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WWW - Wasser, Wolken, Wind. Elementar- und Wetterphänomene in Werken der Sammlung Würth

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“ (Gen 1, 1–2).
Nach breit angelegten kunst- und kulturhistorischen Betrachtungen zu den Themen Wald (2011/12), Menschenbild (2012/13) und Tier (2013/14) rückt nun das nicht minder große Bedeutungsspektrum der fließenden beziehungsweise flüchtigen Elemente ins Zentrum einer Sammlungsausstellung in der Kunsthalle Würth.
Sie bestimmen das Klima unseres Planeten Erde und gehören zu unserem Alltag: Wasser, Wolken und Wind in all ihren Ausprägungen. Seit Urzeiten faszinieren sie den Menschen und finden auch Niederschlag in der Kunst.
Wasser ist ein Schlüsselelement der Menschheitsgeschichte. Dank seiner vielfältigen Erscheinungsformen (als Quellwasser, Fluss, Strom, Ozean, aber auch im Sumpf, als Gischt oder stiller See) fand das Wasser in der Symbolbildung einen reichen Ausdruck: in Mythologie, Religion, Philosophie, Kunst und Psychologie. Es ist eng mit Begriffen wie Schöpfung und Vernichtung, Leben und Tod, Fruchtbarkeit und Vergänglichkeit sowie mit dem Unterbewussten verbunden.
In den Werken der Sammlung Würth findet sich eine Vielzahl an Bezügen auf dieses Naturphänomen, quer durch alle Epochen und in verschiedenen Materialien eindrucksvoll umgesetzt. So können wir eine beeindruckend vielfältige, durch einige Leihgaben ergänzte Ausstellung mit Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart präsentieren. Dabei spannt sich der Bogen von der Darstellung des Urelements Wasser über die Wiedergabe von Küsten- und Flusslandschaften seit dem 19. Jahrhundert bis hin zur Schaffung von submarinen Welten. Auch die unterschiedlichen Aggregatzustände von fest, flüssig und gasförmig spiegeln sich in zahlreichen künstlerischen Auseinandersetzungen.
In Wechselwirkung mit dem Wasser stehen der Wind in seinen Erscheinungsformen, die sich als Wirbelwind wie in der unheimlichen Windstille äußern können, und auch die Wolken mit ihrem ständigen Gestaltwechsel und ihrer Flüchtigkeit. Wohltuend und doch auch unheilbringend, inspirieren diese Phänomene die Mythen, literarischen Texte und Kunstwerke jeder Region und jeder Epoche. Diese reichen von der antiken Vorstellung der Erscheinungsweise Gottes in einer Wolke bis hin zum allwissenden Internet und seinen Clouds, welche alles sehen und nichts vergessen.
Mit Werken des Spätmittelalters bis hin zu aktuellen Positionen, wobei Künstler wie Max Liebermann, Edvard Munch, Camille Pissarro und zahlreiche andere Meister der klassischen Moderne ebenso wenig fehlen dürfen wie Karl Horst Hödicke, Anselm Kiefer, Bernd Koberling, Roy Lichtenstein, Robert Longo und Gerhard Richter sowie weitere zeitgenössische Künstler. So folgt die Ausstellung WWW – Wasser, Wolken, Wind in über 200 Werken den beeindruckenden Strategien, die Künstler im Laufe der Jahrhunderte entwickelten, um die Welt der fließenden beziehungsweise flüchtigen Elemente sichtbar zu machen, und nimmt den Betrachter mit auf eine spannende Entdeckungstour.

Otto von Thoren, Seebad in Trouville, vor 1889, Sammlung Würth, Inv. 10566, Foto: Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien

Veranstalter

Kunsthalle Würth
Tel 0791-94672-0 // Geöffnet täglich 10-18 Uhr // Eintritt frei
www.kunst.wuerth.com