Metropolink Urban Art Festival: Schwäbisch Hall

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Ein guter Zug: Philip Wallisfurth gestaltet Unterführung am Bahnhof Hessental

Zum fünften Mal nimmt Schwäbisch Hall als Partner am Heidelberger „Metropolink – Festival für urbane Kunst“ teil. Diesmal entsteht ein Kunstwerk in der Unterführung des Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental. Philip Wallisfurth alias Senor Schnu bringt vom 3. bis zum 15. Dezember Farbe in die triste Unterführung – Boden und Treppen erhalten einen rutschfesten und witterungsbeständigen Belag mit Markierungen für Menschen mit Sehbehinderung. Die Unterführung kann auch während der Gestaltung genutzt werden.

Das Hessentaler Bahnhofsumfeld wurde bereits durch zwei große Fassadenkunstwerke von SAM3 und Kozdoz im neu belebten Areal der Fassfabrik aufgewertet.

Festivalleiter Pascal Baumgärtner und die städtische Kulturbeauftragte Ute Christine Berger freuen sich, das wieder ein renommierter Künstler die Gestaltung übernehmen wird: Der aus Aachen stammende und in Berlin lebende Philip Wallisfurth, ist seit 2007 in Deutschland und der Welt unterwegs. Seine Wurzeln liegen in der Straßenkunst, sein Medium ist vor allem die Sprühdose. Seine Farben sollen beim Betrachter „Instant-Happiness“ und positive Energie auslösen. Bekannt sind auch seine Werke aus Moos sowie anamorphe Rauminstallationen. Ein fröhliches Eis mit Schnurrbart taucht in seinen Werken häufig auf. Er selbst definiert seinen Stil als einen ambivalenten Mix aus Graffiti- bzw. Street Art-Techniken und grafischen Elementen, wie man sie in der zeitgenössischen Kunst findet. Generell ist es ihm wichtig, dass die Betrachterin oder der Betrachter ein Teil des Kunstwerks wird und mit ihm interagieren kann. Der Künstler organisiert und kuratiert Projekte wie zum Beispiel „Wandelism“, „Hometown Berlin“ oder das Paste-Up-Festival Germany. Philip Wallisfurth war 2019 Teil der Ausstellung „Ride the Dragon“ des Skateboard-Museums in Shanghai. 2020 gestaltete er eine große Unterführung am Universitätscampus Aachen.

Kulturbeauftragte Ute Christine Berger ist regelmäßige Bahnfahrerin und hält es für ein wichtiges Signal, das Erscheinungsbild der Bahnhöfe und damit das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität aufzuwerten: „Nahezu alle Fahrgäste müssen durch die Unterführung des Bahnhofs. Wir wollen diese nun durch ein Kunstwerk freundlicher und einladender gestalten. Der erste und letzte Eindruck von Schwäbisch Hall wird so dem Anspruch als Kulturstadt gerecht.“ Das Erscheinungsbild des Bahnhofs werde durch die Modernisierung, die in den kommenden Jahren ansteht deutlich aufgewertet. Das solle aber nicht heißen, dass bis dahin keine Verschönerungen vorgenommen werden könnten.
Berger freut sich besonders, dass das Kunstprojekt auf breite Unterstützung in der Stadtverwaltung stößt. So seien auch die Abteilung Stadtplanung und die Hochbauabteilung in die Umsetzung involviert.

Dieter Maier vom Bahnhofsmanagement Ulm begrüßt es, dass die Stadt die Initiative ergriffen hat und der Bahnhof Schwäbisch Hall bunter wird und an positiver Ausstrahlung gewinnt. Pascal Baumgärtner hat bereits in Heidelberg erfolgreich mit der Bahn kooperiert: „Durch die Kombination Fassadengestaltung und Boden- und Treppendesign wird es möglich werden, mit einem guten Gefühl am Bahnhof Hessental anzukommen und abzufahren. Wir haben auch eine passende Lösung für einen künstlerisch gestaltbaren Bodenbelag gefunden. Somit können neben den Wänden auch der Boden der Unterführung sowie die Treppenaufgänge und Geländer eine witterungsfeste Gestaltung erfahren.“

Kontakt:
Pascal Baumgärtner, Festivalleiter Metropolink, E-Mail
Ute Christine Berger, Kulturbeauftragte Stadt Schwäbisch Hall, E-Mail
www.metropolink-festival.de
www.schwaebischhall.de

Rückblick

2020: Urbane Kunst in Schwäbisch Hall

Die Stadt Schwäbisch Hall kooperierte 2020 zum vierten Mal mit dem Heidelberger Metropolink-Festival für urbane Kunst. STOHEAD und MINA gestalteten im September das Fassadenkunstwerk "La Penseuse" beim Tafelberg im Solpark. 

Festivalleiter Pascal Baumgärtner und die städtische Kulturbeauftragte Ute Christine Berger freuten sich, dass ein sehr erfolgreicher, aus Hall stammender Künstler die Gestaltung übernahm: Christoph Häßler, in der Szene besser bekannt als Stohead, lebt freilich schon lange in Berlin, davor in Hamburg. Er ist 1973 in Schwäbisch Hall geboren, in Steinbach aufgewachsen und hat auch noch Familie in Schwäbisch Hall.
Er realisierte das Mural mit seiner Künstlerkollegin MINA. Die beiden kennen sich aus Berlin. „Farbe, willkommener Eindruck, im Winter sichtbar und positiv hervorstechend aus der Kulisse“, so beschreibt Pascal Baumgärtner die Zielrichtung des Entwurfs. Im Mittelpunkt von Stoheads Werken steht die Kalligraphie, das kunstvolle Gestalten von Schrift. Songzeilen oder hintersinnige Zitate werden zu „Schriftbildern“. Dazu kommt eine figürliche Komponente von MINA.

Die Giebelfassade liegt am Dr.-Henryk-Fenigstein-Weg. Vom Heinz-Leiermann-Weg läuft man entlang des Tafelbergs direkt darauf zu. Stadtplaner Christian Mathieu brachte das Areal der ehemaligen amerikanischen Kasernen in Spiel. Pascal Baumgärtner und der Künstler Stohead reagierten begeistert auf den Vorschlag: „Wir freuen uns sehr, dass es klappt mit dem Mural in meiner Heimatstadt!“ schreibt Christoph Häßler auch im Namen von MINA. Gerade hat er in Köln die Fassade eines neuen Hotels beim Kölner Dom gestaltet, nun bereitet er eine Ausstellung in Münster vor, bevor er vom 10. bis 15. September das Fassadenbild in Schwäbisch Hall verwirklicht.

Es war möglich und erwünscht, dem Künstler während der Entstehung des Murals zuzuschauen. Am 15. September 2020 wurde das Ergebnis präsentiert, der Künstler sowie Festivalleiter Pascal Baumgärtner standen für Fragen zur Verfügung. Um 18 Uhr weihte Oberbürgermeister Pelgrim mit einem Grußwort das Kunstwerk ein. ZuschauerInnen wurden gebeten sich zum Gesundheitsschutz gemäß Corona-Verordnung an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten. 

Die bisher im Rahmen von METROPOLINK verwirklichten Fassadenkunstwerke stießen auf sehr positive Resonanz: Der Spanier SAM3 und der Venezolaner KOZDOS gestalteten 2017 und 2018 Wände auf dem Karl-Kurz-Areal in Hessental, 2019 wurde KERA aus Berlin mit der Gestaltung der Biogasanlage in Gailenkirchen beauftragt.

Infos zum Künstler unter www.stohead.com
ARTE Dokumentation: 5 Minutes - With Stohead
Videodokumentation “RHYTHM” by STOHEAD, Mannheim | Stadt.Wand.Kunst

2019: Fassadenkunstwerk von KERA an der Biogasanlage in Gailenkirchen

Im Sommer 2019 fand „Metropolink - Festival für urbane Kunst“ zum fünften Mal in der Region Heidelberg statt. Die Stadt Schwäbisch Hall nahm zum dritten Mal daran Teil. Diesmal entstand ein Fassadenkunstwerk mitten auf dem Land – an der markanten, weithin sichtbaren Biogasanlage in Gailenkirchen

Zum Eröffnungsfest am 21. Juni 2019 sprachen Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim und Festivalleiter Pascal Baumgärtner aus Heidelberg. 

Nach den Wandgestaltungen des Spaniers SAM3 (2017) und des Venezolaners KOZDOS (2018) auf dem industriell geprägten Karl-Kurz-Areal nahe dem Bahnhof in Schwäbisch Hall-Hessental wurde nun der Street-Art Künstler KERA aus Berlin mitten aufs Land geschickt um die Biogasanlage in Schwäbisch Hall-Gailenkirchen zu gestalten.

KERA ist bekannt für grafische Gestaltungen in Städten wie Berlin, München oder London - nun freut er sich auf eine "Expedition ins Grüne". Der 1985 in Berlin geborene Künstler mit bürgerlichem Namen Christian Hinz liebt große Flächen, die der studierte Grafik-Designer mit abstrakt-geometrischen Motiven bemalt bzw. besprüht. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim sieht die "Street Art" als einen Impulsgeber für zeitgemäße Stadtentwicklung: "Künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum sind für alle Menschen zugänglich und können unsere eigene Kreativität anregen. Öffentlicher Austausch ist erwünscht." Metropolink-Festivalleiter Pascal Baumgärtner und die städtische Kulturbeauftragte Ute Christine Berger sind begeistert von der Biogasanlage, einem originellen 6 Meter hohen Rundbau, der momentan in schlichtem Betongrau inmitten der idyllischen grünen Hohenloher Landschaft steht. Die Stadt hält es für richtig, mit der Kunstaktion aus dem typischen städtischen Umfeld hinauszugehen, mitten in den ländlichen Raum, der die Region Schwäbisch Hall prägt. „Höchste Zeit, dass Kunst auch hinaus in die Dörfer kommt. Die Biogasanlage steht für eine innovative Landwirtschaft, zu der die moderne Street Art hervorragend passt", sagt Landwirt Michael Reber. Die Biogasanlage ist eine Gesellschaft zwischen Michael Reber und den Stadtwerken Schwäbisch Hall. 

2018: KOZDOS "Dekonstruktion einer Traumreise" im Karl-Kurz-Areal Schwäbisch Hall Hessental

Im Juli 2018 fand „Metropolink - Festival für urbane Kunst“ zum vierten Mal in der Region Heidelberg statt. Die Stadt Schwäbisch Hall nahm zum zweiten Mal daran Teil und ließ unter der Regie des Kulturbüros wiederum auf dem Karl-Kurz-Areal im Stadtteil Hessental eine Fassade vom venezolanischen Künstler KOZDOS gestalten.

Am 5. Juli begrüßten Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim und Festivalleiter Pascal Baumgärtner bei einem Opening Event den Künstler, der gerade von einem Festival in Los Angeles in Schwäbisch Hall eingetroffen war. Kulturbeauftragte Ute Christine Berger und der Haller Graffiti-Künstler Frieder Simpfendörfer betreuten Kozdos während seines Aufenthaltes.

Zehn Tage später vollendete Kozdos sein Fassadenbild und postete über Instagram #KOZDOS den Titel des Werkes und eine Botschaft an Schwäbisch Hall: "Dekonstruktion einer Traumreise ("Deconstrucción de un viaje onírico"). Nach ein paar Wochen mit viel Malerei und Spaß in Kalifornien reiste ich nach Schwäbisch Hall, Deutschland, um mich von einer großen Mauer und vor allem einer Stadt überraschen und verzaubern zu lassen, die mich mit offenen Armen empfang und uns mit viel Liebe und Aufmerksamkeit zu Hause fühlen ließ. Dankbar von Herzen, KOSDOS."

2017 präsentierte das Kulturbüro in Kooperation mit Metropolink die vom spanischen Künstler SAM3 gestaltete Fassade Karl-Kurz-Strasse 36 in Hessental. Kulturbeauftragte Ute Christine Berger ist begeistert: „Die beiden Fassadenbilder von KOZDOS und SAM3 machen das Karl-Kurz-Areal zu einem lebendigen Ort der Kunst – die Werke sind für alle jederzeit kostenlos zugänglich. Das weitläufige Areal mit seinem industriellen Charakter bietet eine ideale urbane Plattform. Das Bahnhofsumfeld wird aufgewertet und ein kreativer Akzent im Stadtteil Hessental gesetzt“, unterstreicht sie.

KOZDOS wurde 1986 in Caracas / Venezuela geboren und besuchte die dortige Kunsthochschule. Er ist bekannt für seine fotorealistischen, farbintensiven Porträts von Menschen und Tieren. Oft nutzt er Rahmen geometrischer Muster. Er entwickelte seinen eigenen Street Art Stil - er kombiniert menschliche Porträts mit Tieren. Oft werden die Köpfe von den Tiermäulern umfasst. Dies zeigt eine Konfrontation von Mensch und Tier und deren Überlebenskampf aber auch die friedliche Koexistenz etwa mit Haustieren wie Katzen, Hunden oder Vögeln. Werke von KOZDOS entstanden in Caracas, Berlin, Paris, Madrid, Barcelona, Quito, Tel Aviv, Los Angeles und vielen anderen Städten weltweit. 

2017: SAM3 "Babylon" - Fassfabrik Schwäbisch Hall-Hessental

Im Sommer 2017 beteiligte sich Schwäbisch Hall erstmals am „Metropolink - Festival für urbane Kunst“. Die Stadt Schwäbisch Hall ließ im Stadtteil Hessental am Gebäude Karl Kurz Straße 36 eine Fassade vom spanischen Künstler Sam3 gestalten.

Die Kooperation zwischen dem Festival und der Stadt Schwäbisch Hall zielt bewusst auf eine künstlerische Aufwertung des Areals ab. Dadurch soll die Gestaltung des öffentlichen Raums einen positiven Einfluss auf das Lebensgefühl vor Ort haben. Festivalleiter Pascal Baumgärtner: „METROPOLINK will eine neue Auffassung für Lebensqualität an öffentlichen, freien Orten und zugleich eine Sinnhaftigkeit entstehen lassen: Es macht Sinn, Wände zu gestalten, Skulpturen auf öffentlichen Plätzen zu installieren oder Fassaden zu beleuchten. So entstehen neue Freiräume und kreative Perspektiven auf die Stadt“.

Titel des Fassadenbildes "Babylon", Material: Wandfarbe Schwarz und Gold
Ort: Areal Fassfabrik Schwäbisch Hall, Karl Kurz Straße 36, Schwäbisch Hall-Hessental (nahe Bahnhof)

SAM3 malt großformatige Wandbilder häufig im Stil von Schatten oder Scherenschnitten. Oft sind es einzelne Figuren, deren schwarze Silhouetten sich von weißen Wänden kontrastreich und effektvoll schon weithin sichtbar abzeichnen. Der Künstler greift in seinen Werken häufig politische Themen auf. Seine Bilder sind ironisch, poetisch aber vor allem provokant. Sie behandeln klassische philosophische Themen, hinterfragen Gewohnheiten und nehmen Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen.

Für die riesige Fassade in Schwäbisch Hall hat SAM3 das große mythologische Motiv "Babylon" verblüffend umgesetzt: Oberkörper und Kopf einer Figur werden mit vereinfachtem glatten Umriss im Profil gezeichnet. Der Arm ragt vertikal ins Bild. Der Bilck und die Hand der Figur sind nach oben ausgerichtet, nach den weit entfernten Sternen - dargestellt golden in einem schwarzen Kreis. Am ausgestreckten Finger züngelt eine kleine goldene Flamme. Auch das Auge der Figur ist gold gefärbt. Die Figur setzt sich zusammen auf einer nach oben hin immer filigraner werdenden Architektur: Im unteren Bereich sind weit auseinanderstehende Rundbogenfenster wie in Kellergeschosse. Nach oben hin werden die Fenster und Architekturen immer filigraner. SAM3 nimmt offensichtlich Bezug auf das berühmte Bild "Turmbau zu Babel" von Pieter Bruegel d. Ä. von 1563. Der Turmbau zu Babel (Gen 11,1–9 EU) ist zusammen mit der babylonischen Sprachverwirrung eine der bekanntesten biblischen Erzählungen des Alten Testaments. Theologen werten das Turmbau-Vorhaben als Versuch der Menschheit, Gott gleichzukommen. Wegen dieser Selbstüberhebung bringt Gott den Turmbau unblutig zum Stillstand, indem er eine Sprachverwirrung hervorruft, welche wegen unüberwindbarer Verständigungsschwierigkeiten zur Aufgabe des Projektes zwingt und die daran Bauenden aus dem gleichen Grunde über die ganze Erde zerstreut.

Das Kunstwerk wurde 2018 von SAM3 auch als Druck in limitierter Auflage herausgegeben: Siebdruck auf Somerset Velvet Papier (270g/m) 76 x 56cm, limitiert auf 50, signiert & nummeriert.

SAM3
* 1980 in Elche, Spanien und aufgewachsen in Murcia, Spanien. Lebt in Madrid, ist aber in aller Welt unterwegs um seine Kunst vor Ort zu realisieren. Über seine Person, seinen "richtigen" Namen und seinen Werdegang ist weiter nichts bekannt. Er tritt persönlich nicht in Erscheinung, sondern hält sich stets im Hintergrund.

Homepage SAM3

Entstanden auf Initiative des Kulturbüro Stadt Schwäbisch Hall im Rahmen von Metropolink - Festival für Urbane Kunst

Zur Fassadeneröffnung am 30.06.2017 sprachen Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall, und Pascal Baumgärtner, Festivalleiter Metropolink. 

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