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Presse Folgeseite

15.03.10

Neue Sonderausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum Schwäbisch Hall

Johannes Seibt | Marcus Neufanger

20. März bis 16. Mai 2010

Eröffnung: Freitag, 19. März 2010, 18 Uhr

Das Hällisch-Fränkische Museum zeigt vom 20. März bis 16. Mai 2010 Gemälde und Graphiken der beiden in Schwäbisch Hall lebenden Künstler Marcus Neufanger und Johannes Seibt. Zwar sind die Arbeiten in den letzten 25 Jahren entstanden, dennoch ist die Ausstellung keine Retrospektive. Beide Künstler präsentieren fest umrissene Werkkomplexe.

Johannes Seibt studierte in Stuttgart zunächst Philosophie und Kunstgeschichte, dann Sozialpädagogik. Im Anschluss wendete er sich intensiv der Bildenden Kunst zu, wobei er sich immer auch theoretisch mit Malerei und Literatur beschäftigte und auch verschiedentlich als Kunstvermittler tätig war. In der Sonderausstellung zeigt Seibt hauptsächlich gemalte Teppiche. Dabei setzt er sich mit dem kulturhistorischen Phänomen des Teppichs als Bildträger und Kunstwerk auseinander: „Wenn wir nachdenken über Herkunft, Tradition, Produktion, Motiv, Muster, Konstruktion, Dekor, Mode und Markt, sind wir im Geiste von den Teppichbildern der Renaissance zum Schmuckstück des Möbeldiscounters durchgerutscht. Zweifellos startet mit Beginn des 20. Jahrhunderts, über das Bauhaus bis zu Alighiero Boetti, der Teppich seine Karriere als freies Kunstwerk“. Seibts gemalte Teppiche sind Bilder von Bildern, beziehungsweise Kunst über Kunst. Sicherlich sieht der Betrachter zunächst gemalte Ornamente und Strukturen, die Werke stellen aber auch die Frage nach den Grenzen der Kunst. Was ist lediglich Dekoration? Wo liegen die Grenzen zwischen reinem Gebrauchsgegenstand und Kunst? Bis tief hinein in die Thematik der Abstraktion werden seine Gedanken geführt.

Seibt hat sein Atelier in Schwäbisch Hall. Ausstellungen von ihm waren unter anderen in Stuttgart, Leonberg, Heilbronn, Gerlingen und Schwäbisch Hall zu sehen.

Auch Marcus Neufanger setzt sich mit einem Kunstmedium auseinander. Er malt Bilder von Büchern, genauer gesagt von Buchcovern. Seine Arbeiten sind jedoch keine Referenzen an bedeutende Schriftsteller. Die Einbände der Kunstkataloge, Monographien und theoretischen Schriften, die er als Vorlage wählt, sind typographisch gestaltet. Neufanger geht es nicht allein um die Wiedergabe des graphischen Reizes der gestalteten Titel. Die Cover sind im Idealfall schon eine Form der Rezeption des Inhalts durch den Gestalter, das heißt, sie sind die Umsetzung der Grundidee eines Buches ins Graphische. In der Zeichnung oder einer stark reduzierenden Malerei greift Neufanger die Gestaltung der Buchcover auf und führt den Betrachter mit den Mitteln des Bildes hin zur Wesen der Publikation.

Neufanger lebt als freischaffender Künstler in Schwäbisch Hall. Er hat unter anderem schon in Stuttgart, Freiburg, Köln, Berlin und Wien ausgestellt. Auch ist er mit Arbeiten in den Sammlungen des ZKM in Karlsruhe und der Staatsgalerie Stuttgart vertreten.

In der Sonderausstellung des HFM treten die Werke beider Künstler in einen spannenden Dialog.

In das Werk der beiden Künstler führt bei der Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 19. März 2010, um 18 Uhr die Künstlerin Susanne Neuner ein.

Zur Ausstellung erscheinen zwei Publikationen. Informationen bei:

Hällisch Fränkisches Museum