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Schwäbisch Hall

Jährlicher Brief an die Auslandshallerinnen und Auslandshaller

Es ist ein schöner Brauch in der Weihnachtszeit, dass der Oberbürgermeister gute Wünsche an die im Ausland lebenden Hallerinnen und Haller schickt und diese über die Entwicklungen der Stadt im vergangenen Jahr informiert.

Hier lesen Sie den aktuellen Brief von Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim.

Liebe Hallerinnen und Haller jenseits der Grenzen,

schon wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr seinem Ende entgegen, das im Großen und im Kleinen viele Änderungen mit sich gebracht hat. Wie jedes Jahr will ich Ihnen berichten, was in Schwäbisch Hall geschehen ist.

Die Stadt trauert um ihren am 19. Oktober im Alter von 92 Jahren verstorbenen Ehrenbürger Prof. Dr. Erhard Eppler. Als kritischer Geist und Vordenker hat er die Landes- und Bundespolitik über Jahrzehnte mitgeprägt. Wer ihn kannte, war beeindruckt von seiner Geradlinigkeit, von seiner visionären Kraft und vor allem von der Stärke, mit der er auch gegen Widerstände an seinen Überzeugungen festhielt. Die Stadt ist dankbar, dass sie Erhard Eppler zu ihren Bürgerinnen und Bürgern zählen durfte und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Kommunalwahlen am 26. Mai haben einige Veränderungen im Gemeinderat bewirkt: Die Partei Bündnis 90/Die Grünen konnte mit 28,1 Prozent der Stimmen (nach 23,4 Prozent bei der letzten Gemeinderatswahl 2014) ihre Mandate auf zehn ausbauen und stellt nun die stärkste Gemeinderatsfraktion. Die CDU rutschte von 24,9 Prozent auf 18,8 Prozent ab und verfügt noch über sieben statt bisher neun Sitze. Auch die SPD verzeichnete deutliche Einbußen. Ihr blieb Platz drei mit 17,5 Prozent (2014: 23,9 Prozent) und sechs Mandaten. Die Freie Wählervereinigung holte 15 Prozent (statt 18,5 Prozent) und stellt fünf Stadträte. Die FDP steigerte sich von 9,3 auf 9,9 Prozent und behielt drei Sitze. Drei neue Wählerlisten sind mit jeweils einem Mandat vertreten, die durch die Stadträtin Damiana Koch gegründete Bunte Liste, die offene Linke Liste und Die PARTEI. Der Haller Gemeinderat ist damit bunter geworden und weist deutlich mehr Gruppen auf.

Die von Schülerinnen und Schülern getragene Bewegung „Fridays For Future“ fand ihren Niederschlag auch in unserer Stadt. Aktionen gab es seit Jahresanfang, eine von rund 1.500 Teilnehmenden besuchte Kundgebung im September war die größte Demonstration auf dem Marktplatz seit vielen Jahren. In Schwäbisch Hall fielen viele ihrer Forderungen auf fruchtbaren Boden, schließlich ist die Stadt schon seit langer Zeit sehr aktiv im Bereich Klimaschutz. Über manche unserer kleinen und großen Maßnahmen habe ich an dieser Stelle bereits berichtet. In diesem Jahr haben wir z. B. ein Elektro-Lastenrad angeschafft, das kostenlos ausgeliehen werden kann. Mit erheblichen Zuschüssen wurde die Beschaffung von drei Elektrobussen gefördert, die seit September im Haller ÖPNV zum Einsatz kommen. Unsere Anstrengungen im Klimaschutz wurden im Oktober mit dem Gold-Standard des „European Energy Award“ honoriert. Wir gehören damit zu deutschlandweit nur 43 Kommunen mit diesem Zertifikat.

Schwäbisch Hall wächst unvermindert und geht auf 41.000 Einwohnerinnen und Einwohner zu. Unsere Stadt ist nach wie vor ein sehr attraktiver Wohnort; entsprechend bleibt die Bereitstellung von ausreichendem Wohnraum eine wichtige Aufgabe. Neue Wohngebiete entstehen derzeit z. B. im Wolfsbühl (Kreuzäcker), im Sonnenrain (Hessental) und in Bibersfeld. Auch die Beschäftigungsentwicklung ist weiter erfreulich. Die Arbeitslosenquote ist im September 2019 auf 2,9 Prozent gesunken, während die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich steigt.

Der Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Thema, es sind kreative Lösungen gefragt. Auch die Stadt geht neue Wege und sucht in Kooperation mit dem Kolpingwerk in Spanien nach pädagogischen Fachkräften, die nach einem intensiven Sprachkurs für eine Anstellung in unseren Kindertagesstätten zu gewinnen sind. Vielleicht habe Sie in Ihrem Umfeld Menschen, die sich eine Zukunft in Deutschland vorstellen können? Dann freuen wir uns, wenn Sie sie auf die beruflichen Chancen in Schwäbisch Hall aufmerksam machen und für Ihre alte Heimat ein gutes Wort einlegen.

Dass die Haller Unternehmen weiter zuversichtlich in die Zukunft schauen, zeigte der Flugzeugsitzbauer Recaro mit der Eröffnung eines neuen Logistikzentrums. Das Geschäft am Recaro-Stammsitz Schwäbisch Hall ist im zurückliegenden Jahr deutlich angestiegen. Der Verpackungsmaschinenbauer Optima hat mehr als 30 Millionen Euro in zwei Neubauten im Solpark investiert.

Die aktuellen Handelskonflikte oder die sich anbahnende Automobilkrise machen es allerdings schwer, die weiteren wirtschaftlichen Entwicklungen vorauszusagen. Wir müssen davon ausgehen, dass diese Unwägbarkeiten auch die städtischen Finanzen belasten werden. Trotz dieser Risiken haben wir uns dazu entschieden, die Steuerentwicklung in Schwäbisch Hall optimistisch einzuschätzen und beim aktuell im Gemeinderat zur Beratung eingebrachten Haushalt für 2020/21 keine Abschläge vorzunehmen. Die geplanten ordentlichen Ausgaben werden sich auf über 131 (2020) bzw. 135 Millionen Euro (2021) belaufen. Viel Geld muss in den nächsten Jahren in die Erhaltung der bestehenden Bausubstanz investiert werden. Aufgrund der Haushaltskonsolidierungen nach 2001 sind Sanierungen jahrelang aufgeschoben worden und müssen nun angegangen werden. Nicht weniger als 12,3 Millionen Euro werden allein 2020 in den Erhalt von Gebäuden, Straßen und Brücken fließen, z. B. in die historischen Türme und Tore, die Kochermauern, die Limpurgbrücke oder unsere Grundschulen. Unsere größte und weiter wachsende Aufgabe ist die Sicherstellung von Erziehung und Betreuung in unseren Kindertageseinrichtungen. Hier rechnen wir derzeit mit Gesamtkosten pro Jahr in Höhe von ca. 25 Millionen Euro. Davon werden nur 6,7 Millionen durch Zuweisungen von Bund und Ländern gedeckt. Auch der Anstieg der Personalstellen in unserer Verwaltung entfällt größtenteils auf diesen Bereich (20,5 von 34,8 Stellen).

Gebaut, umgebaut und saniert wurde auch im vergangenen Jahr an vielen Orten. Im März konnte das Neue Globe auf dem Unterwöhrd als ganzjährig nutzbare Spielstätte für die Freilichtspiele eingeweiht werden. Der Nachfolger für das marode Holz-Globe aus dem Jahr 2000 ist mit einer Natursteinfassade aus Muschelkalk versehen und bietet Platz für 371 Personen. Es hat ein Foyer mit Gastronomie, Räume für Kulissen und Schauspielerinnen und Schauspieler sowie eine moderne Licht- und Bühnentechnik – ein großer Fortschritt für die Freilichtspiele und den Kulturstandort Schwäbisch Hall.

Mit der Einweihung und dem Umzug von Teilen des Landratsamts in das Karl-Kurz-Areal ist ein weiteres großes Vorhaben abgeschlossen worden. Seit Frühjahr 2017 wurde für rund 40 Millionen Euro an der Revitalisierung der ehemaligen Fassfabrik beim Hessentaler Bahnhof gearbeitet. Die Verwaltung des Landkreises zog im September als Hauptnutzer ein; rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben hier neue Arbeitsplätze erhalten. Daneben ist ein großzügiges Tagungs- und Veranstaltungszentrum entstanden. Weitere Nutzer sind die Event-Agentur Marbet und die Künzelsauer Textilfirma Mustang, die ihr Innovationszentrum nach Hessental verlegt hat.

Nach dem Abschluss der vorbereitenden Abbruch- und Planierungsarbeiten wird bald der Bau des Bahnhofsquartiers hinter dem Schwäbisch Haller Bahnhof beginnen. Anstatt der bisher das Bild prägenden, vielfach maroden Industrie- und Bahnbauten entsteht in Innenstadtnähe ein modernes Wohnquartier für etwa 400 Menschen.

Noch im Planungsstadium befinden sich die Neugestaltungen des Unterwöhrds und des Haalplatzes. Bei einem weiteren Großprojekt, dem Weilertunnel, ist als nächster großer Schritt für Herbst 2020 der Bau einer Behelfsbrücke zur Sicherung des Bahndamms geplant. Im Anschluss kann dann der eigentliche Tunnelbau beginnen, von dem wir uns verkehrlich und städtebaulich große Verbesserungen versprechen.

Mit der Bauthematik verknüpft ist ein für Schwäbisch Hall als Gesundheitszentrum wichtiges Ereignis. Zum 1. Juli 2019 hat sich das Schwäbisch Haller Diakoniewerk mit dem Diakoniewerk Neuendettelsau unter dem Namen Diakoneo zu einem neuen Unternehmen zusammen geschlossen. Das Diak ist damit Teil des größten diakonischen Unternehmens in Süddeutschland geworden, mit einem Gesamtumsatz von rund 600 Millionen Euro und über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Verlust der Selbstständigkeit nach 133 Jahren ist sehr bedauerlich. Aus Sicht der Verantwortlichen war es jedoch angesichts der hohen Investitionskosten von insgesamt rund 80 Millionen Euro für den zweiten Abschnitt des Klinik-Neubaus unvermeidbar, sich mit einem starken Partner zusammenzuschließen. Momentan laufen vorbereitende Arbeiten für dieses Großprojekt. Danach wird das Waldhaus saniert, dann soll das Hochhaus abgerissen und der eigentliche Neubau zwischen Bettenhaus und Waldhaus sowie Kinderklinik errichtet werden.

Die Freilichtspiele konnten – wie bereits erwähnt – das neue Globe-Theater eröffnen. Fast alle Aufführungen dort waren ausverkauft. 69.000 Zuschauerinnen und Zuschauern bescherten den Theatermachern eine gute Saison. Publikumsrenner war das Musical „Aida“ mit 22.200 Besucherinnen und Besuchern. Auch das Haller Traditionsstück „Jedermann“ stieß auf großes Interesse. Weitere Stücke waren u. a. „Don Camillo“, das Familienstück „Der Zauberer von Oz“, die Revue „In der Bar zum Krokodil“ sowie im Globe „Was ihr wollt“ und „Ewig jung“. Besonders erfreulich sind die hohen Besucherzahlen im Neuen Globe – rund 25.000 Besucherinnen und Besucher sind ein höherer Wert, als im Vorgängerbau jemals erreicht wurden. Für Kinder und Jugendliche entwickeln die Freilichtspiele außerordentliches Engagement. Es gab in diesem Jahr rund 100 Workshops in Schulen und Kindergärten. Das Jugendensemble der Freilichtspiele zeigte im April sein selbst entwickeltes Stück „Liebe“. Beim 8. internationalen Jugendtheaterfestival trafen sich Ende April 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Ländern zu gemeinsamen Workshops und Projekten.

Die Kunsthalle Würth zeigte ab April unter dem Titel „Von Henri Matisse bis Louise Bourgeois“ mit rund 200 Werken aus dem Musée d’Art moderne de la Ville de Paris einen Streifzug durch die Moderne. Zu sehen waren Werke u.a. von Pablo Picasso, Georges Braque, Albert Gleizes, André Lhote, Amedeo Modigliani, Chaïm Soutine, Gérard Deschamps oder Louise Bourgois. Im September folgte die Eröffnung der neuen Ausstellung „Lust auf mehr“ mit 170 Kunstwerken der Gegenwart aus der Sammlung Würth. Die Kunsthalle ist nach wie vor einer der größten Besuchermagneten unserer Stadt. Groß ist die Vorfreude auf die bevorstehende Erweiterung von derzeit 2.600 auf dann 3.400 Quadratmeter. Die Ausstellungsflächen sollen größer werden, ein Besucherzentrum sowie eine Bibliothek entstehen.

Das Hällisch-Fränkische Museum zeigte 2019 unter anderem eine Werkschau des Künstlers Michael Turzer aus Anlass seines 70. Geburtstags. Ganz besonders hervorzuheben ist ein neues Exponat des HFM: Ein kostbarer Tora-Schmuck aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Töchter der 1934 von Schwäbisch Hall nach Palästina emigrierten Esra und Ilse Stein haben dem Museum diese Familienerbstücke als Dauerleihgabe überlassen – eine starke Geste der Versöhnung, für die wir Chana Zmora und Dorit Stein sehr dankbar sind! Genauso dankbar sind die Stadt und das Museum allen unter Ihnen, die aus Verbundenheit mit Schwäbisch Hall diesem Beispiel folgen möchten.

Das Hohenloher Freilandmuseum verzeichnete für 2018 mit 117.000 Besucherinnen und Besuchern das beste Ergebnis seit 28 Jahren. Zu traditionellen Publikumsmagneten wie dem Backofenfest sind neue Veranstaltungsarten wie die sehr beliebten „Living History“-Inszenierungen getreten, die sich dieses Jahr der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, der Auswanderung im 18. Jahrhundert und der Nachkriegszeit widmeten.

Mehr als 30 Musikerinnen und Musiker aus Großbritannien, Frankreich, Schweden, Spanien, der Schweiz und Deutschland versammelten sich im März zum 13. Internationalen Jazz-Art-Festival Schwäbisch Hall. Zu hören waren unter anderem die Ausnahmetrompeterin Laura Jurd mit ihrer Formation Dinosaur, die Grande Dame des britischen Jazz, Norma Winstone, oder das Barcelona Gipsy Balkan Orchestra.

Comburg-Stipendiat des Jahres 2019 war der in Bagdad geborene deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider.

Im Mai besuchte die Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad die Stadt, um sich ein Bild von der Situation der hier wohnenden Jesidinnen zu machen, und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Besonders schutzbedürftige Angehörige der religiösen Minderheit aus dem Irak, die 2014 Opfer eines Genozids durch die Terroristen des so genannten Islamischen Staats wurde, leben seit einigen Jahren in Schwäbisch Hall.

Der nun schon traditionelle „Kongress der Weltmarktführer“ brachte im Januar Prominenz aus Wirtschaft und Politik nach Schwäbisch Hall, unter anderem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, FDP-Chef Christian Lindner, Andreas Sennheiser von Sennheiser electronic, Opel-Chef Michael Lohscheller oder André Schwämmlein, Gründer und CEO von FlixBus.

Höhepunkt des vom Verein Alt Hall organisierten großen Landestreffen der historischen Bürgerwehren und Stadtgarden Anfang Juni war ein Festumzug der 31 beteiligten Gruppen, dessen Route von mehreren Tausend Zuschauerinnen und Zuschauern gesäumt wurde. Das Kuchen- und Brunnenfest an Pfingsten startete dieses Jahr in Sulzdorf. Trotz eines stürmischen und verregneten Auftakts ließen sich rund 18.500 Besucherinnen und Besucher das traditionelle Fest der Salzsieder nicht entgehen. Wie immer kreisten die Trinksprüche um lokale und überregionale Themen. Als Erster Hofbursche trat erstmals Stefan Ebert auf, der dieses Amt von Tobias Rieger übernommen hat. Erste Tänzerin an seiner Seite ist Anita Röger.

Großen Anklang bei Läuferinnen und Läufern wie auch beim Publikum fand der 34. Dreikönigslauf. Den Hauptlauf über 10 km gewannen die „Abonnementsieger“ Florian Röser aus Konstanz und die mehrfache deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt.

Die Unicorns, das Haller American Football-Team, schrieben 2019 Sportgeschichte. Mit dem Erfolg im Halbfinale der German Football League gegen die Dresden Monarchs stellten sie einen Rekord mit 50 Siegen in Serie auf und überboten damit die bisherige, sieben Jahre alte Bestmarke der Handballer des THW Kiel mit 41 Siegen. Das Ende dieser Serie war für Mannschaft und Fans schmerzhaft, denn der Traum vom dritten Haller Meistertitel in Folge ging leider nicht in Erfüllung. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft unterlagen die Unicorns am 12. Oktober den Braunschweig New Yorker Lions mit 7:10. Trotzdem wurde der Vizemeister von rund 1.200 Fans auf dem Marktplatz für eine erfolgreiche Saison gefeiert.

Aber auch in vielen anderen Bereichen gelangen Sportlerinnen und Sportlern aus Haller Vereinen Bestleistungen. So gewann der Haller Ringer Mirco Rodemich bei den Landesmeisterschaften der Männer im griechisch-römischen Stil. Sieben Medaillen brachte die TSG-Läufergruppe von den baden-württembergischen Crosslauf-Meisterschaften aus Stockach mit nach Hause. Die Haller Schachdamen wurden deutsche Vizemeisterinnen.

Aus der Vielfalt der Jubiläen und Feste seien nur einige herausgegriffen. Die Turn- und Sportgemeinde, der größte und älteste Schwäbisch Haller Sportverein, kann 2019 auf eine 175-jährige Geschichte zurückblicken und feierte dies mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, unter anderem einer Ausstellung, einem Familiensporttag und einem Festakt im Globe. Die Bibersfelder feierten den Neubau der Margarethenkirche vor 150 Jahren. Beim Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der Volkshochschule sprach die ehemalige Bundestagspräsidentin Professorin Dr. Rita Süssmuth. Ebenfalls vor 100 Jahren gegründet wurde der Vorgänger der städtischen Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWG). Im Juli blickte das Haller Diakonieklinikum auf 100 Jahre Geburtshilfe zurück. Die Sonnenhofschule für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen feierte das 50-jährige Bestehen. Auf 30 Jahre Städtepartnerschaft können Hall und das polnische Zamość zurückschauen. Zum 30. Geburtstag des Frauenzentrums gab es eine Feier im Alten Schlachthaus. Seit 25 Jahren wirkt der Verein der Freunde des Goethe-Instituts. Vor 10 Jahren kamen die Alten Meister der Sammlung Würth in die Johanniterkirche. Auch der Campus Schwäbisch Hall der Hochschule Heilbronn feierte sein zehnjähriges Bestehen.

Auch aus dem Bereich Personal gibt es manches zu vermelden. Mit Edgar Blinzinger, Leiter des Fachbereichs frühkindliche Bildung, Schulen und Sport, Rolf Wellinger, Leiter der Stadtbetriebe, und Manfred Gentner, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste und Ordnung, traten drei Urgesteine der Stadtverwaltung in den Ruhestand. Verabschiedet wurde auch Hans-Reiner Soppa, der 22 Jahre lang die Akademie für Lehrerfortbildung auf der Comburg geleitet hat. Dr. Cornelia Becker trat an der Spitze der Fachschule für Sozialpädagogik an die Stelle von Martin Berger. Einen Wechsel gab es auch bei der AWO – hier übernahm Lars Piechot für den langjährigen Geschäftsführers Werner Hepp. Gerhard Bauer ist im Oktober erneut zum Landrat des Landkreises Schwäbisch Hall gewählt worden. Eva Maria Kraiss, Fotografin und Autorin mehrerer Bücher, erhielt für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement die Staufermedaille. Die Bürgerstiftung verlieh ihren diesjährigen Preis an Gabriele Allmendinger-Schaal für ihren Einsatz im Haller Frauen- und Kinderschutzhaus.

Leider gab es 2019 auch weitere traurige Abschiede von profilierten Persönlichkeiten unserer Stadt. So starb der Omnibusunternehmer Hans Hafner im Alter von 91 Jahren. Ingeborg Just, die frühere Leiterin der Familienbildungsstätte, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Dieser Brief wird übrigens der vorletzte sein, den Sie von mir erhalten. Ich habe mich entschlossen, bei der nächsten Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2021 nicht mehr anzutreten. Ich bin dann 24 Jahre im Amt und möchte meine 40-jährigen Berufserfahrungen noch einmal an anderer Stelle einbringen. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich durch meine Arbeit mit Leib und Seele mit der Stadt verbunden bin. Ich werde auf jeden Fall auch nach dem Ende meiner Amtszeit in Schwäbisch Hall bleiben, da ich hier meine Heimat gefunden habe.

Soweit unser Streifzug durch das diesjährige Geschehen in Schwäbisch Hall. Während des Jahres informiert Sie unsere Internetseite www.schwaebischhall.de über die Haller Geschehnisse. Eine jährlich ergänzte Stadtchronik finden Sie dort auch auf den Seiten des Stadtarchivs. Das Aktuellste aus Ihrer Heimat erfahren Sie auf der Facebookseite der Stadt oder über das Online-Portal des Haller Tagblatts.

Ich möchte allen danken, deren Grüße mich während dieses Jahres erreicht haben, und Ihnen ein schönes und friedvolles Weihnachten 2019 und Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, Glück, Gesundheit und Zufriedenheit für das kommende Jahr wünschen.

Über alle Grenzen hinweg grüße ich Sie, auch im Namen des Ersten Bürgermeisters Peter Klink, in freundschaftlicher Verbundenheit,

Hermann-Josef Pelgrim
Oberbürgermeister

http://www.schwaebischhall.de//de/unsere-stadt/geschichte/rueckblick-2019