Presse Folgeseite
Grenzenlose Gastfreundschaft in der Türkei genossen
38 Haller Bürgerinnen und Bürgern zeigten durch ihre Teilnahme an der Reise ins türkische Balikesir ihr großes Interesse an der Partnerstadt in der Westtürkei. Die erste Station auf dem Weg in die Provinzhauptstadt war Bursa, die "grüne Stadt", zwischen den bewaldeten Hängen des 2543 m hohen Uludag und dem Schwemmland des Flusses Nilüfer. Der Besuch zweier reich mit blauen und grünen Fayencen geschmückten Moscheen in der Wiege des Osmanischen Reiches und dessen erster Hauptstadt, vermittelte den Besucherinnen und Besuchern tiefe Eindrücke moslemischer Religionskultur. Durch das fruchtbare Tiefland, in dem die berühmten Bursa-Pfirsiche, aber auch Quitten, Aprikosen, Kirschen und Nüsse kultiviert werden, führte die Fahrt nach Iznik, dem ehemaligen Nikäa. Umgeben von einer noch gut erhaltenen Stadtmauer aus byzantinischer Zeit ist auch diese kleine Stadt ein Ort wechselhafter Geschichte, fand hier doch u.a. 325 das Erste Ökumenische Konzil in der dortigen Hagia Sophia statt. Noch immer werden hier die traditionsreichen Kacheln und Keramik produziert, in deren langwierige Herstellung die Haller Besucherinnen und Besucher eingeweiht wurden. Bei einem festlichen Abendessen auf einer Terrasse hoch über dem beleuchteten Balikesir, fand die herzliche Begrüßung der Haller Delegation durch den stellvertretenden Oberbürgermeister, begleitet von Mitgliedern des Stadtrats, der Universität und der Polizei statt. Dieter Vogt, ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Hall, überbrachte die Grüße und Geschenke von Oberbürgermeister Pelgrim, er betonte bei diesem und den weiteren offiziellen Anlässen die Bedeutung der Partnerschaft für beide Seiten und bedankte sich in herzlichen Worten für die große Gastfreundschaft, die der Reisegruppe entgegengebracht wurde. So gab es neben dem Empfang im Sitzungssaal des Rathauses und einem festlichen Abendessen durch den Oberbürgermeister Ok auch eine Begegnung, begleitet von einem lebendigen Gedankenaustausch, mit 40 Mitgliedern eines Vereins von Türken aus Balikesir, die heute in Duisburg leben. Die Einladung durch die Polizeidirektion von Balikesir galt nicht nur der Reisegruppe sondern insbesondere auch drei Vertretern der Schwäbisch Haller Polizei. Sie hatten die Reise zum Anlass genommen, die Teilnahme türkischer Kollegen bei einer Veranstaltung der Landespolizeidirektion 2010 in Schwäbisch Hall unter Beteiligung der Partnerstädte vorzubereiten. Bei allen offiziellen Empfängen boten Studierende der Universität und andere Gruppen Tänze, Musik und Gesänge verschiedener türkischer Regionen und gaben der Haller Delegation somit Eindrücke in einen stark gepflegten Bereich türkischer Kultur. Weitere offizielle Begegnungen gab es bei einem Spaziergang durch den Stadtpark zum Partnerschaftsdenkmal, das 2007 im Beisein von Oberbürgermeister Pelgrim und Mitgliedern des Haller Stadtrats enthüllt worden war und bei der Eröffnung einer Fotoausstellung im Rathaus mit Bildern aus Balikesir und Schwäbisch Hall. Die z.T. großformatigen Panoramaaufnahmen hatte Yusuf Hocaoglu, Fotograf und gleichzeitig Stadtrat während eines Besuchs beim Pfingstfest in Hall fotografiert. Ein weiterer Höhepunkt des Besuchs in Balikesir war die Aufführung eines Sketches von Deutschschülerinnen und Schülern einer Oberschule, sowie ein anspruchsvoll choreographierter Tanz , an dessen Ende die jungen Menschen die Fahnen von Schwäbisch Hall und Balikesir über ihren Köpfen präsentierten. Diese Geste der Freundschaft wurde von der Haller Delegation mit großer Begeisterung und Rührung aufgenommen. Beide Seiten verspürten nach intensiven Gesprächen den Wunsch nach einem Austausch dieser jungen Menschen mit Jugendlichen aus Schwäbisch Hall. Bei einem Bummel durch die Innenstadt und einer Rundfahrt mit Blick vom Atatürkdenkmal auf Balikesir zeigte sich die starke städtebauliche Expansion ins Umland, die Bedeutung der Kommune als Industriezentrum, Eisenbahnknotenpunkt und Markt für die Agrargüter des Umlandes. Ein Kontrastprogramm dazu bot der Besuch der kleinen Teppichknüpferstadt Sindirgi, deren Bürgermeister es sich nicht nehmen ließ, die Gruppe mit Tee und Geschenken im Rathaus zu empfangen und zu den nahegelegenen Thermalquellen zu begleiten. Ein abgelegenes Bergdorf war beeindruckender Abschluss dieses Abstechers ins gebirgige Hinterland, bereitwillig führte eine Bäuerin die Besucherinnen und Besucher durch die Gassen, wo man die Herstellung von Tomaten"ketchup" und die Bearbeitung der Sesamernte bewundern konnte. Die weiträumigen und geschichtsträchtigen Ruinen der Ausgrabungsstätten von Pergamon und Troja lagen auf dem Weg Richtung Istanbul, ebenso die Kurstadt Güre, deren Bürgermeister der Haller Reisegruppe einen herzlichen Empfang und ein offizielles Abendessen bot. Eine Stadtführung durch Istanbul und eine abendliche Bootsfahrt auf dem Bosporus zeigten abschließend die reiche Geschichte und Architektur dieser faszinierenden Stadt zwischen Europa und Asien. Die vorzügliche Vorbereitung und Gestaltung des Programms durch die Verantwortlichen beider Städte, aber auch die Präsenz von Aydin Celik, dem Vorsitzenden der Haller Moschee, der als Dolmetscher und Betreuer unermüdlich zur Stelle war, machten die Reise für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. Am tiefsten aber beeindruckt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Offenheit der Türken, ihrem großen Interesse an der Partnerschaft und ihrer damit verbundenen grenzenlosen Gastfreundschaft.
Informationen bei:
Peter Wunderlich
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