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Comburg-Stipendium

Comburg-Stipendium Schwäbisch Hall

Comburg; Foto: Kumpf
Comburg nachts; Foto: Kumpf
Detail der Kirche; Foto: pv

Das Comburg-Literaturstipendium Schwäbisch Hall wird seit 2008 gemeinsam von der Landesakademie Comburg und der Stadt Schwäbisch Hall vergeben und getragen. Es umfasst einen vierwöchigen Aufenthalt in der wunderschönen Klosteranlage Comburg (Ferienwohnung im Torbau) und einen Geldpreis von 4.000 Euro aus Stiftungsmitteln der Stadt Schwäbisch Hall (Stiftung Hospital zum Heiligen Geist). Informationen über die Klosteranlage Comburg erhalten Sie auf der Homepage der Comburg.

Das Comburg-Stipendium wird an W(O)rtsammler vergeben: also Autorinnen und Autoren , die besonders intensive Beziehungen zu Orten aufbauen, die dadurch zum Gegenstand der literarischen   Verarbeitung werden. Das persönliche Reiseerlebnis erfährt so eine poetische Metamorphose, der besuchte Ort wird zum Gegenstand der literarischen Reflexion.

Das Stipendium entstand in Anknüpfung an die Literaturtage Baden-Württemberg 2006 in Schwäbisch Hall mit dem Ziel, einen Beitrag zur Literaturförderung zu leisten. Die Landesakademie lud Beate Rygiert im Sommer 2007 als erste "Comburg-Schreiberin" ein. Die Haller Krimiautorin Tatjana Kruse schrieb parallel dazu im Theodor-Bäuerle-Turm. Dieses Pilotpojekt war so inspirierend, dass die Landesakademie und die Stadt Schwäbisch Hall beschlossen das Stipendium zukünftig über eine Jury und verbunden mit einem Geldpreis zu vergeben.

Judith Schalansky ist Comburg-Stipendiatin 2012

Preisträgerin des Comburg-Stipendiums 2012 ist die Schriftstellerin und Gestalterin Judith Schalansky. Sie verbringt den Monat September auf der Großcomburg in Schwäbisch Hall – einem beeindruckenden ehemaligen Benediktinerkloster, heute Sitz der Akademie für Lehrerfortbildung des Landes Baden-Württemberg.

Judith Schalansky , geboren 1980 in Greifswald, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign, lebt als freie Autorin und Gestalterin in Berlin. 2006 veröffentlichte sie ihr typografisches Kompendium Fraktur mon Amour, das mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet wurde. Ihr literarisches Debüt Blau steht dir nicht erschien 2008 bei mare

2009 war Judith Schalansky Stipendiatin in der Villa Aurora in Los Angeles. Im gleichen Jahr erschien bei mare der Atlas der abgelegenen Inseln . Das Buch erhielt den 1. Preis der Stiftung Buchkunst.

Judith Schalanskys aktueller Roman Der Hals der Giraffe. Bildungsroman (Suhrkamp) spielt in einer schrumpfenden Kreisstadt in Vorpommern. Im Mittelpunkt steht die Biologielehrerin Inge Lohmark und Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule. Das kunstvoll gestaltete Buch war auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.  

„ Es sind brennende Themen, die Judith Schalansky mit Eleganz und Leichtigkeit anklingen lässt: Überalterung, Klimawandel, Landflucht, das Versagen der Wissensgesellschaft. Um Antworten, gar moralische Urteile geht es ihr nicht, sondern eher um das Belauschen tektonischer Plattenverschiebungen. Nach ihrem Atlas der entlegendsten Orte erinnert die junge Schriftstellerin in „Der Hals der Giraffe“ daran, dass jeder Mensch eine Insel ist, die zugleich mitten in der sogenannten Zivilisation und fernab von ihr liegen kann. … Judith Schalansky hat einen originellen, eigensinnigen und hellwachen Roman geschrieben, mit dem sie sich an die Spitze der literarischen Evolution setzt.“ (FAZ, Felicitas von Lovenberg)

Christoph Peters ist Comburg-Stipendiat 2011

Preisträger des Comburg-Stipendiums 2011 ist der Schriftsteller Christoph Peters. Er verbringt den Monat September auf der Comburg in Schwäbisch Hall.

Am Mi. 14. September, 18 Uhr ist die öffentliche Preisverleihung durch Bürgermeisterin Bettina Wilhelm im historischen Rathaus von Schwäbisch Hall. Am Mi. 21. September, 19.30 Uhr gibt es eine Lesung mit Christoph Peters im Kaisersaal der Comburg.

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Er studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Von 1995 bis 1999 war Christoph Peters am Flughafen Frankfurt/Main als Fluggastkontrolleur beschäftigt. 1999 erschien sein erster Roman "Stadt Land Fluß". Im Jahr 2000 zog Peters von Mainz nach Berlin. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, und Tochter. Er ist Mitglied des P.E.N.-Zentrum Deutschland.

Bücher (Auswahl): Das Tuch aus Nacht. Roman. 2003, Ein Zimmer im Haus des Krieges. Roman 2006, Mitsukos Restaurant. Roman. 2009, Minga verzaubert die Welt. Kinderbuch. 2009, Japan beginnt an der Ostsee - Die Keramik des Jan Kollwitz 2010, Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung. Geschichten. 2010

Christoph Peters

Felicitas Hoppe ist Comburg-Stipendiatin 2010

Die Preisträgerin des Comburg-Stipendiums 2010 ist Felicitas Hoppe. Sie verbringt den Monat September auf der Comburg in Schwäbisch Hall.

Do. 9. Sept. 2010, 19.30 Uhr im Kaisersaal der Comburg
Lesung mit Felicitas Hoppe

Mi. 15. Sept. 2010, 18 Uhr im Rathaus Schwäbisch Hall
Öffentliche Preisverleihung

Felicitas Hoppe, geboren 1960 in Hameln, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie studierte Literatur, Rhetorik, Religionswissenschaft sowie Italienisch und Russisch in Hildesheim, Tübingen, Berlin, den USA und Italien.
Hoppe arbeitete als Journalistin, Sprachlehrerin für das Goethe-Institut und Dramaturgin. Immer wieder unternimmt sie Reisen, zum Beispiel nach Japan, Indonesien, nach Südkorea oder in die USA. Sie gilt als eine der herausragenden Schriftstellerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher sind immer auch Bücher vom Reisen.
1996 erschien ihr Debüt Picknick der Friseure, 1999, nach einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman Pigafetta, 2003 Paradiese, Übersee, 2004 Verbrecher und Versager, 2006 Johanna, 2008 das Kinderbuch Iwein Löwenritter und zuletzt 2009 Sieben Schätze und Der beste Platz der Welt.
Felicitas Hoppe erhielt u.a. den Aspekte-Literaturpreis und den Bremer Literaturpreis sowie Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Göttingen, sowie Washington DC. Seit 2007 ist sie Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Comburg-Stipendiat 2009 ist Ilija Trojanow

Preisverleihung Comburg-Stipendium Ilija Trojanow

Ilija Trojanow ist im September 2009 für vier Wochen zu Gast im Kloster Comburg.

Eine öffentliche Lesung ist am Di. 8. September 2009, 19.30 Uhr, im Kaisersaal auf der Comburg.
Die offizielle Preisverleihung durch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim ist am Do. 17. September 2009 um 18 Uhr im Rathaus der Stadt Schwäbisch Hall.

Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielten. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Von 1985-89 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München. In München gründete er auch 1989 den Kyrill & Method Verlag und 1992 den Marino Verlag. 1999 zog Trojanow nach Bombay, Indien. 2003 bis 2007 lebte er in Kapstadt, heute in Wien.

Einem großen Publikum wurde Trojanow bekannt durch den Roman "Der Weltensammler" (2005). Trojanow verfasste Sachbücher über Afrika, er gab eine Anthologie mit afrikanischer Gegenwartsliteratur heraus und übersetzte afrikanische Autoren. 1996 erschien sein erster eigener Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, in dem er die Erfahrungen seiner Familie als politische Flüchtlinge und Asylanten verarbeitete. Es folgten der Science Fiction Roman Autopol, Hundezeiten ein Reisebericht über ein Wiedersehen mit der Heimat Bulgarien sowie Bücher über Trojanows indische Erfahrungen. In Zu den heiligen Quellen des Islam beschrieb Trojanow seine Pilgerreise nach Mekka.
2007 drehte Trojanow den Film „Vorwärts und nie vergessen. Ballade über bulgarische Helden“. Diese Dokumentation basiert auf Gesprächen mit politischen Gefangenen und Zeitzeugen, die auf Jahre und Jahrzehnte in den Gefängnissen und Lagern Bulgariens verschwanden.
Im April 2008 kuratierte Trojanow das Literaturfestival „RE ASIA - Avatar. Asiens Erzähler“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt.
Für die taz erfasst Trojanow im Wechsel mit mehreren anderen Autoren seit 2006 die wöchentliche Kolumne "Das Schlagloch".

Werke: In Afrika, München 1993 (Fotografien von Michael Martin) Naturwunder Ostafrika, München 1994 (Fotografien von Michael Martin) Hüter der Sonne, München 1996 (zusammen mit Chenjerai Hove)Kenia mit Nordtansania, München 1996 Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, München 1996 Autopol, München 1997 Zimbabwe, München 1998 Hundezeiten, München 1999 Der Sadhu an der Teufelswand, München 2001 An den inneren Ufern Indiens, München 2003 Zu den heiligen Quellen des Islam, München 2004 Masque, Libretto zur Oper von Hans Huyssen, 2003-2005 Der Weltensammler, München 2006 Indien. Land des kleinen Glücks, Cadolzburg 2006 Gebrauchsanweisung für Indien, München 2006 Die fingierte Revolution. Bulgarien, eine exemplarische Geschichte, München 2006 Nomade auf vier Kontinenten, Frankfurt 2007 Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht - sie fließen zusammen, München 2007 (zusammen mit Ranjit Hoskoté)Der entfesselte Globus, München 2008 Sehnsucht, Freiburg 2008 (zusammengestellt von Fatma Sagir)Kumbh Mela. Das größte Fest der Welt, München 2008 (Fotografien von Thomas Dorn)

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage von Ilija Trojanow.

Comburg-Stipendiat 2008 ist Ulf Erdmann Ziegler

Preisverleihung; Foto: Kumpf
Ulf Erdman Ziegler; Foto: Soppa

Der Autor hält sich im September auf der Comburg auf.
Öffentliche Lesung am Do. 25. September, 19.30 Uhr, im Kaisersaal auf der Comburg.

Ulf Erdmann Ziegler wurde 1959 in Neumünster geboren und lebt in Frankfurt.
Studium der Fotografie in Dortmund, später der Literatur und Psychologie in Berlin. Ziegler war Kunstredakteur der "taz". Danach freier Kritiker, Essayist und Kurator. Schriftstellerische Arbeit seit vielen Jahren, teils unter Pseudonym, seit 2007 offiziell.
Veröffentlichungen (Auswahl)
* Vom Wort zum Bild und zurück. Ernst & Sohn 1992.
* Eigenes Leben. C. H. Beck 1995.
* Fotografische Werke. DuMont 1999.
* Hamburger Hochbahn. Roman. Wallstein 2007.
* Wilde Wiesen. Autogeographie. Wallstein 2007.
Ziegler erhielt den Hebbel-Preis 2008 und wurde zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2008 nach Klagenfurt eingeladen.

Die Bücher "Hamburger Hochbahn" und "Wilde Wiesen" sind in der Stadtbibliothek ausleihbar:

Hamburger Hochbahn
»Sprachwitz, glänzende, auch treffend böse Formulierungen, eine umfangreiche Sammlung von Aphorismen bietet das Buch (...).
Ziegler, als Publizist bekannt geworden, vor allem mit seinen Arbeiten über Fotografie, versteht, erstaunlich für ein Debüt, Reflexion in Handlung umzusetzen.« (Martin Lüdke, DIE ZEIT)

Wilde Wiesen
»Was prägt uns: das Große, Einmalige oder das Durchschnittliche, Alltägliche? Die literarische Bewältigung von Lebensstoff wird nie ganz ohne große Gesten und ein wenig Flunkerei auskommen; dennoch wird man auf die Frage instinktiv die zweite Antwort geben - aus eigener Erfahrung wissend, dass es gerade Autoren von Rang sind, die auch mit dem Durchschnittlichen, Alltäglichen etwas anfangen können. (...) Die elegant-lakonische Ironie, die wunderbare Figurenzeichnung verraten eine ganz und gar außergewöhnliche Ich- und Weltwahrnehmung (...). In diesen Notizen aus der Provinz hat die alte Bundesrepublik einen neuen Erzähler gefunden.« (Edo Reents, FAZ)