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Wissenswertes

Zur Geschichte des Hauses

Stadtmühle vor dem Umbau, Foto: Schuch
Stadtmühle vor dem Umbau, Foto: Schuch
Stadtmühle nach dem Umbau, Foto: Schneider
Durchgang zur Stadtmühle heute, Foto: Unger

Die Geschichte der Sammlung beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts. Beflügelt vom revolutionär-nationalen Geist der Zeit, wurde 1847 in Künzelsau der Historische Verein für Württembergisch Franken gegründet. Sein Ziel war es "die Geschichte seines Wirkungskreises, und zwar gerade in ihren Einzelheiten, sammt den Altherthümern gründlich zu erforschen" und "damit auch die Liebe zum Geburtsboden zu erhöhen".
1873 wurde der Sitz des Vereins und damit auch die Altertümersammlung nach Hall verlegt. Das Vereinsmuseum zog innerhalb der Stadt mehrfach um, bevor es Anfang der 1930er Jahre im staufischen Keckenturm als "Fränkisches Heimatmuseum" seine endgültige Bleibe fand. Das Gebäude wurde ausgewählt, da man in der Keckenburg die letzte der sieben Burgen zu erkennen glaubte, auf denen der Legende nach die Gründung Schwäbisch Halls beruht.

Die Neueröffnung des Vereinsmuseums nach dem Krieg erfolgte anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 1956 unter dem Namen Keckenburgmuseum. 1981 übernahm die Stadt Schwäbisch Hall die Mitträgerschaft. Neben dem neuen Namen wurden erhebliche Erweiterungen und umfangreiche Umbauten der Ausstellungsräume beschlossen, die im Jahr 2001 mit der Einweihung der Stadtmühle fertig gestellt werden konnten. Harmonisch fügen sich heute moderne Architektur und zeitgemäße Präsentationsformen in die alte Bausubstanz ein.

Neu im Museum

Rekonstruktion eines mittelalterlichen Tretradkrans, Foto: Arslan

Der Tretradkran
Im Hällisch-Fränkischen Museum gibt es eine neue Attraktion: den etwa vier Meter hohen Nachbau eines mittelalterlichen Krans, der mit Hilfe eines Tretrades zu bewegen ist. Solche Kräne gab es im Mittelalter auf Baustellen von sehr hohen Gebäuden, zum Beispiel Kirchen wie der Haller St. Michaelskirche, Turmhäusern oder Toren und Türmen der Stadtbefestigung. Mit den hölzernen Hebemaschinen ließen sich schwere Bauteile mühelos in schwindelnde Höhen befördern. Der Besuch im Museum wird zur praktischen Geschichtsstunde, wenn Kinder und Erwachsene unter Anleitung unserer Betreuerinnen und Betreuer das Tretrad bedienen und so in die Fußstapfen mittelalterlicher Bauhandwerker treten.

Steinbacher Frauenschul, Eliezer Sussmann, 1738/39, Foto: Turzer
Steinbacher Synagoge, Foto: Schneider

Die Steinbacher "Frauenschul"
In Schwäbisch Hall-Steinbach stand in einem jüdischen Wohnhaus eine Zimmersynagoge, deren Holzvertäfelung wahrscheinlich um 1738 von Elieser Sussmann farbig gefasst wurde. Der polnische Maler arbeitete etwa zur gleichen Zeit im benachbarten Unterlimpurg, wo er ebenfalls einen Betraum ausgestaltet hat. Nach der Stilllegung der Steinbacher Synagoge zu Beginn des 19. Jahhrunderts wurden die bemalten Wände in dem Haus anderweitig verbaut. Reste davon konnten vor Kurzem bei Sanierungsarbeiten im Dachgeschoss geborgen werden. Der Historische Verein für Württembergisch Franken erwarb die noch vorhandenen Bretter für das Hällisch-Fränkische Museum, das die Paneele in der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart restaurieren und deren ursprüngliche Anordnung rekonstruieren ließ. Wie sich herausstellte, war fast die komplette Vertäfelung der Frauenseite der Steinbacher Synagoge erhalten geblieben.

Misrach, 1891, Foto: Stadt

Misrach
Das hebräische Wort Misrach bedeutet Osten und bezeichnet zugleich die Gebetsrichtung der Juden nach Osten. Daneben wird der Begriff auch für eine Bildtafel verwendet, die zur Anzeige der Gebetsrichtung an der Ostwand einer Wohnung angebracht ist. Die in kräftigen Farben gehaltene Misrach wurde am 16. Juni 1891 von Lezer (Eliezer) Sohn des Pfeifer Ber, Vorsänger in Crailsheim, geschrieben. Die wie auf einem Schachbrett angeordneten Buchstaben ergeben sowohl senkrecht wie waagrecht gelesen die Worte: "Wahrheit / aus der Erde / sie wird blühen" (Psalm 85/12).


Kabinettschränkchen der Maria Holch, Foto: Stadt

Kabinettschränkchen der Maria Holch
Das aus dem 17./18. Jahrhundert stammende, aus verschiedenen Hölzern gefertigte Kabinettkästchen erhielt seine farbige Fassung wohl im Jahr 1903. Die kleinen Ölgemälde zeigen den Josenturm in der Gelbinger Gasse (von Norden), das Weilertor (von Norden), das Crailsheimer Tor (von Osten) und den Roten Steg (von Süden).


Hochrad und Fahne des Radfahrervereins Comburg, Foto: Stadt

Hochrad und Fahne des Radfahrervereins Comburg
Ulrich Mergenthaler und Reiner Maurer vom Radfahrerverein Comburg haben dem Museum zwei ausgefallene Sammlerstücke überreicht. Mit dem mannshohen Hochrad der Marke "Express" aus dem Jahre 1882 und der 1911 geweihten Vereinsfahne kann nun die Geschichte des 1902 gegründeten Steinbacher Radfahrervereins in der Stadtmühle dokumentiert werden. Die Vorderseite der Standarte ziert eine Ansicht der Comburg, von der Rückseite grüßt ein elegant die Mütze lüftender Radfahrer.