Schrift verkleinern Schrift vergrößern
Schwäbischhall Shop

Hällisch-Fränkisches Museum

Aspekte der Reformation

Johannes Brenz (1499-1570), Primus Truber (1508-1586) und der deutsche Südwesten
Tagung am 17./18. März 2017 in Schwäbisch Hall

Die Reformation war ein bedeutender Wendepunkt, nicht nur in der Religionsgeschichte, sondern auch in der gesellschaftlichen Entwicklung. Tief beeindruckt von der Heidelberger Disputation Luthers, folgte Johannes Brenz 1522 dem Ruf nach Schwäbisch Hall, um hier als Prediger an St. Michael zu wirken. Er führte in der Reichsstadt die Reformation behutsam durch und setzte sich für Bildung ein. Als "Luthers Mann in Süddeutschland" wurde er zu einem weit über die reichsstädtische Grenze hinaus gefragten Ratgeber, Rechtsgutachter und wichtigen Theologen.

Die Tagung setzt sich mit den Fragen nach den Auswirkungen der Reformation im deutschen Südwesten auseinander. Neben der reichsstädtischen Reformation durch Brenz wird auch auf die Reformation im Umland von Hall eingegangen. Kontakte zu Brenz und der Reichsstadt Hall pflegte auch der slowenische Reformator Primus Truber. Er ließ hier seinen Katechismus , das erste Buch in der Landessprache Sloweniens, drucken, das die Entwicklung der slowenischen Schriftsprache gundlegend beeinflusste.

Museum für Stadtgeschichte

Eingang des Hällisch-Fränkischen Museum; Foto: pv
Keckenturm, errichtet um 1240, Foto: Stadt
Unterlimpurger Synagoge, Eliezer Sussmann, 1738/39, Foto: Bauer
Abteilung 19. Jahrhundert, Foto: Unger
Stadtmühle, Foto: Weller

   Das Hällisch-Fränkische Museum, im mittelalterlichen Stadtkern Halls gelegen, zeigt auf über 3000 m² Ausstellungsfläche Geschichte, Kunst und Kultur der Reichsstadt und ihrer Umgebung. Es erstreckt sich über sieben historische Gebäude. Ein informativer Rundgang führt die Besucherinnen und Besucher von den geologischen Anfängen der Region bis in die Gegenwart.

Im Zentrum des Gebäudeensembles steht der um 1240 errichtete staufische Keckenturm. Auf acht Stockwerken beherbergt der einstige Wohnturm neben der Geologie und der Ur- und Frühgeschichte vor allem Sachzeugen aus der reichsstädtischen Geschichte Halls. In der so genannten Stadtmühle, einer früheren Mahlmühle, deren bauliche Struktur auf das 19. Jahrhundert zurück geht, wird die lokale Geschichte von der französischen Revolution bis zum Ende des 20. Jahrhunderts sowie verschiedene Sonderthemen vorgestellt. 

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag10 bis 17 Uhr

Karfreitag, Heiligabend,

1. Weihnachtsfeiertag

und Silvester

 

geschlossen

Neujahr13 bis 17 Uhr

Die Sammlung wurde vor über 160 Jahren durch den Historischen Verein für Württembergisch Franken angelegt und kontinuierlich ausgebaut. Sie enthält Exponate von überregionaler Bedeutung, wie etwa die von Elieser Sussmann 1738/39 bemalten Synagogenvertäfelungen aus Unterlimpurg und Steinbach, oder die Elfenbeinfiguren des Leonard Kern aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Das Museum pflegt auch Nachlässe von Persönlichkeiten aus Schwäbisch Hall und der Region, zum Beispiel von Johann Friedrich Reik (1836-1904), Louis Braun (1836-1916) und Marie Sieger (1886-1970). Hinzu kommen Firmenarchive, wie etwa das der Grossag. Somit ist das Hällisch-Fränkische Museum ein wichtiges Dokumentationszentrum für die Geschichte, Kunst und Kultur der Region Württembergisch-Franken.

Der Eintritt in das Hällisch-Fränkische Museum ist frei

 

Barrierefrei erreichbar sind aus Gründen des Denkmalschutzes nur das Erdgeschoss des Keckenburgtrakts und die Stadtmühle (circa zwei Drittel der Ausstellungsfläche, in Blau dargestellt).

Schnitt durch das Hällisch-Fränkische Museum, Zeichnung: Schuch