten Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt nahm. De facto war eine Reichsstadt ein unabhängiger Staat. Schwäbisch Hall verlor diesen Status 1802.

Wie hoch ist der Turm der St. Michaelskirche?

47 m

Wie viele Stufen hat die große Treppe vor St. Michael?

53 Stufen (Die häufig anzutreffende Zahl von 54 Stufen liegt wohl daran, dass manchmal die Stufe zur Vorhalle mitgezählt wird).

Was ist das älteste Gebäude der Stadt?

Der romanische Turm der 1156 geweihten St. Michaelskirche. Das älteste Wohngebäude ist der 1239/41 gebaute „Keckenturm“ (heute Teil des Hällisch-Fränkischen Museums).