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Emil Schmidt Haus

Kunstschmiedehaus Emil Schmidt

Blick in die Werkstatt des Emil Schmidt Hauses, Foto: Margit Kern, Schwäbisch Hall

Brückenhof 4
Träger: Emil Schmidt Stiftung
Betreut durch Andrea Rekšans

Öffnungszeiten nach Vereinbarung
Für Führungen und Werkstatttage:
VHS Schwäbisch Hall
Telefon: 0791 97066-10
E-Mail: info@vhs-sha.de

Für Führungen durch die Stadt
Touristik und Marketing Schwäbisch Hall
Tel. 0791 751-386
stadtfuehrer@schwaebischhall.de

 

 

Emil Schmidt Senior und Junior

Emil Schmidt senior (1871 – 1959) und Emil Schmidt junior (1912 – 2002) waren künstlerisch begabte Handwerker, die in Schwäbisch Hall und Umgebung deutliche Spuren ihres Schaffens hinterließen. Beide fertigten Fenstergitter, Gartentore, Türbeschläge, Haus- und Gartenlaternen
und vieles mehr.

 Emil Schmidt senior; Foto: pv   Emil Schmidt junior; Foto: pv

Geschichte

Das dreigeschossige, giebelständige Fachwerkwohnhaus entstand im Kern nach dem Stadtbrand des Jahres 1728, sein gegenwärtiges äußeres Erscheinungsbild erhielt es um 1900 durch den damaligen Eigentümer: Kunstschmied Emil Schmidt. Das steinerne Erdgeschoss könnte noch aus der Zeit vor dem Brand stammen. Das ornamentale Fachwerk der Obergeschosse und jenes im Dachgeschoss ("Mann"-Motiv) ist der Fachwerkbaukunst der Renaissance entlehnt und stellt ein gutes Beispiel des Historismus um 1900 in Schwäbisch Hall dar. Dieser romantischen Umgestaltung gehören weitere, reiche Details an: so die Eingangstür im Erdgeschoss, der schmiedeeiserne Ausleger, die bemalten Fensterläden, der langgezogene Wasserspeier am Gebäudeeck. Somit stellt das Haus ein aufwändig gestaltetes Zeugnis des Historismus in Schwäbisch Hall dar.
Der Vorgängerbau fiel 1728 dem großen Stadtbrand  zum Opfer. Sein damaliger Besitzer, der Salzsieder Johann Melchior Janlin, hat wahrscheinlich auf dem vom Brand nicht in Mitleidenschaft gezogenen Kellergeschoss ein neues Haus erstellt, wie es heute in seiner Grundstruktur noch besteht. Sicherlich hat es in den fast dreihundert Jahren seines Bestandes immer wieder kleine bauliche Änderungen erfahren.
Seit dem Tod von Emil Schmidt junior 2002 ist das Haus Eigentum der Emil Schmidt Stiftung. 2005 wurde die Fassade restauriert.
2006 erfolgte die museale Einrichtung des ehemaligen Wohnhauses und Werkstatt des Ehrenbürgers Emil Schmidt senior. Am 10. September 2006 wurde das Museum "Kunstschmiedehaus Emil Schmidt " eröffnet. Es bietet Raum für Zeugnisse alter Schmiedekunst aus vier Jahrhunderten. Die Sammlung umfasst 500 Exponate. Im Dachgeschoss befindet sich in einem Archiv die Möglichkeit des intensiven Studiums der Kunstschmiedekunst. Durch Schauschmieden und Einführungskurse ins Schmieden bleibt dieses seit über 5000 Jahren bestehende Handwerk erlebbar.

Schmiedekurse

Inspiriert von dem Werk der Kunstschmiede Emil Schmidt senior und junior, können Führungen und Werkstattseminare gebucht werden

Führungen: durch das Emil Schmidt Haus oder zu Kunstschmiedearbeiten in der Stadt.
60 Minuten kosten 60 Euro pro Gruppe.

In dem beeindruckenden Ambiente des historischen Werkstatthauses wird die Schmiedearbeit erfahrbar. Um einen schönen Arbeitsprozess abzurunden, können Mahlzeiten angeboten werden.
Buchbar zu fast allen Tag- und Abendzeiten.

Teambildung:
Achtsamer, vertrauensvoller und respektvoller Umgang mit Menschen, Feuer und dem beeindruckenden Material « glühendes Eisen ». Das Erwärmen und Bearbeiten von Eisen ist ein energieaufwendiger Prozess, der das Zusammenspiel von mehreren Personen ermöglicht. Das Feuer muss gepflegt und das Eisen erwärmt werden. In der kurzen Zeit des Glühens wird im Rhythmus der Hammerschläge das Eisen geformt. Aus den Arbeitsprozessen können individuelle-, wie auch gemeinschaftliche Projekte entstehen: eine Garderobe aus unterschiedlichen Haken, ein Geländer aus einzelnen Zierstäben, eine Bank oder anderes. Auf Anfrage können individuelle Konzepte erstellt und Preise erfragt werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Schmiedetag: nach einer Einführung in die Geschichte der Kunstschmiede Emil Schmidt senior und junior und einem Blick in deren Werk, werden Grundkenntnisse der Schmiedekunst vermittelt und mit bis zu sechs Personen an der Esse gearbeitet. Das Eisen kann spitzgetrieben, abgeflacht, gebogen, gestaucht, gespalten, abgetrennt oder gedreht werden. So entstehen kleine Werkstücke wie ein Haken, Nagel, Schürhaken, Zierstäbe…
90 Minuten kosten 120 Euro pro Gruppe, jede weiteren 30 Minuten kosten 40 Euro. Material kostet extra.

Werkstatttag: bietet das gleiche Angebot wie bei Schmiedetage, nur mit erweitertem Programm für größere Gruppen und zusätzlichen Gewerken. Preise variieren nach Gruppenstärke und nach Angebotsbedarf.
Schnitzen: Hier geht es um Grundkenntnisse im Umgang mit Holzhammer und Stemm- oder Hohleisen, und das Erarbeiten von konvexen und konkaven Formen.
Kupfer treiben: Bleche können in Holzformen getrieben werden oder sich zu kleinen Schmuckstücken verwandeln.
Töpfern: in unterschiedlichen Techniken können Gefäße hergestellt werden : Aufbaukeramik, Töpfern oder Inlay.

Schmieden und Zeichnen für Kindergärten und Schulklassen                   
Nach Betrachten von Originalentwürfen und den dazugehörigen Eisenarbeiten besteht in einem Zeichenraum die Möglichkeit zum Zeichnen von schmiedeeisernen Motiven.
90 Minuten kosten 150 Euro pro Schülergruppe.

Familienerlebnis: wenn ein glühendes Eisen bearbeitet wird, birgt diese Arbeit für alle Generation eine Faszination. Sowohl für Personen die aktiv mitwirken, wie auch für die, die dem Geschehen beobachtend folgen.
90 Minuten kosten 120 Euro pro Familie, jede weiteren 30 Minuten kosten 40 Euro, Material extra.

Ausstellung

Ausstellungsraum; Foto: pv

Im Haus werden mittelalterliche und barocke Türbeschläge, Ofenplatten, Hellebarden, Gitter, Schlüssel, Schlösser, Schlüsselschilder, Wirtshausschilder, Fenstergitter, Degen und vieles mehr gezeigt. An die alte Werkstatt schließt ein Ausstellungsraum an, in dem unterschiedliche Kunstschmiedewerkzeuge zu sehen sind. Besondere Stücke sind ein Bolzenbügeleisen und eine Eisenkassette aus dem 17. Jahrhundert.

Werkstatt und Wohnbereich

Die alte, vollständig erhaltene Schmiedewerkstatt enthält von feinem Ziselierwerkzeug bis zu schweren Schmiedehämmern viele Zeugnisse 100- jähriger Tätigkeit. Im zweiten Stock befinden sich historische Wohnräume mit Möbeln des Haller Schreiners Albert Hohbach, die mit feinen Schmiedearbeiten beschlagen sind.

Funktionsfähige Esse mit Werkzeugen im Emil Schmidthaus, Foto: Margit Kern

Spaziergang zu Kunstschmiedearbeiten in der Altstadt

Im gesamten Stadtbereich von Schwäbisch Hall befinden sich viele sehr schöne
Kunstschmiedearbeiten von Emil Schmidt senior und junior, von denen hier eine kleine Auswahl zu sehen ist.

Oberlichtgitter in der Haalstraße; Foto: pv Goldener Adler am Marktplatz; Foto: pv Pfosten an der Großen Treppe; Foto: pv seitliche Tür am Rathaus; Foto: pv Schlüsselsschloss in der Sporersgasse; Foto: pv Arbeit in der Unterlimpurger Straße; Foto: pv Eingang Neubau; Foto: pv Tür am Marktbrunnen; Foto: pv Geländer am Ratskeller; Foto: pv