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Comburg-Stipendium

Comburg-Stipendium Schwäbisch Hall

Comburg; Foto: Kumpf

Das Comburg-Literaturstipendium Schwäbisch Hall wird seit 2008 gemeinsam von der Landesakademie Comburg und der Stadt Schwäbisch Hall vergeben und getragen. Es umfasst einen vierwöchigen Aufenthalt in der wunderschönen Klosteranlage Comburg (Ferienwohnung im Torbau) und einen Geldpreis von 5.000 Euro aus Stiftungsmitteln der Stadt Schwäbisch Hall (Stiftung Hospital zum Heiligen Geist). Informationen über die Klosteranlage Comburg erhalten Sie auf der Homepage der Comburg.

Das Comburg-Stipendium wird an W(O)rtsammler vergeben: also Autorinnen und Autoren , die besonders intensive Beziehungen zu Orten aufbauen, die dadurch zum Gegenstand der literarischen   Verarbeitung werden. Das persönliche Reiseerlebnis erfährt so eine poetische Metamorphose, der besuchte Ort wird zum Gegenstand der literarischen Reflexion.

Das Stipendium entstand in Anknüpfung an die Literaturtage Baden-Württemberg 2006 in Schwäbisch Hall mit dem Ziel, einen Beitrag zur Literaturförderung zu leisten. Die Landesakademie lud Beate Rygiert im Sommer 2007 als erste "Comburg-Schreiberin" ein. Die Haller Krimiautorin Tatjana Kruse schrieb parallel dazu im Theodor-Bäuerle-Turm. Dieses Pilotpojekt war so inspirierend, dass die Landesakademie und die Stadt Schwäbisch Hall beschlossen das Stipendium zukünftig über eine Jury und verbunden mit einem Geldpreis zu vergeben.

Abbas Khider ist Comburg-Stipendiat 2019

Comburgstipendiat 2019 Abbas Khider; Foto: Hans Kumpf

Ab Mitte September wird er vier Wochen im historischen Torbau des ehemaligen Klosters wohnen. Die Jury des Comburg-Stipendiums war einhellig angetan von Abbas Khiders Romanen. Hinzu kam für Kulturbeauftragte Ute Christine Berger, die bereits eine Lesung mit Khider in Schwäbisch Hall organisierte, das kontaktfreudige und humorvolle Wesen des Autors. Khider kommentiert seine Wahl: "Als 16jähriger wurde ich ungläubig und beschloss, nie wieder in die Moschee zu gehen. Jetzt, 30 Jahre später, gehe ich freiwillig ins Kloster und freue mich sehr darauf.“ 

Das ehemalige Benediktinerkloster Comburg ist heute ein Standort der Akademie für Lehrerfortbildung des Landes Baden-Württemberg. Die Akademie stellt für das Stipendium vier Wochen eine Ferienwohnung zur Verfügung, die Stadt Schwäbisch Hall stiftet das Preisgeld von 5.000 Euro. 

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland. Er studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten Die Orangen des Präsidenten und Brief in die Auberginenrepublik. Seinen bei Hanser erschienen Roman Ohrfeige stellte er 2016 in Schwäbisch Hall vor.

Im Frühjahr 2019 erscheint „Deutsch für Alle. Das endgültige Lehrbuch“
Khider erhielt u.a. den Nelly-Sachs-Preis, den Hilde-Domin-Preis und den Adelbert-von-Chamisso-Preis. 2017 war er Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt in Berlin. 
Abbildung: Abbas Khider bei Literatur live 2016 in Schwäbisch Hall; Foto: Hans Kumpf 

Öffentliche Termine (Eintritt frei) 
Do. 19. September 2019 um 18 Uhr Preisverleihung im Rathaus Schwäbisch Hall 
durch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim 
Do. 26. September 2019 um 19.30 Uhr Lesung auf der Comburg, Kaisersaal 

Frühere Comburg-Stipendiaten

  •  Marina Leky (2018)
  • Tilman Rammstedt (2017)
  • Monika Zeiner (2016)
  • Reinhard Kaiser-Mühlecker (2015)
  • Anila Wilms (2014)
  • Finn-Ole Heinrich (2013)
  • Judith Schalansky (2012)
  • Christoph Peters (2011)
  • Felicitas Hoppe (2010)
  • Ilija Trojanow (2009)
  • Ulf Erdmann Ziegler (2008)