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St. Michael

Musik an St. Michael

Kirche St. Michael; Foto:Kumpf

Kirchenmusiker an St. Michael
Kirchenmusikdirektoren Ursl Belz-Enßle und Kurt Enßle
Unterlimpurgerstraße 5, 74523 Schwäbisch Hall
Tel. 0791/ 748 3, Fax 941 377 6

Alle Konzerttermine finden Sie im Terminkalender unter dem Stichwort "Musik an St. Michael".

Musik hat in St. Michael eine herausragende Stellung und strahlt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Das Angebot ist sehr umfassend - von traditioneller Kirchenmusik bis hin zu Jazz und experimentellen Musikformen. Die Ausstattung der Kirche St. Michael (ca. 1.100 Plätze) umfaßt die Hauptorgel  von E. F. Walcker, 61 Register (1837, mehrfach erneuert 1927/28, 1980, 2003) und eine Truhenorgel: 1994 von M. Kreisz.
Glocken: Fünf historisch äußerst wertvolle mittelalterliche und fünf 2006 neu gegossene Glocken bilden eines der ausdrucksvollsten und musikalisch interessantesten Geläute in der Württ. Landeskirche

Konzertreihen:
- "Stunde der Kirchenmusik" 14tägig Samstag 18 Uhr (Michaelis bis Pfingsten)
- "Orgelmusik zur Marktzeit" - im Sommer Samstag 10.15 - 11 Uhr
- Konzerte der Kantorei und weiteren Ensembles.

Musiker / Ensembles:
- Organisten Kurt Enßle und Ursl Belz-Enßle
- Ensemble für Liturgie und Gottesdienst
- Kantorei (ca. 120 SängerInnen)
Kinder- und Jugendchöre (ca. 130 Kinder pro Woche)
- Wichtel ab 5 Jahre
- Kleine und Große Kurrende ab 7 Jahre
- Jugendkantorei 11-14 Jahre
- Orchester an St. Michael (projektbezogen)

Ev. Bezirkskantorat: Aus- und Fortbildung von Chorleitern und Organisten im Kirchenbezirk, jährlicher Konvent für Kirchenmusik. 

Seit 1997 gibt es den Förderverein  Arbeitskreis Kirchenmusik in St. Michael e.V. (Jahresbeitrag 20 Euro / 30 Euro Familien).
Vorsitzender: Prof. Dr. Hartmut Geiger

Musikerinnen in St. Michael; Foto: Kumpf
Kurt Enßle; Foto: pv
Chormusik; Foto: pv

Geschichte / Entwicklung:

Kirche St. Michael, illuminiert; Foto: Weller

St. Michael spiegelt die Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt anschaulich wieder. Zusammen mit der markanten großen Treppe ist St. Michael das Wahrzeichen der Stadt. Baukunst, (Kunst)Handwerk, Malerei, Skulptur und eben auch Musik prägen die Kirche bis heute. Die Spiritualität des Raumes steht in Wechselwirkung mit der Musik.

Früheste Aufzeichnungen zu Musik in St. Michael stammen vom Ende des 16. Jahrhunderts: Ausgaben für „Zinkenbläser“ erscheinen in den städtischen Rechnungsbüchern. Die Pflege des Chorgesangs war Aufgabe des Schülerchors der Lateinschule, wie aus der 1514 verfassten Schulordnung hervorgeht. Ab 1509 wurden sechs Chorschüler aus Mitteln einer Stiftung angestellt.
Die erste nachweisbare Orgel wurde 1488 fertig gestellt. 1540 und 1592 wurden neue Orgeln geliefert. 1837 wurde die Walcker-Orgel eingeweiht; umfassende Erneuerungen 1927/28 (Fa. Walcker) und 1980 (Fa. Tzschöckel), 2003 Restaurierung.

Haller Kantoren waren u.a. Johannes Crusius (1580-1591), Erasmus Widmann (1599-1601) und Johan Wolfgang Franck (1665). Die angesehensten Musiker der Reichsstadt Hall waren die Organisten an St. Michael, die vom Magistrat der Stadt berufen und von der Stadt bezahlt wurden. Ab 1592 sind alle namentlich bekannt: Adam Steigleder, Georg Stammler, Peter Oberhöver (42 Jahre!), Johann Erasmus Kindermann, Georg Dretzel, Georg Wolfgang Druckenmüller, Johann Samuel Welter, Friedrich Georg Dieterich, Johann Jakob Renner, Adam Friedrich Bayerdörffer, Johann Peter Bayerdörffer. Kantoren waren nun auch Direktoren des 1817 gegründeten Haller Musikvereins: Johann Carl Friedrich Seyferheld (1828-1867), Ludwig Auberlen, Friedrich Wilhelm Großmüller, Bernhard Kaulbersch, Wilhelm Hauslaib.
Das Organisten- und Kantorenamt verschmolz dann zu einer Kirchenmusikerstelle: Walter Gönnenwein (1929 - 1969), Helmut Schick (1969 – 1992), 1969: Gründung Kantorei St. Michael, 1981: Reihe Stunde der Kirchenmusik. Seit 1992 Ursl Belz-Enßle und Kurt Enßle. Zu den „Eigenproduktionen“ kommen Gastveranstaltungen, u.a. der Konzertgemeinde (Stuttgarter Philharmoniker seit 1989) u.a..

„Musik ist aus der Kirche nicht wegzudenken. Sie ist eine Glaubens- und Lebenssubstanz, die zunehmend an Bedeutung für die Verkündigung und den Gemeindeaufbau gewinnt. Darum hat sie in unserer Landeskirche einen hohen Stellenwert. Die Kirchenmusik gehört zum Besten, das wir in der Kirche haben.“ Landesbischof Otfried July

Die Kirchenmusiker Ursl Belz-Enßle (die erste KantorIN in der langen Kirchengeschichte!) und Kurt Enßle entfalten ein großes Spektrum an kirchenmusikalischen Aktivitäten unter Einbeziehung vieler Profi-, Nachwuchs- und LaienmusikerInnen. Beim Großteil der Konzerte wirken die Kirchenmusiker selbst mit, vom Solo-Orgelkonzert bis hin zur Leitung großer Chor- und Orchesterwerke. Die Kantorei widmet sich seit 1992 vermehrt Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Kirchenmusiker Kurt Enßle ist auch selbst als Komponist sehr produktiv und hat zudem u.a. über eine Dozentenstelle an der Stuttgarter Musikhochschule (Musiktheorie) beste Kontakte zu Nachwuchsmusikern.
Das Kantorenpaar betreut mehrere Chorgruppen für Kinder und Jugendliche und leistet dadurch einen großen Beitrag zur kulturellen Bildung. Sehr beliebt sind die von Kurt Enßle komponierten Kinder-Singspiele (siehe auch CDs).

CDs: „Brot für Myra“ , „Hilfe die Herdmanns kommen“ , „Guck mal übern Tellerrand“
„in einem anderen land“ Improvisation Saxophon und Klavier, Ekkehard Rössle und Kurt Enssle (1999),
„Orgelmusik in St Michael“ (2006)

Literatur: St. Michael in Schwäbisch Hall, Swiridoff-Verlag 2006, darin u.a. Helmut Schick: Die Kirchenmusik an St. Michael
Musik in unserer Kirche. Handbuch der Kirchenmusik in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Amt für Kirchenmusik, 2007