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Rathaus

Abendstimmung auf dem Marktplatz mit dem barocken Rathaus, Foto Achim Mende
Das Rathaus Schwäbisch Hall bei Nacht, Foto Wolfang M. Weiner

 
Das barocke Schmuckstück am Marktplatz.

Das Wetter mag sein, wie es will, das Rathaus der Stadt Schwäbisch Hall erstrahlt in hellem Glanz. In Gold getaucht, bildet die Strahlenscheibe die Spitze des Turms mit seinen vier Uhrblättern und seiner schmiedeeisernen Krone. Genauso prächtig zeigt sich das Gebäude im Ganzen. Säulen und Girlanden, Bögen und Kugeln prägen die reich geschmückten Fassaden.

Im Stil des Barock wurde 1732 der Grundstein gelegt, 1735 wurde das Rathaus eingeweiht und schließt seither den Marktplatz unterhalb der St. Michaelskirche nach Westen hin ab. Es spricht für den architektonischen Reichtum der Stadt, dass das Rathaus seine Umgebung nicht dominiert, sondern sich einfügt in die einzigartige Kulisse des Marktplatzes, für die Schwäbisch Hall weithin bekannt ist. Auf Fotografien ist festgehalten, welch Jammerbild das Haus nach dem Brandbombenangriff vom 16. April 1945 bot. Die kostbare Ausstattung mit Stukkaturen und Deckengemälden des oberitalienischen Malers Livio Retti waren vernichtet. Der Gemeinderat beschloss, das Rathaus möglichst originalgetreu wieder aufzubauen. Für die Rekonstruktion der Bilder wurden Farbaufnahmen von 1943 herangezogen. Die heutigen Deckenfresken stammen von Prof. Reckendorfer aus Wien. Am 30. April 1955 konnte die Stadt die Einweihung des Rathauses gebührend feiern.

Noch heute erinnert der Doppeladler über der Portalpartie an die bis 1802 währende Geschichte der Salzsiederstadt als Freie Reichsstadt. Weiterhin zu sehen sind das Wappen Schwäbisch Halls mit Kreuz und Hand und die Stadtfarben gelb und rot. Allenfalls mit dem Fernglas zu erkennen ist indes die Inschrift der Goldenen Sonne hoch über dem Rathaus. Gleichsam über Geschichte und Zeit stehend, ist ihr in hebräischen Buchstaben eingeschrieben der Name des Allerhöchsten, "Jahwe".

Ratsbibliothek

Die Ratsbibliothek Schwäbisch Hall, Foto J.C. Winkler

Der wertvollste historische Buchbestand des Stadtarchivs ist die 1575 gegründete, etwa 7000 Titel des 16. bis späten 18. Jahrhunderts umfassende Ratsbibliothek im Untergeschoss des Rathauses.Entsprechend ihrer Funktion als Handbibliothek der reichsstädtischen Verwaltung, liegt der Schwerpunkt auf juristischer und staatsrechtlicher Literatur, vertreten sind aber auch zahlreiche andere Bereiche wie Theologie, Reisen, Architektur oder Zoologie.