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Presse Folgeseite

02.02.12

Ausländische Journalisten besuchen Schwäbisch Hall

Die Stadt hatte vom 25. bis 27. Januar 2012 sieben ausländische Journalisten aus Griechenland, Italien, Spanien und Portugal eingeladen. Ziel war es, den Medienvertreterinnen und -vertretern einen Eindruck von der Region – vor allem in den Bereichen Wirtschaftskraft und Arbeitsmarkt – zu geben und auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel aufmerksam zu machen.

Gleich nach Ihrer Ankunft am Stuttgarter Flughafen wurde die Delegation zum Kongress der Weltmarktführer gebracht, um dort den Vortrag von Außenminister Dr. Guido Westerwelle zum Thema „Deutschland in der Globalisierung: Fortschritt wagen – Wohlstand sichern!“ zu hören. Im Anschluss daran bestand die Möglichkeit, mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Unternehmen und Verbänden (u.a. WÜRTH, ebm-Papst, Voith-Turbo, IHK), die am Kongress teilgenommen haben, ins Gespräch zu kommen und über die wirtschaftliche Situation und den Fachkräftemangel in Heilbronn-Franken zu sprechen. Auch der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister, Dr. Walter Döring, stand den Gästen Rede und Antwort. Schon hier wurden die Journalisten mit interessanten Fakten über die Region konfrontiert. Zum Abschluss des ersten Tages nahmen die Südeuropäer noch am Galaabend des Weltmarktführerkongresses teil. Leider war Ministerpräsident Winfried Kretschmann erkrankt, sodass sich keine Gesprächsmöglichkeit mit dem baden-württembergischen Regierungschef ergab.

Die Bausparkasse war auch am zweiten Tag der Reise das erste Ziel der Journalisten. Schon früh morgens konnte im Rahmen einer Führung ein erster Eindruck vom größten Arbeitgeber der Stadt gewonnen werden. Doch auch an diesem Tag war der Weltmarktführerkongress ein Bestandteil des eng gesetzten Zeitplans. Über eine Stunde verfolgten die angereisten Medienvertreterinnen und -vertreter ein Streitgespräch zum Thema „Verschläft Deutschland den Kampf um Talente? Fachkräfte für die Industrie dringend gesucht: Der Kampf um Talente zwischen Elite-Zuwanderung, jugendfixierter Personalpolitik und nachhaltigem Human-Ressource-Management“. Dem Titel folgend entbrannte ein nicht leicht zu verstehendes Streitgespräch zwischen Prof. Dr. Ernst Kistler, Leiter des Internationalen Instituts für Empirische Sozialforschung in Stadtbergen, und Prof. Dr. Gunnar Heinsohn von der Universität Bremen. Auch wenn Moderator Dr. Marc Beise, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, sein Bestes versuchte, das Gespräch entsprechend zu lenken, war der Inhalt an vielen Stellen aufgrund des wissenschaftlichen Kontextes teilweise nur schwer zu verstehen. Auch widersprachen die vorgebrachten Argumente teilweise den Intentionen, die die Stadt mit der Pressereise verbindet. Nach einer Stadtführung, Mittagessen und dem vielfach geäußerten Wunsch der griechischen Gäste, die Holbein-Madonna zu besichtigen, folgten am Nachmittag verschiedene Gesprächsrunden. Neben der Arbeitsagentur, der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, der Handwerkskammer Heilbronn-Franken und der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken waren auch zwei Mitarbeiter der spanischen Botschaft gekommen, um mit den Journalisten zu den Themen Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel zu sprechen. Schon seit geraumer Zeit gibt es eine Kooperation zwischen der Botschaft und der hiesigen Arbeitsagentur. Nicht nur Statistiken waren ein Gesprächsthema der Runde im Ratssaal des Rathauses. Auch die Nachfrage der einzelnen Kammern und Verbände bzw. der darin organisierten Unternehmen nach Fachkräften – auch aus dem Ausland – war ein wichtiger Bestandteil. Dementsprechend zielten auch die Fragen der Journalisten immer wieder auf den Integrationswillen und der Unterstützungsbereitschaft für ausländische Bewerberinnen und Bewerber ab. Ein weiterer Termin stand im Anschluss an diese Gesprächsrunde an: Das Goethe-Institut Schwäbisch Hall hatte zu einem Zusammentreffen mit internationalen Fachkräften, die in der Einrichtung ihrer Deutschkenntnisse erweitern, geladen. Vor allem die Gesprächspartner aus den Heimatländern der Journalisten waren gefragt. Einige der Anwesenden wollten das Gespräch auch nicht in englischer, sondern in deutscher Sprache führen, was auf deren gutes Sprachniveau hinweist. Insbesondere die Chancen auf dem hiesigen Jobmarkt spielten eine große Rolle. Demnach besteht für ausländische Bewerberinnen und Bewerber durchaus die Möglichkeit, eine Anstellung bei einem der Unternehmen der Region zu finden. Entscheidend seien aber immer auch die Deutschkenntnisse der jeweiligen Person, auch wenn man im Berufsalltag Englisch sprechen könne, so die einhellige Meinung der Absolventen des Goethe-Instituts.

Am letzten Tag der Reise standen Unternehmensbesuche auf der Tagesordnung. Mit der Firma Windmüller war die erste Station ein Familienunternehmen mit über 100-jähriger Tradition. Bei der Führung durch den Sanitär- und Heizungsbetrieb im Haller Westen wurde auch den angereisten Journalisten vor Augen geführt, das nicht nur hochqualifizierte Fachkräfte dringend benötigt werden, sondern auch die klassischen Handwerksberufe gefragt sind. Ähnlich, aber auf einem anderen Niveau, ist die Situation bei der Optima Packaging Group, einem der regionalen Weltmarktführer. Geschäftsführer Hans Bühler empfing die Delegation in Begleitung von Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim im Unternehmensbereich am Steinbeisweg. Bühler betonte, dass sein Unternehmen an gut ausgebildeten Fachkräften sehr interessiert sei – unabhängig von deren Herkunft. Eine vollkommen andere Berufsgruppe deckte der folgende Besuch im Sonnenhof ab. Hier handelt es sich um den Pflegebereich. Auch ein Vertreter des Diak-Krankenhauses – der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt – war zu diesem Termin gekommen. Es zeigte sich, das der Bedarf an ausländischen Arbeitnehmern auch hier besteht. Am Diak selbst arbeiten schon jetzt Ärzte aus verschiedenen Ländern. Ähnlich sieht es bei Ziehl-Abegg in Künzelsau aus, der vorletzten Station im Reiseprogramm. Der Hersteller von Antriebstechnik für Aufzüge und Windkrafträder beschäftigt beispielsweise schon jetzt einen tschechischen Ingenieur, der ohne jegliche Deutschkenntnisse eine Anstellung bei dem Unternehmen gefunden hat. Dementsprechend war das Interesse der Journalisten riesig. Zum Abschluss der Reise stand noch ein Besuch bei WÜRTH in Gaisbach an. Der Global Player und Hersteller von verschiedenen Arten von Befestigungstechnik begrüßte die Gruppe im Logistikzentrum. Neben einer Führung durch dieses stand auch die Personalverantwortliche des Unternehmens den Journalisten Rede und Antwort.

Knapp eine Woche nach dem Ende der Reise sind bereits die ersten Presseartikel erschienen. Die griechische Tageszeitung „Aggelioforos“ veröffentlichte am 31. Januar einen Artikel über Schwäbisch Hall. Erste Interessenten haben sich daraufhin bei der Arbeitsagentur nach Stellen erkundigt. Weitere Veröffentlichungen in Griechenland und Portugal sind bereits fest terminiert. Auch in Italien und Spanien werden demnächst Berichte über die Region erscheinen. Nun gilt es, die entstehende Nachfrage aufzunehmen und entsprechend zum Erfolg zu führen, sodass dem Fachkräftemangel in der Region auch mit ausländischen Fachkräften begegnet werden kann.

Liste der angereisten ausländischen Journalisten:

Griechenland:

  • Dimitrios Doulgeridis, Athen, Tageszeitung „Ta Nea“
  • Lambadi Koina, Thessaloniki, Tageszeitung „Agelioforos“
  • Ioannis Masouras, Athen, Tageszeitung „Kathimerini“
  • Varvara Masoura, Athen, Tageszeitung „Kathimerini“

Italien:

  • Gianvito Lo Vecchio, Rom, Nachrichtenagentur „TN News“

Spanien:

  • Arturo Zanon Martinez, Barcelona, Online-Wirtschaftsportal „expansion.com“

Portugal:

  • Madalena Queiros, Lissabon, Tageszeitung „Diario Economico“