Seite drucken
Schwäbisch Hall

Comburg-Stipendium

Das Comburg-Literaturstipendium Schwäbisch Hall wird seit 2008 gemeinsam von der Landesakademie Comburg und der Stadt Schwäbisch Hall vergeben und getragen. Es umfasst einen vierwöchigen Aufenthalt in der wunderschönen Klosteranlage Comburg (Ferienwohnung im Torbau) und einen Geldpreis von 5.000 Euro aus Stiftungsmitteln der Stadt Schwäbisch Hall (Stiftung Hospital zum Heiligen Geist). Informationen über die Klosteranlage Comburg erhalten Sie auf der Homepage der Comburg.

Das Comburg-Stipendium wird an W(O)rtsammler vergeben: also Autorinnen und Autoren , die besonders intensive Beziehungen zu Orten aufbauen, die dadurch zum Gegenstand der literarischen   Verarbeitung werden. Das persönliche Reiseerlebnis erfährt so eine poetische Metamorphose, der besuchte Ort wird zum Gegenstand der literarischen Reflexion.

Das Stipendium entstand in Anknüpfung an die Literaturtage Baden-Württemberg 2006 in Schwäbisch Hall mit dem Ziel, einen Beitrag zur Literaturförderung zu leisten. Die Landesakademie lud Beate Rygiert im Sommer 2007 als erste "Comburg-Schreiberin" ein. Die Haller Krimiautorin Tatjana Kruse schrieb parallel dazu im Theodor-Bäuerle-Turm. Dieses Pilotpojekt war so inspirierend, dass die Landesakademie und die Stadt Schwäbisch Hall beschlossen das Stipendium zukünftig über eine Jury und verbunden mit einem Geldpreis zu vergeben.

Bisherige Preisträger/Innen: 2007 Beate Rygiert (noch undotiert als "Comburg-Schreiberin"), 2008 Ulf Erdmann Ziegler, 2009 Ilija Trojanow, 2010 Felicitas Hoppe, 2011 Christoph Peters, 2012 Judith Schalansky, 2013 Finn-Ole Heinrich, 2014 Anila Wilms, 2015 Reinhard Kaiser-Mühlecker, 2016 Monika Zeiner, 2017 Tilman Rammstedt, 2018 Mariana Leky, 2019 Abbas Khider, 2020 Nino Haratischwili.

Nino Haratischwili ist Comburg-Stipendiatin 2020

Im Oktober wird die Schriftstellerin vier Wochen im historischen Torbau des ehemaligen Klosters wohnen.Nino Haratischwili stellte bereits 2016 in Schwäbisch Hall ihr über tausend Seiten umfassendes Epos „Das achte Leben (Für Brilka)“ in Schwäbisch Hall einem begeisterten Publikum vor.  Es war eine meiner Lieblingslesungen“ , meldet sich die Autorin aus Hamburg, als Kulturbeauftragte Ute Christine Berger der Autorin mitteilt, dass sie als Stipendiatin nominiert is t. „Welch ein schönes Angebot - das klingt wunderbar! “, freut sie sich auf die Zeit auf der Comburg.

Das ehemalige Benediktinerkloster Comburg ist heute Außenstelle des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung des Landes Baden-Württemberg. Die Comburg stellt für das Stipendium die Unterkunft zur Verfügung, die Stadt Schwäbisch Hall stiftet das Preisgeld von 5.000 Euro.

Nino Haratischwili wurde 1983 in der georgischen Hauptstadt Tiflis geboren. Als Jugendliche gründete sie eine deutsch-georgische Theatergruppe. Haratischwili studierte Regie für Film und Theater in Tiflis und HamburgAls Regisseurin zeichnet sie für Uraufführungen verantwortlich, u.a. am Deutschen Theater Göttingen und am Thalia Theater Hamburg. Dort wird 2020 auch ihr Roman „Die Katze und der General“ als Theaterstück präsentiert. 
Mit ihrem Romandebüt Juja (2010) stand Haratischwili auf der Longlist des Deutschen Buchpreises sowie der Shortlist des ZDF-aspekte-Literaturpreises. Ihr zweiter Roman Mein sanfter Zwilling (2011) wurde mit dem Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage ausgezeichnet. 2014 erschien Das achte Leben (Für Brilka) , für den sie ein Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung für Recherchen in Russland und Georgien erhielt. 2018 gelangte sie mit ihrem Roman Die Katze und der General, der vor dem Hintergrund der Tschetschenien-Kriege spielt, auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises und erhielt den Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg.

Nino Haratischwili lebt als Autorin und Regisseurin in Hamburg. Sie möchte auf der Comburg an ihrem nächsten Roman arbeiten.

Öffentliche Termine

Mo., 5. Oktober 2020 um 18 Uhr Preisverleihung im Rathaus Schwäbisch Hall durch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Eintritt frei

Do., 22. Oktober 2020 um 19.30 Uhr Lesung „Die Katze und der General“ auf der Comburg, Kaisersaal, Eintritt 8,- / 6,- Euro ermäßigt (VVK Buchhandlung Osiander)

Frühere Comburg-Stipendiaten

Abbas Khider ist Comburg-Stipendiat 2019

Ab Mitte September wird er vier Wochen im historischen Torbau des ehemaligen Klosters wohnen. Die Jury des Comburg-Stipendiums war einhellig angetan von Abbas Khiders Romanen. Hinzu kam für Kulturbeauftragte Ute Christine Berger, die bereits eine Lesung mit Khider in Schwäbisch Hall organisierte, das kontaktfreudige und humorvolle Wesen des Autors. Khider kommentiert seine Wahl: "Als 16jähriger wurde ich ungläubig und beschloss, nie wieder in die Moschee zu gehen. Jetzt, 30 Jahre später, gehe ich freiwillig ins Kloster und freue mich sehr darauf.“

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als »illegaler« Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland. Er studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten Die Orangen des Präsidenten und Brief in die Auberginenrepublik. Seinen bei Hanser erschienen Roman Ohrfeige stellte er 2016 in Schwäbisch Hall vor.

Im Frühjahr 2019 erschien „Deutsch für Alle. Das endgültige Lehrbuch“. Khider erhielt u.a. den Nelly-Sachs-Preis, den Hilde-Domin-Preis und den Adelbert-von-Chamisso-Preis. 2017 war er Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt in Berlin.

Mariana Leky ist Comburg-Stipendiatin 2018

Das Comburg-Stipendium 2018 wird an die Berliner Autorin Mariana Leky verliehen. Die Jury war einhellig angetan von Leky's aktuellem Buch "Was man von hier aus sehen kann". Im Oktober 2018 war die Schriftstellerin auf der Comburg in Schwäbisch Hall zu Gast.

Mariana Leky (geboren 1973 in Köln) studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband Liebesperlen, die Romane Erste Hilfe sowie Die Herrenausstatterin.Die Autorin lebt in Berlin und Köln. Sie erhielt Auszeichnungen wie den Allegra Preis, den Niedersächsischen Literaturförderpreis und ein Stipendium des Landes Bayern. Was man von hier aus sehen kann steht seit Monaten auf der Spiegel-Bestsellerliste und ist das ›Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhändlerinnen und Buchhändler‹2017. »Hinreißend, aber unaufdringlich. Was mich an diesem Roman hält, ist der zauberhafte Stil. Das ist ein Triumph der Literatur.« Rüdiger Safranski, SRF Literaturclub

Tilman Rammstedt ist Comburg-Stipendiat 2017

Das Comburg-Stipendium 2017 wird an den Berliner Autor Tilman Rammstedt verliehen. Von Anfang Oktober bis Anfang November hält sich der charmante Romancier auf der Comburg in Schwäbisch Hall auf und erhält 5.000 Euro. Rammstedt kann es kaum erwarten, dort einzuziehen und behauptet mit charakteristischem Humor: „Selten wurde einem die Entscheidung, ins Kloster zu gehen, so leicht gemacht.“

Tilman Rammstedt, 1975 in Bielefeld geboren, lebt in Berlin. 2003 erschien sein Debüt „Erledigungen vor der Feier“, es folgten die Romane „Wir bleiben in der Nähe“ (2005), „Der Kaiser von China“ (2008), „Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters“ (2012) und „Morgen mehr“ (2016). Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.

„Tilman Rammstedt ist ein überaus intelligenter und witziger Autor, einer der wenigen, die den Bachmannpreis mit den Mitteln des Humors gewannen." Dominika Meindl, Falter, 24.08.16

Monika Zeiner ist Comburg-Stipendiatin 2016

Preisträgerin des Comburg-Stipendiums 2016 ist die Autorin und Sängerin Monika Zeiner. Sie verbringt den Monat Oktober auf der Comburg in Schwäbisch Hall und erhält 5.000 Euro. „Was für eine großartige Überraschung!“, schreibt Monika Zeiner aus Berlin, „Sehr gerne komme ich im nächsten Jahr ins Kloster Comburg, ich freue mich sehr!“

Monika Zeiner, Jahrgang 1971, studierte Romanistik und Theaterwissenschaft in Berlin und Neapel und promovierte über Liebesmelancholie im Mittelalter. Sie veröffentlichte Hörspiele und ist Sängerin und Texterin der Italo-Swing-Band „Marinafon“. Ihr Debutroman „Die Ordnung der Sterne über Como" war 2013 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und begeisterte auch die Mitglieder der Comburg-Jury. Er handelt vom verpassten und verspielten Glück und von dem Unglück, im rechten Moment die falschen Worte gesagt zu haben. Er erzählt die Geschichte zweier Männer und einer Frau, die ihre Freundschaft und ihre Liebe aufs Spiel setzen. Kritiker Ulrich Rüdenauer findet es sehr beachtlich wie die Debütantin ihre in einer wissenschaftlichen Dissertation gewonnenen Erkenntnisse über die Melancholie der Liebe im Mittelalter "sinnlich, variationsreich, zuweilen auch heiter" in einer im Westberlin der achtziger Jahre spielenden Geschichte verarbeitet.

Reinhard Kaiser-Mühlecker ist Comburg-Stipendiat 2015

Preisträger des Comburg-Stipendiums 2015 ist der Autor Reinhard Kaiser-Mühlecker. Er verbringt vier Wochen auf der Comburg in Schwäbisch Hall und erhält 5.000 Euro. Reinhard Kaiser-Mühlecker freut sich auf die Zeit im Kloster, denn „ein Schriftsteller braucht nichts als Ruhe, um sehen und hören zu können. Im Augenblick arbeite ich an einer größeren Prosaarbeit – das Stipendium wird mir bei der Fertigstellung behilflich sein."

Reinhard Kaiser-Mühlecker wurde 1982 in Kirchdorf an der Krems geboren und wuchs in Eberstalzell, Oberösterreich, auf. Er studierte Landwirtschaft, Geschichte und Internationale Entwicklung in Wien. Fünf hochgelobte Romane hat er bereits veröffentlicht: ›Der lange Gang über die Stationen‹ erschien 2008, es folgten ›Magdalenaberg‹ (2009), ›Wiedersehen in Fiumicino‹ (2011), ›Roter Flieder‹ (2012) und ›Schwarzer Flieder‹ (2014). Er erhielt unter anderem das Hermann-Lenz-Stipendium, den Kunstpreis Berlin, den Österreichischen Staatspreis und den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.

Im Februar 2015 erschien bei S. Fischer sein neues Buch „Zeichnungen“. Reinhard Kaiser-Mühlecker verdichtet in drei Erzählungen die existentiellen Fragen: Wie wird der Mensch schuldig? Wie verketten sich Verfehlungen, Verschweigen, Gerüchte und Lügen zu einer Lebensgeschichte? Und ist jeder unausweichlich in sein vorgezeichnetes Schicksal verstrickt?

Anila Wilms ist Comburg-Stipendiatin 2014

Preisgeld erhöht auf 5.000 Euro

Preisträgerin des Comburg-Stipendiums 2014 ist die Autorin Anila Wilms. Sie verbringt den Monat September auf der Comburg in Schwäbisch Hall und erhält 5.000 Euro. "Das ist eine wunderbare Nachricht, ein Geschenk“, so Anila Wilms, „Es wird meiner kreativen Arbeit sehr gut tun, in solch besinnliche Atmosphäre einzutauchen. Ich freue ich auf das Kloster, auf die menschlichen Begegnungen und auf die schöne Stadt. Und nicht zuletzt fühle ich mich geehrt."

Das ehemalige Benediktinerkloster Comburg ist heute Sitz der Akademie für Lehrerfortbildung des Landes Baden-Württemberg. Die Akademie stellt für das Stipendium vier Wochen eine Wohnung auf der Comburg zur Verfügung, aus Stiftungsmitteln der Stadt Schwäbisch Hall kommt dazu ein Preisgeld von 4000 Euro, ab 2014 um 1.000 Euro von der Bausparkasse Schwäbisch Hall aufgestockt auf insgesamt 5.000 Euro.

Anila Wilms wurde 1971 in Tirana geboren und wuchs in der geschichtsträchtigen Hafenstadt Durrës auf. Mütterlicherseits stammt sie aus einer Familie von reichen und politisch maßgeblichen Beys, die nach 1945 als die »natürlichen« Feinde des kommunistischen Regimes enteignet und entmachtet wurden. Sie studierte Geschichte und Philologie in Tirana. 1994 kam sie als DAAD-Stipendiatin nach Berlin und lebt dort seither als Autorin und Publizistin. Sie schrieb ihren 2012 erschienen Debut-Roman auf Albanisch und auf Deutsch. Sie erhielt 2013 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert-Bosch-Stiftung sowie den Stuttgarter Krimipreis „Bestes Debut“. Ihr Roman Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens (Transit Verlag Berlin) ist Politkrimi, historische Novelle und Balkanballade zugleich. „Das albanische Öl“ spielt in Tirana Anfang der zwanziger Jahre, als um die Macht in dem jungen Staat gekämpft wird. Amerikaner, Briten und Italiener drängen ins Land, um Zugang zu den gerade entdeckten Ölquellen zu bekommen.  Zwei amerikanische Touristen werden Opfer eines tödlichen Anschlags...

Finn-Ole Heinrich ist Comburg-Stipendiat 2013

Preisträger des Comburg-Stipendiums 2013 ist der Autor und Filmemacher Finn-Ole Heinrich. Er verbringt den Monat September auf der Comburg in Schwäbisch Hall. 2013 wird das Stipendium eingebunden in die Kinder- und Jugendliteraturtage Baden-Württemberg in Schwäbisch Hall.

„Ich werde die Zeit auf der Comburg vor allem dazu nutzen ein neues Kinderbuch zu schreiben. Es handelt sich um einen Dreiteiler. Der erste Teil wird im Herbst erscheinen wenn ich auf der Comburg bin!“ sagt Finn-Ole Heinrich, „ich hoffe, dass ich durch die Lesungen, vor allem die Schullesungen, mit Schwäbisch Hall und den Menschen in Kontakt komme. Ich freue mich auf einen bunten, intensiven und inspirierenden September!“

Finn-Ole Heinrich, *1982, aufgewachsen in Cuxhaven, Filmstudium in Hannover. Jetzt lebt er in Hamburg.

Veröffentlichungen: Frerk, Du Zwerg (Kinderbuch & Hörbuch, 2011), Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf (Hörbuch mit Spaceman Spiff, 2010), Gestern war auch schon ein Tag (Erzählungen, 2009), Auf meine Kappe (Hörbuch, 2009), Räuberhände(Roman, 2007), die taschen voll wasser (Erzählungen, 2005) Auszeichnungen (Auswahl): Deutscher Jugendliteraturpreis 2012, Märkisches Stipendium, Nicolas Born-Förderpreis, 1. Preis Bundesfestival Video

Judith Schalansky ist Comburg-Stipendiatin 2012

Preisträgerin des Comburg-Stipendiums 2012 ist die Schriftstellerin und Gestalterin Judith Schalansky. Sie verbringt den Monat September auf der Großcomburg in Schwäbisch Hall.

Judith Schalansky, geboren 1980 in Greifswald, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign, lebt als freie Autorin und Gestalterin in Berlin. 2006 veröffentlichte sie ihr typografisches Kompendium Fraktur mon Amour, das mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet wurde. Ihr literarisches Debüt Blau steht dir nicht erschien 2008 bei mare. 2009 war Judith Schalansky Stipendiatin in der Villa Aurora in Los Angeles. Im gleichen Jahr erschien bei mare der Atlas der abgelegenen Inseln . Das Buch erhielt den 1. Preis der Stiftung Buchkunst. Judith Schalanskys aktueller Roman Der Hals der Giraffe. Bildungsroman (Suhrkamp) spielt in einer schrumpfenden Kreisstadt in Vorpommern. Im Mittelpunkt steht die Biologielehrerin Inge Lohmark und Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule. Das kunstvoll gestaltete Buch war auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 

Christoph Peters ist Comburg-Stipendiat 2011

Preisträger des Comburg-Stipendiums 2011 ist der Schriftsteller Christoph Peters. Er verbringt den Monat September auf der Comburg in Schwäbisch Hall.

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. Er studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Von 1995 bis 1999 war Christoph Peters am Flughafen Frankfurt/Main als Fluggastkontrolleur beschäftigt. 1999 erschien sein erster Roman "Stadt Land Fluß". Im Jahr 2000 zog Peters von Mainz nach Berlin. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, und Tochter. Er ist Mitglied des P.E.N.-Zentrum Deutschland.

Bücher (Auswahl): Das Tuch aus Nacht. Roman. 2003, Ein Zimmer im Haus des Krieges. Roman 2006, Mitsukos Restaurant. Roman. 2009, Minga verzaubert die Welt. Kinderbuch. 2009, Japan beginnt an der Ostsee - Die Keramik des Jan Kollwitz 2010, Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung. Geschichten. 2010

Felicitas Hoppe ist Comburg-Stipendiatin 2010

Die Preisträgerin des Comburg-Stipendiums 2010 ist Felicitas Hoppe. Sie verbringt den Monat September auf der Comburg in Schwäbisch Hall.

Felicitas Hoppe, geboren 1960 in Hameln, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie studierte Literatur, Rhetorik, Religionswissenschaft sowie Italienisch und Russisch in Hildesheim, Tübingen, Berlin, den USA und Italien. Hoppe arbeitete als Journalistin, Sprachlehrerin für das Goethe-Institut und Dramaturgin. Immer wieder unternimmt sie Reisen, zum Beispiel nach Japan, Indonesien, nach Südkorea oder in die USA. Sie gilt als eine der herausragenden Schriftstellerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher sind immer auch Bücher vom Reisen. 1996 erschien ihr Debüt Picknick der Friseure, 1999, nach einer Weltreise auf einem Frachtschiff, folgte der Roman Pigafetta, 2003 Paradiese, Übersee, 2004 Verbrecher und Versager, 2006 Johanna, 2008 das Kinderbuch Iwein Löwenritter und zuletzt 2009 Sieben Schätze und Der beste Platz der Welt. Felicitas Hoppe erhielt u.a. den Aspekte-Literaturpreis und den Bremer Literaturpreis sowie Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Göttingen, sowie Washington DC. Seit 2007 ist sie Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Ilija Trojanow ist Comburg-Stipendiat 2009

Ilija Trojanow ist im September 2009 für vier Wochen zu Gast im Kloster Comburg.

Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielten. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Von 1985-89 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München. In München gründete er auch 1989 den Kyrill & Method Verlag und 1992 den Marino Verlag. 1999 zog Trojanow nach Bombay, Indien. 2003 bis 2007 lebte er in Kapstadt, heute in Wien.

Einem großen Publikum wurde Trojanow bekannt durch den Roman "Der Weltensammler" (2005). Trojanow verfasste Sachbücher über Afrika, er gab eine Anthologie mit afrikanischer Gegenwartsliteratur heraus und übersetzte afrikanische Autoren. 1996 erschien sein erster eigener Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, in dem er die Erfahrungen seiner Familie als politische Flüchtlinge und Asylanten verarbeitete. Es folgten der Science Fiction Roman Autopol, Hundezeiten ein Reisebericht über ein Wiedersehen mit der Heimat Bulgarien sowie Bücher über Trojanows indische Erfahrungen. In Zu den heiligen Quellen des Islam beschrieb Trojanow seine Pilgerreise nach Mekka. 2007 drehte Trojanow den Film „Vorwärts und nie vergessen. Ballade über bulgarische Helden“. Diese Dokumentation basiert auf Gesprächen mit politischen Gefangenen und Zeitzeugen, die auf Jahre und Jahrzehnte in den Gefängnissen und Lagern Bulgariens verschwanden. Im April 2008 kuratierte Trojanow das Literaturfestival „RE ASIA - Avatar. Asiens Erzähler“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Für die taz erfasst Trojanow im Wechsel mit mehreren anderen Autoren seit 2006 die wöchentliche Kolumne "Das Schlagloch".

Ulf Erdmann Ziegler ist Comburg-Stipendiat 2008

Der Autor hält sich im September auf der Comburg auf. Öffentliche Lesung am Do. 25. September, 19.30 Uhr, im Kaisersaal auf der Comburg.

Ulf Erdmann Ziegler wurde 1959 in Neumünster geboren und lebt in Frankfurt. Studium der Fotografie in Dortmund, später der Literatur und Psychologie in Berlin. Ziegler war Kunstredakteur der "taz". Danach freier Kritiker, Essayist und Kurator. Schriftstellerische Arbeit seit vielen Jahren, teils unter Pseudonym, seit 2007 offiziell.

Veröffentlichungen (Auswahl): Vom Wort zum Bild und zurück. Ernst & Sohn 1992, Eigenes Leben. C. H. Beck 1995, Fotografische Werke. DuMont 1999, Hamburger Hochbahn. Roman. Wallstein 2007, Wilde Wiesen. Autogeographie. Wallstein 2007.

Ziegler erhielt den Hebbel-Preis 2008 und wurde zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2008 nach Klagenfurt eingeladen.

Die Bücher "Hamburger Hochbahn" und "Wilde Wiesen" sind in der Stadtbibliothek ausleihbar:

Hamburger Hochbahn
»Sprachwitz, glänzende, auch treffend böse Formulierungen, eine umfangreiche Sammlung von Aphorismen bietet das Buch (...).
Ziegler, als Publizist bekannt geworden, vor allem mit seinen Arbeiten über Fotografie, versteht, erstaunlich für ein Debüt, Reflexion in Handlung umzusetzen.« (Martin Lüdke, DIE ZEIT)

Wilde Wiesen
»Was prägt uns: das Große, Einmalige oder das Durchschnittliche, Alltägliche? Die literarische Bewältigung von Lebensstoff wird nie ganz ohne große Gesten und ein wenig Flunkerei auskommen; dennoch wird man auf die Frage instinktiv die zweite Antwort geben - aus eigener Erfahrung wissend, dass es gerade Autoren von Rang sind, die auch mit dem Durchschnittlichen, Alltäglichen etwas anfangen können. (...) Die elegant-lakonische Ironie, die wunderbare Figurenzeichnung verraten eine ganz und gar außergewöhnliche Ich- und Weltwahrnehmung (...). In diesen Notizen aus der Provinz hat die alte Bundesrepublik einen neuen Erzähler gefunden.« (Edo Reents, FAZ)

http://www.schwaebischhall.de//de/kultur-tourismus/kunst-kultur/literatur/comburg-stipendium